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10 HINWEISE DARAUF, DASS DEIN FINANZBERATER DICH ABZOCKEN KÖNNTE

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Wir bei KLAR+ sind ja nicht grundsätzlich gegen Anlageberater. Aber wir finden schon, dass das in Deutschland immer noch gebräuchliche Provisionssystem zu falschen Anreizen führt. Je nachdem, was ein Finanzmakler Dir verkauft, verdient er mehr oder weniger Geld. Natürlich macht das nicht jeden Makler zu einem schlechten Berater. Aber verführerisch ist es schon.

Um in Gesprächen mit einem Makler besser gerüstet zu sein, haben wir in diesem Blogpost mal ein paar typische Situationen aufgeschrieben, die darauf hindeuten, dass vielleicht gerade jemand auf eine höhere Provision schielt. Wir sagen nicht, dass das immer so ist. Aufpassen solltest Du aber, wenn Dein Finanzberater Dir einen der folgenden Vorschläge macht:

1. Wegen der Steuervorteile möglichst viel Geld in Fondsbasierte Versicherungen anlegen und möglichst wenig direkt in Fonds

Ja, es ist richtig, dass in vielen Fällen staatlich geförderte Versicherungen einen Steuervorteil bringen. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, wenn Dein Berater nur die Versicherung und sonst nichts anderes empfiehlt. KLAR+ empfiehlt in der Regel, nicht mehr als die Hälfte der Fonds-Vorsorge im Versicherungsmantel zu besparen und auch nur dann, wenn es wirklich eine Versicherung mit Steuervorteilen ist. Der Rest ist oft in flexibleren Fonds besser aufgehoben. Eine interessante Rand-Info zu diesem Thema: Dein Berater verdient mit einer Versicherung in der Regel mehr Geld pro investiertem Euro, als mit einem Fondssparplan.

2. Hohe regelmäßige Beiträge in die Vorsorge-Versicherung einzahlen anstatt einen kleinen Beitrag festzuschreiben und regelmäßig Zuzahlungen zu leisten

Feste Beiträge in Vorsorge-Versicherungen kosten meist mehr Gebühren und bringen meist höhere Provisionen, als Zuzahlungen außerhalb der regulären Sparrate. Es ist also meistens günstiger, eine niedrige feste Rate zu wählen und regelmäßig zuzuzahlen. Dagegen solltest Du Dich nur entscheiden, falls es Dir schwer fällt, die nötige Spardisziplin für die regelmäßigen Zuzahlungen aufzubringen.

3. In einen gezillmerten Fondssparplan investieren

Was Zillmerung heißt, erklären wir in unserer Knowledge Base. Unter dem Strich ist ein gezillmerter Vertrag meist besser für den Berater, während Du als Kunde höchstens gleich gut, eventuell sogar schlechter da stehst, als bei einem nicht gezillmerten Vertrag. Wie Du eine Zillmerung erkennst, erklären wir ebenfalls in der Knowledge Base.

4. In einen Fonds investieren und nicht in einen ETF

Für Makler bringt es mehr Geld, wenn ihre Kunden in einen Fonds mit einem Manager investieren als in einen passiven Fonds ohne Manager (auch „ETF – Exchange Traded Funds“). Während bei einem aktiven Fonds der Manager auswählt, welche Aktien oder Anleihen im Portfolio liegen, baut ein ETF einfach einen Index nach, zum Beispiel den DAX. Renditemäßig schneiden ETFs historisch und auf lange Sicht immer im oberen Drittel ab – und das zu einem Bruchteil der Kosten, die ein aktiv gemanagter Fonds verlangt.

5. Das Anlagerisiko erhöhen, obwohl Du nicht danach gefragt hast

Aktienfonds bringen höhere Provisionen als Rentenfonds, Tagesgeld bringt überhaupt keine Provisionen. Wenn Dein Berater also vorschlägt, vom Tagesgeld in einen Rentenfonds zu wechseln oder vom Rentenfonds in einen Aktienfonds, dann tut er das meistens mit dem Hinweis, dass zwar das Risiko erhöht würde, aber auch die Renditechancen. Das stimmt. Gleichzeitig wird aber auch die Provision für den Berater erhöht.

6. Aktien in Deinem Portfolio gegen entsprechende Zertifikate zu tauschen

Inzwischen kommt das nicht mehr so häufig vor, es soll aber immer noch Berater geben, die lieber ein Bayer-Zertifikat als eine Bayer-Aktie im Portfolio ihrer Kunden sehen. Insbesondere dann, wenn das Zertifikat von der Bank des Beraters ausgegeben wird, ist aber Vorsicht angesagt. Zwar ist es richtig, dass Zertifikate gegen gewisse Risiken absichern können, gleichzeitig bringen sie aber auch der ausgebenden Bank viel Geld – und zwar das des Kunden.

7. In der privaten Krankenversicherung den Anbieter wechseln

Jeder neue Abschluss einer privaten Krankenversicherung bringt dem Vermittler sehr viel Geld. Je nach Versicherung können das bis zu neun Monatsbeiträge sein. Für Dich als Kunde bedeutet es aber, dass Du eine neue Gesundheitsprüfung machen musst, in eine höhere Altersklasse eingestuft wirst und wahrscheinlich sogar Deine Rückstellungen verlierst. Das lohnt sich nur in den seltensten Fällen. Selbst, wenn die neue Krankenversicherung momentan günstiger ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Verlust der Rückstellungen rächt und Du langfristig drauf zahlst.

8. In einer langfristigen Versicherungsanlage den Anbieter zu wechseln

Langfristige Versicherungen zur Altersvorsorge sind fast immer so aufgebaut, dass Du die Gebühren für die gesamte Laufzeit schon sehr früh bezahlst. Eine bereits länger laufende Versicherung zu wechseln bedeutet also, dass Du noch einmal ganz von vorne mit dem Gebühren zahlen anfängst, die bereits abbezahlten Gebühren aus der alten Versicherung aber nicht zurückbekommst. Auch das lohnt sich nur sehr selten. Ausnahmen sind die Riester-Rente und die Berufliche Altersvorsorge (BAV). Bei der Riester-Rente kann das gesparte Guthaben gegen eine Bearbeitungsgebühr in einen neuen Vertrag überführt werden. Allerdings solltest Du hier vorher genau in den Vertrag schauen, ob trotzdem erneute Abschlussprovisionen anfallen. In der BAV gibt es bei einem Arbeitnehmerwechsel keine erneuten Provisionen.

9. Versicherungen für etwas abschließen, das keine existenzielle Gefahr bedeutet

Versicherer beschäftigen sehr gute und sehr teure Mathematiker. Die rechnen bei jedem Angebot aus, ob es sich für die Versicherung lohnt. Das gilt auch für Dinge wie zum Beispiel eine Sterbegeld-, Handy- oder Brillen-Versicherung. Als Faustregel gilt: Wenn Du theoretisch auch durch einfaches Sparen genug Geld zusammen bekommst, um selbst für diese Dinge zu bezahlen, dann wirst Du mit der Versicherung sehr wahrscheinlich nicht besser fahren. Deshalb empfehlen wir solche Versicherungen bei KLAR+ nicht.

10. Dich mit einem Haufen Produktratings davon überzeugen, dass eine bestimmte Versicherung die beste ist

Ja, Produktratings sind ein Anhaltspunkt für die Qualität eines Finanzprodukts. Aber nur dann, wenn Du sie selbst recherchierst. Kein Berater, der Dich von der Qualität eines Angebots überzeugen möchte, wird die negativen Ratings erwähnen. Zum Glück gibt es inzwischen das Internet – und Angebote wie das von KLAR+ und seinen Partnern.

 

 

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EU SENKT KREDITKARTEN-GEBÜHREN – UND MACHT SIE DESHALB VIELLEICHT TEURER

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Eigentlich soll der EU-Beschluss zu Kreditkarten es billiger machen, mit die beliebten Zahlungsmittel einzusetzen. Frühestens ab September werden die Kosten pro Transaktion stärker gedeckelt, die die Kreditkarten-Unternehmen von den Einzelhändlern verlangen können, wo ihre Karten eingesetzt werden. Für Endverbraucher heißt das aber nicht unbedingt günstigere Preise, sondern eventuell sogar höhere. Warum das so ist, erklärt unter anderem N24 in einem kompakten Überblick.

Die geplanten Limits liegen bei 0,3 Prozent der gezahlten Summe für Kreditkarten und 0,2 Prozent bei Debitkarten, zu denen zum Beispiel auch EC-Karten gehören. Das liegt deutlich unter den Werten, die bisher üblich sind. In Deutschland liegt das Limit bei Kreditkarten-Zahlungen zum Beispiel bei stolzen 1,8 Prozent.

Trotzdem muss es künftig für Verbraucher trotzdem nicht günstiger werden. Denn die Gebühren, um die es hier geht, zahlt der Verkäufer. Zwar sagen zum Beispiel Verbraucherschützer, dass die Händler das gesparte Geld durch niedrigere Preise an ihre Kunden weiter geben, sicher ist das aber nicht. Außerdem könnte es an ganz anderer Stelle plötzlich teurer werden. Denn die Kreditkarten-Firmen bekommen durch die neue Regelung definitiv weniger Geld. Und die haben noch eine ganz andere Möglichkeit, diese Verluste zumindest teilweise wieder auszugleichen: Bei der Jahresgebühr, die sie von ihren Kunden verlangen.

PRESSESCHAU: KRITIK AM DEUTSCHEN SPARER

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Hart ins Gericht mit dem durchschnittlichen deutschen Sparer ging vergangene Woche die Zeitung “Die Welt”. In einem Artikel fasst die Zeitung eine Studie der Postbank zum Sparverhalten hierzulande zusammen – und nennt die Deutschen unter anderem risikoscheue Bürokraten und Finanz-Analphabeten.

Aber warum dieses harte Urteil? Der Artikel basiert auf der Frage danach, was die guten Vorsätze der Deutschen für 2015 sind, wenn es um ihr Geld geht. Und das Ergebnis klingt tatsächlich auf den ersten Blick etwas phantasielos. Ganz oben auf der Liste steht der Vorsatz, Bewegungen auf dem Konto regelmäßiger zu kontrollieren. Und so geht es auch weiter: Unterlagen ordnen, pünktlich die Steuererklärung machen, einen besseren Überblick über Einnahmen und Ausgaben bekommen.

Der Autor kritisiert vor allem, dass die Deutschen zu wenig versuchen, im aktuellen Niedrigzins-Umfeld bessere Renditen zu erzielen. Das ist zwar richtig, trotzdem geht der Artikel etwas zu hart mit den deutschen Sparerns ins Gericht. Denn der erste Schritt zur guten Geldanlage ist es nunmal, einen besseren Überblick über die eigenen Finanzen zu bekommen und zu erkennen, wie viel Geld überhaupt übrig ist und wo man noch welches sparen könnte. Insofern ist es ein guter Vorsatz, einen besseren Überblick über das eigene Geld zu bekommen. Man sollte anschließend nur nicht vergessen, sich zu überlegen, was man mit den hoffentlich entdeckten Reserven anfangen möchte. Wer sein Kapital nicht sehr kurzfristig braucht, für den ist zum Beispiel Tagesgeld bei den aktuellen Mini-Zinsen tatsächlich nicht viel besser, als sich ein paar Scheine unter die Matratze zu legen.

PRESSESCHAU: GELD DER DEUTSCHEN VERGAMMELT AUF GIROKONTEN

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Um mehr als 400 Milliarden Euro hat laut Europäischer Zentralbankdas Vermögen der Deutschen in den vergangenen fünf Jahren zugelegt, das ohne oder nur mit minimalen Zinsen als Bankeinlagen herumliegt. Insgesamt mehr als 1,9 Billionen beträgt das insgesamt so gehortete Geld inzwischen. Würde es mit nur 1,6 Prozent verzinst, würde es mehr abwerfen,  als die Lufthansa im Jahr umsetzt.

Warum die Deutschen zwar mehr sparen, aber dabei immer weniger Rendite bekommen, damit hat sich das MeinungsforschungsinstitutTNS Emnid für die Postbank beschäftigt. In der Studie “Sparen 2014″, über die unter anderem die Welt berichtet, zeigt sich eine deutliche Diskrepanz. Einerseits steigt insgesamt das Vermögen, das die Deutschen sparen. Andererseits gibt es immer mehr, die überhaupt nichts mehr zurücklegen.

Besonders bemerkentswert: Wegen der anhaltend niedrigen Zinssätze im Euroraum gibt es anscheinend immer mehr Bürger, die sich überhaupt nicht mehr um ihre Geldanlage kümmern. Gut die Hälfte der für die Studie befragten gab an, ihr Erspartes einfach unverzinst auf dem Girokonto zu lassen. Immerhin: auch die Zahl derer, die in Fonds und Aktien investieren, ist auf ein Viertel gestiegen. Trotzdem zeigt sich auch hier: Vom Gesamtvermögen der Deutschen sind gerade einmal 15 Prozent in Aktien oder Investmentfonds angelegt. Verbraucherfreundliche Produkte wie ETFs tauchen in der Statistik überhaupt nicht auf. Ein Zeichen dafür, dass vielen Deutsche keine gute Ideen mehr für ihre Geldanlage haben.