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Riester oder BAV? Oder sogar beides?

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Was ist besser: #Riester oder #BAV?
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Viele Angestellte stehen irgendwann vor der Grundsatzfrage: wie soll ich für mein Alter vorsorgen? Sozusagen als „Standardlösung“ werden da oft die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersvorsorge (BAV) als Antwort angeboten. Steuerlich werden beide ähnlich behandelt: sie sind heute zu 100 Prozent absetzbar, müssen im Alter zu 100 Prozent besteuert werden. Beide Formen müssen unabhängig von der Geldanlage mindestens die Auszahlung der Beiträge garantieren. Wir haben für Dich gecheckt: Was ist die bessere Lösung? Wofür sollst Du Dich entscheiden?

 

1. Sozialabgaben bei Riester und BAV

Steuerlich mögen beide Modelle ähnlich sein, in Hinsicht auf die Sozialabgabenpflicht sind sie grundverschieden.

Riester: Weil die Beiträge zum Riester schon aus „verbeitragtem“ Nettoeinkommen kommen, ist die Rente im Alter frei. Das lohnt sich besonders, wenn Du pro Jahr mehr als 74.400 Euro brutto verdienst. Für Einkommen über dieser Höhe musst Du keine Sozialabgaben mehr zahlen. Du könntest also beim Einzahlen sowieso keine Sozialabgaben sparen, kriegst beim Riester aber trotzdem die staatliche Förderung.

BAV: Bei der BAV, die sozialabgabefrei eingezahlt wird, muss die Rente mit Sozialabgaben belegt werden.

Wenn Du weniger als 74.400 Euro netto im Jahr verdienst, gleicht sich der Einzahlungs-Vorteil mit dem Auszahlungs-Nachteil mehr oder weniger aus: Zwar kannst Du heute Deine Sozialbeiträge sparen (ca. 20 Prozent), da Du aber im Alter den Krankenkassenbeitrag alleine zahlen musst (derzeit ca. 15,6 Prozent), ist der Vorteil recht klein. Zudem verlierst Du durch die geringeren Einzahlungen in die gesetzliche Rente Rentenansprüche. Das ist zwar nicht viel, reicht aber, um den Vorteil wieder ganz zunichte zu machen.

Verdienst Du mehr als 74.400 € Jahresbrutto, zahlst Du die BAV aus Gehalt, das ohnehin nicht mehr mit Sozialabgaben belegt ist. Trotzdem wird die Rente im Alter mit Beiträgen zur GKV belegt. Hier ist dann der Riester klar im Vorteil (s. oben).

Solltest Du dagegen schon heute wissen, dass Du mittelfristig in die private Krankenversicherung wechseln willst, bietet die BAV einen zusätzlichen Gewinn. Heute musst Du für die Einzahlungen keine Beiträge zur Gesetzlichen leisten und im Alter fällt die Beitragspflicht durch die PKV ohnehin weg.

Kombination: Daher empfiehlt es sich auch nicht, die beiden Förderungen zu kombinieren und die Riester-Förderung in die BAV einzuzahlen. Mal ganz abgesehen davon, dass man hiermit eine Fördersumme verschenkt, muss man die Erträge der Riester-Förderung dann auch im Alter mit Sozialabgaben belegen.  Im Alter ist das der volle Beitragssatz zur Krankenversicherung von 14,6% + Zusatzbeitrag.

 

2. Zuschüsse durch den Staat

BAV: Hier ist die BAV im Vorteil – wenn der Arbeitgeber mitmacht. Dieser spart ja auch Sozialabgaben, wenn Du in die BAV einzahlst. Gibt er diesen Beitrag oder noch mehr an Dich weiter, lohnt sich die BAV deutlich stärker. Grundsätzlich gilt: immer wenn der Arbeitgeber etwas zusätzlich zahlt, lohnt es sich, es mitzunehmen!

Riester: Beim Riester gibt es dagegen die Zulagenförderung. Wenn Du viele Kinder hast oder planst, dann fährst Du vermutlich besser mit den Zulagen. Je nach Steuersatz ist das spätestens bei drei Kindern der Fall, die in 2008 oder später geboren worden sind.

 

3. Kosten im Vergleich

Ähnliche Situation: Sowohl bei Riester als auch bei der BAV ist es besonders wichtig, auf eine niedrige Kostenbelastung zu achten. Bevor Du abschließt, solltest Du Dir die Kosten genau dokumentieren lassen und Sie mit anderen Lösungen vergleichen.

Riester: Bei Riester gibt es Riesterfondssparpläne, die grundsätzlich eine bessere Kostenstruktur haben als Versicherungen. Am besten sind aber sogenannte Honorartarife, die ganz auf Provisionen verzichten. Riester ist ein Privatvertrag. Den kannst Du individuell abschließen und die Kosten gut steuern.

BAV: Bei der BAV ist es häufig so, dass auf Grund eines Rahmenvertrags die einzelnen Verträge günstiger in den Kosten sind (so etwas wie ein „Mengenrabatt“ vom Vermittler). Das ist aber kein Muss! Ein Nachteil allerdings: Häufig gibt es keine andere Lösung in der BAV, als den bestehenden Rahmenvertrag im Unternehmen. Ist dieser günstig – Glück gehabt. Wenn nicht, ist Riester hier flexibler.

 

4. Flexibilität bei Riester und BAV

BAV: Eine Einmalauszahlung des Guthabens ist möglich. In der Praxis ist diese Option aber eher unwahrscheinlich, da die Steuerbelastung hier sehr schnell sehr hoch wird. Eine Auszahlung als Rente ist hier ratsam. Probleme gibt es aber, wenn z.B. durch Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder Selbständigkeit die Gundlage für die Förderung wegfällt. Hier ist die BAV nicht flexibel.

Riester: Eine komplette Einmalauszahlung ist nicht möglich. Dafür kann das Kapital für das Eigenheim eingesetzt werden. Im konkreten Fall kann das Guthaben entweder als Eigenkapital für eine Immobilienfinanzierung entnommen werden oder mit der Auszahlung wird zum Rentenbeginn ein noch laufendes Darlehen abgelöst. Gerade für das Modell der Verwendung als Eigenkapital eignen sich aber andere Sparmodelle mehr, z.B. ein Banksparplan oder Bausparvertrag. Diese Art der Flexibilität ist also nicht so wichtig.

Der Riester ist jedoch während der Elternzeit im Vorteil. Bei gemeinsamer steuerlicher Veranlagung und bei einem gut verdienenden Partner macht sich die Förderung auch weiterhin bemerkbar.

 

5. Komfort in der Verwaltung

BAV: Ein großer Vorteil bei der BAV ist die Tatsache, dass die Einzahlungen direkt vom Arbeitgeber in die Direktversicherung oder die Pensionskasse eingezahlt werden. Das ist für Dich natürlich sehr komfortabel. Du erhältst die Förderung, ohne selbst viel Papierkram erledigen zu müssen. Das ändert sich aber beim Arbeitgeberwechsel. Die BAV muss auf den neuen Arbeitgeber umgeschrieben werden. Da Du ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge hast, ist das grundsätzlich möglich. Allerdings besteht manchmal nur die Möglichkeit, Deinen bestehenden Vertrag in den Rahmenvertrag Deines neuen Arbeitgebers einzufügen – egal, ob dieser attraktiv ist oder nicht. Das ist einerseits mit Papierkram verbunden, andererseits weißt Du natürlich heute nicht, wie die Konditionen bei Deinen zukünftigen Arbeitgebern aussehen.

Riester: Beim Riester dagegen muss jedes Jahr eine Steuererklärung gemacht werden und auch der Dauerzulagenantrag überprüft werden. Nur so kommst Du auch regelmäßig in den Genuss der Förderung, die dann auch entsprechende zeitverzögert eintritt. Hier musst Du zumindest für eine gewisse Zeit Deinen Vorteil vorfinanzieren. Beim Arbeitgeberwechsel ist der Riester-Vertrag dagegen im Vorteil. Als Privatvertrag läuft dieser einfach so weiter, wie bisher.

 

KLAR+ Fazit:

Eins ist klar: BAV und Riester sind beides gute Lösungen. Im Normalfall stehen sie für Dich an erster und zweiter Stelle bei der staatlich geförderten Altersvorsorge. Wir vergleichen hier also Silber und Gold.

Bei der BAV kommt es immer darauf an, wie sie konkret beim Arbeitgeber ausgestaltet ist. Bietet sie attraktive Konditionen mit niedrigen Kosten und hoher Förderung, ist sie wahrscheinlich die bessere Lösung. Das gilt vor allem dann, wenn Du später in die private Krankenversicherung wechseln willst und wenige Auszeiten oder Arbeitgeberwechsel planst. Mit Riester bist Du flexibler, und Du hast den Vorteil der Zulagen.

Kurz gesagt: Bist Du zu Hause der Hauptverdiener, kommt wahrscheinlich eher die BAV in Frage. Als Zweitverdiener und eventuell Familienmanager/in empfehlen wir Dir eher Riester. Wenn Du mehr als 74.400 Euro brutto im Jahr verdienst, brauchst Du vermutlich ohnehin beide Lösungen, um die Rentenlücke zu schließen.

Detailliert ausrechnen kannst Du die beiden Lösungen mit unserer Software KLAR+. Sie hilft Dir, die für Dich lukrativere Lösung zu finden. Oder hast Du Dich schon entschieden? Schreib uns, wieso Du Dich für das eine oder andere  entschieden hast!

 

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Entgeltumwandlung – wie aus 50 € netto 100 € Beitrag werden

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#Entgeltumwandlung - wie aus 50 € netto 100 € Beitrag werden. #BAV #Altersvorsorge
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Wie funktioniert die Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge? Wie können aus 50 € plötzlich 100 € Beitrag werden? Und wieso wird das sogar noch mehr? Alexander zeigt euch, was da genau passiert.

Transkript: Entgeltumwandlung in der BAV

Hallo zusammen und willkommen zurück zu KLAR+, Private Finanzen. Ganz einfach. Heute zu dem Thema Entgeltumwandlung. Entgeltumwandlung ist ein Thema wo ich in den 12 Jahren Beratungserfahrung festgestellt habe, dass das vielleicht nicht ganz so einfach zu verstehen ist. Deshalb heute noch mal ein Video dazu um euch zu helfen, das Video zu verstehen.
Entgeltumwandlung bedeutet es, wenn ich aus meinem Entgelt als Angestellter, also meinem Lohn, Geld in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen möchte, in eine Direktversicherung oder Pensionskasse. Deswegen haben wir beim Thema Entgeltumwandlung auf jeden Fall einen Arbeitnehmer. Dieser Arbeitnehmer ist in unserem Beispiel mal in Steuerklasse I und verdient ungefähr 3000 € Brutto monatlich.
Davon gehen jetzt Steuer ab. Und zwar Einkommenssteuer, Kirchensteuer, wenn es sie denn gibt und auf jeden Fall den Soli. Und wir haben Sozialabgaben. Das sind in diesem Falle die Gesetzliche Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Die wollen alle Ihr Geld. Und das sind bei der Steuer pro Monat 503 €, und bei den Sozialabgaben jeden Montag 620 €. Wenn man das zusammenrechnet kommt man dann auf das Netto, das sind nach Adam Riese dann 1877 € mtl. So weit, so bekannt, so ist das in jeder Gehaltsabrechnung der Fall.
Was ist jetzt besonderes, wenn jetzt die Betriebliche Altersvorsorge genutzt wird. In der betrieblichen Altersvorsorge, also der Entgeltumwandlung, nehmen wir mal an, der Nutzer hier zahlt 100 € in eine Direktversicherung. Wenn er das tut sinkt das zu versteuernde Bruttoeinkommen, das Einkommen, das mit Sozialabgaben belegt werden muss auf 2900 € mtl. Das hat natürlich auch zur Folge, das weniger Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Das sind dann nur noch 473 € Steuern und nur noch 600 € Sozialabgaben. So das wir hier insgesamt auf ein Netto von 1827 € kommen. Und wenn man das jetzt vergleicht hier 100 € in die Direktversicherung eingezahlt und nur 50 € weniger netto, dann wird klar, dass das Spass machen kann. Das ist hier schon mal ein riesen Hebel. Wenn man jetzt vom Netto aus geht bei 50 € Beitrag denkt man vielleicht, wie kann das sein, von 50 € zu 100 € Beitrag bei nur 20 % Steuern, aber wenn man es anders herum angeht, von den 100 € Bruttobeitrag ins netto, dann gliedert sich das alles auf. Also, aus den 50 € netto werden so 100 € Beitrag.
Aber das ist nur die erste Hälfte, nämlich die Hälfte des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber spielt hier auch eine Rolle. Wir gehen mal davon aus, dass ihr einen netten Arbeitgeber habt, denn der hat ja auch Kosten in Form von Sozialabgaben. Sozialabgaben in Höhe von 19,9% im Monat und d.h. wenn er euch 3000 € monatliches Gehalt zahlt hat er im Grunde kosten in Höhe von 3597 €. Und wenn sich das jetzt reduziert, deswegen weil ihr nur noch 2900 € Gehalt habt, auf Kosten von insgesamt 3577 € dann sind hier noch mal 19,90 € wir runden jetzt mal auf 20 €, die der Arbeitgeber Plus hat. Wir gehen mal wie gesagt davon aus, dass ihr einen netten Arbeitgeber habt denn der wirft das dann zusammen und das macht dann insgeamt 120 € Beitrag für die Direktversicherung bei 50 € Nettoverlust. Das sich das lohnt, dass das Spass macht, ich denke, das ist relativ offensichtlich.
Nichtsdestotrotz, nicht vergessen: die Erträge aus der Direktversicherung und Pensionskasse müssen dann in der Rente vollversteuert werden. Das kommt also noch. Trotzdem lohnt sich das meistens, schon allein deswegen weil man hier in dem Modell Beiträge vom Arbeitgeber bekommt, die man sonst nicht bekommen hätte.
Gut ich hoffe, die Rechnung hat euch noch mal gezeigt, wie das mit der Entgeltumwandlung funktioniert und sie hat euch geholfen. Wenn ja, dann Like und Follow uns auf Facebook oder Twitte oder auf Youtube und helft uns bitte, schreibt uns die Themen, die euch interessieren. Damit wir auch wissen was euch interessiert und wir das nächste Video entsprechend aufsetzen können. In der Zwischenzeit rechnet euch aus, was bei der Entgeltumwandlung mit den verschiedenen Vorsorgeformen für Euch dabei rauskommen würde, mit Hilfe der KLAR+ Software. Dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Nachgelagerte Besteuerung – Steuern in der Altersvorsorge

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Wie hilft die nachgelagerte Besteuerung bei der #Altersvorsorge? #Abgeltungsteuer
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Wie funktioniert eigentlich die nachgelagerte Besteuerung? Und welche anderen Steuervorteile gibt es in der staatlich geförderten Altersvorsorge? Das folgende Video erklärt es am Beispiel eines „Eckrentners“.

Transkript:

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von Klar+ Private Finanzen Ganz einfach. Heute will ich euch nach 12 Jahren Beratungserfahrung ein Thema näher bringen das ganz wichtig ist zu dem Verständnis der ganzen Altersvorsorgethematik, nämlich wie fördert denn der Staat die Altersvorsorgeprodukte? Das macht er über Steuern, insbesondere die nachgelagerte Besteuerung und die will ich euch heute näher erklären, damit ihr das auch optimal für eure persönliche Altersvorsoge ausnutzen könnt.

Um das zu verstehen, müssen wir wissen das Altersvorsorgeverträge im Grund in drei Phasen aufgebaut sind: erstens gibt es die Phase der Einzahlung, in der ich Beiträge in den Vertrag spare, diese Beiträge verzinsen sich dann, es kommen zweitens die Erträge, das überschneidet sich natürlich, und genauso überschneidet sich die Phase der Erträge mit der drittens Auszahlung, wo das Guthaben wieder an mich ausgezahlt wird. Das Grundprinzip der nachgelagerten Besteuerung ist schlicht und einfach, dass ich die Einzahlungen, die ich tätige, steuerlich befreit tätigen kann. Ich kann sie also steuerlich absetzen, dafür muss ich die Auszahlung dann versteuern; die Steuerlast wird also von hier nach hier verschoben.

Jetzt stellt sich dann die Frage, wo ist denn der Vorteil? Worin liegt denn da die Förderung? Und das hat etwas damit zu tun, dass in Deutschland das Grundprinzip gilt das jemand der mehr verdient, mehr Steuern zahlen muss als jemand der weniger verdient. Dadurch, dass wir in der Einzahlphase ein höheres Gehalt haben werden, werden wir mehr Steuern zahlen, als in der Auszahlphase, wo wir nur die Rente bekommen.

Das können wir uns ganz einfach an einem Beispiel angucken. Nehmen wir mal jemanden, der 35.000 € im Jahr verdient. Wieso 35.000 €? 35.000 € ist das Durchschnittseinkommen ungefähr in Deutschland im Jahr 2014 und von diesen 35.000 € nehmen wir jetzt mal an, dass diese Person Altersvorsorge betreiben möchte und sie zahlt jetzt 1000 € im Jahr in einen geförderten Vertrag ein. Diese 1000 € muss die Person nicht mehr versteuern, das ist ja steuerbefreit. Sie hat wahrscheinlich schon über Ihr Gehalt Steuern gezahlt, d.h. sie hat zu viel Steuern gezahlt und kriegt vom Staat über die Steuererklärung 33% zurück. 33% plus kommen hier bei raus. Wenn es also 1000 € Beitrag waren, kann man also sagen, kriegt er über die Steuererklärung wieder 330 € raus. Das ist schon mal eine ganz gute Rendite. Und diese 1000 € werden dann ins Alter verschoben, über die Phase der Erträge hinweg wird damit eine Rente aufgebaut. Unsere Person mit dem durchschnittlichen Einkommen bekommt dann auch eine durchschnittliche Rente, das ist der sogenannte „Eckrentner“ den es in der Deutschten Rentenversicherung gibt. Ein Eckrentner bekommt im Jahr 13.848 € Rente raus. Wenn ich da die 1000 € angelegt habe und eine zusätzliche Rente von 3000 € rauskommen, da muss ich dann jetzt Steuern drauf zahlen, als Eckrentner, und diese Steuern liegen dann ungefähr bei 21% die mir hier abgezogen werden. Man sieht: weniger Einkommen, deswegen weniger Steuerlast. Und man sieht durch diese Steuerverschiebung einen Vorteil von 12%. Das ist der Vorteil der nachgelagerten Besteuerung, hier illustriert an einem Eckrentner.

Die Altersvorsorge hat aber noch einen zweiten Vorteil, und zwar hat das was mit der Phase der Erträge zu tun. Normalerweise ist das ja so, das von den Erträgen, wenn ich jetzt mal davon ausgehen, dass ich nach Kosten ungefähr 6% erwirtschaften kann, dass dann der Staat kommt und sagt – jaa, von Deinen Erträgen wollen wir aber die Abgeltungssteuer haben. Das sind dann 25% sogar eigentlich plus Kirche plus Soli, die vernachlässigen wir jetzt mal, weil wir auch den Sparerfreibetrag vernachlässigen, in der Altersvorsorge rechnen wir mit so großen Summen, dass der hier keine Rolle spielt – aber minus 25% bedeutet, das hier im Grunde nur noch 4,5% bei rauskommen. Das gilt bei allen normalen Sparverträgen, bei Aktienfonds, bei Banksparplänen, beim Tagesgeld. Bei allem was mit der Altersvorsorge zu tun hat, da gilt das nicht. Da fallen diese -25% weg, ich bleibe also weiter bei meinen 6%, habe also weiter hier – andersherum gerechnet, ist jetzt mathematisch nicht ganz richtig – ein Plus von 25% in den Erträgen.  Diese beiden Sachen zusammen, das ist die steuerliche Förderung, die ich erhalte, wenn ich eine vom Staat ausgesuchte Form wie z.B. Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge wähle.

Ob sich das jetzt mehr lohnt als die Kosten die damit verbunden sind, die wir in dem anderen Video-Blog besprochen haben – das ist individuell verschieden weil sich diese Steuersituation individuell ja sehr unterscheidet. Berechnen kann das unsere Software, die findest du unter diesem Link hier unter www.klarplus.com.  Probier es aus, was für Dich günstiger ist. In der Zwischenzeit: schreib uns Deine Themen, sag uns was Dich interessiert, auf welche Themen wir hier im Rahmen dieses Formats eingehen sollen; Like und Follow us auf Facebook und auf YouTube und ja, bis zum nächsten Mal.

Kosten von Renten- und Lebensversicherungen

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#Kosten bei #Rentenversicherungen - wie kann ich bei #Riester, #Rürup und Co. viel Geld sparen?
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Welche Kosten gibt es bei (fondsgebundenen) Renten- und Lebensversicherung, also auch bei Riester, Rürup und Co.? Im neuen Format klärt Alexander auf, welche Kosten anfallen und wie man sie zumindest teilweise umgehen kann. Viel Spass beim zuschauen!

Transkript: Kosten von Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Hallo, hier ist wieder Alexander von KLAR+, Private Finanzen Ganz einfach. Heute mit dem Thema, Kosten von Renten- und Lebensversicherungen. Wo kommen die Kosten her? Wie hoch sind sie? Wie beeinflussen sie dein Ergebnis und wie wirst Du sie los? Wie kannst Du, wenn du den Vertrag richtig beeinflusst und abschliesst über 100.000 € sparen bei den richtigen Verträgen. Das alles sage ich Dir – Informationen, die Du normalerweise von Deinem Versicherungsvermittler nicht bekommst.

Lass uns Anfang. Es handelt sich um einen Sparvertrag, da legt jemand Geld an, also gibt es Geldanlagekosten. Die Kosten können an eine Geldanlagegesellschaft weitergereicht werden oder bei der Versicherung verbleiben, je nachdem was für ein Vehikel gewählt wird, sind die Kosten unterschiedlich. Die günstigsten Vehikel sind die ETFs, Exchange Traded Funds, die mit 0,1% Kosten verursachen. Die teuersten Varianten sind wahrscheinlich Vermögensverwaltungen, die in manchen Versicherungen als Voreinstellung als erstes empfohlen werden, und leider ist es so, dass die teuren Vermögensverwaltungen eher ein schlechteres Ergebnis als die ETFs erreichen. Deswegen ist hier eine Stellschraube für die Kosten. Wir rechnen jetzt erst Mal mit 1,5% Kostensatz, dass ist auch das, was ein normaler Aktienfonds eben im Schnitt kostet.

Der zweite Kostenpunkt den wir haben, ist der Kostenpunkt, der auf jeden Fall bei der Versicherung bleibt, nämlich die Mantelkosten. Das sind die Kosten für die Leute die den Versicherungsvertrag berechnet haben aber auch der zweite Teil für die Vertriebler, die ihn Dir vermittelt haben, damit die am Telefon bleiben, wenn Du anrufst. Das sind ungefähr 0,7% die hier jährlich abgezogen werden. Normalerweise ist das aufgeteilt in einen fixen und einen variablen Anteil, wie bleiben jetzt bei dem variablen Anteil, das Ergebnis ist im Endeffekt dasselbe.

Und dann haben wir das noch die Vertriebskosten. Das sind die Kosten, die am meisten diskutiert wurden. Das ist die Provision für den Vermittler und in der Vergangenheit war das sehr viel, dass konnten bis zu 7% der Beitragssumme sein. Das ist jetzt reduziert worden, auch auf Druck vom Gesetzgeber auf einen Satz von 2,5% der Beitragssumme. Beitragssumme, was das ist erkläre ich gleich. Wichtig ist auch, dass diese Kosten am Anfang der Vertragslaufzeit abgezogen werden.

Wie wirkt sich das jetzt konkret aus? Das zeige ich Dir an einem Beispiel, nämlich an einem Vertrag der über 35 Jahre läuft, also ein Altersvorsorgevertrag. Und wir gehen jetzt mal davon aus, dass du da 250 € im Monat investierst. Das Ergebnis ändert sich dann entsprechend. Also, 250 €, 35 Jahre, das ist ein satter Altersvorsorgevertrag, aber das ungefähr die Summe von dem, was viele von uns sparen. Wenn wir jetzt langfristig sparen können wir auch mit vielen Aktien sparen, sollten wir auch mit vielen Aktien sparen, und kommen eben im Schnitt, wenn es normal läuft, ohne Kosten kämen wir auf 8% Performance, also auf 577.000 € Ablaufsumme. Das wäre das, was du rausbekommst, wenn es keine Kosten gäbe.

Nur gibt es die aber, wie wir gerade gesehen haben. Deswegen ziehen wir als erstes die  Geldanlagekosten ab. Wir kommen dann, bei einem Schnitt von 1,5% auf 6,5% und einem Ergebnis von 402.000 €. Das heißt hier gehen schon mal 175.000 € runter. Nächster Schritt, das sind die Mantelkosten, die Verwaltungs- und Bestandskosten der Versicherung, da sind wir dann noch bei 5,8%.  Und das Ergebnis liegt dann bei 341.000 €.  So und der letzte Kostenblock, die Vertriebskosten, da ist es eben so, dass die in den ersten 5 Jahren abgezogen werden. 2,5% der Beitragssumme das sind 250 € Beitrag im Monat, im Jahr sind das 3000 € über 35 Jahre sind das 105.000 € Beitragssumme. Davon 2,5% sind 2625 und die werden auf 5 Jahre verteilt. D.h. in den ersten fünf Jahren werden jedes Jahr über 500 € von Deinen Beiträgen abgezogen. D.h. Du zahlst 12 Monate ein, aber nur das Geld von 10 Monaten kommt an. Und das hat natürlich den Nachteil das die Verträge sich am Anfang nicht gut entwickeln und das hat den Nachteil, dass wenn ich dann hier an diesem Punkt bin, dass es sich dann überhaupt nicht mehr lohnt den Vertrag zu kündigen oder sonst irgendwas zu ändern. Wenn sich dann meine Lebenssituation verändert, wenn ich jetzt dann da aussteige, habe ich ein riesen Verlustgeschäft gemacht. Da ist das Problem an diesen frontgeladenen Vertriebskosten. Wenn die dann erst mal beglichen sind, dann erledigt sich das, und der Vertrag läuft dann im Grunde mit der selben Performance und der Vertrag kommt dann auf eine Gesamtsumme von 324.000 €, so ja, durch die 2,5% der Beitragssumme. 324.000 € also von 577.000 € auf 324.000 € das sind die Auswirkungen der Kosten die da insgesamt abgezogen werden und das ist schon satt, das was an den verschiedenen Quellen eben in der Geldanlage, der Versicherung hängen bleibt.

Gut. Was kannst Du jetzt dagegen machen. Du kannst vor allem, und das geht eben auch bei bestehenden Verträgen, die Geldanlagekosten reduzieren. Hier die 175.000 € in dem Beispiel, die kannst Du eben minimieren in dem Du eben in die kostengünstigeren aber genauso erfolgreichen ETFs umschichtest, so dass Du hier schon mal wesentlich mehr herausbekommst. Wenn Du neue Verträge abschließt kannst Du natürlich darauf achten, dass es keine Vertriebskosten gibt, durch Direktversicherungen,  dass es möglichst Verwaltungskosten, Mantelkosten durch provisionfreie Versicherungen.  Die gibt es mittlerweile alle im Internet und das rate ich Dir ganz klar.

Die Frage ist, wieso solltest Du überhaupt Versicherungen abschliessen, was ist das besondere an Renten- und Lebensversicherungen. Das besondere an Rentenversicherungen ist, dass sie an vielen Stellen steuerlich gefördert werden. Riester-Rente, Basis-Rente, betriebliche Altersvorsorge. Das sind alles Rentenversicherungen die eben steuerlich oder anderweitig geförderte werden, weswegen es sich dann doch lohnt, sie abzuschliessen. Ob das für dich gilt, das kannst Du Dir ausrechnen, mit unserem Rechner, der KLAR+-Rechner, den findest Du auf der klarplus.com-Website. Du kannst Dir auch das Video zur nachgelagerten Besteuerung angucken, was Du hier auf dem Kanal findest, und da wirst Du heraufinden ob diese Form mit der staatlichen Förderung für Dich günstiger ist oder ob Du andere Formen der Geldanlage für Dich wählen solltest.

In der Zwischenzeit „like“ uns auf Facebook, abonniert den Kanal hier und dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Rürup Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung – eine sinnvolle Kombination?

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ID-100329337
#Rürup Rente + #BU bringt finanzielle Vorteile. Aber brauche ich eine #Rürup-Rente?
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Wenn Du Dich schon einmal zum Thema Berufsunfähigkeit hast beraten lassen, hast Du ihn wahrscheinlich schon einmal gehört: Den Vorschlag, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit einer Rürup Rente zu kombinieren. Das soll vor allem Ersparnisse bei der Steuer bringen. Aber sind es diese Ersparnisse wert, sich für fast sein gesamtes Erwerbsleben auf eine Vertragskombination festzuschreiben? KLAR+ geht der Sache auf den Grund.

 

1. Das System – wie funktioniert die Koppelung?

Die Beiträge zu einer Rürup- oder Basis-Rente kann grundsätzlich jeder Steuerzahler in Deutschland von der Steuer absetzen. Dasselbe gilt für Beiträge zu Zusatzversicherungen. Die Grundidee besteht also darin, die BU nicht alleine, sondern im selben Vertrag wie die Basis-Rente abzuschließen. Dann können die Beiträge zur BU auch steuerlich abgesetzt werden. Einfacher gesagt: Eigentlich möchtest Du nur eine günstige BU, für einen Steuervorteil kaufst Du aber noch eine Rürup-Rente mit ein.

 

2. Nachteile

Allerdings musst Du damit auch andere Nachteile akzeptieren:

Die Rürup- oder Basis-Rente kann eine gute Altersvorsorge sein. Andere Varianten wie Riester-Fondssparplan oder eine Direktversicherung als Betriebliche Altersvorsorge sind aber meistens lukrativer und flexibler. Schöpfst Du diese Möglichkeiten schon jetzt aus oder willst das in Zukunft zusätzlich tun? Dann überprüfe zum Beispiel mit Hilfe von KLAR+, ob diese Varianten nicht günstiger für Dich wären.

Zudem musst Du die Basis-Rente auch bezahlen. Da der Beitrag hier mindestens so hoch sein muss wie zur BU-Versicherung selbst, ist es auch nicht mit einem Mindestbeitrag getan. Deine Liquiditätsbelastung ist also erst mal – vor Steuern – ca. doppelt so hoch.

Das ist gerade für die Hauptadressaten der Basis-Rente, die Selbständigen, besonders schwierig. Regelmäßige Zahlungsverpflichtungen sind  bei einem stark schwankenden Einkommen besonders unangenehm. Aber auch für Angestellte ist die doppelte Liquiditätsbelastung in Notsituationen kritisch. Als Arbeitsloser willst Du zumindest vorrübergehend möglichst wenig monatliche Belastung haben.

Deine BU solltest Du trotzdem nicht kündigen, da mit einem Neustart ein höherer Beitrag und vor allem eine erneute Gesundheitsprüfung mit ungewissem Ausgang verbundene wäre. Zwar bieten hier viele Versicherer einen Wechsel in eine eigenständige BU ohne Gesundheitsprüfung an, der Beitrag müsste trotzdem neu kalkuliert werden und wäre je nach Alter teilweise massiv teurer. Es muss Dir also möglich sein, auch während einer langen Phase mit niedrigem Einkommen Deine Basis-Rente und BU beide weiter zu bezahlen.

Die BU-Rente wird anders besteuert. Ein BU ohne Rürup wird nur teilweise besteuert, zudem sinkt die Besteuerung mit zunehmendem Alter. In Verbindung mit der Rürup-Rente wird dagegen ein großer Anteil der BU-Rente versteuert, der mit zunehmendem Alter auch nur steigt. Die meisten Berufsunfähigkeitsfälle ereignen sich aber natürlich erst später im Berufsleben, daher ist diese Steuerregelung eher schlecht für Dich.

 

3. Vorteile

Demgegenüber steht wie schon erwähnt der Steuervorteil. Der ist natürlich für jeden unterschiedlich. Nehmen wir ein Beispiel: eine junger Mann startet mit 24 seinen ersten Job, verdient 45.000  Euro pro Jahr brutto und möchte dementsprechend im Falle der BU ca. 1750 Euro pro Monat netto Absicherung haben. Würde er mit 55 Jahren berufsunfähig, wäre zwar eine Rente aus einer BU ohne zusätzlichen Rürup-Vertrag praktisch steuerfrei.  Im Fall BU mit Rürup müsste die Auszahlung hingegen versteuert werden. Das bedeutet, dass der Versicherte fast 2000 Euro im Monat absichern müsste, damit er netto 1750 Euro bekommt.

Trotzdem: In diesem Beispiel ist der Beitrag für die BU nach Steuern im Schnitt über die Laufzeit immer noch günstiger, als bei einer allein stehenden Versicherung. Und zwar um rund 20 Euro pro Monat – bei einem Versicherungspreis von rund 60 Euro pro Monat ist das ein gewaltiger Unterschied.

Wenn Du es genauer wissen will, kannst Du die verschiedenen Varianten für Dich selber auch mit dem angehängten Rechner ausprobieren. Einige Daten beruhen auf Rundungen bzw. auf Durchschnittsbildung, daher sind die Angaben ohne Gewähr. Eine Steuerberatung kann der Rechner also nicht ersetzen. Trotzdem: auf Basis der zu Grunde liegenden realistischen Annahmen ergibt sich ein wesentlicher und stabiler Kostenvorteil für praktisch alle Szenarien.

 

KLAR+ Fazit:

Auch wenn die BU-Rente anders besteuert wird: Die Variante „Basis-Rente + BU“ bringt wesentliche und stabile finanzielle Vorteile. Je höher das Einkommen, desto stärker, aber grundsätzlich für jeden. Die Frage muss für Dich daher eher lauten: Was bringt mir die Basis-Rente für Nachteile und will ich diese akzeptieren?

  • Je höher der Bedarf nach einer Basis-Rente, desto eher ist diese Kombination zu empfehlen. Besonders für Menschen mit höherem Absicherungsbedarf wie Selbständige und Angestellte mit Einkommen jenseits der Beitragsbemessungsgrenze zur DRV ist die Basis-Rente und damit die Kombination interessant.
  • Je besser die Ausbildung, umso geringer ist das Risiko von längerer Arbeitslosigkeit und damit verbundenen Liquiditätsengpässen. Beruflich flexiblen Menschen und Akademikern kann die Kombination auch aus dieser Hinsicht empfohlen werden.

Hast Du schon eine BU abgeschlossen und Dich für eine Variante entschieden? Welche Möglichkeit ist für Dich attraktiver?

BU – mit oder ohne Rürup

 

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Die Wahrheit über die Riester-Lüge

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Die #Riester Lüge: in Wahrheit ein Problem der #Versicherung
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„Riester lohnt sich nicht.“ Immer wieder hört man Stimmen, die diese Position mit Vehemenz und einer gewissen Selbstverständlichkeit vertreten, „das weiß man ja“. Einige sprechen sogar von „Fiasko“ oder „Volksverarsche“. Dabei bringen diese selbsternannten Experten in der Regel die folgenden Gründe vor, die sich bei näherer Betrachtung als kurzsichtig oder nicht haltbar erweisen.

 

1. Die Riester-Rente wird auf die Grundsicherung angerechnet

Die Riester-Rente zählt in der Tat – wie alle anderen Spar- und Ertragsformen auch! – zum bei der Grundsicherung im Alter anrechenbaren Einkommen. Grundsicherung kann es wie die Sozialhilfe nun mal nur für diejenigen geben, die sonst keine andere Möglichkeit des Überlebens hätten. Aber daher auf Sparen fürs Alter zu verzichten, bedeutet diesen Zustand bewusst anzustreben und herbeizuführen. Das ist zynisch und schlicht asozial.
Dieses Argument zieht insbesondere nur dann, wenn die Höhe der gesammelten Einkommen des Sparers nicht für den Sprung über die Mindestabsicherung reichen würde. Das mag mit dem sinkenden Rentenniveau schwieriger werden. Tatsächlich ist es aber auch heute bei unserer momentan „reichen“ Rentnergeneration schon so, dass 23% der Westdeutschen Männer und 60% der Frauen allein mit Ihrer DRV-Altersrente ein angenommenes Grundrentenniveau von 600 € laut Mikrozensus 2011 nicht erreichen würden. Trotzdem geht es den Rentnern gut: Denn nur 64% der ausgeschütteten Renteneinkommen stammen aus der Deutschen Rentenversicherung – und das ganz ohne Riester. Man kann also auch für die Zukunft davon ausgehen, dass die allermeisten Rentner weiterhin aus verschiedenen Quellen mehr als die Grundsicherung bekommen werden und sich der Riester für sie lohnt.

2. Die Riester-Rente hat zu hohe Kosten

Oft wird geschrieben, Riester-Renten hätten sehr hohe Kosten. Absolut richtig.
Allerdings sind sie damit beileibe nicht die einzigen. Tatsächlich sind andere, nicht geförderte Rentenversicherungstarife sogar häufig noch teurer. Als die ersten Riestertarife Anfang des Jahrtausends auf den Markt kamen, waren diese sogar günstiger kalkuliert als „normale“, klassische Rentenversicherungen.
Mittlerweile greift dieses Argument ohnehin zu kurz bzw. noch weniger, denn es gibt wesentlich günstigere Möglichkeiten. Da wären einmal die sogenannten Nettotarife, die auf Vertriebsprovision verzichten und die Verwaltungskosten stark gesenkt haben. Diese Tarife werden von Honorarberatern vermittelt (z.B. www.vorsorgekampagne.de). Viele Tarife bieten zudem ETFs als günstige Anlagealternative zu gemanagten Fonds an, so dass auch die Anlagekosten reduziert werden können.
Oder man verwendet gleich einen Fondssparplan anstellen einer Rentenversicherung, da sind die Vertriebsprovisionen von vornherein nicht so ungünstig. Die starke Kritik und Fixierung auf die Riester- Rente lässt häufig in den Hintergrund treten, dass es schon immer günstigere Formen für die Geldanlage im Riester-Mantel gab.

3. Die Riester-Rente erwirtschaftet keine Zinsen

Auch hier ist das Problem vordergründig nicht von der Hand zu weisen: die Riester-Rente bringt keine Zinsen mehr. Allerdings muss man aufpassen, was man vergleicht.
Für viele Vergleiche wird der Garantiezins als Grundlage herangezogen mit dem Argument, dass das ja die einzig garantierte Ablaufleistung wäre. Dieser ist in den letzten Jahren von 4% um die Jahrtausendwende auf 1,25% in 2015 gesunken. Natürlich nehmen sich die Zinsen da sehr mager aus, auf Grund der aktuellen Niedrigzinsphase können die Zinsen aber gar nicht hoch sein. Die Kosten eine Vertrag spielen dann im Vergleich eine besonders große Rolle. Allerdings gibt es auch hier eine Alternative im Riesteruniversum, die besser ist: wer die garantierten Zinsen maximieren will, sollte mit einem Riesterbanksparplan rechnen. Denn hier sind nicht nur die garantierten Zinsen höher, auch die Kosten eines Banksparplans sind niedriger als bei einer Versicherung.
Wir empfehlen aber eher, in Sparformen zu investieren, die viel mit Aktien arbeiten. Nur so lässt sich ein wirklich zufriedenstellender Zins erwirtschaften und langfristig ist auch das Risiko eines Verlustes minimiert. Hier lässt sich aber kein einfacher Zins annehmen, der Ertrag hängt vom individuellen Aktieninvestment ab. Daher werden diese Sparformen wie fondsgebundene Riesterrente oder Riesterfondssparplan häufig gar nicht erst zu Analysen und Vergleichen herangezogen. Mit einer durchschnittlichen Fonds- oder ETF-Performance kommt der Riesterfondssparplan aber zu sehr guten Anlageergebnissen.

4. Die Versicherten müssten viel zu alt werden, damit sich die Rentenversicherung lohnt.

Auch hier geht es also eher um die Versicherung. Tatsächlich werden die Menschen aller Voraussicht nach viel älter als wir uns das heute vorstellen. Ein Fakt, der uns eigentlich freuen müsste.
Nehmen wir ein Beispiel: 2011 lag die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer bei 81 Jahren. Trotzdem wird ein heute 30jähriger als Rentner viel älter werden. Denn erstens steigt die Lebenserwartung jedes Jahr, laut Statistischem Bundesamt hat ein 30jähriger heute eine durchschnittliche Lebenserwartung von voraussichtlich 85 Jahren. Zweitens steigt die Erwartung bis zum Rentenantritt mit ca. 60 Jahren noch mal um 2-3 Jahre. Schließlich kann er zwischen 30 und 60 nicht mehr versterben.
Dies ist natürlich nur der Durchschnitt, viel Versicherte leben wesentlich länger. Wir reden aber von einer Versicherung, bei der eine Umverteilung in der Versichertengemeinschaft automatisch mit einberechnet ist. Die Personen, die früh versterben, müssen die Langlebigen mit finanzieren. Allerdings schließen fast alle Versicherten ein Rentengarantiezeit oder Guthabenrückerstattung ab, d.h. selbst im Fall eines frühen Todes geht das Geld an Angehörige und nicht an die anderen Versicherten. Jeder einzelne Sparer nimmt sich also möglichst lange aus der Versichertengemeinschaft aus. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass Versicherer ohnehin immer sehr konservativ rechnen (müssen) und bei Überschüssen die kalkulierten Renten auch noch angehoben werden, wird klar, woher Lebenserwartungen von weit über 90 in der Altersberechnung herkommen. Trotz der Höhe sind diese Zahlen vertretbar und mathematisch realistisch.
Zudem gibt es für die Riesterförderung Verwendungsmöglichkeiten, bei der die Lebenserwartung keine Rolle spielt, wie z.B. die Finanzierung eines Eigenheims oder bei der möglichen Teilauszahlung. Bei neueren Verträgen kann auch relativ günstig der Anbieter gewechselt werden: kurz vor Rentenantritt kann der Sparer sich noch mal genau den Anbieter aussuchen, der die beste Rente fürs Geld bietet.

 

KLAR+ Fazit: Die meisten Probleme, die mit dem Thema Riester in Verbindung gebracht werden, sind nicht der Förderung, sondern der Investitionsform der klassischen Rentenversicherung anzulasten. Diese dominieren leider die Diskussion. Durch die berechtigte Kritik an der klassischen Riester-Rente rücken die Vorteile anderer Riester-Sparformen in den Hintergrund. Richtig angewendet lohnt sich die Riester-Förderung für die allermeisten Sparer aber auf jeden Fall.

Altersvorsorge für Selbständige

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ID-100295841
Das Reserve Konto ist für #Selbständige der Königsweg in der #Altersvorsorge
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Private Altersvorsorge ist für viel Selbständige noch wichtiger als für Angestellte und Beamten, denn im allgemeinen haben Selbständige ja keine verpflichtende Absicherung. Allerdings muss hier unterschieden werden, denn das gilt bei weitem nicht für alle Berufe. Folgende Berufe müssen z.B. auch als Selbständige in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen:

  • Handwerker
  • Lehrkräfte und Erzieher
  • Pflegepersonen und Hebammen
  • Seelotsen und Küstenfischer
  • Künstler, Publizisten, Journalisten und Autoren
  • Selbständige mit einem Auftraggeber

Selbständige Mitglieder dieser Beruf müssen den vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen – und zwar allein (Ausnahme: Künstlersozialkasse). Ohne die Arbeitgeberbeteiligung kommt der volle Beitrag von derzeit 18,7% des Einkommens auf den Versicherten zu. Die Belastung ist also im Vergleich doppelt so hoch. Bei der Rendite auf die Einzahlungen kann die Deutsche Rentenversicherung gerade bei jüngeren Einzahlern daher nicht mit den Lösungen aus der Privatwirtschaft mithalten. Viele Zwangsversicherte fühlen sich daher in der Deutschen Rentenversicherung regelrecht gefangen.

Besser ist die Situation für die Kammerberufe. Deren Mitglieder dürfen anstatt in die Deutsche Rentenversicherung in ein eigenes Versorgungswerk einzahlen – zumindest noch. Dies betrifft z.B. Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten und Psychotherapeuten. Insgesamt gibt es 89 Versorgungswerke in Deutschland. In so gut wie allen ist die Rente höher als eine vergleichbare Rente aus der Deutschen Rentenversicherung.

 

Flexibilität und Spardisziplin

Für alle Selbständigen gilt: Auf Grund der schwankenden Einkommen ist Flexibilität in der Einzahlung umso wichtiger. Etwas, dass die Pflichtversicherungen nicht darstellen wollen oder können. Hier muss ein regelmäßiger Beitrag gezahlt werden, der auf Werten aus der Vergangenheit beruht. Dies kann bei stark schwankenden Einnahmen zu einer echten Belastung werden.

Die privaten Lösungen sind da viel flexibler. Wir empfehlen grundsätzlich, nur niedrige regelmäßige Sparraten abzuschließen und den größten Anteil der Altersvorsorge auf Basis von unregelmäßigen Zuzahlungen aufzubauen. Denn im Fall von allen Versicherungslösungen gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen jährlichen Zuzahlungen und einem jährlichen Beitrag.

  • Beim jährlichen Beitrag werden die Kosten für die gesamte Vertragslaufzeit direkt am Anfang von den ersten Beiträgen abgezogen (sog. Zillmerung). Die Kosten des Vertrages werden also als erstes gezahlt. Sollten dann während der Laufzeit der Vertrag reduziert werden, z.B. durch abgesenkte Beiträge, bleiben die gezahlten Gelder beim Versicherer. Der Versicherte hat also mehr Kosten als nötig gezahlt.
  • Bei jährlichen Zuzahlungen werden nur Kosten für die tatsächlich erfolgte Zuzahlung erhoben. So musst Du Kosten auch wirklich nur für die eingezahlten Beiträge bezahlen. Achte darauf, dass die Versicherungsgesellschaft für Zuzahlungen keinen Bearbeitungsgebühren nimmt.

 

Der Königsweg: das Reservekonto

Wie kann ich jetzt gewährleisten, dass ich trotz flexibler Einzahlung genug Spardisziplin aufbringe, um so viel wie möglich zu sparen? Wir empfehlen einen Trick: die Anlage eines zusätzlichen Kontos, dass speziell für die Rücklage und die Altersvorsorge vorgesehen ist. Grundsätzlich sollten Selbständige ja ohnehin 30% Ihres Einkommens direkt für die Steuer weglegen, am besten auf ein separates Tagesgeldkonto. Wir empfehlen, zusätzlich noch mal 20% auf ein weiteres Konto für die Altersvorsorge zu überweisen. Das Geld wird also direkt abgezweigt und steht nicht mehr so einfach für den Konsum zu Verfügung. Dort liegt es erst mal als „eiserne Reserve“.  Sollte es finanziell mal knapp werden, kann das Geld jederzeit wieder zurück überwiesen werden, um Deine Liquidität zu gewährleisten. Sobald der Kontostand dann einen Betrag erreicht hat, der weit höher als Dein definiertes Sicherheitspolster ist, wird der Überschuss dann in die Altersvorsorge überwiesen. Wir empfehlen das ca. 3-5 fache eines Monatsnettos. Alles darüber hinaus wird langfristig weggelegt. Das kann entweder automatisch passieren („Überschusssparen“) oder du musst regelmäßig selber nach den Beträgen gucken. Das Schöne an diesem System ist, dass immer als erstes Deine Reserve aufgefüllt wird. Du sparst erst langfristig, wenn Du kurzfristig genug Mittel dafür hast.

 

Optionen

Von den staatlich besonders geförderten Varianten fällt die betriebliche Altersvorsorge naturgemäß für die meisten Selbständigen weg. Diese lukrative Option besteht lediglich bei Geschäftsführern einer Kapitalgesellschaft. „Riestern“ kommt nur für in der Deutschen Rentenversicherung  versicherte Personen in Frage. Neben den Möglichkeiten für den allgemeinen Vermögensaufbau wie Aktiendepot, Immobilie oder Festgeld kommen im Grunde nur zwei Vorsorgeformen für alle Selbständigen in Frage: die Basis-Rente und die private Rentenversicherung.

1. Basis- oder Rürup-Rente

Bei der Basis-Rente dürfen die eingezahlten Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Stattdessen muss die ausgezahlte Rente versteuert („nachgelagerte Besteuerung“) werden. Den Anspruch auf die Förderung hat jeder Bürger, Selbständige profitieren aber besonders: Da viele von Ihnen keine Beiträge in die DRV zahlen, können diese die Höchstbeiträge voll ausschöpfen. Gerade bei Einmalanlagen und hohen Zuzahlungen macht das Sinn, denn der Höchstbetrag von 22.766 € (Stand 2016) lässt da durchaus etwas zu. Zum Jahreswechsel kann man also in kurzer Zeit über 44.000 € steuerbegünstigt für die Rente anlegen.

Zudem sind die Bestände in der Basis-Rente vor dem Zugriff von außen geschützt. Auch im Falle von privater Insolvenz oder Sozialhilfebezug wird das hier geparkte Guthaben nicht angefasst. Nicht, bevor man es selber ab dem 62. Lebensjahr entnehmen kann.

  • Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden? Ja. Sparer können maximal 22.766 € (Stand 2016) jährlich in eine Basis-Rente einzahlen. Diese Summe wird um die in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlten Beiträge reduziert. Im Jahr 2016 können 82% dieses Betrags von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Prozentsatz steigt regelmäßig bis zum Jahr 2025, wo dann 100% möglich sein werden.
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Während der Ansparphase sind Gewinne steuerfrei.
  • Wie werden die Auszahlungen besteuert? Aktuell mit 72% des persönlichen Steuersatzes. Auch dieser Wert steigt jährlich und wird 2040 volle 100% des persönlichen Steuersatzes erreichen. Entscheidend für die Besteuerung ist das Jahr des Auszahlungsbeginns. Das Guthaben muss lebenslang verrentet werden.
  • Kann der Vertrag frei übertragen/vererbt werden? Das Guthaben des Vertrags ist an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbbar.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Nein. Dafür ist das Guthaben im Fall von Privatinsolvenz oder Hartz IV vor Gläubigern geschützt.

 

2. Private Rente

Bei der privaten Rente wird nur ein Anteil der Rente im Alter mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, bei dem normalen Renteneintritt mit 67 sind das 17% der Rente. Für Selbständige, die erst mal Ihre eigene Altersvorsorge aufbauen müssen, ist die Steuerbelastung für die aufzubauende Grundrente im Schnitt erst mal recht niedrig. Die Steuerreduzierung im Alter wird für Selbständige mit geringen Alterseinkünften also eher wenig bringen. Außerdem müssen die Beiträge wie gewohnt aus dem Netto gezahlt werden. Ggf. ergibt sich steuerlich hier also sogar ein Minusgeschäft. Zudem sind die Guthaben vor einem Zugriff von außen nicht viel besser geschützt als alle anderen Vermögensgegenstände auch.

  • Wer darf sparen? Alle
  • Können die Einzahlungen von der Steuer abgesetzt werden? Nein
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Sind in dieser Versicherung steuerfrei
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Nur zum so genannten Ertragsanteil. Wer die Rente mit 67 Jahren beginnt, muss 17% davon versteuern. Wer sich Einmalbeträge auszahlen lässt, muss diese zur Hälfte versteuern. Es gilt jeweils der persönliche Steuersatz.
  • Kann der Vertrag frei vererbt/übertragen werden? Ja
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Ja, beides. Achtung: Das bedeutet, dass der Vertrag im Fall von Hartz IV eventuell aufgelöst oder verkauft werden muss.

 

3. Für alle DRV-Zwangsversicherten: Riester

Wer in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt ist auch „riesterfähig“. Die Förderung lockt mit direkten staatlichen Zuschüssen („Zulagen“) für Einzahler und deren Kindern. Auch dürfen die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden und werden erst in der Rente besteuert. Auf Grund der im Alter zu erwartenden niedrigen Renten kann sich das lohnen. Neben der Riester-Rentenversicherung gibt es auch geförderte Fondssparpläne, Banksparpläne und – fürs Eigenheim – Darlehen. Mehr dazu hier. Generell gilt: je jünger der Einzahlende, desto mehr lohnt sich ein Riesterfondssparplan mit Anlage in kostengünstigen ETFs.

  • Sind die Einzahlungen steuerfrei? Ja, bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr pro berechtigtem Sparer.
  • Sind die Anlagegewinne steuerpflichtig? Nein, dafür wird die Auszahlung besteuert. Zudem muss das Geld so angelegt werden, dass mindestens die eingezahlten Beiträge garantiert wieder ausgezahlt werden können.
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Die Rente wird voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. 30 Prozent des Guthabens lassen sich als Einmalauszahlung auszahlen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, laufende Darlehen auf ein Eigenheim mit der Auszahlung zu Rentenbeginn abzulösen.
  • Kann der Vertrag frei übertragen werden? Nur an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Eingeschränkt. Wer das Geld vor Rentenbeginn entnimmt und nicht in ein Eigenheim investiert, muss die erhaltene Förderung zurückzahlen. Als Alternative kann gegen Gebühr das Guthaben in einen anderen Riester-Vertrag übertragen werden. Im Falle von Hartz IV oder einer Privatinsolvenz ist das Guthaben vor Gläubigern geschützt.

KLAR+ Fazit: Selbständige haben es bei der Altersvorsorge besonders schwer. Die Rente muss alleine ohne Hilfe eines Arbeitgebers angespart werden, es gibt nur wenige Fördermöglichkeiten und dann ist das Risiko einer Insolvenz auch noch besonders hoch. Die Basis-Rente bietet zumindest Förderung und Schutz vor Zugriff nach Insolvenz, kein Wunder, dass sie oft als einzige Form der Vorsorge für Selbständige angesehen wird. Für in der DRV zwangsversicherte gibt es immerhin noch die Option der Riesterförderung, die noch ein bisschen stärker als die Basis-Rente gefördert wird.

 

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Altersvorsorge Beamte – Was lohnt sich bei Beamten besonders?

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Private Renteversicherungen sind für Beamte interessanter als für Angestellte @klarplus
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Bei der Altersvorsorge sind Beamte in einer besonderen Situation. Durch Ihren Pensionsanspruch haben sie eine andere Ausgangslage als normale Angestellte mit Ihrer Rente. Wie hoch sind diese Ansprüche? Wie hoch ist eine mögliche Rentenlücke? Wie unterstützt der Staat sie mit Möglichkeiten des geförderten Sparens?

 

1. Pensionsanspruch

Der Pensionsanspruch berechnet sich aus den zur Pensionierung geleisteten Dienstzeiten und dem letzten Gehalt, dass der Beamte vor der Pensionierung bekommen hat. Grob kann man sagen, dass für jedes Jahr als Beamter („ruhegehaltsfähige Dienstzeit“) der Faktor von 1,79375% bis max. 71,75% des letzten Gehalts verdient wird. Nach 40 Jahren hat man also den Maximalanspruch erreicht. Bei älteren Dienstverträgen liegt der Maximalsatz sogar bei 75%. Dieser Satz wird dann auf das letzte erhaltene Bruttoentgelt bezogen – also aller Voraussicht nach das Gehalt, das im Arbeitsleben am höchsten ist. Denn die Besoldungsgruppe steigt zwar nicht automatisch, eine Reduzierung ist aber auch nicht vorgesehen. Anders als für die in der Deutschen Rentenversicherung (DRV) versicherten Angestellten spielt das Gehalt während den anderen Jahren im Staatsdienst keine Rolle.

 

2. Versorgungslücke

71,75% ist ein sehr guter Deal im Vergleich zur DRV, in der die Ansprüche im Schnitt bei unter 50% des letzten Einkommens liegen. Im Vergleich zu Angestellten haben die Beamten von der Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung profitiert: die Beamtenpension war schon immer voll zu versteuern. Die steigende Versteuerung der DRV-Rente wurde nur unzureichend durch die Absetzbarkeit der Rentenbeiträge kompensiert.

Auch wenn die Versorgungslücke im Vergleich zu Angestellten kleiner sein dürfte, liegen 71,75% als maximaler Pensionsanspruch trotzdem unter den 80% des letzten Gehalts, die als Daumenregel für die Altersrente zu empfehlen sind. Zudem wird dieser Anspruch häufig gar nicht erreicht. Durch die längeren Ausbildungszeiten der Staatsdiener (z.B. Lehrer) oder späte Verbeamtung sinken die erreichten Dienstzeiten. Wer in Frührente geht, verliert analog zur DRV Pensionsansprüche. Gerade weil die Beamten zu 98% privat Krankenversichert sind winken im Alter ein langes Leben und hohe Versicherungsbeiträge. Private Vorsorge ist also trotzdem notwendig.

 

3. Passende Vorsorgeverträge

Neben den gängigen Sparprodukten wie Aktien- oder Anleihenfonds oder ETFs haben auch Beamte Anspruch auf speziell geförderte Produkte für die Altersvorsorge. Im Grunde fällt für sie vor allem die Betriebliche Altersvorsorge weg, die gleichsam in den erhöhten Pensionsansprüchen schon enthalten ist.

3.1 Riester

Beamte sind riesterfähig. Da die Pensionsansprüche analog den Senkungen in der DRV nach unten angepasst werden, haben auch Beamte Anspruch auf Kompensation durch die Riesterförderung. Sie lockt mit direkten staatlichen Zuschüssen („Zulagen“) für Einzahler und deren Kindern. Auch dürfen die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Stattdessen muss die ausgezahlte Rente versteuert („nachgelagerte Besteuerung“). Das kann sich auf Grund der im Vergleich zum Sold niedrigeren Pension im Alter lohnen. Neben der Riester-Rentenversicherung gibt es auch geförderte Fondssparpläne, Banksparpläne und – fürs Eigenheim – Darlehen. Mehr dazu hier. Generell gilt:

  • Je länger der Zeitraum bis zur Rente, desto wertvoller sind Fonds bzw. ETFs.
  • Kostengünstig sparen, also Fondssparplan mit ETFs.

Für Beamte gibt es aber eine Besonderheit: Sie müssen schriftlich Ihre Einwilligung zur Datenübermittlung und Datenverwendung geben, andernfalls kann die Zulagenstelle den Anspruch nicht prüfen. Sollte außerdem keine Sozialversicherungsnummer für den Antragsteller vorliegen, muss auch eine Zulagennummer beantragt werden. Beides macht man am besten direkt mit der Beantragung des Vertrages.

  • Sind die Einzahlungen steuerfrei? Ja, bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr pro berechtigtem Sparer.
  • Sind die Anlagegewinne steuerpflichtig? Nein, dafür wird die Auszahlung besteuert. Zudem muss das Geld so angelegt werden, dass mindestens die eingezahlten Beiträge garantiert wieder ausgezahlt werden können.
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Die Rente wird voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. 30 Prozent des Guthabens lassen sich als Einmalauszahlung auszahlen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, laufende Darlehen auf ein Eigenheim mit der Auszahlung zu Rentenbeginn abzulösen.
  • Kann der Vertrag frei übertragen werden? Nur an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Eingeschränkt. Wer das Geld vor Rentenbeginn entnimmt und nicht in ein Eigenheim investiert, muss die erhaltene Förderung zurückzahlen. Als Alternative kann gegen Gebühr das Guthaben in einen anderen Riester-Vertrag übertragen werden. Im Falle von Hartz IV oder einer Privatinsolvenz ist das Guthaben vor Gläubigern geschützt.

 

3.2 Basis-Rente

Den Anspruch auf die Rürup-Förderung hat jeder Bürger, also auch Beamte. Beamte zahlen keine Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung. Die Absetzbarkeit der Beiträge der Rürup-Rente wird aber trotzdem für Beamte eingeschränkt. Analog zur Siutation von Angestellten werden – hier fiktive – Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung vom Maximalbeitrag abgezogen.

Auf der Anlageseite ist die Basis-Rente zudem flexibler, weil sie keine Vorgaben macht, wie das Geld angelegt werden soll. Dafür kann man sie auch wirklich nur für die eigene Rente verwenden.

  • Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden? Ja. Sparer können maximal 22.766 € jährlich (Stand: 2016) in eine Basis-Rente einzahlen. Diese Summe wird um die in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlten Beiträge reduziert. Im Jahr 2016 können 82% dieses Betrags von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Prozentsatz steigt regelmäßig bis zum Jahr 2025, wo dann 100% möglich sein werden.
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Während der Ansparphase sind Gewinne steuerfrei.
  • Wie werden die Auszahlungen besteuert? Aktuell mit 72% des persönlichen Steuersatzes. Auch dieser Wert steigt jährlich und wird 2040 volle 100% des persönlichen Steuersatzes erreichen. Entscheidend für die Besteuerung ist das Jahr des Auszahlungsbeginns. Das Guthaben muss lebenslang verrentet werden.
  • Kann der Vertrag frei übertragen/vererbt werden? Das Guthaben des Vertrags ist an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbbar.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Nein. Dafür ist das Guthaben im Fall von Privatinsolvenz oder Hartz IV vor Gläubigern geschützt.

 

3.3 Private Rente

Die Option der privaten Rentenversicherung besteht außerdem. Das Besondere für Beamte: da sie im Schnitt ohnehin eine relativ hohe Steuerbelastung im Alter haben, ist die Ertragsanteilbesteuerung wichtig. Dabei wird nur ein Anteil der Rente mit dem Steuersatz besteuert, bei dem normalen Renteneintritt mit 67 sind das 17% der Rente. Dafür müssen die Beiträge wie gewohnt aus dem Netto gezahlt werden. Im Vergleich zu dem normalen DRV-Rentner ist diese Form für Beamte wesentlich interessanter, gerade weil Sie in der Verwendung besonders flexibel ist und Themen wie Arbeitslosigkeit und Hartz IV für Beamten eine geringere Rolle spielen.

  • Wer darf sparen? Alle
  • Können die Einzahlungen von der Steuer abgesetzt werden? Nein
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Sind in dieser Versicherung steuerfrei
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Nur zum so genannten Ertragsanteil. Wer die Rente mit 67 Jahren beginnt, muss 17% davon versteuern. Wer sich Einmalbeträge auszahlen lässt, muss diese zur Hälfte versteuern. Es gilt jeweils der persönliche Steuersatz.
  • Kann der Vertrag frei vererbt/übertragen werden? Ja
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Ja, beides. Achtung: Das bedeutet, dass der Vertrag im Fall von Hartz IV eventuell aufgelöst oder verkauft werden muss.

 

KLAR+ Fazit: Auch bei der privaten Altersvorsorge hat es der Gesetzgeber gut mit seinen Staatsdienern gemeint. Argumentiert man, dass die hohe Grundpension die Betriebsrente von normalen Angestellten sozusagen gleich mit einschließt, stehen Beamten alle Möglichkeiten für die staatliche geförderte Altersvorsorge offen. Tatsächlich ist für sie die private Rentenversicherung sogar noch interessanter als für normale Angestellte. Welche Variante sich am meisten lohnt, berechnet unsere KLAR+ Software.

 

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Vergleich Altersvorsorge: Möglichkeiten und Förderung

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ID-100238092
Super Smart: ETFs in steueroptimierender Hülle
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Wer sparen will, muss schlau sein: Nur, wer sich mit den staatlich geförderten Möglichkeiten der Altersvorsorge auskennt, kann auch das Beste für sich rausholen. Jeder sollte sich daher mit seinen Optionen befassen, denn bei weitem nicht jede Förderung gilt für jeden Sparer.
In einfacher Sprache zeigt KLAR+ in diesem Blog die vorhandenen Lösungen auf und vergleicht sie hinsichtlich der wichtigsten Rahmenbedingungen. Mit diesem Artikel wirst Du genau wissen, welche Optionen für Dich in Frage kommen und Du machst einen weiteren Schritt in Richtung der besten Altersvorsorge für Dich.
Veröffentlicht haben wir unseren Blog auf der Seite ETF-Blog.com vom Blogger-Kollegen Dr. Jürgen Nawatzki. Denn auch das Thema ETFs spielt hier eine Rolle – als eine der Anlageoptionen aber auch als Geldanlage in den Vorsorgelösungen. Die Optionen und genaue Renditen rechnet Dir aber natürlich auch unsere Software aus.

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Wie viel soll ich für meine Altersvorsorge sparen?

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ID-10034776
Deine individuelle Sparrate für die #Altersvorsorge
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Altersvorsorge nervt. Eigentlich weißt Du, dass Du was für die Rente sparen musst, und Du hast ja auch ggf. auch schon angefangen. Trotzdem: ständig hast Du ein schlechtes Gewissen, weil Du nicht weißt, ob Du schon genug ist und wie viel Du wirklich für Deine Alter brauchst und was in der Zwischenzeit passiert. Ist ja auch noch so lange hin…

Wie viel soll ich für meine Altersvorsorge sparen? Um an das Thema einen Griff zu bekommen haben wir bei KLAR+ einen Schritt-für-Schritt Prozess entwickelt, an dessen Ende Du ganz genau weißt, wie viel Du eigentlich für Dein Alter sparen musst. Die Anleitung ist so gut, dass wir sie gleich woanders veröffentlicht haben, nämlich bei einem beliebten Kollegen, dem „Finanzrocker“ Daniel.

Schau Dir an, was Deine Freunde von KLAR+ da eingebracht haben. Mach es nach und Du musst nie wieder Sorgen haben, dass Du im Alter nicht genug zum leben hast.

 

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