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Dein regelmäßiger Finanzcheck – ganz ohne Berater

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Der regelmäßige Finanzcheck ist Pflicht – wann beginnt die Kür?

Sich um sein Geld zu kümmern ist ein bisschen wie der Gang zum Zahnarzt. Lästig, macht vielleicht sogar Angst, ist aber trotzdem immens wichtig.

Wie ich darauf komme? Neulich war ich wieder beim Zahnarzt. Bisher hatte ich nur Füllungen, aber meine Zahnärztin hatte mir schon bei der letzten Kontrolluntersuchung angekündigt, dass da was passieren muss. Jetzt habe ich zum ersten Mal Zahnersatz bekommen, da musste richtig was weg vom Zahn. Und ich weiß genau woran das liegt: ich benutze keine Zahnseide. Weil irgendwann wurde es mir einfach zu blöd: Einmal im Jahr zur Kontrolluntersuchung, alle halbe Jahr zur professionellen Zahnreinigung, zwei Mal täglich Zähneputzen und dann auch noch zwei Mal täglich Zahnseide? Ohne dass es mich jemals richtig erwischt hatte, ich eigentlich noch nie Zahnschmerzen hatte? Nö. Das war mir dann doch zu viel. Bei der Zahnseide hat es bei mir aufgehört. Und prompt ist – wie angekündigt – zwischen den Zähnen Karies entstanden. Jetzt sitze ich hier mit meinem Provisorium.

Beim Geld ist das ähnlich. Oft merkt man lange nicht, wenn da etwas schief läuft. Aber leider kommt dann doch irgendwann die Quittung, wenn man sich nicht darum kümmert. Ich habe mich jahrelang dazu entschieden, bei der Zahnpflege zu den Faulen zu gehören, und musste jetzt das erste Mal mit den Konsequenzen leben. Wie ist das bei den Finanzen? Einmal zur Bank gehen, einen oder zwei Verträge unterschreiben und alles ist gut? Leider ist das nicht genug. So wie wir für die Zähne zwischendurch Zahnseide benutzen müssen, sollten wir auch regelmäßig einen selbständigen Blick aufs Konto und Depot werfen.
Außerdem ist ja nicht jeder Finanzberater gleich gut. Wer an den falschen gerät – ob Zahnarzt oder Finanzberater sei mal dahingestellt – sieht nachher noch aus wie ein Rapper, der es mit den Statussymbolen etwas übertrieben hat.hip-hop-gangsta-teeth-grillz-13

Also, konkret: Was muss ich machen, damit nicht irgendwann eine größere Rettungsaktion für das Konto nötig ist? Was ist unbedingt notwendig? Und was kann ich auch mal schleifen lassen, ohne sofort ein schlechtes Gewissen zu bekommen? Klar Plus hilft. Hier bekommst Du Deine persönliche Anleitung für Deinen Finanzcheck. Was ist Pflicht? Und was ist Kür?

1. Cash Flow

Die wichtigste und aufwendigste Größe ist das, was wir Finanzler den laufenden Cash Flow nennen. Hierbei ist vor allem eine Frage wichtig: Kommt jeden Monat mindestens so viel Geld rein, wie ich ausgebe? Oder schaufele ich mir jeden Monat ein Stückchen mehr mein finanzielles Grab? Das Ziel muss ganz klar sein, am Ende des Monats auf seine schwarze Null auf dem Girokonto zu kommen. Schwarz muss die Zahl sein um sich auf Dauer nicht zu überschulden. Bleibt am Ende des Monats noch Geld übrig, ist das sehr gut – sollte dann aber nicht auf dem Girokonto bleiben, sondern langfristiger angelegt werden.

1.1. Einkommen und Zufluss

Was tun, wenn weniger Geld rein kommt als raus geht? Es gibt zwei Größen, die Du hier verändern kannst: Entweder mehr einnehmen oder weniger ausgeben. Die schwierigere Aufgabe ist es dabei im Zweifel, mehr zu verdienen: als Angestellter lässt sich das Gehalt für dieselbe Position bei einem Arbeitgeber auch bei sehr guten Leistungen nur bedingt steigern, Gehaltserhöhungen von über 10 Prozent sind sehr selten.

Um mehr Geld zu verdienen, musst Du Dich als Angestellter verändern: Einfacher lässt sich das Gehalt steigern, wenn Du den Arbeitgeber wechselst. Dabei solltest Du aus einer Position der Stärke heraus handeln: wer Arbeitslos ist, hat es sehr viel schwerer, sein altes Gehalt zu steigern.

Wenn Du bereit bist, Dich beruflich zu verändern, gibt es zudem drei weitere Faktoren, die Dein Gehalt positiv beeinflussen können:

  • ein Schritt noch oben auf der Karriereleiter: mit steigender Verantwortung (und meistens auch damit verbundenem Arbeitseinsatz) steigt das Gehalt.
  • der Wechsel in eine andere Branche: in der Pharmaindustrie kann man fast das Doppelte verdienen wie im Gastro-Gewerbe.
  • der Wechsel in eine andere Stadt: in Mecklenburg-Vorpommern liegen die Durchschnittsgehälter gut ein Drittel niedriger als in Hessen.

Alles drei große Veränderungen – aber wenn Dein Konto dauerhaft im roten Bereich steht und Du keine andere Möglichkeit siehst, es auszugleichen, kann das der passende Weg sein.

Auch neben dem Job gibt es Möglichkeiten, Geld hinzuzuverdienen. Allerdings sollte man bei diesen Plänen realistisch sein.

Viele Menschen träumen davon, ihr Hobby zum Beruf zu machen oder sich sogar sich ein passives Einkommen aufzubauen, also ein Zusatzeinkommen, für das sie irgendwann nicht mehr aktiv arbeiten müssen. Ein Beispiel dafür sind Werbeeinnahmen für die eigene Webseite. Insbesondere die Idee, dass das irgendwann ohne aktive Arbeit klappt, gehört allerdings leider ins Reich der Märchen.

Ambitionierte denken daher regelmäßig darüber nach, wie sie Ihr Einkommen anheben können. Ein Gespräch mit einem Personalberater ist ein wichtiger Baustein dafür.

1.2. Kosten

Alles nicht so einfach. Wer diszipliniert ist, wird deshalb eher an den Kosten arbeiten. Dabei ist Kosten senken – also sparen im harten, unangenehmen Sinn – gar nicht so einfach. Wirf einmal einen Blick auf die deutschen Durchschnittswerte für die Miete: in deutschen Großstädten geht dafür meist ungefähr ein Fünftel des Nettos drauf.  Wenn Du es schafft, inklusiver der Miete maximal drei Fünftel Deines Nettos (exkl. Krankenversicherung) für den sofortigen Konsum zu verwenden, bist Du ein guter Sparer.

Weitere Richtgrößen sind: Ein Fünftel des Nettos für Altersvorsorge, zusätzlich noch einmal die Hälfte davon – also 10 Prozent – für mittelfristiges Sparen. Dazu gehört zum Beispiel auch das Eigenkapital für den Hauskauf. Noch einmal bis zu 10 Prozent können für Versicherungen abfließen. All diese Angaben sind natürlich nur Richtwerte. Insbesondere mit der Familiengröße können sie sich teilweise deutlich ändern.

Am einfachsten spart es sich, wenn man die gleiche Leistung für weniger Geld bekommt. Dafür solltest Du vor allem die üblichen Verdächtigen analysieren: Handy-, Strom- und Gasverträge sollten regelmäßig unter die Lupe genommen werden.

Auch ein Auto frisst mehr Geld, als viele denken. Schon ein einfacher VW Golf kostet im Schnitt 570 Euro im Monat für die ersten vier Jahre. Der größte Kostenfaktor dabei ist der Wertverlust, und der ist bei Neuwagen überproportional groß. Wer beim Auto Geld sparen möchte, sollte auch über einen Gebrauchtwagen nachdenken.

Wenn Du zudem genug Disziplin hast, dann stelle Deine Versicherungen auf eine jährliche Zahlungsweise um. Dafür gibt es in der Regel nette Rabatte.

Der Cash-Flow ist die wichtigste Größe für das private Finanzmanagement.

Die Pflicht:

  • Jeden Monat den Kontostand überprüfen. Steht das Konto am Monatsende in den roten Zahlen, ist das ein roter Alarm – die Dispo-Zinsen machen langfristig den schönsten Sparerfolg zunichte.
  • Einmal im Jahr langfristige Verträge und Versicherungen überprüfen: Kriege ich bei Handy, Strom, Gas, KfZ-Versicherung die gleiche Leistung für weniger Geld?

Die Kür:

  • Täglich ein Haushaltsbuch führen: Wie viel Prozent von meinem Netto gebe ich wofür aus?
  • Einmal im Jahr Gehaltsverhandlungen führen. Lohnt sich vielleicht sogar, eine Beförderung anzustreben oder ein Job- bzw. Ortswechsel?

 

2. Cash organisieren: Reserven + Kredite

2.1. Eine Reserve aufbauen – aber mit System

Nachdem Du Deinen Cash-Flow in den Griff bekommen hast, ist der nächste Schritt der Aufbau einer kurzfristigen Liquditätsreserve. Dafür solltest Du ein Tagesgeldkonto einrichten. Auf das solltest Du künftig zu Anfang jedes Monats mindestens fünf Prozent Deines Nettogehaltes überweisen. Und zwar so lange, bis auf dem Tagesgeldkonto ungefähr drei Nettogehälter liegen. Bist Du selbständig, dürfen es auch gerne fünf sein. Das ist Deine eiserne Reserve, mit denen Du notfallmäßige Ausgaben bestreitest.

Idealerweise liegt die Summe also langfristig auf diesem Konto. Deshalb solltest Du auch mindestens einmal pro Jahr überprüfen, ob Du nicht woanders bessere Zinsen bekommen kannst. Ach ja: Im Haushaltsbuch muss alles, was auf dieses Konto geht, nicht unter „Sparen“ sondern unter „Konsum“ verbucht werden – denn langfristig gesehen gibst Du das Geld ja aus und legst es nicht für die Vermögensbildung an.

Wenn Du Deine Notreserve aufgebaut hast, kannst Du schauen, ob Du darüber hinaus noch ein Konto für größere regelmäßige Ausgaben einrichten kannst. Dazu gehören zum Beispiel der Urlaub, aber auch neue Möbel. Hier kommt der monatliche Überschuss drauf: Zu einem Stichtag schaust Du jeden Monat, ob überschüssiges Geld auf dem Girokonto ist. Wenn ja, überweist Du es auf dieses Konto. Viele Banken bieten einen solchen Service sogar automatisch an.

2.2 Kredite

Nächster Stopp Kredite. Hier verlieren viele Verbraucher sehr viel Geld. Erster und wichtigster Schritt: Sich regelmäßig zu informieren, ob ein laufender Kredit nicht in einen günstigeren umgeschuldet werden kann. Dazu gehören nicht nur Haus- und Autokredit, sondern auch die Kreditkarte und der Dispo-Kredit auf dem Girokonto. Einen guten Überblick gibt es hier.

Es gilt grundsätzlich: Wer weniger Kreditzinsen zahlt, spart mehr, als wer höhere Guthabenzinsen erhält.

Reserven auf- und Kredite abzubauen sind der zweite Schritt zu weniger Geldsorgen.

Die Pflicht:

  • Jeden Monat fünf Prozent vom Netto auf ein Sparkonto überweisen, bis dort eine Notreserve von mindestens drei Nettogehältern aufgebaut ist
  • Einmal im Jahr überprüfen, ob teure Kredite durch günstigere abgelöst werden können
  • Einmal im Jahr überprüfen, ob es Sparkonten mit besseren Zinssätzen gibt

Die Kür:

  • Monatlich überprüfen, ob es günstigere Angebote für Tagesgeld oder Kredite gibt
  • Überschüsse am Monatsende auf ein zweites Sparkonto für regelmäßige Ausgaben überweisen

 

3. Geldanlage

Mit der Geldanlage sind wir nun bei einem Thema angekommen, das Vielen als die Königsdisziplin des Finanzmanagement erscheint. Aber auch hier reicht es, wenn Du Dich nur ab und zu damit beschäftigst, so lange Du die richtigen Regeln befolgst.

Bevor Du anfängst, Geld anzulegen, solltest Du Dir zunächst überlegen, wofür Du überhaupt sparst. Das ist deshalb nötig, weil Du wissen musst, auf welchen Betrag Du überhaupt kommen möchtest und wann Du ihn brauchst.

Damit Du Dabei nicht den Überblick verlierst, solltest Du die Ziele genau planen und festhalten. Wenn Du Deine Planung regelmäßig mit dem Stand Deines Sparguthabens abgleichst, kannst Du auch sehr früh erkennen, ob die Anlage sich wie gewünscht entwickelt oder ob eventuell Nachbesserungen nötig sind.

Die Geldanlage unterteilt sich im Wesentlichen in zwei Schritte

Schritt 1: Aufstellen eines ausgewogenen Portfolios

Schritt 2: Regelmäßiges Rebalancing dieses Portfolios.

Keine Angst, wir erklären die Begriffe hier.

Schritt 1 besteht darin, dass Du Dich entscheidest, in welchen Anlageklassen Du Dein Geld investierst. Das sind vor allem Aktien und Anleihen und vielleicht ein paar kleine Ergänzungen wie Gold oder Tagesgeld. Wichtig ist vor allem, dass Du die verschiedenen Anlageklassen mischt, um auf alle Kapitalmarktbewegungen vorbereitet zu sein. Wie die Mischung genau aussieht, ist gar nicht so wichtig. Hauptsache, Du tust es.

Die Anlageklassen gibt es noch in unterschiedlichen Verpackungen, zum Beispiel ETFs, Fonds, Rentenversicherungen und noch einigen anderen. Welches Portfolio und welche Verpackung für Dein Ziel die richtige ist und was Du davon erwarten kannst, erklärt und berechnet für Dich die  KLAR+ App.

Schritt 2 ist das so genannte Rebalancing, das Du regelmäßig machen solltest. Was das bedeutet, ist eigentlich ganz einfach: Wenn die verschiedenen Anlageklassen unterschiedlich gut laufen, verschieben sich die Anteile in Deinem Portfolio ganz zwangsläufig. Um Deine gewünschte Struktur wieder herzustellen und hoffentlich auch Gewinne mitzunehmen, empfiehlt sich ein regelmäßiges Rebalancing, also die Anpassung der aktuellen an die Zielstruktur.

Ein Beispiel: Du hast das Ziel, 50 Prozent Aktien in deinem Portfolio zu haben. Wenn Aktien jetzt in diesem Jahr mehr Rendite machen als die anderen Anlageklassen, wird Dein Portfolio am Ende des Jahres über mehr als 50 Prozent Aktien verfügen. Wenn Du jetzt so viele Aktien verkaufst, dass Du wieder bei 50 Prozent landest und den Erlös so in die anderen Anlageklassen investierst, dass das alte Verhältnis wiederhergestellt ist, nennt man das Rebalancing.

Auch, wenn sich das Portfolio täglich verändert, solltest Du nicht häufiger als zweimal pro Jahr umschichten. Du solltest dafür feste Termine haben. So gleichst Du Saisoneffekte aus, die es Jahr für Jahr an der Börse gibt.

Außer einem eigenen Portfolio hast Du am wahrscheinlichsten noch eine Basis- oder Riester-Rente oder eine Betriebliche Altersvorsorge (BAV). Alle diese drei Sparformen sind mit dem Bruttoeinkommen des jeweiligen Vorjahres verknüpft. Deshalb solltest Du einmal jährlich einen Blick auf die möglichen Beiträge werfen und diese wenn gewünscht anpassen. Besonders bei Riester ist das wichtig, weil hier die staatlichen Zuschüsse gekürzt werden, wenn Du weniger als 4 Prozent des Bruttolohns des Vorjahres anlegst.

Eine gut geführte Geldanlage braucht zwar regelmäßig Deine Aufmerksamkeit, frisst aber wahrscheinlich weniger Zeit, als Du denkst.

Die Pflicht:

  • Jährlich überprüfen, ob das Portfolio die gewünschten Ziele erreicht hat
  • Jährliches Rebalancing
  • Jährlich überprüfen, ob sich die Einzahlungen in den Riester- -Vertrag ändern sollten

Die Kür:

  • Monatlich überprüfen, ob das Portfolio sich wie gewünscht entwickelt
  • Halbjährliches Rebalancing
  • Jährlich überprüfen, ob einzelne Teile des Portfolios ausgewechselt werden sollten
  • Jährlich überprüfen, ob sich die Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge und die Rürup-Rente ändern sollten

 

4. Versicherungen

Die Deutschen gelten als überversichert. Wir möchten uns nicht an der Debatte beteiligen, ob das stimmt. Fakt ist jedenfalls: Es fließt eine Menge Geld in Versicherungen. Pro Deutschem im Schnitt 2284 Euro im Jahr.

Deshalb solltest Du Dich auch mit dem Thema Versicherungen mindestens einmal im Jahr beschäftigen. Der beste Zeitpunkt dafür ist im August, spätestens September. Viele Versicherungen erneuern sich jeweils zum 31.12. des Jahres. Da es eine Kündigungsfrist von 3 Monaten gibt, müssen Kündigungen also bis zum Ende September ausgesprochen werden. Ausnahme ist die KFZ-Versicherung, da hast Du bis Ende November Zeit.

Die Wichtigste Frage bei Versicherungen ist: Brauche ich sie überhaupt (noch)? Und auf der anderen Seite: Ist vielleicht neuer Absicherungsbedarf vorhanden? Kontrolliere deshalb jedes Jahr, ob sich der Bedarf bei Deinen Versicherungen geändert hat. Verdienst Du mehr oder weniger Geld (Berufsunfähigkeitsversicherung)? Musst Du Familienmitglieder absichern (Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Risiko-Lebensversicherung etc)?

Wie hoch der Bedarf liegt, kannst Du mit Hilfe unserer Klar+ App erarbeiten. Alternativ nutze unsere Checklisten: neben den Checklisten zu bestimmten Ereignissen findest haben wir auch eine Liste für den regelmäßigen Check entwickelt. Mit dieser Hilfe kannst Du eigenständig Schritt für Schritt Deine Versicherungen Deinem Bedarf anpassen.

Ein wenig zusätzliche Arbeit kann Dir außerdem oft viel Geld sparen. Dafür musst Du Dir allerdings die Mühe machen, auch bei bestehenden Versicherungen regelmäßig die Tarife zu Vergleichen (z.B. auf http://besserberater.de/) und im Zweifelsfall den Anbieter zu wechseln.

Viele Anbieter erhöhen die Preise für Bestandskunden, weil diese in der Regel eher Faul sind, was einen Versicherungswechsel angeht. Insbesondere im so genannten SHU Bereich (Sach-, Haftpflicht und Unfallversicherungen). Dazu gehört zum Beispiel die Private Haftpflichtversicherung, Hausratsversicherung, Rechtsschutzversicherung, Unfall- und Hausratsversicherung. Aber Vorsicht: Kündige grundsätzlich Deinen alten Vertrag erst, wenn Du den neuen sicher abgeschlossen hast. Machst Du das nicht, bist Du eventuell für eine Weile ohne Versicherung.

Weniger einfach – und meistens nicht anzuraten – ist der Wechsel bei Berufsunfähigkeits- und privaten Krankenversicherungen. Diese Versicherungen bilden Altersrückstellungen, die bei einem Anbieterwechsel verfallen. Auf Dauer fährst Du ohne diese Rückstellungen schlechter.

Fazit: Der Spätsommer ist Versicherungs-Zeit

Die Pflicht:

  • Einmal im Jahr den Absicherungsbedarf prüfen und eventuell anpassen

Die Kür:

  • Zusätzlich jährlich Tarife vergleichen und eventuell den Anbieter wechseln, um Geld zu sparen.

 

Damit Du für Deinen regelmäßigen Check alle Punkte beisammen hast, haben wir Sie Dir in einer Infografik zusammengefasst. Wie gestaltest Du Deinen regelmäßigen Finanzcheck? Wo bleibst Du bei der Pflicht, wann machst Du auch die Kür?

Foto von priximus.net

Finanzquiz – Erklärungen

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Hier findest Du die Lösungen des Finanzquiz und deren Erklärung:

1. Antwort: Liquidität. Die drei Kriterien Rendite, Sicherheit und Liquidität können von einer Geldanlage nie gleichzeitig optimal erfüllt werden.
2. Antwort: 100%. Wenn ich 50% meines Guthabens verliere, halbiert sich mein Vermögen. Das halbierte Vermögen wird zum neuen Ausgangswert, also 100%. Jetzt muss ich das Vermögen verdoppeln, um auf den alten Wert zu kommen. Ich muss also 100% Gewinn machen.
3. Antwort: Frauen. Viele Studien bestätigen, das Frauen ertragreicher anlegen. Beispiel: Studie der ING DiBa
4. Antwort: der Dauer des Investments. Die Lage an der Börse kann niemand zuverlässig einschätzen. Mangelnde Investmenterfahrung lässt sich durch Information und Wissen ausgleichen. Das Lebensalter spielt nur bei der Altersvorsorge eine Rolle, da sich davon die Dauer bis zum Entnahmezeitpunkt ableiten lässt. Je länger dier Anlagezeitraum ist, desto weniger spielen die kurzfristigen Schwankungen von Aktienkursen eine Rolle.
5. Antwort: Mehr als 1000. Derzeit umfasst der MSCI World 1653 Werte.
6. Antwort: Der ETF. ETFs haben Verwaltungskosten ab 0,15% des Vermögens pro Jahr. Ein durchschittlicher Rentenfonds kommt auf 1% Kosten, eine Aktienfonds auf 1,5% Kosten im Jahr. Eine Rentenversicherung verursacht zusätzlich zu den Anlagekosten 0,6% Kosten pro Jahr und mehr.
7. Antwort: ca. 1970 €. Durch den Zinseszinseffekt steigt das Vermögen auf 1967 € im 10. Jahr.
8. Antwort: D. Die Erklärung liegt in der Anzahl der Anteile, die der Besitzer für eine feste Sparrate kaufen kann. Bei Verlauf D ist die Anzahl der erworbenen Anteile hier wesentlich größer und überkompensiert die im Vergleich zu C niedrigere Gesamtwertentwicklung.
9. Antwort: Waren Buffet. Mittels seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway investiert Buffet seit vielen Jahrzehnten sehr erfolgreich in andere Firmen und hat es so zum derzeit 3. reichsten Mann der Welt gebracht (Stand: 3/2016).
10. Antwort: Mit diesen Angaben kannst Du den Mindestwert nicht bestimmen. Denn für den Garantiezins ist nicht der Beitrag sondern der Sparanteil des Beitrags entscheidend, von dem zuerst die Kosten für die Versicherung abgezogen werden. Ohne Informationen über die Kosten kannst Du nichts über die Mindestleistung sagen.
11. Antwort: Immobilie. Bausparverträge haben Kosten von 1,6% der Baussparsumme, Rentenfonds Ausgabeaufschläge von 3%, ein Riesterfondssparplan von 5% mit der investierten Rate. Bei der Immobilie werden mit Kauf neben der Grunderwerbssteuer von 3,5 bis 6,5% auch Notar- und Grundbuchkosten von 1,5% und in den meisten Fällen Maklerkosten von bis zu 7,14% fällig. In
der Regel zieht also der Ewerb einer Immobilie die höchsten Kosten nach sich.
12. Antwort: Renten haben einen schwankenden Kurswert. Nennwert und Zinscoupon sind immer für die Laufzeit des Wertpapiers festgelegt. Der Kurswert ergibt sich aus dem Vergleich des Coupons mit dem am Markt erhältlichen Zinscoupons anderer Papiere und schwankt daher mit den Alternativangeboten.
13. Antwort: 2100 €. Jeder unmittelbar förderungsberechtigte Sparer muss im Jahr inklusive Zulagen 4%  seines Vorjahresbruttos einzahlen um die volle Förderung zu erhalten, maximal aber 2100 €.

Finanzquiz – Teste Dich selbst

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Bist Du in der Lage, Dich selbständig um Deine Finanzen zu kümmern? Hast Du das notwendige Wissen? Für alle, die sich nicht sicher sind, hier der Test. Dein Ergebnis zeigt, was Du noch tun musst.

KLAR + Finanzquiz: Guru oder Frischling? Wie gut kennst Du dich in der Geldanlage aus?

Quiz

Die wichtigsten Steuern bei Deinen privaten Finanzen

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Wie war das noch mit der #Steuerprogression? #Steuern
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Welche Steuern musst Du zahlen und wie genau funktioniert das? Was bedeutet Steuerprogression, Durchschnittsteuersatz und Grenzsteuersatz? Welche Auswirkungen hat das für Deine Finanzplanung? Und wie hoch ist die Abgeltungssteuer?
KLAR+ hilft weiter und erklärt die wichtigsten Grundbegriffe und Auswirkungen zum Thema Steuern.

Transkript: Steuern in der privaten Finanzplanung

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von Klar Plus, Private Finanzen Ganz einfach. Heute wieder mit einem grundsätzlichen Thema, dem Thema Steuern. Wieso? Weil ich festgestellt habe, dass das mit der Steuerprogression, dem Grenzsteuersatz und dem Durchschnittsteuersatz vielen dann doch nicht so klar ist, deswegen erkläre ich euch, wie es denn bei der Einkommenssteuer und der Abgeltungssteuer, also der Steuer auf Kapitalerträge, denn aussieht.

Fangen wir also mit dem Thema Einkommenssteuer an und fangen wir mit einem Graphen an. Einem Graphen, der aus zwei Dimensionen besteht, nämlich der Prozentzahl der Versteuerung und dem eigentlichen Einkommen in Euro. Als erstes Beispiel nehmen wir mal jemanden, der 60T € verdient. D.h. er verdient 60.000 und die verdient er natürlich zur 100%. Diese blaue Fläche, das ist jetzt sein Einkommen. Von dieser blauen Fläche knabbert sich der Staat jetzt was ab, dass ist die Steuer die er eben nimmt. Wie viel das ist, das hängt davon ab, von welchem Teil des Einkommens wir sprechen. Denn die ersten 8700 € , also ungefähr bis hier, von diesen 8700 € lässt der Staat die Finger, da möchte er noch nichts haben. Das startet dann mit einem Prozentsatz von 14%. Hier ist dann also der erste Verlust, hier wird als erstes etwas Abgeschnitten. Und das steigert sich dann auf den Prozentsatz von 42% mit einem Einkommen 53700 €. Alles was er über 53700 € hinaus verdient wird alles mit der Steuer von 42% versteuert. Interessant ist dieser Bereich der Steuerprogression wo es schrittweise immer steigt. Aber grundsätzlich können wir sagen, dass alles was hier rot eingezeichnet ist, dass das der Staat bekommt und das blaue hier die Fläche ist das was bei Dir als Verdiener eben bleibt.

Das mit der Steuerprogression ist das interessante an der Geschichte, deswegen betrachten wir jetzt mal nicht jemanden der 60.000 verdient, wir gehen jetzt auf jemanden ein, der ich sag mal 35000 € verdient. Also ungefähr hier. Der schneidet die Steuerprogression hier, das sind ungefähr 33%. Und wenn der jetzt 1000 € mehr verdient, wenn er jetzt hier eine ganz kleine Schnitte dazuverdient, dann muss er eben die 1000 € nicht mit seinem bisherigen Durchschnittsteuersatz versteuern, dem Verhältnis von der roten Fläche hier zum Einkommen. Das sind ungefähr etwas über 20%, sagen wir mal 22%. Sondern er muss eben es mit über 30%, also ca 33%-34% versteuern diese zusätzliche Einkommen. Das ist der Grund, warum vom Weihnachtsgeld so wenig übrigbleibt, oder wenn Boni ausgeschüttet werden, da schlägt die Steuer besonders stark zu eben wegen dieser Steuerprogession, weil eben das nächste Einkommen immer mit dem Grenzsteuersatz und mehr versteuert werden muss. Deswegen ist der Unterschied ganz wichtig zwischen Durchschnittsteuersatz und Grenssteuersatz, weil das eben die Belastung für das zusätzliche ist.

Man kann das auch anders herum sehen. Wenn ich jetzt etwas steuerlich absetzen kann, dann lohnt sich das besonders, also nehmen wir mal an, ich hätte 36.000 € verdient und ich könnte 1000 € absetzen. Von diesen 1000 € bekomme ich eben 33-34% zurück, also 330 €, und nicht nur das auf den Durchschnitt, 220 €. Deswegen, je höher man in der Progression kommt, desto mehr lohnt es sich, dann auch tatsächlich Steuern abzusetzen.

Das hat Bedeutung z.B. für das Ehegattensplitting. Das Ehegattensplitting funktioniert ungefähr so das zwei Töpfe zusammen geworfen werden, also einer der viel verdient und einer der wenig verdient. Wenn ich das jetzt zusammenschmeiße, dann habe ich natürlich den Vorteil, dass ich diese Progression hier besser ausnutze, nämlich zweimal ausnutze und nicht nur einmal.

Ähnliches gilt auch für nachgelagerte Besteuerung in der Altersvorsorge. Wir haben die Situation dass ich hier im Beispiel setze ich 1000 € ab, kriege ich 330 € zurück. Wenn ich dann im Alter ohnehin wenig zur Verfügung habe, dann bin ich vielleicht in dem Bereich, und dann muss ich vielleicht nur noch 20% auf die Rente, die ich dann aus der nachgelagert besteuerten Rente bekomme, versteuern. Deswegen ist die Steuerverschiebung aus der nachgelagerten Besteuerung, auf Grund dieser Steuerprogression ist das ein Vorteil. Und das gilt auch bis in alle Zukunft behaupte ich, dass diejenigen die mehr verdienen, mehr Steuern zahlen müssen, anders rum, machts keinen Sinn.

Es gibt eine Ausnahme, das ist bei den Kapitalerträgen die Abgeltungssteuer, denn die ist tatsächlich „flat“, da ändert sich nichts, das sind immer 25%. Mit einer kleinen Ausnahme, die ersten 801 €, die sind frei. Aber darüber hinaus macht es keinen Unterschied ob ich 10.000 € Kapitalerträge oder 100.000 € Kapitalerträge bekomme, die werden dann immer mit 25%,  um genau zu sein, + Kirchensteuer+ Solidaritätszuschlag versteuert. Und es geht hier um die Kapitalerträge, es geht nicht darum wie viel ich angelegt habe, mein Vermögen, sondern wie viel ich tatsächlich rausbekommen, darauf wird Abgeltungssteuer bezahlt.

So viel zu den beiden Steuerarten. Ich hoffe, es hat dir ein bisschen geholten, es hat dir was erklärt. Wenn ja, schreib es unter das Video, wenn Du Fragen hast, schreib sie auch unter das Video. Hauptsache Du abonnierst den Kanal, followst uns auf Facebook und dann sehen wir uns beim nächsten Mal bis dahin.

Risiko Anleihen – Warum Anleihenfonds im Moment auch nicht sicher sind

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Vorsicht bei #Anleihenfonds: #Risiko #Kursverluste
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Anleihen bergen Ihr eigenes Risiko. Im Moment sind viele Menschen unsicher, ob Sie Ihre Aktien nicht lieber verkaufen wollen. Bevor Du in den vermeintliche „sicheren Hafen“ Anleihen umschichtest, schau Dir das Kursrisiko von Anleihen an. Worin das Risiko begründet liegt, und wie hier die Rendite empfindlich geschmälert werden kann, zeigt Dir der Video-Blog.

 

Transkript: Wie Anleihen im Wert schwanken

Hallo zusammen, hier ist wieder Alexander von KLAR+. Heute mit einem ganz aktuellen Video, aktuell gerade auf die Geschehnisse an der Börse, da geht es gerade ziemlich ab. Die Kurse fallen und fallen, mache Leute befürchten schon den nächsten großen Crash. Ich weiß aus 12 Jahre Finanzberatungserfahrung, die ich jetzt- Gott sei Dank- hinter mir habe, das genau in dieser Situation die Menschen eines machen: sie schichten um von Aktien in Anleihen. Deswegen, weil Sie glauben, Anleihen sein sicher, ein sichere Hafen, aber genau darin liegt ein Fehler, eine Fehlanahme, gerade wenn man mit einem Anleihenfonds arbeitet. Das möchte ich heute erklären wo da die Gefahr liegt, viel Geld zu verlieren.

Was ist von der Theorie her eine Anleihe? Eine Anleihe ist nicht viel anderes als ein Schuldenpapier. Will heißen, ich leihe jemanden Geld, nehmen wir z.B. mal an dem deutschen Staat. Ich gebe ihm 1000 €. Der deutsche Staat gibt mir ein Papier auf dem draufsteht: Ja, du bekommst in 10 Jahre diese 1000 € zurück und in der Zwischenzeit bekommst Du pro Jahr 3% Zinsen. Das ist eine Anleihe, in diesem Falle so was wie ein Bundeschatzbrief, deswegen, weil ich eben dem Deutschen Staat Geld geliehen habe.

Wie sieht das dann schematisch aus? 1000 € Anleihewert, das ist der Nennwert und 3% Zins, das ist der sogenannte Coupon. Und dann gibt es die Laufzeit, wir rechnen jetzt mal mit der Restlaufzeit. Er fängt also an mit 10 Jahre Restlaufzeit und geht bis zu 0 Jahre Restlaufzeit. Deswegen, weil ich heute genau weiß ich bekomme in 10 Jahre vom deutschen Staat die 1000 € wieder zurück und in der Zwischenzeit immer die 3% kann ich heute schon ausrechnen ich bekomme also insgesamt 300 € Zinsen. Das gibt den Menschen das Gefühl, das Anleihen besonders sicher sind. Nach 5 Jahren bekomme ich also noch – wer kann rechnen – noch 150 € und bei nur noch einem Jahr sind es 30 €.

Soweit so gut, da kommt die Sicherheit her. Jetzt gehen wir mal davon aus, Du hältst das Papier nicht bis zum Ende. Nach 5 Jahren hast Du das Bedürfnis, das Papier zu verkaufen, sei es wieder in Aktien oder in einen Ferrari, wer weiß. Und gleichzeitig hat sich der Marktzins geändert, der Marktzins liegt jetzt bei 4%. D.h. der deutsche Staat gibt jetzt die gleichen Papiere raus blos mit einem anderen Zinscoupon, nämlich 4%. Wenn ich jetzt versuche, mein altes Papier loszuwerden, ja mit 3% auf 1000 € und ich hier dem anderen Anleger versprechen kann, Du kriegst noch 150 € bis zum Ende der Laufzeit, der aber weiß, er bekommt am Markte in Papier mit 200 € Zinsen bis zum Ende Laufzeit für die nächsten 5 Jahre, was macht der? Der lässt mich links liegen, genau, ich bin nicht mehr interessant, sondern er holt sich ein neues Papier.

Die einzige Möglichkeit, wie ich Verfahren kann, ich kann sagen: Ok, dann biete Dir das Papier eben günstiger an. Ich verkaufe es zu einem Kurswert, nicht zum Nennwert, der bleibt gleich, es bleiben weiterhin 1000 €, die man am Ende zurückbekommt, aber diese 1000 € verkaufe ich dann für 950 €. Wieso 950 €? Klar, diese 50 € Differenz in den Zinsen die werden in den Kurswert eingepreist. (Finanzmathematisch ist das nicht ganz richtig, durch den Zinseszinseffekt und so weiter sind das jetzt nicht genau 50 € wie sich dann der Kurswert genau auf die selbe Rendite einpendeln würde, aber für unseren Zweck reichts) Wir gehen von 950 € aus. Wenn ich weiß, dass bei einem Jahr Restlaufzeit die Differenz hier dann nur noch bei 40 €  10 € sind, läge der Kurswert dann hier bei 990 €.

Ich kann also sehen, je größer die Laufzeit ist, desto größer ist natürlich dieser Effekt von Zinsänderungen, sei es nun bei Zinssteigerung oder bei Zinssenkungen. Kann natürlich auch andersherum passieren, wenn der Zins sinkt, liege ich dann plötzlich im Plus, dann wird mein Papier interessanter und ich habe einen höheren Kurswert. Wichtig ist aber, die Schwankungsbreite, dieser Unterschied hier, der ist besonders stark bei langer Restlaufzeit. Und es gibt eben Fonds, die setzen auf diese Papier mit langer Restlaufzeit, die investieren eben vor allem in 10-20jährige Laufzeiten und die werden dann ein Problem haben, wenn Die Zinsen wieder steigen und dazu muss es irgendwann kommen. Natürlich weiß niemand genau wann, aber die Amerikaner haben schon versucht, den Zins anzuheben, Draghi kriegt immer mehr Druck für seine Niedrigzinspolitik, jetzt gibt es vielleicht durch den Crash der sich gerade ereignet, eine kleine Pause aber auf Dauer wird es dazu kommen. Und spätestens dann, die in Fonds mit Anleihen mit langer Restlaufzeit investiert sind, werden ein Problem bekommen, weil die Kurswerte dann in den Keller rauschen.
Insofern, wenn Du jetzt aus den Aktien rausgehen willst, nicht mein Tip, aber mein Gott, mach es, musst Du ja selber wissen, aber dann geh wenigstens in Fonds mit kurzer Restlaufzeit und hoher Liquidität so daß Dir Zinserhöhungen, die in der Zukunft wahrscheinlich kommen werden, nicht die Kurswerte verhageln.

So viel mein Tipp, ich hoffe, es bringt Dir was. Wenn es Dir gefallen hat, sag uns das auf YouTube, sag uns das auf Facebook, Follow uns, und ja bis dahin bis zum nächsten Video.

Nachgelagerte Besteuerung – Steuern in der Altersvorsorge

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Wie hilft die nachgelagerte Besteuerung bei der #Altersvorsorge? #Abgeltungsteuer
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Wie funktioniert eigentlich die nachgelagerte Besteuerung? Und welche anderen Steuervorteile gibt es in der staatlich geförderten Altersvorsorge? Das folgende Video erklärt es am Beispiel eines „Eckrentners“.

Transkript:

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von Klar+ Private Finanzen Ganz einfach. Heute will ich euch nach 12 Jahren Beratungserfahrung ein Thema näher bringen das ganz wichtig ist zu dem Verständnis der ganzen Altersvorsorgethematik, nämlich wie fördert denn der Staat die Altersvorsorgeprodukte? Das macht er über Steuern, insbesondere die nachgelagerte Besteuerung und die will ich euch heute näher erklären, damit ihr das auch optimal für eure persönliche Altersvorsoge ausnutzen könnt.

Um das zu verstehen, müssen wir wissen das Altersvorsorgeverträge im Grund in drei Phasen aufgebaut sind: erstens gibt es die Phase der Einzahlung, in der ich Beiträge in den Vertrag spare, diese Beiträge verzinsen sich dann, es kommen zweitens die Erträge, das überschneidet sich natürlich, und genauso überschneidet sich die Phase der Erträge mit der drittens Auszahlung, wo das Guthaben wieder an mich ausgezahlt wird. Das Grundprinzip der nachgelagerten Besteuerung ist schlicht und einfach, dass ich die Einzahlungen, die ich tätige, steuerlich befreit tätigen kann. Ich kann sie also steuerlich absetzen, dafür muss ich die Auszahlung dann versteuern; die Steuerlast wird also von hier nach hier verschoben.

Jetzt stellt sich dann die Frage, wo ist denn der Vorteil? Worin liegt denn da die Förderung? Und das hat etwas damit zu tun, dass in Deutschland das Grundprinzip gilt das jemand der mehr verdient, mehr Steuern zahlen muss als jemand der weniger verdient. Dadurch, dass wir in der Einzahlphase ein höheres Gehalt haben werden, werden wir mehr Steuern zahlen, als in der Auszahlphase, wo wir nur die Rente bekommen.

Das können wir uns ganz einfach an einem Beispiel angucken. Nehmen wir mal jemanden, der 35.000 € im Jahr verdient. Wieso 35.000 €? 35.000 € ist das Durchschnittseinkommen ungefähr in Deutschland im Jahr 2014 und von diesen 35.000 € nehmen wir jetzt mal an, dass diese Person Altersvorsorge betreiben möchte und sie zahlt jetzt 1000 € im Jahr in einen geförderten Vertrag ein. Diese 1000 € muss die Person nicht mehr versteuern, das ist ja steuerbefreit. Sie hat wahrscheinlich schon über Ihr Gehalt Steuern gezahlt, d.h. sie hat zu viel Steuern gezahlt und kriegt vom Staat über die Steuererklärung 33% zurück. 33% plus kommen hier bei raus. Wenn es also 1000 € Beitrag waren, kann man also sagen, kriegt er über die Steuererklärung wieder 330 € raus. Das ist schon mal eine ganz gute Rendite. Und diese 1000 € werden dann ins Alter verschoben, über die Phase der Erträge hinweg wird damit eine Rente aufgebaut. Unsere Person mit dem durchschnittlichen Einkommen bekommt dann auch eine durchschnittliche Rente, das ist der sogenannte „Eckrentner“ den es in der Deutschten Rentenversicherung gibt. Ein Eckrentner bekommt im Jahr 13.848 € Rente raus. Wenn ich da die 1000 € angelegt habe und eine zusätzliche Rente von 3000 € rauskommen, da muss ich dann jetzt Steuern drauf zahlen, als Eckrentner, und diese Steuern liegen dann ungefähr bei 21% die mir hier abgezogen werden. Man sieht: weniger Einkommen, deswegen weniger Steuerlast. Und man sieht durch diese Steuerverschiebung einen Vorteil von 12%. Das ist der Vorteil der nachgelagerten Besteuerung, hier illustriert an einem Eckrentner.

Die Altersvorsorge hat aber noch einen zweiten Vorteil, und zwar hat das was mit der Phase der Erträge zu tun. Normalerweise ist das ja so, das von den Erträgen, wenn ich jetzt mal davon ausgehen, dass ich nach Kosten ungefähr 6% erwirtschaften kann, dass dann der Staat kommt und sagt – jaa, von Deinen Erträgen wollen wir aber die Abgeltungssteuer haben. Das sind dann 25% sogar eigentlich plus Kirche plus Soli, die vernachlässigen wir jetzt mal, weil wir auch den Sparerfreibetrag vernachlässigen, in der Altersvorsorge rechnen wir mit so großen Summen, dass der hier keine Rolle spielt – aber minus 25% bedeutet, das hier im Grunde nur noch 4,5% bei rauskommen. Das gilt bei allen normalen Sparverträgen, bei Aktienfonds, bei Banksparplänen, beim Tagesgeld. Bei allem was mit der Altersvorsorge zu tun hat, da gilt das nicht. Da fallen diese -25% weg, ich bleibe also weiter bei meinen 6%, habe also weiter hier – andersherum gerechnet, ist jetzt mathematisch nicht ganz richtig – ein Plus von 25% in den Erträgen.  Diese beiden Sachen zusammen, das ist die steuerliche Förderung, die ich erhalte, wenn ich eine vom Staat ausgesuchte Form wie z.B. Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge wähle.

Ob sich das jetzt mehr lohnt als die Kosten die damit verbunden sind, die wir in dem anderen Video-Blog besprochen haben – das ist individuell verschieden weil sich diese Steuersituation individuell ja sehr unterscheidet. Berechnen kann das unsere Software, die findest du unter diesem Link hier unter www.klarplus.com.  Probier es aus, was für Dich günstiger ist. In der Zwischenzeit: schreib uns Deine Themen, sag uns was Dich interessiert, auf welche Themen wir hier im Rahmen dieses Formats eingehen sollen; Like und Follow us auf Facebook und auf YouTube und ja, bis zum nächsten Mal.

7+1 Vorsätze zum neuen Jahr

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Same procedure as every year: Deine 7 Finanzthemen #2016 - Private #Finanzen
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Traditionell ändern sich mit dem Kalenderjahr auch viele Dinge im Bereich der Finanzen. 2016 passiert da eher wenig Besonderes. Zum Beispiel werden wie jedes Jahr die Beitragsbemessungsgrenzen im Bereich der Sozialversicherung steigen, Besserverdiener werden also wieder stärker zur Kasse gebeten. Auf der Habenseite stehen leichte Anhebungen bei Steuerfreibetrag und Kindergeld um Beträge, die Du wahrscheinlich kaum im Geldbeutel spürst.

All das passiert automatisch. Aber worum musst Du Dich kümmern, wo musst Du aktiv werden? KLAR+ zeigt 8 Themen auf, um die Du Dich kümmern solltest.

 

1. Versicherungen überprüfen

Falls Du es noch nicht getan hast: kündige Deine KFZ-Versicherung in 2015. Denn Dir geht es wahrscheinlich wie den allermeisten Bestandskunden: heimlich, still und leise heben die Versicherer die Beiträge für Dich an. Mit diesen Beiträgen werden Rabatte für Neukunden finanziert. Das Gute daran ist: mit der Beitragserhöhung hast Du ein Sonderkündigungsrecht bis zum 31.12.2015, kannst also immer noch den Versicherer für 2016 wechseln. Wenn Du kündigst oder zumindest damit drohst, räumen Dir viele Versicherer dann auch die Neukundenrabatte ein.

Ein ähnliches Prinzip verfolgen viele Versicherer mittlerweile auch bei den anderen Sachversicherungen, also Privathaftpflicht, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung. Diese Versicherungen haben eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, meistens bis zum Jahresende. Wenn die Beiträge hier nicht erhöht wurden bist Du also zu spät dran. Wenn Du noch wechseln wolltest, und Du hast den Zeitpunkt mal wieder verpasst: mach es jetzt, kündige für 2017. Dann kannst Du es nicht mehr vergessen.

 

2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) prüfen

Mit der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze wird auch der maximale steuer- und sozialabgabenfreie Beitrag zur Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge angehoben. 2015 waren das maximal 242 € im Monat, in 2016 werden es 248 € sein. Du kannst also 6 € mehr steuer- und sozialabgabenfrei sparen, netto merkst Du davon vermutlich gerade mal 3 € weniger im Portmonee. Manche Verträge erhöhen sich automatisch auf den Wert, das kannst Du auf Deiner Gehaltsabrechnung nachvollziehen. Wenn Du eine gute rabattierte bAV hast, solltest Du die Erhöhung mitnehmen.

 

3. Rebalancing

Gute Wertpapierportfolios halten sich in Ihrer Zusammensetzung an gewisse Ziele. Eine bestimmte Assetklasse, z.B. Aktien, sollte einen gewissen Anteil im Portfolio haben. So wird u.a. das Anlagerisiko bestimmt und gesichert. Wenn jetzt übers Jahr eine Anlageklasse im Vergleich zu den anderen Klassen besonders stark im Wert gestiegen ist, verschiebt sich dieses Verhältnis natürlich. Um die Zielstruktur wieder herzustellen, sollten daher regelmäßig Umschichtungen zur Anpassung gemacht werden, dabei spricht man von „Rebalancing“. Dies wird gerne zum Jahreswechsel gemacht, auch wenn man es theoretisch auch an jedem anderen Tag im Jahr machen kann. Solltest Du noch kein Termin für Dein Rebalancing festgelegt haben, mach es jetzt.

 

4. Steuer ID mitteilen

In 2016 zählt Dein Steuerfreibetrag nur noch, wenn er Deiner persönlichen Steuer ID zugeordnet werden kann. Teile Deiner Bank daher möglichst bald Deine Steuer ID mit (die Steuernummer mit den 11 Stellen). Dasselbe gilt für die Bezieher von Kindergeld: auch hier muss in 2016 die Steuernummer angegeben werden.

 

5. Krankenversicherung überprüfen

Der Jahreswechsel ist ein beliebter Zeitpunkt der Versicherer, um auch die Beiträge zur Krankenversicherung anzuheben.

Solltest Du privat versichert sein, lohnt es sich dann einmal mehr, einen Tarifwechsel beim selben Versicherer prüfen zu lassen. Gerade bei schon länger Versicherten kann es sein, dass sich insbesondere der eigene Tarif schlechter als andere Tarife der Gesellschaft entwickelt hat. Tarifinnovationen können dazu beitragen, dass neue Tarife mit einem sehr ähnlichen Leistungspaket sehr viel günstiger sind. Wichtig: bleib bei derselben Versicherung! Bei einem Anbieterwechsel fallen die Beitragsrückstellungen ganz oder in großen Teilen weg, das unbedingt vermeiden.

Auch als gesetzlich Versicherter werden Deine Beiträge in 2016 wahrscheinlich steigen. Experten sagen vorher, dass viele Kassen den individuellen Zusatzbeitrag erhöhen müssen, im Schnitt von 0,9 auf 1,1%. Dieser Mehrbeitrag geht voll zu Lasten der Arbeitnehmer, also Dir. Sollte Deine Kasse den Beitrag in 2016 erhöhen, überprüfe, ob es nicht günstigere Lösungen für Dich gibt.

 

6. Riesterantrag überprüfen

Bei Deinem Riestervertrag gibt es einen Beitrag den Du individuell sparen musst, damit Du die volle Riesterförderung für Deinen Vertrag bekommst, den sogenannten Mindesteigenbeitrag. Dieser Beitrag liegt bei 4% Deines letzten Jahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulage. Wenn Du jetzt weißt, wie viel Du 2015 sozialversicherungspflichtig verdient hast, kannst Du ausrechnen, wie viel Du in 2016 monatlich für die volle Förderung sparen musst. Die Formel lautet:

(Sozialversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen*4% – Zulage)/12

Die Zulagen liegen im Jahr bei 154 € für Dich und 185 € (vor 2008 geb.) bzw. 300 € (ab 2008 geb.) für jedes Kind, für das Du Kindergeld bekommst. Der Maximalbeitrag liegt bei 175 € mtl. Solltest Du mehr sparen ist das auch sehr gut, schließlich kannst Du die Beiträge von der Steuer absetzen. Vergiss nicht, Deinen Zulagenantrag zu ändern, falls sich Dein Familienstatus geändert hat.

 

7. Kosten sparen, z.B. das Rauchen aufgeben

Gut, das ist jetzt keine revolutionäre Idee. Aber viele Änderungen in der Lebensführung haben auch Einfluss auf Deine finanzielle Situation. Überlegen, ob Du wirklich schon genug sparst und worauf Du ggf. einfach verzichten kannst. Wie z.B. das Rauchen Deine finanzielle Unabhängigkeit verhindert zeigt Dir der Finanzwesir in seiner unnachahmlichen Art.

 

7+1. Event planen

Geld soll aber auch glücklich machen. Es ist wie bei jeder Diät: Nur sparen ist nicht lange durchzuhalten. Ab und zu muss man sich auch mal etwas gönnen. Dabei macht Geld ausgeben unterschiedlich glücklich. Die Forschung zeigt: verzichte auf Status und dessen Symbole, investiere in Erlebnisse. Tu etwas für Dich und Dein Lieben, an dass Ihr euch noch lange erinnern könnt und wollt. Das macht Euer Leben reicher.

Also, leg los und finde das Event für 2016, dass Dich ganz bestimmt glücklich macht!

Falls Du glaubst, wir haben noch etwas vergessen, schreib es einfach in die Comments a la „2016 muss ich mich auf jeden Fall um _____________ kümmern.“

In diesem Sinne:

 

Einen guten Rutsch und frohe Festtage wünscht Dir

Das KLAR+ Team

 

 

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Finanzen für Azubis und Studenten

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Immer eins nach dem anderen: Die Top 6 Punkte für #Studenten und #Azubis bei den Privaten #Finanzen
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Dieser Blogpost richtet sich direkt an Azubis und Studenten: Was sollen sie mit Ihren ersten Überschüssen am Monatsende anfangen? KLAR+ erklärt die Reihenfolge, an die sie sich bei der Finanzplanung halten sollten. Wir halten uns dabei an die Empfehlungen der DIN (Deutsche Gesellschaft für Normung).

1. Grundabsicherung

Bei Versicherungen heißt es häufig, man solle vorsichtig sein, sich nicht überversichern. Trotzdem gibt es einige wenige Absicherungen die so wichtig sind, dass Du möglichst früh und noch vor dem Sparen mit Ihnen anfangen musst. Sie bilden die Basis für Deine individuellen Ziele. Wenn Du näheres zu den hier aufgeführten Versicherungen wissen willst, z.B. welche Kriterien die Bedingungen erfüllen sollten und was Sie so ca. kosten dürfen, schau in unsere Software.

1.1. Privathaftpflicht

Haftpflichtschäden sind schnell passiert: eine unbedachte Bewegung, und schon kannst Du jemanden anderes einen großen Schaden zugefügt haben. Besonders schlimm sind dabei Fälle, bei denen Personen dauerhaft Schäden davontragen.
Als Auszubildender oder Student bist Du häufig über die Privathaftpflicht Deiner Eltern gegen diese Schäden mit versichert. Voraussetzung dafür ist, dass Deine Eltern einen Familientarif in Ihrer Privathaftpflicht haben. Dann bist Du solange versichert, wie Du bei Deinen Eltern wohnst und Dich noch in der ersten Ausbildung befindest bzw. nicht älter als 25 bist. „Erste Ausbildung“ kann auch ein Studium nach einer Ausbildung bedeuten, z.B. ein BWL-Studium nach einer Lehre zum Bankkaufmann. Dann zählt auch das BWL-Studium zur ersten Ausbildung. Wenn Du allerdings das Berufsbild wechselt, also z.B. Architektur nach dem Bankkaufmann studierst, befindest Du Dich schon in der zweiten Ausbildung und bist damit nicht versichert. Spätestens mit Deinem ersten Master musst Du hier was tun und als erstes eine Privathaftpflichtversicherung abschließen.

1.2. Krankenversicherung

Als Auszubildender bist Du pflichtversichert, auch als Student hast Du Dich schon für eine Krankenversicherung entschieden. Das passt erst mal, der Bedarf ist gedeckt.

1.3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die letzte unbedingt notwendige Versicherung. Sie sichert das ab, in was Du gerade unheimlich viel investierst: Deine Arbeitskraft. Du investierst gerade in Deine Ausbildung um später damit ein gutes Einkommen zu erzielen. Das sind über die nächsten 40 Jahre insgesamt schnell zwischen 2 – 8 Mio. € Geldwert! Falls Du irgendwann nicht mehr arbeiten kannst und nicht dagegen abgesichert bist, ist Deine finanzielle Situation komplett im Eimer. Daher empfehlen alle Experten – „sogar“ die Verbraucherschützer – unbedingt einen Abschluss einer BU.
Leider musst Du dazu gesund sein. Denn bei Abschluss wird Dein Gesundheitszustand abgefragt. Wenn dann schon Kleinigkeiten vorgefallen und Du deswegen beim Arzt warst – z.B. nicht näher definierte Rückenschmerzen oder Prüfungsangst – ist das für die Versicherung ganz schnell ein Riesenthema – sie vermutet z.B. ein aufziehenden Bandscheibenvorfall oder eine psychische Instabilität. Damit bist Du raus und kannst Dich nicht mehr (komplett) versichern.
Daher solltest Du Dich heute versichern, solange Du jung und gesund bist. Wenn Du die Versicherung erst mal hast, sind neue Krankheiten egal. Die Versicherung muss bis zum Ende Deiner Lebensarbeitszeit, also bis 65 o. 67 abgeschlossen. Versichert wird Dein angestrebter Beruf bzw. Deine Ausbildung und Dein derzeitiges Einkommen. Das ist zwar für den Moment eigentlich zu viel, aber Du schließt die Versicherung ja ab, um einen Fuß in der Tür, also die Gesundheitsprüfung hinter Dir, zu haben. Später kannst Du dann die Rente mittels Dynamiken und Erhöhungen zu objektiven Ereignissen (z.B. Heirat, Kinder usw.) an Dein wachsendes Einkommen anpassen. Diese Option musst Du Dir möglichst früh sichern.

2. Sparen

Erst wenn Du die Absicherung erledigt hast, macht Sparen wirklich Sinn. Erst wenn die kurzfristigen Gefahren abgedeckt sind, kannst Du langfristig planen. Das gilt auch für die verschiedenen Themen der Geldanlage.

2.1. Dispo/Konsumkredite zurückzahlen

Dispo- oder Konsumkredite haben immer hohe Zinsen die auch noch garantiert von Dir zurückgefordert werden. Diese Kombination aus „Sicherheit“ und Zins bekommst Du in der Geldanlage – noch dazu nach Steuern – einfach nicht hin. Zahle daher die Kredite als Erstes zurück. So schnell wie möglich.

2.2. Liquiditätsreserve aufbauen*

Für den Anfang ist ein Nettogehalt als Notreserve in Ordnung. Diese dient dazu, dass Du nicht direkt wieder ins Minus rutscht, wenn etwas Unerwartetes passiert, z.B. Dein Auto kaputt geht. Wenn Du ein eher vorsichtiger Typ bist, kannst Du die Reserve auch erhöhen, mehr als 3 Nettogehälter sollten es aber meistens nicht sein. Es sei denn, Du weißt schon, dass da etwas Bestimmtes in den nächsten 1-2 Jahren auf Dich zu kommt: das kann z.B. Dein Auszug von zu Hause sein, ein Auslandsaufenthalt, die Bafög-Rückzahlung usw. Die dadurch zu erwartenden Beträge rechnest Du einfach auf Dein „Wunschpolster“ drauf.

2.3. andere Ziele, Altersvorsorge

Erst jetzt lohnt es sich, längerfristig zu sparen. Dabei ist erst mal egal, für welchen Zweck das ist. Wichtig ist, dass Du eine langfristige Investitionsform nutzen kannst mit einem Anlagehorizont von über 10 Jahren. Aktien sollten auf jeden Fall dabei sein, nur dann bekommst Du die notwendige Rendite hin. Wenn Du schon etwas für die Altersvorsorge tun willst, nimm die jährlichen Förderungen mit. Die gehen Dir sonst verloren. Achte aber darauf, flexibel zu bleiben. Du weißt nicht, wann Du nach der Ausbildung einen Job bekommst oder ob Du Dich noch mal beruflich neu orientierst. Daher sollten die Beiträge nicht zu hoch sein bzw. solltest Du Versicherungslösungen wegen der Kostenstruktur vorerst meiden.
Wenn Du planst, Angestellter zu bleiben und keinen Kammerberuf (Arzt, Anwalt, Architekt etc.) anstrebst, kannst Du z.B. schon mal die Riesterförderung durch einen Riesterfondssparplan mitnehmen. Du hast ein niedriges Einkommen und damit einen niedrigen Mindestbeitrag, da ist die Grundzulage 154 € im Jahr wahrscheinlich schon mal ein ordentlicher Zuschuss. Durch Deinen frühen Start kann der Zineszinseffekt hier gut wirken.
Für andere Sachen zu sparen wie z.B. ein Eigenheim oder so ist aber auch ok. Hauptsache, Du gewöhnst Dich schon mal ans Sparen. Denn wenn Du Dich erst mal ein gewisses Ausgabenniveau im Lebensstandard erreicht hat, ist es wahnsinnig schwer, das wieder zu senken. Welche Sparform für Dich und Dein Ziel am besten ist, rechnet Dir auch unsere KLAR+ Software aus.

KLAR+ Fazit: Mit diesen 6 Schritten bist Du auf jeden Fall erst mal gut aufgestellt. Fang oben an und setzte die Sachen um solange wie Dein Geld reicht. So kannst Du es schaffen, schon heute eine gute Grundlage für den Rest Deines finanziellen Lebens zu legen.

 

*Aus dem Prinzip „erst kurzfristig absichern um dann langfristig zu sparen“ weichen wir hier in der Reihenfolge von der DIN Spec ab.

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