Pflegeversicherung

  1. Jeder Krankenversicherte ist automatisch pflegeversichert. Das gilt für gesetzlich ebenso wie privat Versicherte. Der Beitrag wird wie bei der Krankenversicherung unterschiedlich berechnet. Bei der GKV werden 2,35 % Deines Einkommens  – ggf. hälftig von Deinem Arbeitgeber – eingezogen, plus noch mal 0,25% für Kinderlose. Die private berechnet einen individuellen Beitrag auf Basis von Alter etc.
  2. Allerdings reicht dieser gesetzlich vorgeschriebene Schutz meist nicht aus, wenn es wirklich zum Pflegefall kommt. Wie viel die gesetzliche Versicherung zahlt, entscheidet die Pflegekasse. Sie unterscheidet drei Stufen der Pflegebedürftigkeit, abhängig davon, wie viel Hilfe ein Mensch im Alltag braucht. Darüber hinaus gibt es noch die Pflegestufe 0, die für Menschen gilt, die zwar noch nicht gepflegt werden, aber im Alltag nicht mehr alleine zurechtkommen.
  3. Achtung: Eine professionelle Pflege kostet leicht doppelt so viel, wie die vorgeschriebene Grundversorgung zahlt. Zwar springt im Notfall das Sozialamt ein, das holt sich das Geld aber meistens von Kindern oder Enkeln wieder. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, kann eine private Pflegezusatzversicherung abschließen. Anders als die gesetzliche Versicherung macht diese zum Beispiel keinen Unterschied, ob der Patient zu Hause oder in einem Heim betreut wird.
  4. Formen der Pflegezusatzversicherung. Für den Beitrag spielen auch Alter und Gesundheitszustand eine Rolle. Unsere Software KLAR+ schlägt Pflegetageldtarife ohne staatl. Förderung vor.
    1. Pflegetagegeldversicherung
      • Der Versicherte erhält für jeden Tag, den er in Pflege ist, einen festen Betrag ausgezahlt.
      • Die Höhe ist abhängig von der Pflegestufe und dem versicherten Tagessatz.
      • Der Tagessatz ist unabhängig von den tatsächlichen Kosten der Pflege.
    2. Pflege-Bahr: Staatlich geförderte Pflegezusatzversicherungen
      • Wer eine staatlich zugelassene Pflegetagegeldversicherung abschließt, kann einen Zuschuss von 5 Euro monatlich beantragen. Beantragen kann die Zulage jeder volljährige Deutsche.
      • Der Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss darf keinen Einfluss darauf haben, ob der Versicherte aufgenommen wird oder wie viel er zahlt. Auf Grund dieser Bedingung sind die Beiträge bei den Pflege-Bahr-Tarifen meistens höher als bei anderen Pflegetageldversicherungen.
    3. Pflegeergänzungsversicherung
      • Diese Versicherung zahlt einen festen Anteil der Kosten, die tatsächlich für die Pflege entstehen. Das hat den Vorteil, dass die Auszahlung bei steigenden Kosten für die Pflege mit wächst.
      • Der Nachteil: Die Kosten müssen belegt werden. Deshalb zahlt diese Versicherung meist nicht, wenn Angehörige den Versicherten zu Hause pflegen.
    4. Pflegerentenversicherung
      • Zahlt eine monatliche Rente aus, abhängig von der Pflegestufe.
      • Funktioniert ähnlich wie die Pflegetagegeldversicherung. Die Verträge sind jedoch häufig flexibler und es ist leichter, zum Beispiel im Fall von Demenz seine Rente zu bekommen. Dafür ist der Beitrag meistens höher.
      • Der Versicherungsnehmer kann frei über das ausgezahlte Geld verfügen.

 

 

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