Finanzen für Azubis und Studenten

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Finanzen für Azubis und Studenten

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Immer eins nach dem anderen: Die Top 6 Punkte für #Studenten und #Azubis bei den Privaten #Finanzen
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Dieser Blogpost richtet sich direkt an Azubis und Studenten: Was sollen sie mit Ihren ersten Überschüssen am Monatsende anfangen? KLAR+ erklärt die Reihenfolge, an die sie sich bei der Finanzplanung halten sollten. Wir halten uns dabei an die Empfehlungen der DIN (Deutsche Gesellschaft für Normung).

1. Grundabsicherung

Bei Versicherungen heißt es häufig, man solle vorsichtig sein, sich nicht überversichern. Trotzdem gibt es einige wenige Absicherungen die so wichtig sind, dass Du möglichst früh und noch vor dem Sparen mit Ihnen anfangen musst. Sie bilden die Basis für Deine individuellen Ziele. Wenn Du näheres zu den hier aufgeführten Versicherungen wissen willst, z.B. welche Kriterien die Bedingungen erfüllen sollten und was Sie so ca. kosten dürfen, schau in unsere Software.

1.1. Privathaftpflicht

Haftpflichtschäden sind schnell passiert: eine unbedachte Bewegung, und schon kannst Du jemanden anderes einen großen Schaden zugefügt haben. Besonders schlimm sind dabei Fälle, bei denen Personen dauerhaft Schäden davontragen.
Als Auszubildender oder Student bist Du häufig über die Privathaftpflicht Deiner Eltern gegen diese Schäden mit versichert. Voraussetzung dafür ist, dass Deine Eltern einen Familientarif in Ihrer Privathaftpflicht haben. Dann bist Du solange versichert, wie Du bei Deinen Eltern wohnst und Dich noch in der ersten Ausbildung befindest bzw. nicht älter als 25 bist. „Erste Ausbildung“ kann auch ein Studium nach einer Ausbildung bedeuten, z.B. ein BWL-Studium nach einer Lehre zum Bankkaufmann. Dann zählt auch das BWL-Studium zur ersten Ausbildung. Wenn Du allerdings das Berufsbild wechselt, also z.B. Architektur nach dem Bankkaufmann studierst, befindest Du Dich schon in der zweiten Ausbildung und bist damit nicht versichert. Spätestens mit Deinem ersten Master musst Du hier was tun und als erstes eine Privathaftpflichtversicherung abschließen.

1.2. Krankenversicherung

Als Auszubildender bist Du pflichtversichert, auch als Student hast Du Dich schon für eine Krankenversicherung entschieden. Das passt erst mal, der Bedarf ist gedeckt.

1.3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die letzte unbedingt notwendige Versicherung. Sie sichert das ab, in was Du gerade unheimlich viel investierst: Deine Arbeitskraft. Du investierst gerade in Deine Ausbildung um später damit ein gutes Einkommen zu erzielen. Das sind über die nächsten 40 Jahre insgesamt schnell zwischen 2 – 8 Mio. € Geldwert! Falls Du irgendwann nicht mehr arbeiten kannst und nicht dagegen abgesichert bist, ist Deine finanzielle Situation komplett im Eimer. Daher empfehlen alle Experten – „sogar“ die Verbraucherschützer – unbedingt einen Abschluss einer BU.
Leider musst Du dazu gesund sein. Denn bei Abschluss wird Dein Gesundheitszustand abgefragt. Wenn dann schon Kleinigkeiten vorgefallen und Du deswegen beim Arzt warst – z.B. nicht näher definierte Rückenschmerzen oder Prüfungsangst – ist das für die Versicherung ganz schnell ein Riesenthema – sie vermutet z.B. ein aufziehenden Bandscheibenvorfall oder eine psychische Instabilität. Damit bist Du raus und kannst Dich nicht mehr (komplett) versichern.
Daher solltest Du Dich heute versichern, solange Du jung und gesund bist. Wenn Du die Versicherung erst mal hast, sind neue Krankheiten egal. Die Versicherung muss bis zum Ende Deiner Lebensarbeitszeit, also bis 65 o. 67 abgeschlossen. Versichert wird Dein angestrebter Beruf bzw. Deine Ausbildung und Dein derzeitiges Einkommen. Das ist zwar für den Moment eigentlich zu viel, aber Du schließt die Versicherung ja ab, um einen Fuß in der Tür, also die Gesundheitsprüfung hinter Dir, zu haben. Später kannst Du dann die Rente mittels Dynamiken und Erhöhungen zu objektiven Ereignissen (z.B. Heirat, Kinder usw.) an Dein wachsendes Einkommen anpassen. Diese Option musst Du Dir möglichst früh sichern.

2. Sparen

Erst wenn Du die Absicherung erledigt hast, macht Sparen wirklich Sinn. Erst wenn die kurzfristigen Gefahren abgedeckt sind, kannst Du langfristig planen. Das gilt auch für die verschiedenen Themen der Geldanlage.

2.1. Dispo/Konsumkredite zurückzahlen

Dispo- oder Konsumkredite haben immer hohe Zinsen die auch noch garantiert von Dir zurückgefordert werden. Diese Kombination aus „Sicherheit“ und Zins bekommst Du in der Geldanlage – noch dazu nach Steuern – einfach nicht hin. Zahle daher die Kredite als Erstes zurück. So schnell wie möglich.

2.2. Liquiditätsreserve aufbauen*

Für den Anfang ist ein Nettogehalt als Notreserve in Ordnung. Diese dient dazu, dass Du nicht direkt wieder ins Minus rutscht, wenn etwas Unerwartetes passiert, z.B. Dein Auto kaputt geht. Wenn Du ein eher vorsichtiger Typ bist, kannst Du die Reserve auch erhöhen, mehr als 3 Nettogehälter sollten es aber meistens nicht sein. Es sei denn, Du weißt schon, dass da etwas Bestimmtes in den nächsten 1-2 Jahren auf Dich zu kommt: das kann z.B. Dein Auszug von zu Hause sein, ein Auslandsaufenthalt, die Bafög-Rückzahlung usw. Die dadurch zu erwartenden Beträge rechnest Du einfach auf Dein „Wunschpolster“ drauf.

2.3. andere Ziele, Altersvorsorge

Erst jetzt lohnt es sich, längerfristig zu sparen. Dabei ist erst mal egal, für welchen Zweck das ist. Wichtig ist, dass Du eine langfristige Investitionsform nutzen kannst mit einem Anlagehorizont von über 10 Jahren. Aktien sollten auf jeden Fall dabei sein, nur dann bekommst Du die notwendige Rendite hin. Wenn Du schon etwas für die Altersvorsorge tun willst, nimm die jährlichen Förderungen mit. Die gehen Dir sonst verloren. Achte aber darauf, flexibel zu bleiben. Du weißt nicht, wann Du nach der Ausbildung einen Job bekommst oder ob Du Dich noch mal beruflich neu orientierst. Daher sollten die Beiträge nicht zu hoch sein bzw. solltest Du Versicherungslösungen wegen der Kostenstruktur vorerst meiden.
Wenn Du planst, Angestellter zu bleiben und keinen Kammerberuf (Arzt, Anwalt, Architekt etc.) anstrebst, kannst Du z.B. schon mal die Riesterförderung durch einen Riesterfondssparplan mitnehmen. Du hast ein niedriges Einkommen und damit einen niedrigen Mindestbeitrag, da ist die Grundzulage 154 € im Jahr wahrscheinlich schon mal ein ordentlicher Zuschuss. Durch Deinen frühen Start kann der Zineszinseffekt hier gut wirken.
Für andere Sachen zu sparen wie z.B. ein Eigenheim oder so ist aber auch ok. Hauptsache, Du gewöhnst Dich schon mal ans Sparen. Denn wenn Du Dich erst mal ein gewisses Ausgabenniveau im Lebensstandard erreicht hat, ist es wahnsinnig schwer, das wieder zu senken. Welche Sparform für Dich und Dein Ziel am besten ist, rechnet Dir auch unsere KLAR+ Software aus.

KLAR+ Fazit: Mit diesen 6 Schritten bist Du auf jeden Fall erst mal gut aufgestellt. Fang oben an und setzte die Sachen um solange wie Dein Geld reicht. So kannst Du es schaffen, schon heute eine gute Grundlage für den Rest Deines finanziellen Lebens zu legen.

 

*Aus dem Prinzip „erst kurzfristig absichern um dann langfristig zu sparen“ weichen wir hier in der Reihenfolge von der DIN Spec ab.

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