Krankentagegeld (KT) / Krankenhaustagegeld (KHT)

  1. Wer in Deutschland angestellt ist, bekommt von seinem Arbeitgeber sechs Wochen lang sein Gehalt weiter gezahlt, wenn er krank ist. Danach springt normalerweise die Krankenversicherung ein. Bei privaten Versicherungen muss diese Leistung jedoch extra dazu gekauft werden. Auch, wer freiberuflich oder selbständig arbeitet, braucht oft mehr oder früher Geld, als er von der Krankenkasse bekommt. Dann lohnt sich eine Krankentagegeld-Versicherung. Krankenhaustagegeld ist der kleine Bruder dieser Versicherung und zahlt nur, wenn man im Krankenhaus liegt – das lohnt sich so gut wie nie.
  1. Besonders Selbständige und Freiberufler sollten bei der versicherten Summe gut aufpassen. Wie der Name schon sagt, zahlt die Versicherung pro Krankheitstag. Jedoch darf die so gezahlte Summe nicht über dem eigenen Netto-Einkommen liegen, das auf den Tag umgerechnet wird. Wer 3.000 Euro netto verdient, darf nicht mehr als 100 Euro pro Tag versichern. Bei Freiberuflern zählt der Gewinn des vergangenen Jahres, nicht der Umsatz. Bei angestellten wird das durchschnittliche Einkommen der letzten 12 Monate als Grundlage genommen. Gezahlt wird nur, wenn ein Arzt die Krankheit bescheinigt, man also krank geschrieben ist. Es gibt verschiedene Versicherungen, die erst ab einer unterschiedlichen Zahl Krankheitstage einspringen – und auch entsprechend hohe Preisunterschiede haben.
  1. Ganz wichtig ist die Unterscheidung zwischen Krankheit und Berufsunfähigkeit. In jeder Krankentagegeld-Police steht beschrieben, ab wann der Kunde nicht mehr als krank, sondern als berufsunfähig gilt. In der Regel tritt dieser Fall dann ein, wenn der Betroffene seinen Beruf zu 50 Prozent oder mehr nicht mehr ausüben kann, und das auf nicht absehbare Zeit. In so einem Fall hört die Krankentagegeldversicherung auf zu zahlen! Nur, wer zusätzlich noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) hat, bekommt dann weiter Geld. Du solltest diese beiden Verträge also möglichst aufeinander abstimmen, damit keine Lücke entsteht. Sonst könnte es passieren, dass die Definition der KT-Versicherung für Berufsunfähigkeit schon erreicht ist und diese nicht mehr zahlt, gleichzeitig aber die Definition der BU-Versicherung noch nicht greift – und es deshalb von beiden Seiten keine Leistungen gibt.

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