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Die richtige Geldanlage für Kinder

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#Kapitalversicherungen: auch für Kinder ein #Renditesparmodell
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Für meinen Freund Peter begann die schlimmste Zeit seiner Jugend, als er reich wurde. Wir waren im selben Jahrgang auf dem Gymnasium, und wir waren beide nie besonders gute Schüler. Aber irgendwie sind wir immer durchgekommen. Bis er 18 wurde und auf einmal fast 50.000 Euro bekam. Das Erbe seines früh verstorbenen Vaters, auf das er nun endlich zugreifen durfte.

Am Anfang fand ich es noch irgendwie cool, als Peter plötzlich Autos, Partys und die dazugehörigen Drogen zu seinen neuen Hobbys machte. Denn wir hatten ja auch etwas davon, wenn wir plötzlich mit ihm Champagner tranken und er uns mit stolzen 18 Jahren die Unterschiede zwischen Veuve Cliquot und Dom Perignon erklären konnte.

Ich möchte hier keine Details erzählen. Nur so viel: Das Geld hielt nicht ewig. Und dass ihn die Schule plötzlich noch weniger interessierte, war auch nicht gerade hilfreich.

Ich habe also aus erster Hand erlebt, was passieren kann, wenn man als junger Mensch plötzlich Zugang zu so viel Geld hat. Inzwischen habe ich selber drei Kinder. Und das, was Peter erlebt hast, ist nun so gar nicht die Art von Lebenserfahrung, die ich meinem Nachwuchs mitgeben will. Die Erfahrung sitzt so tief, dass ich meinen Vater erst einmal gestoppt habe, als er meinen Söhnen gleich zu ihrer Geburt ein wenig Geld schenken wollte.

Auf der anderen Seite: Natürlich werden meine Kinder das Geld später gut brauchen können. Führerschein, Studium, eigene vier Wände, Altersvorsorge – alles Themen, die Geld kosten und die unweigerlich auf sie zukommen. Vorenthalten will ich Ihnen das nicht. Ich habe für das Thema meine eigene Lösung gefunden. Und mir für diesen Blog noch ein paar mehr Gedanken dazu gemacht.

Geld richtig anlegen – Kurz- und langfristig

Was sinnvoll ist, hängt wie immer bei einer Anlage auch vom Ziel ab. Möchte ich Geld für ein wichtiges Lebensziel des Kindes sparen oder soll es etwas sein, wo das Kind auch schon in jungen Jahren dran darf?

Kurzfristig – der Honigtopf

Wenn es um einen Honigtopf geht, wo der Nachwuchs auch ab und zu mal seinen Finger reinstecken darf, ist die Frage einfach: das gute alte Sparbuch ist durch nichts zu ersetzen. Nicht, weil es so tolle Zinsen gibt. Wegen des pädagogischen Effekts.

Mit dem Sparschwein zur Bank, das Sparbuch vorlegen, sehen wie der Drucker eine neue Zahl, ein neues Guthaben verbucht, das Sparbuch zu Hause in die Schublade legen und wissen, wie viel Geld man auf der Bank hat – das ist echtes Lernen, wie man mit Geld umgeht. Da kann man stolz auf das Angesparte sein, kann selber entscheiden, für welche Spielerei man das Geld wieder ausgibt. Und wenn sie zwei Wochen später wieder unbenutzt in der Ecke liegt – sei‘s drum. Geld ist weg, Lektion (hoffentlich) fürs Leben gelernt.

Bei diesem Gefühl, Geld als echtes Buch zu haben, kann kein Onlineangebot und keine ständig schwankende Geldanlage mithalten. Aus meiner Sicht der einzige Grund, warum es heute noch Sparbücher gibt und warum man hier auch einen extra Sparvertrag machen sollte. Oma, Opa, Onkel und Tanten können dann auch besser entscheiden, ob sie potentielle Konsumausgaben wie Playstation oder Mofa finanzieren wollen oder es etwas „fürs Leben“ sein soll.

Langfristig – dann bitte richtig

Wenn es aber um eine langfristige Geldanlage und echte materielle Unterstützung für das spätere Leben geht, ein Ziel wie Studium oder Eigenheim, dann wird die Sache komplizierter. Zumindest bedeutet es, das die Anlage über viele Jahre laufen wird, in der Regel 15 Jahre oder mehr. Selbst ein Jahr im Ausland oder ähnliche teure aber sinnvolle Ausgaben stehen vorher normalerweise nicht an.

Durch den langfristigen Anlagehorizont kommt damit nur eine Anlageklasse wirklich in Frage: Aktien. Gleichzeitig bietet ein Depot auch die Möglichkeit, Zusatzbeträge wie nach Taufe oder Konfirmation gleich mit anzulegen. Tagesgeld, Banksparplan oder Bausparverträge sind im Allgemeinen zu unflexibel oder schlicht zu wenig ertragreich. Ein Aktiendepot oder Fondsparplan bietet sich also als Erstes für die langfristige Anlage an.

Aktienfonds oder ETF?

Wer zum Bankberater geht, der wird in der Regel einen oder mehrere Aktienfonds angeboten bekommen, wenn er nach einer langfristigen Geldanlage in Aktien fragt. Das ist grundsätzlich auch sinnvoll. Dennoch gibt es ein Aber, und das lautet ETF oder „Exchange Traded Fund“ – ebenfalls ein Fonds, der allerdings in den Verwaltungskosten viel günstiger ist und sich deshalb auf lange Sicht eigentlich immer deutlich mehr lohnt, als ein klassischer Aktienfonds.

Grundsätzlich ist der Ansatz eines Aktienfonds gut. Anstatt in eine oder wenige statische Aktien zu investieren, legt der Fonds in eine breite Mischung an. Das reduziert das Risiko, wenn es mal einer oder wenigen einzelnen Aktien nicht so gut geht. Die Auswahl, welche Aktien genommen werden und wann und wie sie umgeschichtet werden, trifft ein Fondsmanager. Das nennt sich dann aktiv gemanagter Fonds.

Allerdings lässt der Fonds sich das auch was kosten. Im Durchschnitt 1,5 bis 2 Prozent des angelegten Geldes – jedes Jahr. Deshalb lohnt sich die günstigere Alternative ETF. Hier verfolgt der Fonds ganz einfach einen Index, zum Beispiel den DAX. Das heißt dann passiv gemanagter Fonds. Im Blick auf die Vergangenheit liegt man damit immer im oberen Drittel aller Fonds, ob aktiv oder passiv gemanagt. Gleichzeitig zahlt man aber weniger als 0,5 Prozent Gebühren pro Jahr. Insbesondere bei längeren Laufzeiten läppert sich das ganz schön.

Geld auf die Kinder übertragen? – Was weg ist, ist weg

Nach der Entscheidung, wo man anlegt, folgt auch gleich die nächste: Wem gehört das Geld?

Die Frage ist berechtigt: Wieso sollte man überhaupt das Geld auf die Kinder übertragen? Man kann doch einfach warten, bis sie alt genug sind. Man legt selber ein eigenes Konto oder Depot an und spart die Beiträge dort. Dann kann man immer noch entscheiden, wie und wann man das Vermögen überträgt.

Es gibt dabei allerdings einen gravierenden Nachteil, und zwar die Steuer. Wer Zinsen erzielt, darf davon pro Jahr nur gut 800 Euro steuerfrei behalten (das doppelte bei Ehepaaren). Viele Eltern brauchen diesen Sparerfreibetrag schon für ihre eigene Vorsorge. Zusätzliche Erträge werden also mit der Abgeltungssteuer belegt. Die summiert sich inklusive Soli und Kirchensteuer zu rund 28,5 Prozent der Erträge. Wer 4 Prozent Rendite erzielt, dem bleiben also weniger als 3 Prozent pro Jahr. Auch das läppert sich auf Dauer.

Steuerlich besser ist es also, den Freibetrag der Kinder zu nutzen und diesen von vornherein das Geld zu übertragen. Dieser Steuervorteil ist dann aber an einen Zweck gebunden: das Geld muss tatsächlich für das Kinder ausgegeben werden, auch wenn man es schon vor dem 18. Lebensjahr verwendet. Tricksen gilt dabei nicht: Erst Geld übertragen, Steuer sparen und dann im letzten Moment das Geld wieder zurück übertragen, das funktioniert nicht. Dann bekommt man Ärger mit dem Finanzamt oder sogar dem Familiengericht. Ganz wie man bei uns in Köln sagt: Wat fott is, is fott.

Versicherungen sind ein Renditesparmodell

Zum Steuern sparen bieten sich auch Lebens- und Rentenversicherungen an, gerade auf fondsgebundener Basis. Die Argumente sind auch einleuchtend: man kann schon heute mit Aktien für die Kinder sparen, die Versicherung läuft aber auf die Eltern. Trotzdem müssen die Erträge noch nicht versteuert werden, da sie erst einmal im Versicherungsmantel verbleiben. Zu einem beliebigen Zeitpunkt kann man die Versicherung dann auf die versicherte Person, das Kind, überschreiben. Also erst, wenn man sich auch wirklich sicher ist, dass es das Geld nicht für irgendeinen Mist auf den Kopf haut. Die Steuer fällt erst dann an, wenn das Kind das Geld dem Vertrag entnimmt. Bei einem wahrscheinlich niedrigen Einkommen in jungen Jahren ergeben sich so Steuervorteile.

Auf Basis meiner persönlichen Story habe ich daher Zeit meines Beraterlebens werdenden Eltern immer eine Lebens- oder Rentenversicherung ans Herz gelegt, am besten fondsgebunden („Als monatlichen Beitrag schlage ich das Kindergeld vor. Das Geld bekommen Sie ja zusätzlich und das soll ja schließlich auch für die Kinder sein, nicht wahr?“).  Und so weit war das in der Theorie auch in Ordnung.

Nur: Als guter Berater macht man ja auch immer selber das, was man seinen Kunden empfiehlt. 2004 habe ich also einen sogenannten Kindervorsorgeplan für meine älteste Tochter abgeschlossen, im Grunde eine fondsgebundene Lebensversicherung mit neuem Namen (bei anderen Versicherungen haben die Pläne wenigstens niedliche Namen wie Pumuckl, Biene Maja oder Einstein Junior). Meine Tochter macht demnächst Abitur – und im Vertrag ist noch nicht mal das drin, was ich über die letzten 12 Jahre eingezahlt habe. Super Deal! Da hab ich mir neben den Steuern auch gleich die Rendite gespart. Da hätte ich das Geld lieber auf meinen Namen in einem ETF-Portfolio angelegt.

Risikoversicherungen

Versicherungen können aber auch anderes, nämlich ganz klassisch absichern. Das ist vielen Eltern sehr wichtig. Wer mal ein zerbrechliches Neugeborenes auf dem Arm gehabt hat, weiß warum. Insbesondere Unfallversicherungen erfreuen sich bei Eltern großer Beliebtheit, „denn wie schnell ist da was passiert!“ Passieren tut allerdings auch bei einer Unfallversicherung etwas. Lediglich die finanziellen Folgen können abgemildert werden. Ist da eine Einmalzahlung wie bei vielen Unfallversicherungen üblich der richtige Weg? Eine Einmalzahlung hilft vielleicht, das Haus um zu bauen, wenn man als Erwachsener im Rollstuhl sitzt. Bei Kindern steht aber eher die regelmäßige, ggf. lebenslange Pflege im Vordergrund. Daher empfehlen Verbraucherschützer vor allem Invaliditätsrenten viel eher als Unfallversicherungen.

Im Falle eines Falles ist ohnehin eine gute gesundheitliche Versorgung das wichtigste. Daher bietet sich wenn eine Zusatzabsicherung in der Krankenversicherung an. Ambulante Zusatzversorgung klingt verlockend, wer möchte denn schon beim Kinderarzt lange warten. Da hat der PKV- Status natürlich Vorteile. Richtig wichtig ist allerdings vor allem die Behandlung im Krankenhaus. Ich würde mir nie verzeihen, wenn ich die notwendige, aber teure Operation für meine Kinder nicht bezahlen kann. Egal wie wahrscheinlich das ist. Da nimmt sich ein bisschen Zeit im Wartezimmer vom Kinderarzt als eher nebensächlich aus.

Zusatzabsicherungen wie Ausbildungsversicherungen und Elternpflegerente hören sich toll an. Dann ist das Wohl der Kinder nicht mehr vom Gesundheitszustand der Eltern abhängig. Aus meiner Sicht ist das aber quatsch. Erstens sind diese Versicherungen extrem teuer, an diesen kleinen Zusatzversicherungen verdienen die Versicherer am meisten. Meine Absicherung sollte außerdem ohnehin so gut sein, dass ich auch meinen Kindern eine Zukunft ermöglichen kann, wenn ich selbst berufsunfähig bin.

Denn das ist allerdings unbedingt notwendig: die eigene Absicherung an die neue Lebenssituation anzupassen. Die Todesfallsumme der Risikolebensversicherung muss erhöht bzw. erstmals abgeschlossen werden. Für Familien mit Kindern wird die Absicherung von zwei bis drei Jahresnettoeinkommen empfohlen, zusätzlich zu anderen Absicherungsfaktoren wie finanziell abhängiger Partner und offene Darlehen. Auch Haftungsschäden sollten mit eingeschlossen werden. Die Privathaftpflichtversicherung sollte auf jeden Fall eine Klausel mit einschließen, die auch Kinder unter 7 Jahren, die eigentlich nicht deliktfähig sind, mit einschließt. Schließlich will man ja nicht unbedingt jeden Schaden einfach abweisen, wenn z.B. das Kind das neue Auto den Nachbarn mit Kieselsteinen wäscht. Sonst zieht das Kind irgendwann zum Studium aus und man kann mit seinem Nachbarn immer noch nicht wieder friedlich reden.

Fazit: Meine Lösung

So sieht dann auch meine ganz persönliche Lösung für meine Kinder aus. Die Risikolebensversicherung habe ich angepasst, Absicherung in der Haftung ist durch die Privathaftpflicht  gegeben und in der Krankenversicherung hat sich die gute stationäre Absicherung des Sohnes beim Beinbruch schon bezahlt gemacht.

Für die Geldanlage scheint es keine einfache Komplettlösung zu geben. Wenn man das Geld ohne dritte Person wie Familiengericht oder Treuhänder übertragen möchte (so viel ist es dann vielleicht doch nicht), gibt es im Grunde keine „steuersichere Option“. Ein gemeinsames Konto von Eltern und Kindern ist der erste Schritt: hier können beide Parteien dann nur gemeinsam auf das Konto zugreifen. Ein separater Vertrag kann dann den Betrag der Schenkung regeln. Somit kann ich zumindest sicher sein, dass nichts ohne meine Zustimmung passiert – allerdings ist nicht sicher, dass das Finanzamt dieses Modell auch akzeptiert. Das wird individuell entschieden. Es ist mir aber definitiv lieber, wenn von dem Geld Steuern gezahlt werden als Drogen.

Rürup Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung – eine sinnvolle Kombination?

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#Rürup Rente + #BU bringt finanzielle Vorteile. Aber brauche ich eine #Rürup-Rente?
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Wenn Du Dich schon einmal zum Thema Berufsunfähigkeit hast beraten lassen, hast Du ihn wahrscheinlich schon einmal gehört: Den Vorschlag, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit einer Rürup Rente zu kombinieren. Das soll vor allem Ersparnisse bei der Steuer bringen. Aber sind es diese Ersparnisse wert, sich für fast sein gesamtes Erwerbsleben auf eine Vertragskombination festzuschreiben? KLAR+ geht der Sache auf den Grund.

 

1. Das System – wie funktioniert die Koppelung?

Die Beiträge zu einer Rürup- oder Basis-Rente kann grundsätzlich jeder Steuerzahler in Deutschland von der Steuer absetzen. Dasselbe gilt für Beiträge zu Zusatzversicherungen. Die Grundidee besteht also darin, die BU nicht alleine, sondern im selben Vertrag wie die Basis-Rente abzuschließen. Dann können die Beiträge zur BU auch steuerlich abgesetzt werden. Einfacher gesagt: Eigentlich möchtest Du nur eine günstige BU, für einen Steuervorteil kaufst Du aber noch eine Rürup-Rente mit ein.

 

2. Nachteile

Allerdings musst Du damit auch andere Nachteile akzeptieren:

Die Rürup- oder Basis-Rente kann eine gute Altersvorsorge sein. Andere Varianten wie Riester-Fondssparplan oder eine Direktversicherung als Betriebliche Altersvorsorge sind aber meistens lukrativer und flexibler. Schöpfst Du diese Möglichkeiten schon jetzt aus oder willst das in Zukunft zusätzlich tun? Dann überprüfe zum Beispiel mit Hilfe von KLAR+, ob diese Varianten nicht günstiger für Dich wären.

Zudem musst Du die Basis-Rente auch bezahlen. Da der Beitrag hier mindestens so hoch sein muss wie zur BU-Versicherung selbst, ist es auch nicht mit einem Mindestbeitrag getan. Deine Liquiditätsbelastung ist also erst mal – vor Steuern – ca. doppelt so hoch.

Das ist gerade für die Hauptadressaten der Basis-Rente, die Selbständigen, besonders schwierig. Regelmäßige Zahlungsverpflichtungen sind  bei einem stark schwankenden Einkommen besonders unangenehm. Aber auch für Angestellte ist die doppelte Liquiditätsbelastung in Notsituationen kritisch. Als Arbeitsloser willst Du zumindest vorrübergehend möglichst wenig monatliche Belastung haben.

Deine BU solltest Du trotzdem nicht kündigen, da mit einem Neustart ein höherer Beitrag und vor allem eine erneute Gesundheitsprüfung mit ungewissem Ausgang verbundene wäre. Zwar bieten hier viele Versicherer einen Wechsel in eine eigenständige BU ohne Gesundheitsprüfung an, der Beitrag müsste trotzdem neu kalkuliert werden und wäre je nach Alter teilweise massiv teurer. Es muss Dir also möglich sein, auch während einer langen Phase mit niedrigem Einkommen Deine Basis-Rente und BU beide weiter zu bezahlen.

Die BU-Rente wird anders besteuert. Ein BU ohne Rürup wird nur teilweise besteuert, zudem sinkt die Besteuerung mit zunehmendem Alter. In Verbindung mit der Rürup-Rente wird dagegen ein großer Anteil der BU-Rente versteuert, der mit zunehmendem Alter auch nur steigt. Die meisten Berufsunfähigkeitsfälle ereignen sich aber natürlich erst später im Berufsleben, daher ist diese Steuerregelung eher schlecht für Dich.

 

3. Vorteile

Demgegenüber steht wie schon erwähnt der Steuervorteil. Der ist natürlich für jeden unterschiedlich. Nehmen wir ein Beispiel: eine junger Mann startet mit 24 seinen ersten Job, verdient 45.000  Euro pro Jahr brutto und möchte dementsprechend im Falle der BU ca. 1750 Euro pro Monat netto Absicherung haben. Würde er mit 55 Jahren berufsunfähig, wäre zwar eine Rente aus einer BU ohne zusätzlichen Rürup-Vertrag praktisch steuerfrei.  Im Fall BU mit Rürup müsste die Auszahlung hingegen versteuert werden. Das bedeutet, dass der Versicherte fast 2000 Euro im Monat absichern müsste, damit er netto 1750 Euro bekommt.

Trotzdem: In diesem Beispiel ist der Beitrag für die BU nach Steuern im Schnitt über die Laufzeit immer noch günstiger, als bei einer allein stehenden Versicherung. Und zwar um rund 20 Euro pro Monat – bei einem Versicherungspreis von rund 60 Euro pro Monat ist das ein gewaltiger Unterschied.

Wenn Du es genauer wissen will, kannst Du die verschiedenen Varianten für Dich selber auch mit dem angehängten Rechner ausprobieren. Einige Daten beruhen auf Rundungen bzw. auf Durchschnittsbildung, daher sind die Angaben ohne Gewähr. Eine Steuerberatung kann der Rechner also nicht ersetzen. Trotzdem: auf Basis der zu Grunde liegenden realistischen Annahmen ergibt sich ein wesentlicher und stabiler Kostenvorteil für praktisch alle Szenarien.

 

KLAR+ Fazit:

Auch wenn die BU-Rente anders besteuert wird: Die Variante „Basis-Rente + BU“ bringt wesentliche und stabile finanzielle Vorteile. Je höher das Einkommen, desto stärker, aber grundsätzlich für jeden. Die Frage muss für Dich daher eher lauten: Was bringt mir die Basis-Rente für Nachteile und will ich diese akzeptieren?

  • Je höher der Bedarf nach einer Basis-Rente, desto eher ist diese Kombination zu empfehlen. Besonders für Menschen mit höherem Absicherungsbedarf wie Selbständige und Angestellte mit Einkommen jenseits der Beitragsbemessungsgrenze zur DRV ist die Basis-Rente und damit die Kombination interessant.
  • Je besser die Ausbildung, umso geringer ist das Risiko von längerer Arbeitslosigkeit und damit verbundenen Liquiditätsengpässen. Beruflich flexiblen Menschen und Akademikern kann die Kombination auch aus dieser Hinsicht empfohlen werden.

Hast Du schon eine BU abgeschlossen und Dich für eine Variante entschieden? Welche Möglichkeit ist für Dich attraktiver?

BU – mit oder ohne Rürup

 

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Finanzen für Azubis und Studenten

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Immer eins nach dem anderen: Die Top 6 Punkte für #Studenten und #Azubis bei den Privaten #Finanzen
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Dieser Blogpost richtet sich direkt an Azubis und Studenten: Was sollen sie mit Ihren ersten Überschüssen am Monatsende anfangen? KLAR+ erklärt die Reihenfolge, an die sie sich bei der Finanzplanung halten sollten. Wir halten uns dabei an die Empfehlungen der DIN (Deutsche Gesellschaft für Normung).

1. Grundabsicherung

Bei Versicherungen heißt es häufig, man solle vorsichtig sein, sich nicht überversichern. Trotzdem gibt es einige wenige Absicherungen die so wichtig sind, dass Du möglichst früh und noch vor dem Sparen mit Ihnen anfangen musst. Sie bilden die Basis für Deine individuellen Ziele. Wenn Du näheres zu den hier aufgeführten Versicherungen wissen willst, z.B. welche Kriterien die Bedingungen erfüllen sollten und was Sie so ca. kosten dürfen, schau in unsere Software.

1.1. Privathaftpflicht

Haftpflichtschäden sind schnell passiert: eine unbedachte Bewegung, und schon kannst Du jemanden anderes einen großen Schaden zugefügt haben. Besonders schlimm sind dabei Fälle, bei denen Personen dauerhaft Schäden davontragen.
Als Auszubildender oder Student bist Du häufig über die Privathaftpflicht Deiner Eltern gegen diese Schäden mit versichert. Voraussetzung dafür ist, dass Deine Eltern einen Familientarif in Ihrer Privathaftpflicht haben. Dann bist Du solange versichert, wie Du bei Deinen Eltern wohnst und Dich noch in der ersten Ausbildung befindest bzw. nicht älter als 25 bist. „Erste Ausbildung“ kann auch ein Studium nach einer Ausbildung bedeuten, z.B. ein BWL-Studium nach einer Lehre zum Bankkaufmann. Dann zählt auch das BWL-Studium zur ersten Ausbildung. Wenn Du allerdings das Berufsbild wechselt, also z.B. Architektur nach dem Bankkaufmann studierst, befindest Du Dich schon in der zweiten Ausbildung und bist damit nicht versichert. Spätestens mit Deinem ersten Master musst Du hier was tun und als erstes eine Privathaftpflichtversicherung abschließen.

1.2. Krankenversicherung

Als Auszubildender bist Du pflichtversichert, auch als Student hast Du Dich schon für eine Krankenversicherung entschieden. Das passt erst mal, der Bedarf ist gedeckt.

1.3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die letzte unbedingt notwendige Versicherung. Sie sichert das ab, in was Du gerade unheimlich viel investierst: Deine Arbeitskraft. Du investierst gerade in Deine Ausbildung um später damit ein gutes Einkommen zu erzielen. Das sind über die nächsten 40 Jahre insgesamt schnell zwischen 2 – 8 Mio. € Geldwert! Falls Du irgendwann nicht mehr arbeiten kannst und nicht dagegen abgesichert bist, ist Deine finanzielle Situation komplett im Eimer. Daher empfehlen alle Experten – „sogar“ die Verbraucherschützer – unbedingt einen Abschluss einer BU.
Leider musst Du dazu gesund sein. Denn bei Abschluss wird Dein Gesundheitszustand abgefragt. Wenn dann schon Kleinigkeiten vorgefallen und Du deswegen beim Arzt warst – z.B. nicht näher definierte Rückenschmerzen oder Prüfungsangst – ist das für die Versicherung ganz schnell ein Riesenthema – sie vermutet z.B. ein aufziehenden Bandscheibenvorfall oder eine psychische Instabilität. Damit bist Du raus und kannst Dich nicht mehr (komplett) versichern.
Daher solltest Du Dich heute versichern, solange Du jung und gesund bist. Wenn Du die Versicherung erst mal hast, sind neue Krankheiten egal. Die Versicherung muss bis zum Ende Deiner Lebensarbeitszeit, also bis 65 o. 67 abgeschlossen. Versichert wird Dein angestrebter Beruf bzw. Deine Ausbildung und Dein derzeitiges Einkommen. Das ist zwar für den Moment eigentlich zu viel, aber Du schließt die Versicherung ja ab, um einen Fuß in der Tür, also die Gesundheitsprüfung hinter Dir, zu haben. Später kannst Du dann die Rente mittels Dynamiken und Erhöhungen zu objektiven Ereignissen (z.B. Heirat, Kinder usw.) an Dein wachsendes Einkommen anpassen. Diese Option musst Du Dir möglichst früh sichern.

2. Sparen

Erst wenn Du die Absicherung erledigt hast, macht Sparen wirklich Sinn. Erst wenn die kurzfristigen Gefahren abgedeckt sind, kannst Du langfristig planen. Das gilt auch für die verschiedenen Themen der Geldanlage.

2.1. Dispo/Konsumkredite zurückzahlen

Dispo- oder Konsumkredite haben immer hohe Zinsen die auch noch garantiert von Dir zurückgefordert werden. Diese Kombination aus „Sicherheit“ und Zins bekommst Du in der Geldanlage – noch dazu nach Steuern – einfach nicht hin. Zahle daher die Kredite als Erstes zurück. So schnell wie möglich.

2.2. Liquiditätsreserve aufbauen*

Für den Anfang ist ein Nettogehalt als Notreserve in Ordnung. Diese dient dazu, dass Du nicht direkt wieder ins Minus rutscht, wenn etwas Unerwartetes passiert, z.B. Dein Auto kaputt geht. Wenn Du ein eher vorsichtiger Typ bist, kannst Du die Reserve auch erhöhen, mehr als 3 Nettogehälter sollten es aber meistens nicht sein. Es sei denn, Du weißt schon, dass da etwas Bestimmtes in den nächsten 1-2 Jahren auf Dich zu kommt: das kann z.B. Dein Auszug von zu Hause sein, ein Auslandsaufenthalt, die Bafög-Rückzahlung usw. Die dadurch zu erwartenden Beträge rechnest Du einfach auf Dein „Wunschpolster“ drauf.

2.3. andere Ziele, Altersvorsorge

Erst jetzt lohnt es sich, längerfristig zu sparen. Dabei ist erst mal egal, für welchen Zweck das ist. Wichtig ist, dass Du eine langfristige Investitionsform nutzen kannst mit einem Anlagehorizont von über 10 Jahren. Aktien sollten auf jeden Fall dabei sein, nur dann bekommst Du die notwendige Rendite hin. Wenn Du schon etwas für die Altersvorsorge tun willst, nimm die jährlichen Förderungen mit. Die gehen Dir sonst verloren. Achte aber darauf, flexibel zu bleiben. Du weißt nicht, wann Du nach der Ausbildung einen Job bekommst oder ob Du Dich noch mal beruflich neu orientierst. Daher sollten die Beiträge nicht zu hoch sein bzw. solltest Du Versicherungslösungen wegen der Kostenstruktur vorerst meiden.
Wenn Du planst, Angestellter zu bleiben und keinen Kammerberuf (Arzt, Anwalt, Architekt etc.) anstrebst, kannst Du z.B. schon mal die Riesterförderung durch einen Riesterfondssparplan mitnehmen. Du hast ein niedriges Einkommen und damit einen niedrigen Mindestbeitrag, da ist die Grundzulage 154 € im Jahr wahrscheinlich schon mal ein ordentlicher Zuschuss. Durch Deinen frühen Start kann der Zineszinseffekt hier gut wirken.
Für andere Sachen zu sparen wie z.B. ein Eigenheim oder so ist aber auch ok. Hauptsache, Du gewöhnst Dich schon mal ans Sparen. Denn wenn Du Dich erst mal ein gewisses Ausgabenniveau im Lebensstandard erreicht hat, ist es wahnsinnig schwer, das wieder zu senken. Welche Sparform für Dich und Dein Ziel am besten ist, rechnet Dir auch unsere KLAR+ Software aus.

KLAR+ Fazit: Mit diesen 6 Schritten bist Du auf jeden Fall erst mal gut aufgestellt. Fang oben an und setzte die Sachen um solange wie Dein Geld reicht. So kannst Du es schaffen, schon heute eine gute Grundlage für den Rest Deines finanziellen Lebens zu legen.

 

*Aus dem Prinzip „erst kurzfristig absichern um dann langfristig zu sparen“ weichen wir hier in der Reihenfolge von der DIN Spec ab.

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GELDANLAGE ALTERSVORSORGE: WEGE ZUR GARANTIE

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Dein Geld ist nicht weg, es ist nur woanders. Die meisten von uns freuen sich, wenn sie sich endlich mal um die Altersvorsorge gekümmert haben und wollen sich nicht auch noch damit herumschlagen, wo genau das angelegte Geld eigentlich landet, nachdem es vom Konto verschwunden ist. Dabei ist das so kompliziert gar nicht. Und es beeindruckt so ziemlich jeden Berater, wenn man davon ein wenig versteht. Wir haben uns mal die Mühe gemacht, die Anlagestrategien der Versicherer vom Versicherungssprech in halbwegs verständliches Deutsch zu übersetzen.

  • Klassik

Ja, so heißt wirklich eine Anlagestrategie. Das ist das, was die meisten Versicherer die meiste Zeit gemacht haben. Wenn eine Versicherung „klassisch“ anlegt, dann garantiert sie Dir, also dem Anleger, 60 Prozent der Rendite einer Bundesanleihe auf den Sparanteil Deines Beitrags. Das sind derzeit gerade mal 1,25 Prozent und wird weiter abgesenkt. Nicht gerade sexy. Trotzdem ist das „klassische“ Anlagemodell immer noch Kern jeder Lebens- und Rentenversicherung, der für die Absicherung einer Mindest-Rendite sorgt. Für die hohe Sicherheit sorgt ein recht kleiner Aktien-Anteil von maximal 30 Prozent (in der Realität meistens eher 10 Prozent), für ein kleines bisschen Rest-Rendite versuchen die Versicherer zunehmend mit eher neumodischen Anlageformen wie zum Beispiel Infrastrukturfonds zu sorgen.

  • Höchststandsgarantiefonds

Klingt gut, drosselt aber die mögliche Rendite gewaltig: In einem Höchststandgarantiefonds wird regelmäßig (meist einmal pro Monat) der aktuelle Stand des Fonds eingefroren. Das heißt, dass der Wert des Fonds danach zwar noch steigen kann, aber nie wieder sinken. Klingt gut, wie gesagt, wird aber teuer erkauft. Denn ein solcher Fonds setzt sich aus einem Aktien- und einem Renten-Anteil zusammen.

Der Renten-Anteil verspricht einen Stabilen Zinssatz, sagen wir mal 2 Prozent. Der Aktien-Anteil schwankt. Um durch negative Schwankungen nicht unter den Höchststand zu fallen, legt der Fondsmanager an jedem Höchststand so viel Geld in Renten an, dass am Ende inklusive Verzinsung auf jeden Fall wieder der Höchststand erreicht ist. Bei 2 Prozent Verzinsung und 10 Jahren Restlaufzeit sind das schon 82 Prozent. Das heißt, dass weniger als ein Fünftel des Geldes in Aktien angelegt ist und tatsächlich weitere Gewinne erwirtschaften kann. Mit kürzerer Laufzeit oder sinkenden Zinsen sinkt der Aktienanteil weiter. Auch mit steigendem Garantiestand sinkt der Aktienanteil. Die Sicherheit wird mit einem Verzicht auf Rendite erkauft.

  • Statischer Hybrid

Sorgt für einen etwas höheren Aktienanteil, hat aber eventuell Probleme gegen Ende der Laufzeit. Hybrid heißt, dass hier wieder zwischen Staatsanleihen (sicher) und Aktien (höheres Risiko) gemischt wird. Schon am Anfang der Laufzeit wird festgelegt, wie viel Geld in sichere Anlagen gehen muss, damit am Ende die Versicherung den gesetzlichen Mindestbetrag auszahlen kann. Alles andere geht in Aktien.

Das Nette dabei: Jeder Überschuss kann wieder in Aktien investiert werden. Wenn also das Aktien-Portfolio gut läuft oder das Staatsanleihen-Portfolio doch mehr als den minimal kalkulierten Gewinn abwirft, erhöht sich der Aktienanteil und damit die Chance auf eine höhere Rendite. Der Nachteil: Gegen Ende der Laufzeit ist dieses Modell überdurchschnittlich riskant. Denn dann ist der Aktienanteil am höchsten. Genau dann sollte er aber eigentlich langsam zurückgefahren werden, um die Gefahr kurzzeitiger Kursrücksetzer zu verringern.

  • Dynamischer Hybrid

Ist eine Mischung aus 2 und 3. Also eine Mischung aus einer sicheren Staatsanleihen-Anlage mit einer Aktien-Anlage. Jedoch nicht irgendwelche Aktien, sondern ein Fonds, der einen Mindeststand garantiert. Das funktioniert ähnlich wie bei Punkt 2 mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Fonds nur einen Teil der Anlagesumme garantiert, meistens sind das etwa 80 Prozent. Dadurch kann er die Aktienquote höher halten. Die eventuell fehlenden 20 Prozent sichert die Versicherung selbst durch das Staatsanleihen-Portfolio ab.

Lange Rede, kurzer Sinn: Durch diese Kombination ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass unter dem Strich eine größere Aktienquote in der Versicherung steckt. Das bedeutet bessere Renditechancen, aber natürlich auch ein höheres Schwankungsrisiko. Unter den garantierten Auszahlungswert der Versicherung kann aber auch dieses Modell niemals fallen.

  • i-CPPI

Nur der Vollständigkeit halber zum schnell wieder vergessen hier die vollständig ausgeschriebene Abkürzung: individual – constant proportion portfolio insurance. Heißt unter dem Strich nicht viel anderes als das, was unter Punkt 4 beschrieben ist. Allerdings werden Höchststände und Portfolio-Zusammensetzung hier nicht monatlich, sondern täglich überprüft. Das funktioniert, weil die Versicherer hier nicht nur Aktien und Anleihen, sondern zusätzlich jede Menge Finanz-Hokuspokus verwenden (Derivate, Optionen etc). Theoretisch ist das besser, weil durch die kürzeren Zyklen mehr Risiko eingegangen werden kann, ohne die Garantie zu verlieren. Praktisch kostet das aber auch eine Menge Verwaltungskosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen, bevor Gewinne an den Versicherten fließen.

Das KLAR+-Fazit: Die Systeme sind immer komplizierter geworden, und mit komplizierten Systemen steigen auch die Kosten. Entwickelt sich der Aktienmarkt während der Laufzeit eher mau, ist der Aufwand zu teuer, und die komplizierten Anlagemodelle versauen das Ergebnis. Trotz dieses steigenden Risikos unterstützt KLAR+ die neuen Anlagemodelle, da sie sich in den meisten Fällen auszahlen werden und ein hoher Aktienanteil in der langfristigen Altersvorsorge einfach Pflicht ist.

FONDSBASIERTE RIESTER-VERSICHERUNGEN: MIT EINEM ANRUF TAUSENDE EURO SPAREN

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Mit einem Artikel auf Spiegel Online hat der Verbraucherjournalist Hermann-Josef Tenhagen für einigen Wirbel gesorgt. Während Portale wie Boerse.ARD und Versicherungsbote ihm nun vorwerfen, dort ein Riester-Startup zu sehr gelobt zu haben, wollen wir bei Klar+ den konstruktiven Weg wählen und uns um den wohl absolut unstrittigen Teil von Tenhagens Artikel kümmern – und darum, wie Riester-Sparer ihn vielleicht nutzen können.

In der Klar+ Beispielrechnung kannst Du mit der Umstellung auf ETFs mehr als 12.000 Euro sparen.

In der Klar+ Beispielrechnung kannst Du mit der Umstellung auf ETFs mehr als 12.000 Euro sparen.

Denn was er völlig zu Recht kritisiert, sind die hohen Gebühren, die in fast jeder Form des Riester-Vertrags stecken. Am meisten in der Kritik stehen dabei die so genannten Fondsgebundenen Rentenversicherungen. Denn die kassieren doppelt: Einmal bezahlst Du eine jährliche Gebühr für den so genannten „Versicherungsmantel“, also für das Produkt selbst. Dazu kommen aber noch weitere Gebühren, und zwar die Verwaltungsgebühren für die einzelnen Fonds, in die diese Versicherung wiederum investiert. Bei Aktienfonds sind diese Verwaltungsgebühren besonders hoch, in der Regel rund 1,5 Prozent der dort angelegten Summe pro Jahr.

Dabei geht es viel billiger, mit so genannten ETFs. Die Abkürzung steht für „Exchange Traded Fund“, was frei übersetzt „börsengehandelter Fonds“ bedeutet. ETFs haben keinen Fondsmanager sondern folgen einfach einem Index, zum Beispiel dem DAX. Dafür kosten sie nur einen Bruchteil der Verwaltungsgebühren. Und Langzeitstudien haben gezeigt, dass sowieso nur ein Bruchteil der Fondsmanager auf lange Sicht besser abschneiden, als ihr Vergleichsindex. Du als Anleger kannst also eine Menge Gebühren sparen, wenn Du statt in den „Deutschland-Aktienfonds“ Deiner Bank einfach in einen DAX-ETF investierst.

Alte Verträge umschichten

Was das alles mit Riester zu tun hat? Viele alte Verträge für Fondsgebundene Riester-Versicherungen wurden vor vielen Jahren abgeschlossen, ohne die Möglichkeit, das dort angelegte Geld in ETFs zu stecken. Bei vielen neuen Versicherungsverträgen gibt es diese Möglichkeit jedoch. Und deshalb fangen die Gesellschaften nun langsam an, auch für die Altverträge eine Umschichtung zu ermöglichen. Und hier kommst Du ins Spiel. Ein kurzer Anruf beim Riester-Anbieter und der einfache Satz: „Kann ich den Fonds-Anteil meiner Versicherung auch in ETFs umschichten“ können Dir viele tausend Euro sparen.

Wie viel genau es sein kann, haben wir mal beispielhaft ausgerechnet. Mal angenommen, Du hast einen Vertrag, in dem inzwischen bereits 20.000 Euro angespart sind, und in den Du jedes Jahr weitere 2.100 Euro einzahlst. Von all diesem Geld werden 30 Prozent in Aktien angelegt. Wenn ab 2016 der Aktienanteil des Riester-Vertrags jedes Jahr nur noch 0,3 Prozent statt 1,5 Prozent gebühren kostet, sind die Ersparnisse gewaltig. In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass der Vertrag noch bis Ende 2040 läuft. Wenn das Aktien-Portfolio in dieser Zeit eine durchschnittliche Rendite von 6,9 Prozent abwirft, beträgt die Ersparnis stolze 12.547 Euro. Und selbst bei einer durchschnittlichen Rendite von 4,9 Prozent ist die Ersparnis immer noch 8.433 Euro.

Ein Grund für diese hohen Zahlen ist der Zinseszins-Effekt. Du sparst nicht nur jedes Jahr Gebühren, Du kannst das gesparte Geld auch noch zusätzlich anlegen. Im Laufe der Jahre vermehrt es sich immer weiter und der gesparte Betrag wächst auch durch die Zinsen, die er erwirtschaftet.

Ob die Umschichtung so funktioniert und wie viel Ersparnis die Anlage in ETFs wirklich bringt, hängt von Deinem Versicherungsvertrag ab und davon, wann er geschlossen wurde. Grundsätzlich können solche Veränderungen nur mit Verträgen gemacht werden, die 2005 oder später abgeschlossen wurden. Wenn Du jedoch eine Fondsgebundene Riester-Versicherung besitzt, die nicht in ETFs investiert, solltest Du vielleicht zum Hörer greifen. Der Kurze Anruf kann Dir auf lange Sicht viel Geld bringen.

 

VERSICHERUNGEN: BU STATT UNFALL

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In einem aktuellen Artikel erklärt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass fast drei Viertel der Deutschen die Unfallversicherung für einen wichtigen Bestandteil der eigenen Absicherung halten. Dabei gibt es für diesen Bereich einen deutlich wichtigeren Baustein, wie auch der Artikel anmerkt: Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV).

Der Grund ist schlicht, dass die Unfallversicherung nur deutlich weniger Fälle absichert, als eine BUV. Es gehört zu den größten Risiken im Leben eines arbeitenden Menschen, dass er kein Geld mehr durch seine Arbeit verdienen kann. Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Unfall die größte Gefahr für die eigene Arbeitskraft ist. Reden wir über die Versicherungswelt, sieht das jedoch deutlich anders aus: Nur einer von 50 anerkannt Schwerbehinderten ist wegen eines Unfalls in dieser Situation.

Das heißt nicht, dass eine Unfallversicherung grundsätzlich schlecht ist. Sie sollte allerdings mit dem Bewusstsein abgeschlossen werden, dass sie eine Absicherung für den absoluten Ausnahmefall ist. Entsprechend sollten auch die Auszahlungsbedingungen sein: Eine hohe, einmalige Zahlung kann nach einem Unfall durchaus sehr hilfreich sein, um die Umstellung auf die neue Lebenssituation nicht zu einem finanziellen Risiko werden zu lassen. Priorität hat aber die langfristige Absicherung der eigenen Arbeitskraft und damit die BUV.

KRANKENKASSEN-BEITRÄGE: ÜBERRASCHUNG IM JANUAR

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Trotz großer Ankündigung aus dem Gesundheitsministerium dürfte die Lohnabrechnung Ende Januar viele Angestellte überraschen. Beim größten Teil der gesetzlich Krankenversicherten ändern sich die Beiträge. Und dieses Mal geht es nicht nur um ein paar Euro mehr oder weniger beim Netto-Gehalt, sondern um eine erneute Strategie-Änderung bei der Beitragsbemessung.

Zuerst die – vorerst – gute Nachricht: Der allgemeine Beitragssatz der Krankenkassen sinkt um stolze 0,9 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent des Bruttolohns, den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Dieser Beitrag wird wie bisher von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen bezahlt.

Die wichtigste Veränderung gibt es aber bei dem Beitrag, den der Arbeitnehmer alleine zahlen muss. Bisher lag der fest bei 0,9 Prozent des Bruttolohns. Seit diesem Jahr dürfen die Krankenkassen selbst festlegen, wie hoch dieser Beitrag sein darf. Das hat zwei wichtige Auswirkungen.

Erhöhungen zahlt der Arbeitnehmer

Erstens ist damit der einheitliche Beitragssatz der Kassen de facto Geschichte. Denn wenn eine Kasse nun Geldprobleme hat, kann sie die Zusatzbeiträge individuell erhöhen – und damit also wie früher unter dem Strich ihren Beitragssatz selbst bestimmen.

Die zweite Auswirkung ist noch gravierender. Denn die Krankenkassen-Kosten sind weiterhin zweigeteilt. Den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Jeden darüber hinaus gehenden Zusatzbeitrag muss der Arbeitnehmer alleine bezahlen. Unter dem Strich heißt das also: So lange der allgemeine Kassensatz stabil bleibt, wird jede künftige Erhöhung der Krankenkassen-Beiträge allein vom Arbeitnehmer bezahlt.

Um es den Verbrauchern einfacher zu machen, hat derSpitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen eine Liste veröffentlicht, in der alle Kassen inklusive ihrer jeweiligen Zusatzbeiträge aufgeführt sind.