Krankenversicherung

  1. Wer in Deutschland lebt, muss krankenversichert sein. Sonst drohen Strafen. Eine Krankenversicherung (KV) trägt in Deutschland einen Großteil der Kosten, die im Krankheitsfall entstehen. Was genau sie in welchem Fall übernimmt, hängt von der Art der Versicherung ab. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten sich zu versichern: privat oder gesetzlich. Wer nicht von einer gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wird, wird Mitglied einer privaten.
  2. Sei Dir darüber im Klaren: Die Entscheidung für den Weg gesetzliche oder private Krankenversicherung ist immer langfristig. Später die Systeme zu wechseln ist fast nie stressfrei und ohne Zusatzkosten möglich. Unsere Software KLAR+ kann Dir bei der Entscheidungsfindung helfen.
  3. Es gibt große Unterschiede zwischen der privaten (PKV) und gesetzliche Krankenversicherung (GKV), sowohl was sie an Kosten übernehmen, bspw. bei der Behandlung durch einen Arzt, dem Schutz im Ausland, Medikamenten, Brillen oder einem Krankenhausaufenthalt, als auch in der Finanzierung durch Deine Beiträge.
    • Gesetzliche: Wer nicht wegen seines Berufes in einer Spezial-Kasse ist, kann sich in Deutschland grundsätzlich gesetzlich versichern.
      • Der Beitragssatz ist theoretisch einheitlich und orientiert sich an Deinem Einkommen. Jede Kasse nimmt mindestens 14,6% von Deinem Einkommen. Zusätzlich kann jede Kasse seit 2015 wieder eigene Zusatzbeiträge erheben (in der Regel 0,9%-1,1%, die Liste findest Du hier), wodurch die Kosten sich von Kasse zu Kasse wieder unterscheiden. Bekommst Du Sozialhilfe, ist der Beitrag niedriger. Du musst keine Gesundheitsprüfung ablegen, wenn Du eintreten möchtest.
      • Einige Kassen bieten mehr Zusatz-Angebote als andere (Beratungsangebote, Schulungen, Impfangebote etc.). Zudem gibt es so genannte Wahltarife. Die zahlen zum Beispiel Zuschüsse zum Zahnersatz oder zu alternativen Arzneimitteln.
      • Einige Versicherer haben Bonusprogramme für Mitglieder, die sich besonders gesundheitsbewusst verhalten.
    • Private: Alle Freiberufler, Selbständige, Beamte und Angestellten mit einem Einkommen von monatlich 4687,50 Euro oder 56.250 Euro im Jahr (Stand 2016) können eine PKV abschließen.
      • Auch die privaten Anbieter haben verschiedene Zusatzversicherungen im Programm. Die Tariflandschaft ist vielfältiger, die Leistungsunterschiede sehr groß.
      • Hier richtet sich der Beitrag allein nach dem Umfang der Versicherung und Deine Alter, nicht nach dem Einkommen. Die Versicherer bilden mit Deinen Beiträgen in jungen Jahren sogenannte Altersrückstellungen, die später im Alter für die Mehrkosten in der Krankenbehandlung aufgewendet werden. Daher gilt – je jünger Du bist, desto günstiger kannst Du dich versichern. Vorerkrankungen erhöhen – anders als bei der GKV – den Beitrag.
      • Ob die PKV für Dich in Frage kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Auch, wenn die PKV auf den ersten Blick oft günstiger aussieht, kann sie schnell sehr viel teurer werden als die GKV. Einer der Hauptgründe sind Kinder, die anders als bei der GKV nicht automatisch mit versichert sind und deshalb zusätzlich kosten.
  1. Wechsel des Anbieters
    1. Gesetzliche:
      • Mit Eintritt in eine GKV und Wahl eines Spezialtarifs, bindest Du Dich in der Regel für drei Jahre. Es gilt ein Sonderkündigungsrecht bei Erhöhung der Zusatzbeiträge/ Verringerung der Prämienzahlungen.
    2. Private:
      • Bei einem Tarifwechsel bei derselben Versicherung werden die Altersrückstellungen mitgenommen.
      • Für den Wechsel des Anbieters gilt: je jünger, desto besser, da Du hier immer Altersrückstellungen verlierst.
      • Für seit 2009 abgeschlossene Verträge kannst Du von Deinem alten Anbieter verlangen, zumindest einen Teil Deiner Altersrückstellungen auf den neuen Anbieter zu übertragen. Trotzdem kann der neue Anbieter aufgrund von Vorerkrankungen Risikozuschläge erheben und die Beiträge werden in der Regel teurer. Bei der GKV gilt das Generationenprinzip. Altersrückstellungen gibt es hier nicht.
  1. Beamte  Eine Sonderstellung bei der Krankenkasse nehmen Beamte ein. Bist Du als Beamter beim Staat angestellt, hast Du Anspruch auf die so genannte Beihilfe. Das heißt, dass der Staat wie bei einem privat Versicherten direkt Deine Arztrechnungen bezahlt. Allerdings nicht den vollen Preis, sondern zwischen 50 und 80 Prozent, je nachdem, wie Deine Familiensituation ist und bei welchem staatlichen Arbeitgeber Du angestellt bist. Für den fehlenden Betrag musst Du selbst eine Versicherung abschließen. Dazu gibt es zahlreiche Angebote von privaten Versicherern.

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