Riester Sparformen

  1. Die nach dem ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester benannte Altersvorsorge stützt sich auf privatwirtschaftliche Rentenversicherungen, die staatlich zertifiziert und dann u.a. steuerlich gefördert werden. Jeder, der in der gesetzlichen Rentenversicherung ist, kann eine Riester-Altersvorsorge abschließen.Wer hier einzahlt, bekommt jedes Jahr Zulagen vom Staat (s. Fakten) und kann bis zu 2.100 Euro gespartes Geld von der Steuer absetzen. Die spätere Rente muss dafür voll versteuert werden.Der Vorteil der Riester-Rente liegt in der Steuerverschiebung: die meisten Menschen haben während Ihrer Arbeitszeit durch Ihr Einkommen eine höhere Steuerbelastung als im Ruhestand, wo sie Rente bekommen. Die Verzinsung nach Steuer liegt damit voraussichtlich über dem reinen Anlagezins. KLAR+ kann Dir eine Einschätzung liefern, wie hoch die Nettorendite für eine Basis-Rente auch im Vergleich zu anderen Renten liegen wird.

    Die Geldanlage in Riesterprodukten muss grundsätzlich so strukturiert sein, dass es der Sparer immer mindestens die eingezahlten Beiträge ausgezahlt bekommt. Garantierte zusätzliche Erträge dürfen vertraglich vereinbart werden.

  2. Andere Riester FormenNeben der klassischen Riester-Rente, die eine Rentenversicherung als Grundlage nimmt, gibt es noch:
    1. Riesterfondssparplan: Funktioniert von der staatlichen Förderung her wie eine Riester-Rente. Allerdings mit dem Unterschied, dass Deine Beiträge in verschiedenen Fonds angelegt werden. Das erhöht die Chance auf höhere Renditen, aber auch die Gefahr, dass Du am Ende nur mit den eingezahlten Beträgen ohne Rendite da stehst. Was zu beachten ist:
      • Wie hoch sind die Gebühren für den Fondssparplan? Hier gibt es große Unterschiede.
      • Wann werden die Gebühren fällig? Es gibt Fondssparpläne, die bereits in den ersten fünf Jahren der Laufzeit die Gebühren auf alle geplanten Einzahlungen bis zum Laufzeitende erheben. Auf der anderen Seite gibt es Verträge, die die Gebühren erst zu dem Zeitpunkt erheben, zu dem Du es auch einzahlst. Das ist in der Regel günstiger.
    2. Der Riester-Banksparplan ist die einfachste Form des Riesterns. Am ehesten vergleichbar ist er mit einem Festgeldkonto. Dort wird das Geld fest verzinslich angelegt. Manchmal ist der Zins an einen Referenzsatz gebunden, zum Beispiel die Rendite deutscher Staatsanleihen.
      • Vorteile: Geringe Gebühren, relativ hohe Flexibilität
      • Nachteile: geringe Verzinsung

      Lohnt sich besonders für: Ältere Versicherungsnehmer (Ü50), die von den staatlichen Zulagen profitieren wollen, aber kein hohes Risiko im Portfolio haben möchten

    3. Riester-Bausparen funktioniert von der Förderung ebenso wie eine Riester-Versicherung, nur fließt das Geld in einen Bausparvertrag. Das heißt, dass Du zuerst zu sehr geringen Zinsen Geld sparst, dafür aber später auch einen sehr günstigen Baukredit bekommst. Die Riester-Förderung läuft während beider Phasen. Während Du sparst, gibt der Staat Geld zu den Sparraten dazu, während Du den Kredit abbezahlst, hilft die Zulage bei der Tilgung.
      • Besonderheit nachgelagerte BesteuerungWie bei anderen Riester-Verträgen gibt es auch beim Riester-Bausparen steuervergünstigte Einzahlungen, die später nachversteuert werden müssen. Weil das Geld bei dieser Form des Sparens aber schon längst für Haus oder Wohnung ausgegeben ist, können nicht einfach die Auszahlungen versteuert werden. Deshalb gibt es ein so genanntes fiktives Konto. Dort werden alle Förderungen registriert und mit jährlich zwei Prozent verzinst. Den fiktiven Betrag auf diesem Wohnförderkonto musst Du dann mit Renteneintritt versteuern. Da es sich um ein fiktives Konto handelt, muss die Steuerlast dann aus anderen Quellen finanziert werden, z.B. deiner Rente.  Du kannst entweder auf 70 Prozent des Betrags auf dem Wohnförderkonto sofort Steuern zahlen oder 100% in jährlichen Raten abstottern, bis Du 85 Jahre alt bist.
  3. Fakten zu Riester
    • Die maximale jährliche Zulage für die „Hauptperson“ und den Partner sind bei Riester-Verträgen je 154 Euro
    • Voraussetzung für die Förderung des Riestervertrages ist, dass man mindestens 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr in  Riester-Verträge einzahlt, maximal jedoch 2.100 Euro. Die geförderte Summe gilt für die Summe aller Verträge und ist auf 2100 € begrenzt.
    • Bei Ehepaaren müssen beide Partner einen separaten Vertrag abschließen, wenn beide die Zulage haben wollen. Sollte ein Partner selbst gar nicht in der Rentenversicherung versichert sein, reicht ein sogenannter Partner- oder Zulagenvertrag, in den der Mindesteigenbeitrag von 60 € im Jahr eingezahlt werden muss. Dafür gibt es dann die 154 € Förderung.
    • Für jedes Kind, das Anspruch auf Kindergeld hat, bekommt die Familie eine Bonus-Zulage von 185 Euro. Die Zulage steigt sogar auf 300 Euro, wenn das Kind ab dem 1. Januar 2008 geboren ist.
    • Für Berufseinsteiger unter 25 gibt es im ersten Jahr des Abschlusses noch eine einmalige Extrazulage von 200 €.
    • Eine einmalige Sonderzahlung von 30 Prozent des gesparten Kapitals zum Rentenbeginn ist möglich, der Rest muss als regelmäßige Rente ausgezahlt werden.
    • Nur von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zertifizierte Verträge kommen für die Riester-Förderung in Frage
    • Wer betrieblich riestert, muss später Krankenkassenbeiträge auf die Rente entrichten. Wer privat riestert, nicht. Wir empfehlen daher, Riester und betriebliche Altersvorsorge zu trennen.
    • Zurückzahlen muss die Förderung, wer:
      • Nicht mehr in Deutschland steuerpflichtig ist
      • Den Riester-Vertrag kündigt, ohne das Geld in einen neuen zu übertragen
      • Vor Rentenbeginn stirbt. Hier gibt es eine Ausnahme: Der Ehepartner kann komplette angesparte Geld in seinen eigenen Riester-Vertrag übernehmen, wenn er einen hat.

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