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Unabhängiger Finanzberater – was heißt das überhaupt?

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Unabhängiger #Finanzberater – was heißt das überhaupt?
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Unser Epilog zur Serie „Finde den perfekten Finanzberater“

Während wir hier unsere Reihe „in 11 Schritten zum perfekten Finanzberater“ veröffentlicht haben, sind wir häufiger darauf angesprochen worden, warum das Wort „unabhängig“ nicht in unserer Liste aufgetaucht ist. Das liegt daran, dass dieses Wort alles und nichts bedeuten kann. Wer sich unabhängiger Finanzberater nennt, muss deswegen noch lange nicht gut sein. Ein kleiner Exkurs: Was bedeutet Unabhängigkeit?

1. Unabhängigkeit zwischen Unternehmen

Das ist wahrscheinlich am leichtesten zu überprüfen. Wenn ein Unternehmen einem anderen gehört, dann ist davon auszugehen, dass es von dort auch beeinflusst wird. Das ist zum Beispiel beim Finanzvertrieb AWD passiert, der von der „Swiss Life“ übernommen wurde. Schon kurze Zeit später wurde aus „der unabhängige Finanzoptimierer“ die „Swiss Life Select“.

Schwieriger ist die Beurteilung von Minderheitsbeteiligungen. Was passiert, wenn ein einzelner Aktionär zum Beispiel 10 Prozent eines Finanzdienstleisters besitzt? Es besteht zumindest die Gefahr, dass der Rat der dort angestellten Makler beeinflusst sein könnte. Deshalb müssen diese Finanzberater noch im Erstgespräch auch schriftlich darauf hinweisen, wenn es entsprechende Aktionäre ihres Arbeitgebers gibt.

 

2. Unabhängigkeit vom Arbeitgeber

Wer als Finanzberater bei einem größeren Unternehmen angestellt ist – oder als freier Vertriebler für es arbeitet – kann auf zwei Arten abhängig sein.

Die einfachste Art ist das Verhältnis zwischen Angestelltem und Chef. Wenn das Unternehmen zum Beispiel gerade „Bausparwochen“ ausruft, müssen die Angestellten vornehmlich Bausparverträge verkaufen, und ihr Chef wird das überprüfen. Das gilt oft auch für Selbständige Makler und Vertreter: erwirtschaften diese nicht den vorgegebenen Umsatz, kann der Auftraggeber die Zusammenarbeit einstellen. Das gilt umso mehr, wenn auch das Unternehmen in den Berater investiert, z.B. in die Infrastruktur, in seine Ausbildung oder ähnliches. Auch hier ist der Finanzberater nur dann unabhängig in seiner Entscheidung, wenn er die Vorgaben vom Auftraggeber schon erfüllt hat.

Die zweite Art der Abhängigkeit ist die von Informationen. Denn auch Dein Finanzberater kann nicht alle Informationen, die er braucht, selbst recherchieren. Sein Auftrag- oder Arbeitgeber könnte also auch auf diese Weise Einfluss nehmen: Wünscht der Arbeitgeber z.B., dass ein gewisses Produkt stärker verkauft wird, kann er in den entsprechenden Schulungen die Vorzüge des Produkts in den Vordergrund stellen, obwohl sie vielleicht auch bei der Konkurrenz vorhanden sind. Im Endeffekt ist der Kunde hier also von den Angaben des Arbeit- oder Auftraggebers abhängig.

 

3. Unabhängigkeit von einem Anbieter

Eine weitere Abhängigkeit kann entstehen, wenn der Vermittler gar keine andere Wahl hat, als ein bestimmtes Produkt in der Sparte zu verkaufen. Wenn er z.B. nur die Rentenversicherung eines einzelnen Anbieters im Portfolio hat, wird er diese verkaufen müssen. Von Unabhängigkeit kann also keine Rede sein.

Wenn der Berater aber über einen breite Marktauswahl verfügt, gibt es trotzdem noch einen Haken. Denn es ist wahrscheinlich, dass er unterschiedlich viel Provision verdient, abhängig vom Anbieter, dessen Produkt er verkauft. Das nutzen einzelne Produktanbieter oft aus, indem sie ihre Produkte durch höhere Provisionen in den Markt zu drücken versuchen. Auch hier wird die Unabhängigkeit des Beraters eingeschränkt.

 

KLAR+ Fazit: Wann ist ein Finanzberater unabhängig?

Es gibt keinen garantieren Weg, die Unabhängigkeit des eigenen Finanzberaters zweifelsfrei festzustellen. Es gibt aber eine zweitbeste Lösung, die zumindest falsche finanzielle Anreize unwahrscheinlicher macht: Du bezahlst Deinen Berater selbst, anstatt das den Anbietern zu überlassen, die Dir ihre Produkte verkaufen wollen. Das nennt sich dann „Honorarberatung“.

Kosten von Renten- und Lebensversicherungen

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#Kosten bei #Rentenversicherungen - wie kann ich bei #Riester, #Rürup und Co. viel Geld sparen?
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Welche Kosten gibt es bei (fondsgebundenen) Renten- und Lebensversicherung, also auch bei Riester, Rürup und Co.? Im neuen Format klärt Alexander auf, welche Kosten anfallen und wie man sie zumindest teilweise umgehen kann. Viel Spass beim zuschauen!

Transkript: Kosten von Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Hallo, hier ist wieder Alexander von KLAR+, Private Finanzen Ganz einfach. Heute mit dem Thema, Kosten von Renten- und Lebensversicherungen. Wo kommen die Kosten her? Wie hoch sind sie? Wie beeinflussen sie dein Ergebnis und wie wirst Du sie los? Wie kannst Du, wenn du den Vertrag richtig beeinflusst und abschliesst über 100.000 € sparen bei den richtigen Verträgen. Das alles sage ich Dir – Informationen, die Du normalerweise von Deinem Versicherungsvermittler nicht bekommst.

Lass uns Anfang. Es handelt sich um einen Sparvertrag, da legt jemand Geld an, also gibt es Geldanlagekosten. Die Kosten können an eine Geldanlagegesellschaft weitergereicht werden oder bei der Versicherung verbleiben, je nachdem was für ein Vehikel gewählt wird, sind die Kosten unterschiedlich. Die günstigsten Vehikel sind die ETFs, Exchange Traded Funds, die mit 0,1% Kosten verursachen. Die teuersten Varianten sind wahrscheinlich Vermögensverwaltungen, die in manchen Versicherungen als Voreinstellung als erstes empfohlen werden, und leider ist es so, dass die teuren Vermögensverwaltungen eher ein schlechteres Ergebnis als die ETFs erreichen. Deswegen ist hier eine Stellschraube für die Kosten. Wir rechnen jetzt erst Mal mit 1,5% Kostensatz, dass ist auch das, was ein normaler Aktienfonds eben im Schnitt kostet.

Der zweite Kostenpunkt den wir haben, ist der Kostenpunkt, der auf jeden Fall bei der Versicherung bleibt, nämlich die Mantelkosten. Das sind die Kosten für die Leute die den Versicherungsvertrag berechnet haben aber auch der zweite Teil für die Vertriebler, die ihn Dir vermittelt haben, damit die am Telefon bleiben, wenn Du anrufst. Das sind ungefähr 0,7% die hier jährlich abgezogen werden. Normalerweise ist das aufgeteilt in einen fixen und einen variablen Anteil, wie bleiben jetzt bei dem variablen Anteil, das Ergebnis ist im Endeffekt dasselbe.

Und dann haben wir das noch die Vertriebskosten. Das sind die Kosten, die am meisten diskutiert wurden. Das ist die Provision für den Vermittler und in der Vergangenheit war das sehr viel, dass konnten bis zu 7% der Beitragssumme sein. Das ist jetzt reduziert worden, auch auf Druck vom Gesetzgeber auf einen Satz von 2,5% der Beitragssumme. Beitragssumme, was das ist erkläre ich gleich. Wichtig ist auch, dass diese Kosten am Anfang der Vertragslaufzeit abgezogen werden.

Wie wirkt sich das jetzt konkret aus? Das zeige ich Dir an einem Beispiel, nämlich an einem Vertrag der über 35 Jahre läuft, also ein Altersvorsorgevertrag. Und wir gehen jetzt mal davon aus, dass du da 250 € im Monat investierst. Das Ergebnis ändert sich dann entsprechend. Also, 250 €, 35 Jahre, das ist ein satter Altersvorsorgevertrag, aber das ungefähr die Summe von dem, was viele von uns sparen. Wenn wir jetzt langfristig sparen können wir auch mit vielen Aktien sparen, sollten wir auch mit vielen Aktien sparen, und kommen eben im Schnitt, wenn es normal läuft, ohne Kosten kämen wir auf 8% Performance, also auf 577.000 € Ablaufsumme. Das wäre das, was du rausbekommst, wenn es keine Kosten gäbe.

Nur gibt es die aber, wie wir gerade gesehen haben. Deswegen ziehen wir als erstes die  Geldanlagekosten ab. Wir kommen dann, bei einem Schnitt von 1,5% auf 6,5% und einem Ergebnis von 402.000 €. Das heißt hier gehen schon mal 175.000 € runter. Nächster Schritt, das sind die Mantelkosten, die Verwaltungs- und Bestandskosten der Versicherung, da sind wir dann noch bei 5,8%.  Und das Ergebnis liegt dann bei 341.000 €.  So und der letzte Kostenblock, die Vertriebskosten, da ist es eben so, dass die in den ersten 5 Jahren abgezogen werden. 2,5% der Beitragssumme das sind 250 € Beitrag im Monat, im Jahr sind das 3000 € über 35 Jahre sind das 105.000 € Beitragssumme. Davon 2,5% sind 2625 und die werden auf 5 Jahre verteilt. D.h. in den ersten fünf Jahren werden jedes Jahr über 500 € von Deinen Beiträgen abgezogen. D.h. Du zahlst 12 Monate ein, aber nur das Geld von 10 Monaten kommt an. Und das hat natürlich den Nachteil das die Verträge sich am Anfang nicht gut entwickeln und das hat den Nachteil, dass wenn ich dann hier an diesem Punkt bin, dass es sich dann überhaupt nicht mehr lohnt den Vertrag zu kündigen oder sonst irgendwas zu ändern. Wenn sich dann meine Lebenssituation verändert, wenn ich jetzt dann da aussteige, habe ich ein riesen Verlustgeschäft gemacht. Da ist das Problem an diesen frontgeladenen Vertriebskosten. Wenn die dann erst mal beglichen sind, dann erledigt sich das, und der Vertrag läuft dann im Grunde mit der selben Performance und der Vertrag kommt dann auf eine Gesamtsumme von 324.000 €, so ja, durch die 2,5% der Beitragssumme. 324.000 € also von 577.000 € auf 324.000 € das sind die Auswirkungen der Kosten die da insgesamt abgezogen werden und das ist schon satt, das was an den verschiedenen Quellen eben in der Geldanlage, der Versicherung hängen bleibt.

Gut. Was kannst Du jetzt dagegen machen. Du kannst vor allem, und das geht eben auch bei bestehenden Verträgen, die Geldanlagekosten reduzieren. Hier die 175.000 € in dem Beispiel, die kannst Du eben minimieren in dem Du eben in die kostengünstigeren aber genauso erfolgreichen ETFs umschichtest, so dass Du hier schon mal wesentlich mehr herausbekommst. Wenn Du neue Verträge abschließt kannst Du natürlich darauf achten, dass es keine Vertriebskosten gibt, durch Direktversicherungen,  dass es möglichst Verwaltungskosten, Mantelkosten durch provisionfreie Versicherungen.  Die gibt es mittlerweile alle im Internet und das rate ich Dir ganz klar.

Die Frage ist, wieso solltest Du überhaupt Versicherungen abschliessen, was ist das besondere an Renten- und Lebensversicherungen. Das besondere an Rentenversicherungen ist, dass sie an vielen Stellen steuerlich gefördert werden. Riester-Rente, Basis-Rente, betriebliche Altersvorsorge. Das sind alles Rentenversicherungen die eben steuerlich oder anderweitig geförderte werden, weswegen es sich dann doch lohnt, sie abzuschliessen. Ob das für dich gilt, das kannst Du Dir ausrechnen, mit unserem Rechner, der KLAR+-Rechner, den findest Du auf der klarplus.com-Website. Du kannst Dir auch das Video zur nachgelagerten Besteuerung angucken, was Du hier auf dem Kanal findest, und da wirst Du heraufinden ob diese Form mit der staatlichen Förderung für Dich günstiger ist oder ob Du andere Formen der Geldanlage für Dich wählen solltest.

In der Zwischenzeit „like“ uns auf Facebook, abonniert den Kanal hier und dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Finde den perfekten Finanzberater. Schritt 11 von 11: Alster-Test

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Liebe Deinen #Finanzberater - sonst leiden Deine #Finanzen
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Oder: Wie gut könnt Ihr Euch riechen?
Der letzte Punkt ist einer der wichtigsten, steht aber trotzdem zu Recht am Schluss unserer kleinen Aufstellung. Denn hier geht es um Sympathie. Die ist einerseits immens wichtig, wie wir hier erklären werden. Andererseits sollte sie aber erst ein Faktor werden, wenn die anderen Punkte abgehakt sind, damit wir uns nicht einfach nur aus gutem Gefühl, sondern fundiert für den richtigen Berater entscheiden.

Warum die Sympathie trotzdem wichtig ist? Ganz einfach: Du solltest Dich nicht nur einmal, sondern regelmäßig um Deine Finanzen kümmern. Unsere Empfehlung ist, das je nach persönlicher Situation alle ein bis zwei Jahre zu tun. Und was wird passieren, wenn Du Deinen Finanzberater nicht magst? Du wirst ihn meiden – und damit Dir selbst schaden, weil Du Dich seltener um das Thema kümmerst, als Du vielleicht solltest.

Das bedeutet nicht, dass Dein Berater Dein bester Freund werden muss. Aber er sollte doch zumindest den Alster-Test bestehen – der übrigens auch nach jedem anderen Fluss benannt werden kann. Stell Dir vor, Du spazierst am Sonntagnachmittag mit einem guten Freund in Hamburg an der Alster entlang. Das Wetter ist schön, Ihr habt einen entspannten Tag. Plötzlich siehst Du, dass Euch in 100 Metern Dein Finanzberater entgegen kommt. Du musst in diesem Fall keine Freudensprünge machen und ihm in die Arme fallen. Aber wenn Du den Impuls hast, die Straßenseite zu wechseln oder ihm sonst irgendwie aus dem Weg zu gehen – dann solltest Du Dir vielleicht einen neuen Finanzberater suchen.

Wirf auch einen Blick auf die anderen Teile unserer Serie:

  1. Grundsatzfragen: Provision oder Honorar
  2. Qualifikation: die Ausbildung vor lauter Titeln nicht mehr sehen
  3. Seitenwahl: Makler oder Vermittler
  4. Auswahl: breiter Markt oder schmale Nische
  5. Schwarmfinanz: Was nutzen Empfehlungen?
  6. Einblick: Wie gut ist die Analyse?
  7. Hartnäckig: die 50-Euro-Frage
  8. Planungssicher: Wie geht es weiter?
  9. Eintüten: der erste Abschluss
  10. Beziehungsdinge: Wie geht es weiter?
  11. Alster-Test: Könnt Ihr Euch gut riechen?

 

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10 HINWEISE DARAUF, DASS DEIN FINANZBERATER DICH ABZOCKEN KÖNNTE

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Wir bei KLAR+ sind ja nicht grundsätzlich gegen Anlageberater. Aber wir finden schon, dass das in Deutschland immer noch gebräuchliche Provisionssystem zu falschen Anreizen führt. Je nachdem, was ein Finanzmakler Dir verkauft, verdient er mehr oder weniger Geld. Natürlich macht das nicht jeden Makler zu einem schlechten Berater. Aber verführerisch ist es schon.

Um in Gesprächen mit einem Makler besser gerüstet zu sein, haben wir in diesem Blogpost mal ein paar typische Situationen aufgeschrieben, die darauf hindeuten, dass vielleicht gerade jemand auf eine höhere Provision schielt. Wir sagen nicht, dass das immer so ist. Aufpassen solltest Du aber, wenn Dein Finanzberater Dir einen der folgenden Vorschläge macht:

1. Wegen der Steuervorteile möglichst viel Geld in Fondsbasierte Versicherungen anlegen und möglichst wenig direkt in Fonds

Ja, es ist richtig, dass in vielen Fällen staatlich geförderte Versicherungen einen Steuervorteil bringen. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, wenn Dein Berater nur die Versicherung und sonst nichts anderes empfiehlt. KLAR+ empfiehlt in der Regel, nicht mehr als die Hälfte der Fonds-Vorsorge im Versicherungsmantel zu besparen und auch nur dann, wenn es wirklich eine Versicherung mit Steuervorteilen ist. Der Rest ist oft in flexibleren Fonds besser aufgehoben. Eine interessante Rand-Info zu diesem Thema: Dein Berater verdient mit einer Versicherung in der Regel mehr Geld pro investiertem Euro, als mit einem Fondssparplan.

2. Hohe regelmäßige Beiträge in die Vorsorge-Versicherung einzahlen anstatt einen kleinen Beitrag festzuschreiben und regelmäßig Zuzahlungen zu leisten

Feste Beiträge in Vorsorge-Versicherungen kosten meist mehr Gebühren und bringen meist höhere Provisionen, als Zuzahlungen außerhalb der regulären Sparrate. Es ist also meistens günstiger, eine niedrige feste Rate zu wählen und regelmäßig zuzuzahlen. Dagegen solltest Du Dich nur entscheiden, falls es Dir schwer fällt, die nötige Spardisziplin für die regelmäßigen Zuzahlungen aufzubringen.

3. In einen gezillmerten Fondssparplan investieren

Was Zillmerung heißt, erklären wir in unserer Knowledge Base. Unter dem Strich ist ein gezillmerter Vertrag meist besser für den Berater, während Du als Kunde höchstens gleich gut, eventuell sogar schlechter da stehst, als bei einem nicht gezillmerten Vertrag. Wie Du eine Zillmerung erkennst, erklären wir ebenfalls in der Knowledge Base.

4. In einen Fonds investieren und nicht in einen ETF

Für Makler bringt es mehr Geld, wenn ihre Kunden in einen Fonds mit einem Manager investieren als in einen passiven Fonds ohne Manager (auch „ETF – Exchange Traded Funds“). Während bei einem aktiven Fonds der Manager auswählt, welche Aktien oder Anleihen im Portfolio liegen, baut ein ETF einfach einen Index nach, zum Beispiel den DAX. Renditemäßig schneiden ETFs historisch und auf lange Sicht immer im oberen Drittel ab – und das zu einem Bruchteil der Kosten, die ein aktiv gemanagter Fonds verlangt.

5. Das Anlagerisiko erhöhen, obwohl Du nicht danach gefragt hast

Aktienfonds bringen höhere Provisionen als Rentenfonds, Tagesgeld bringt überhaupt keine Provisionen. Wenn Dein Berater also vorschlägt, vom Tagesgeld in einen Rentenfonds zu wechseln oder vom Rentenfonds in einen Aktienfonds, dann tut er das meistens mit dem Hinweis, dass zwar das Risiko erhöht würde, aber auch die Renditechancen. Das stimmt. Gleichzeitig wird aber auch die Provision für den Berater erhöht.

6. Aktien in Deinem Portfolio gegen entsprechende Zertifikate zu tauschen

Inzwischen kommt das nicht mehr so häufig vor, es soll aber immer noch Berater geben, die lieber ein Bayer-Zertifikat als eine Bayer-Aktie im Portfolio ihrer Kunden sehen. Insbesondere dann, wenn das Zertifikat von der Bank des Beraters ausgegeben wird, ist aber Vorsicht angesagt. Zwar ist es richtig, dass Zertifikate gegen gewisse Risiken absichern können, gleichzeitig bringen sie aber auch der ausgebenden Bank viel Geld – und zwar das des Kunden.

7. In der privaten Krankenversicherung den Anbieter wechseln

Jeder neue Abschluss einer privaten Krankenversicherung bringt dem Vermittler sehr viel Geld. Je nach Versicherung können das bis zu neun Monatsbeiträge sein. Für Dich als Kunde bedeutet es aber, dass Du eine neue Gesundheitsprüfung machen musst, in eine höhere Altersklasse eingestuft wirst und wahrscheinlich sogar Deine Rückstellungen verlierst. Das lohnt sich nur in den seltensten Fällen. Selbst, wenn die neue Krankenversicherung momentan günstiger ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Verlust der Rückstellungen rächt und Du langfristig drauf zahlst.

8. In einer langfristigen Versicherungsanlage den Anbieter zu wechseln

Langfristige Versicherungen zur Altersvorsorge sind fast immer so aufgebaut, dass Du die Gebühren für die gesamte Laufzeit schon sehr früh bezahlst. Eine bereits länger laufende Versicherung zu wechseln bedeutet also, dass Du noch einmal ganz von vorne mit dem Gebühren zahlen anfängst, die bereits abbezahlten Gebühren aus der alten Versicherung aber nicht zurückbekommst. Auch das lohnt sich nur sehr selten. Ausnahmen sind die Riester-Rente und die Berufliche Altersvorsorge (BAV). Bei der Riester-Rente kann das gesparte Guthaben gegen eine Bearbeitungsgebühr in einen neuen Vertrag überführt werden. Allerdings solltest Du hier vorher genau in den Vertrag schauen, ob trotzdem erneute Abschlussprovisionen anfallen. In der BAV gibt es bei einem Arbeitnehmerwechsel keine erneuten Provisionen.

9. Versicherungen für etwas abschließen, das keine existenzielle Gefahr bedeutet

Versicherer beschäftigen sehr gute und sehr teure Mathematiker. Die rechnen bei jedem Angebot aus, ob es sich für die Versicherung lohnt. Das gilt auch für Dinge wie zum Beispiel eine Sterbegeld-, Handy- oder Brillen-Versicherung. Als Faustregel gilt: Wenn Du theoretisch auch durch einfaches Sparen genug Geld zusammen bekommst, um selbst für diese Dinge zu bezahlen, dann wirst Du mit der Versicherung sehr wahrscheinlich nicht besser fahren. Deshalb empfehlen wir solche Versicherungen bei KLAR+ nicht.

10. Dich mit einem Haufen Produktratings davon überzeugen, dass eine bestimmte Versicherung die beste ist

Ja, Produktratings sind ein Anhaltspunkt für die Qualität eines Finanzprodukts. Aber nur dann, wenn Du sie selbst recherchierst. Kein Berater, der Dich von der Qualität eines Angebots überzeugen möchte, wird die negativen Ratings erwähnen. Zum Glück gibt es inzwischen das Internet – und Angebote wie das von KLAR+ und seinen Partnern.

 

 

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INDEXFONDS: WAS DER BANKBERATER LIEBER VERSCHWEIGT

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Die meisten Bankkunden haben noch nie etwas von Indexfonds gehört, im Bankjargon auch ETF (Exchange Traded Fund) genannt. Das hat einen einfachen Grund: Der durchschnittliche Bankberater empfiehlt diese Art Fonds einfach nicht. Dabei gibt es viele Gründe, die dafür sprechen, einen Indexfonds zu kaufen.

Wer als Nicht-Profi in Aktien investiert, für den ist ein Fonds definitiv sinnvoll. Über einen Fonds investiert der Anleger gleich in eine ganze Reihe verschiedener Aktien und reduziert so das Risiko, bei stark fallenden Aktienkursen einzelner Unternehmen viel Geld zu verlieren. Die günstigste Art, einen solchen Fonds zu kaufen, bieten zurzeit ETFs. Sie bilden große Indizes nacht, zum Beispiel den DAX, und brauchen deshalb keinen Fondsmanager.

Deshalb kosten sie in der Regel keinen Ausgabeaufschlag. Bei klassischen Produkten beträgt der in der Regel um die fünf Prozent. Auch die jährlichen Kosten sind deutlich niedriger, betragen meist nur rund ein Fünftel von denen eines klassischen Fonds. Aber genau bei den Kosten liegt auch das Problem: Der klassische Bank- oder Finanzberater verdient nichts, wenn er einen ETF verkauft und bleibt deshalb lieber bei den klassischen, teureren Angeboten. Die Kollegen von Finanztip haben sich der Thematik sehr ausführlich angenommen und auch einige Beispielrechnungen angestellt – sehr lesenswert.

PRESSESCHAU: NUR EIN DRITTEL DER DEUTSCHEN “YOUNG PROFESSIONALS” VERTRAUEN EINEM FINANZBERATER

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Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage für Handelsblatt online sind eindeutig: Junge Deutsche mit Geld wollen ihren Besitz keinem Berater mehr anvertrauen. In Zusammenarbeit mit der FOM Hochschule und der Kanzlei Baum Reiter & Collegen hat das Medium  650 so genannte Young Professionals zu ihrem Umgang mit Geld befragt – mit teils sehr ernüchternden Ergebnissen für die Beraterzunft. Bei der eigenen Hausbank lassen sich demnach nur noch 22 Prozent der begehrten Zielgruppe beraten, bei einem unabhängigen Berater gerade einmal neun Prozent.

Definiert wurde die Gruppe der Befragten als junge, gut ausgebildete Berufseinsteiger zwischen 18 und 35 Jahren. Insgesamt 650 von ihnen wurden für die Studie befragt. Geht es nach den Ergebnissen der Studie, haben die Banken diese begehrte Zielgruppe schon zum größten Teil verloren. Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, Finanzprodukte nicht mehr in der Bank, sondern online zu kaufen. Einer der größten Kritikpunkte der jungen Kunden laut Studie: Die in der Finanzberatung immer noch üblichen Provisionen. So stehe der Berater immer im Verdacht, ein Produkt zu empfehlen, dass zwar ihn selber reich macht – aber nicht den Kunden.