Cost Average Effekt – wieso 80% der Anleger die Börse falsch bewerten

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Cost Average Effekt – wieso 80% der Anleger die Börse falsch bewerten

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Auf Grund des #CostAverage Effekts bewerten viele #Anleger die #Börse falsch
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Der Cost-Average-Effekt wird kontrovers diskutiert. Manche finden ihn positiv, manche halten ihn für überflüssig. Wir sagen Dir, warum er positiv ist – und viele Anleger auf Grund des Effekts das Geschehen an der Börse neu bewerten müssen.

Transkript: Cost Average Effekt – Schlüssel zum entspannten Anlegen

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von KLAR+, Private Finanzen. Ganz einfach. Heute mit einem neuen Video zum Thema Cost Average Effekt. Der Cost Average Effekt wird gerade viel diskutiert, gerade hier auf YouTube, es gibt viele Videos dazu. Ich kann die Diskussion nicht nachvollziehen, ich kann Dir auch genau erklären, warum der Effekt positiv ist. Und ich werde dir auch genau erzählen, warum 80% der Anleger auf Grund des Cost Average Effektes das Geschehen an der Börse falsch bewerten.

In der Theorie, was bedeutet der Cost-Average-Effekt überhaupt? Auf deutsch heisst er Durchschnittskosteneffekt und das beschreibt es eigentlich schon ganz gut. Denn das Problem ist ja wenn ich Geld zu investieren habe: Welchen Zeitpunkt im Markettiming erwische ich? Ich habe hier den klassischen Aktienverlauf. Wenn ich hier investiere, dann habe ich erstmal kurz Spass und dann geht es schwer bergab und genau das möchte ich ja vermeiden. Auf der anderen Seite, wenn ich hier den Zeitpunkt erwische, geht es erstmal steil bergauf und das wäre das, was ich mir wünsche. Ich weiß aber nie genau, ob ich jetzt  hier oder hier im Kursverlauf bin. Da sagt der Cost-Average-Effekt einfach, ganz egal, nimm das Vermögen, teile es auf und investiere es systematisch nach gewissen Zeiträumen, hier jetzt z.B. mal monatlich. Du nimmst das Geld jetzt einfach und fängst hier an zu investieren, und dann hier… und so weiter. Dadurch, dass Du die Investition des Vermögens auf verschiedene Zeitpunkte aufteilst, erreichst Du eine Durchschnittsbildung, deswegen Durchschnittskosteneffekt. Ich sag mal, in dem Beispiel wäre das ungefähr hier. Das ist der Durchschnittswert des Einkaufspreises der Anteile, für den Preis habe ich sie dann eingekauft. Das ist nicht der beste Zeitpunkt, das ist aber auch nicht der schlechteste Zeitpunkt. Das ist eben das wichtige, ich vermeide, das ich zu teuer einkaufe und kann deswegen beruhigter investieren mit diesem System. Deswegen Risikodiversifikation und deswegen ist der Cost-Average-Efekt positiv, genau das selbe machen wir bei der Asset Allocation auch um eine möglichst stabile Wertentwicklung hinzubekommen und deswegen weiß ich nicht, was am Cost-Average-Effekt zu diskutieren sein soll, bzw. warum er schlecht sein soll.

Die Diskussion ist aus meiner Sicht ohnehin akademisch, denn es ist ja nun mal leider so, dass viele von uns ohnehin kein Vermögen haben, dass sie auf einen Schlag investieren können. Sondern wir sparen uns das Geld ja zusammen, wir müssen ja am Ende des Monats in einen Fondsparplan z.B. investieren um uns dann Schritt für Schritt das Vermögen aufzubauen. Wenn das der Fall ist, dann ist es ja üblicherweise so, dass wir uns freuen, wenn wir so ein Investment hinbekommen. Etwas, das bei hundert startet und dann nach einem Jahr bei 125 steht, nach zwei Jahren bei 166 und nach drei Jahren bei 200. Wenn wir das hinkriegen, bin ich mir ziemlich sicher, das wir da stolz drauf sind und unseren Freunden auch gerne erzählen, dass wir ein Investment getätigt haben, was in drei Jahren eine Wertsteigerung von 100% gekriegt hat.

Jetzt müssen wir aber daran denken, wir haben ja eigentliche einen Fondssparplan mit – ich sage jetzt mal als Beispiel – mit einem Investment von 1000 € regelmäßig. Und bei einem Fondssparplan ist es so, dass ich sage, ich will das gar nicht, ich will so eine Wertentwicklung haben, die ist mir viel lieber. Die geht nach kurzer Zeit runter auf 50 und dann später wieder hoch.

Wieso will ich das/ist das so? Ganz einfach, dass kann man nachrechnen. Und zwar geht es um die Anzahl der Anteil, die ich jetzt für 1000 € bekomme. Bei 1000 € bekomme ich bei einem Preis von 100 10 Anteile, nach einem Jahr bei 125 sind es noch acht, nach zwei Jahren noch 6 und nach drei Jahren bekomme ich 5 Anteile. Insgesamt habe ich dann also nach drei Jahren ein Portfolio mit 29 Anteilen mit dem Wert von 200, das bedeutet ich kommen auf einen Wert von 5800 € im Portfolio. Das ist nicht schlecht.

Aber wenn ich mir jetzt angucke, was der andere Kursverlauf gemacht hat. Da habe ich am Anfang auch 10 bekommen, nach einem Jahr bin ich bei 50, da bekomme ich 20 Anteile, nach zwei Jahren noch mal 20. Nach drei Jahren, auch wenn es nur wieder auf den Ausgangswert zurückgeht und ich 10 Anteile bekomme, habe ich doch insgesamt 60 Anteile zusammen, bei einem Preis von 100 sind das 6000 €, also 200 mehr als im obigen Kursverlauf.

Das zeigt uns das durch den Cost Average Effekt die Bewertung dessen, was in einer frühen Sparphase an der Börse passiert, etwas anderes ist. Das müssen wir neu überdenken. Klar, hinten ist es immer wichtig, das die Kurse steigen, da wollen wir, das die Kurse steigen. Aber in der Phase am Anfang, da wo wir noch vornehmlich Anteile einkaufen, da ist es gar nicht gut, wenn die Kurse steigen. Da wollen wir, dass die Kurse fallen. Ich behaupte, dass 80% der Anleger in dieser Einkaufsphase sind, die gerade langfristig Kapital aufbauen. Für die Altersvorsorge, für eine eigenes Hause, worauf man halt so spart. Das ist ja meistens langfristig, deswegen befinden wir uns die meiste Zeit in der Phase des Einkaufs. Und deswegen sollen wir uns auch die meiste Zei t darüber freuen, wenn es crasht, wenn die Kurse fallen, wenn wir günstig einkaufen können. Dadurch das wir einen Fondssparplan haben, sollten wir uns über fallende Kurse freuen. Ich hoffe, das ist eine gute Erkenntnis für Dich, das macht Dich ein bisschen entspannter wenn Du das nächste Mal auf die Kurse guckst und es eigentlich gut ist, wenn die Kurse runter gehen. Ich hoffe, diese Neubewertung hat Dir geholfen, ich hoffe wie gesagt, damit bist Du etwas entspannter. Wenn es Dir gefallen hat, schreib es unter das Video, follow uns auf Facebook, abonnier den Kanal und dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

  • Konrad

    Reply

    Vielen Dank für das gute Video, schön anschaulich erklärt!

    Könntest Du noch etwas zum Average Effekt in der Endsparphase sagen? Wenn ich für das Alter spare und dann im Alter z.B. monatlich einen bestimmten Betrag aus dem Fond entnehme, hätte ich doch den umgekehrten Effekt, oder? Auch wenn ich vor der Endsparphase nach und nach aus einem volatilen Aktienfond in stabile Anleihen umschichte, hätte ich den Effekt.
    Was sollte man also in dieser Phase tun?

    • Alexander@klarplus Post author

      Reply

      Hallo Konrad,
      auch während der Entnahme hat der Cost Average Effekt ausgleichende Wirkung. Wenn Du monatlich 1000 € entnimmst ist das Risiko kleiner, im „falschen“ Moment auszusteigen, als wenn Du zu einem Zeitpunkt 12000 € entnimmst. Natürlich wirst Du so auch nie den komplett „richtigen“ Moment erwischen…
      Die Frage ist auch immer eine der Alternative. Wenn ich z.B. das entnommene Geld sofort ausgebe, lohnt es sich, dass möglichst spät zu machen. Dann kann sich das Geld länger verzinsen. Wenn ich es stattdessen in stabilere Anlagen umschichte, ist mein Vermögen sicherer, verzinst sich aber (vermutlich) auch weniger. Die persönlichen Prioritäten sind hier entscheidend. Grundsätzlich empfehle ich aber schon, in sicherere Anlagen umzuschichten. Gerade in der Entnahmephase können Börsentiefs besonders weh tun, weil man dann besonders viele Anteile verkaufen muss und das Tief nicht einfach aussitzen kann.
      Gruß
      Alexander

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