Gesetzliche Rente

Jeder Arbeitnehmer und auch viele Selbständige sind in Deutschland in einer verpflichtenden Rentenkasse versichert. Grundsätzlich lassen sich drei Arten unterscheiden:

Deutsche Rentenversicherung (ehem. BfA)

Die deutsche Rentenversicherung (DRV) ist sozusagen die Standardvariante der gesetzlichen Absicherung. Sie ist nach dem Umlageverfahren finanziert, d.h. die Beiträge der Zahler werden nicht gespart, sondern schon 14 Tage nach Einzahlung – wieder an die derzeitigen Rentner ausgezahlt. In dieser Finanzierungsform liegt auch das Problem der DRV: Gibt es immer mehr Rentenbezieher und immer weniger Einzahler, geht die Rechnung irgendwann nicht mehr auf. Dann muss die Rente gesenkt oder der Einzahlbeitrag angehoben werden.

Nicht nur die Altersrente ist über die DRV versichert, sie zahlt auch Renten für Witwen und Hinterbliebene, also Waisen. Zudem zahlt Sie eine Rente im Falle der Erwerbsminderung bzw. Erwerbsunfähigkeit des Arbeitnehmers. Dafür muss der Arbeitnehmer aber auch wirklich gar keine Erwerbstätigkeit mehr ausüben können. Zudem ist die ausgezahlte Rente hier sehr niedrig.

Die reguläre Rente berechnet sich nach dem jeweiligen Einkommen, das man während der Berufstätigkeit erhalten hat. Jedes Jahr wird verglichen: was verdient der Durchschnitt in Deutschland, was verdient der Versicherte? Proportional erhält der Versicherte dann sogenannte Rentenpunkte, verdient er also genau das Durchschnittseinkommen, erhält er einen Rentenpunkt, verdient er das 1,5-fach, bekommt er 1,5 Rentenpunkte usw., bis zum Höchstbeitrag der DRV. Diese Rentenpunkte werden beim Renteneintritt dann in eine Rente umgerechnet. Der Wert der Punkte wird jedes Jahr angepasst. Die von der Regierung beschlossenen Rentensteigerungen drücken sich in der Steigerung des Werts dieser Punkte aus.

Neben Angestellten müssen auch manche Selbständige in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen, z.B. Handwerker für mindestens 18 Jahre, selbständige Lehrer, Krankengymnasten u.v.a. Von der Versicherungspflicht befreit sind grundsätzlich Vorstände von Aktiengesellschaften. Bei Geschäftsführern von GmbHs muss eine Sozialversicherungsstatusfeststellung gemacht werden. Handeln sie nach Ansicht des Staates unternehmerisch – sind sie z.B. auch zu mehr als 50% Gesellschafter des Unternehmens – sind auch sie von der Versicherungspflicht befreit. Hier wird aber jeder Fall einzeln geprüft.

 

Versorgungswerke

Manche Berufe dürfen Ihre eigene Rentenkasse für Ihre Mitglieder aufbauen, z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten. Wie so häufig liegt der Ursprung dafür in der Historie begründet. Neben Angestellten dieser Profession sind hier auch Selbständige im jeweiligen Beruf grundsätzlich pflichtversichert. Zumindest für Angestellte des jeweiligen Berufszweigs ist die Mitgliedschaft im Versorgungswerk ein eindeutiges Privileg.

Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Rente sind die meisten Versorgungswerke zu großen Teilen kapitaldeckungsfinanziert. Die Beiträge der Mitglieder werden tatsächlich gesammelt und angelegt und nicht sofort wieder an die Rentenbezieher ausgeschüttet. Die Renten werden stattdessen aus dem angesammelten und verzinsten Kapital ausgezahlt. Damit sind diese Versorgungswerke erstens unabhängiger von der Anzahl Einzahler/Rentenbezieher und auch noch ertragreicher, da hier ja tatsächlich ein Kapitalstock Rendite abwirft. Ihre Erfolge veröffentlichen die jeweiligen Versorgungswerke im Internet, sind also recht transparent. Aus der Erfahrung heraus kann man sagen, dass Versorgungwerke ca. 25-50 Prozent mehr Rente ausschütten als die Deutsche Rentenversicherung.

Die Versorgungswerke müssen auch den Bereich der Sozialversicherung ähnlich der Deutschen Rentenversicherung mit abdecken. Allerdings gibt es hier feine Unterschiede: ein Versorgungswerk zahlt z.B. auch im Falle einer Berufsunfähigkeit eine Rente an seine Mitglieder aus (DRV: Erwerbsunfähigkeit), auch wenn das Mitglied dann zu 100% berufsunfähig sein muss (private Versicherungen: meist 50%). Auch hier sind Versorgungswerksmitglieder also grundsätzlich besser gestellt.

 

Beamtenpension

Anders als bei Arbeitnehmern ist bei Beamten vor allem das Gehalt vor Renteneintritt für die Beamtenpension maßgeblich. Die hier erhaltenen „Ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge“ sind maßgeblich für die Berechnung der Rente, damit sind das Grundgehalt +  ruhegehaltsfähige Zuschläge wie z.B. Familienzuschläge gemeint. Dieser Satz wird dann mit einem Faktor multipliziert, der sich aus der „ruhegehaltsfähigen Dienstzeit“ ergibt – also die Anzahl Jahre und Monate, die man Beamter war. Der Höchstsatz auch für langjährige Beamte ist 71,75 Prozent des letzten Gehalts.

Da Beamte durch steigende Diensterfahrung sehr einfach in höhere Gehaltsklassen rutschen, ist also im Allgemeinen das letzte und damit höchste erhaltene Gehalt die Grundlage für die Pensionsberechnung. Im Vergleich zu einem Arbeitnehmer ist das ein Vorteil: Dieser müsste ja sein ganzes Arbeitsleben entsprechend gut verdient haben, um dieselbe hohe Rente zu bekommen.

Zudem sind Beamte auf Lebenszeit nach 5 Jahren Dienstzeit auch im Dienstunfähigkeitsfall besser abgesichert. Wird ein Beamter vom Dienstherrn für dienstunfähig befunden, wird aus dem aktuellen Gehalt, der bisher absolvierten und der zukünftigen Zeit eine Dienstunfähigkeitsrente errechnet. Diese liegt bei mindestens 35 Prozent des letzten Gehalts, ist im Allgemeinen also höher als eine Erwerbsunfähigkeitsrente und auch an bessere Bedingungen geknüpft.

 

Wissenswertes:

  1. Der Beitrag bemisst sich am Einkommen: derzeit zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils 9,45 Prozent des jeweiligen Einkommens bis zu Grenze von 72.600 € (in Ostdeutschland 62.400 €) im Jahr in die DRV ein (Stand 2015). Beamte zahlen keinen Beitrag für Ihre Pension.
  2. Die Rente muss besteuert werden. Die Besteuerung wird im Jahr des Renteneintritts festgelegt. 2015 müssen 70 Prozent aus DRV und Versorgungswerk versteuert werden, dies steigt jedes Jahr um 2 Prozent bis 2020. Dann steigt der Satz um jedes Jahr 1 Prozent bis 2040. Dann wir die Rente komplett besteuert, ähnlich wie es Beamtenpensionen schon heute werden.

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