Riester oder BAV? Oder sogar beides?

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Riester oder BAV? Oder sogar beides?

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Was ist besser: #Riester oder #BAV?
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Viele Angestellte stehen irgendwann vor der Grundsatzfrage: wie soll ich für mein Alter vorsorgen? Sozusagen als „Standardlösung“ werden da oft die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersvorsorge (BAV) als Antwort angeboten. Steuerlich werden beide ähnlich behandelt: sie sind heute zu 100 Prozent absetzbar, müssen im Alter zu 100 Prozent besteuert werden. Beide Formen müssen unabhängig von der Geldanlage mindestens die Auszahlung der Beiträge garantieren. Wir haben für Dich gecheckt: Was ist die bessere Lösung? Wofür sollst Du Dich entscheiden?

 

1. Sozialabgaben bei Riester und BAV

Steuerlich mögen beide Modelle ähnlich sein, in Hinsicht auf die Sozialabgabenpflicht sind sie grundverschieden.

Riester: Weil die Beiträge zum Riester schon aus „verbeitragtem“ Nettoeinkommen kommen, ist die Rente im Alter frei. Das lohnt sich besonders, wenn Du pro Jahr mehr als 74.400 Euro brutto verdienst. Für Einkommen über dieser Höhe musst Du keine Sozialabgaben mehr zahlen. Du könntest also beim Einzahlen sowieso keine Sozialabgaben sparen, kriegst beim Riester aber trotzdem die staatliche Förderung.

BAV: Bei der BAV, die sozialabgabefrei eingezahlt wird, muss die Rente mit Sozialabgaben belegt werden.

Wenn Du weniger als 74.400 Euro netto im Jahr verdienst, gleicht sich der Einzahlungs-Vorteil mit dem Auszahlungs-Nachteil mehr oder weniger aus: Zwar kannst Du heute Deine Sozialbeiträge sparen (ca. 20 Prozent), da Du aber im Alter den Krankenkassenbeitrag alleine zahlen musst (derzeit ca. 15,6 Prozent), ist der Vorteil recht klein. Zudem verlierst Du durch die geringeren Einzahlungen in die gesetzliche Rente Rentenansprüche. Das ist zwar nicht viel, reicht aber, um den Vorteil wieder ganz zunichte zu machen.

Verdienst Du mehr als 74.400 € Jahresbrutto, zahlst Du die BAV aus Gehalt, das ohnehin nicht mehr mit Sozialabgaben belegt ist. Trotzdem wird die Rente im Alter mit Beiträgen zur GKV belegt. Hier ist dann der Riester klar im Vorteil (s. oben).

Solltest Du dagegen schon heute wissen, dass Du mittelfristig in die private Krankenversicherung wechseln willst, bietet die BAV einen zusätzlichen Gewinn. Heute musst Du für die Einzahlungen keine Beiträge zur Gesetzlichen leisten und im Alter fällt die Beitragspflicht durch die PKV ohnehin weg.

Kombination: Daher empfiehlt es sich auch nicht, die beiden Förderungen zu kombinieren und die Riester-Förderung in die BAV einzuzahlen. Mal ganz abgesehen davon, dass man hiermit eine Fördersumme verschenkt, muss man die Erträge der Riester-Förderung dann auch im Alter mit Sozialabgaben belegen.  Im Alter ist das der volle Beitragssatz zur Krankenversicherung von 14,6% + Zusatzbeitrag.

 

2. Zuschüsse durch den Staat

BAV: Hier ist die BAV im Vorteil – wenn der Arbeitgeber mitmacht. Dieser spart ja auch Sozialabgaben, wenn Du in die BAV einzahlst. Gibt er diesen Beitrag oder noch mehr an Dich weiter, lohnt sich die BAV deutlich stärker. Grundsätzlich gilt: immer wenn der Arbeitgeber etwas zusätzlich zahlt, lohnt es sich, es mitzunehmen!

Riester: Beim Riester gibt es dagegen die Zulagenförderung. Wenn Du viele Kinder hast oder planst, dann fährst Du vermutlich besser mit den Zulagen. Je nach Steuersatz ist das spätestens bei drei Kindern der Fall, die in 2008 oder später geboren worden sind.

 

3. Kosten im Vergleich

Ähnliche Situation: Sowohl bei Riester als auch bei der BAV ist es besonders wichtig, auf eine niedrige Kostenbelastung zu achten. Bevor Du abschließt, solltest Du Dir die Kosten genau dokumentieren lassen und Sie mit anderen Lösungen vergleichen.

Riester: Bei Riester gibt es Riesterfondssparpläne, die grundsätzlich eine bessere Kostenstruktur haben als Versicherungen. Am besten sind aber sogenannte Honorartarife, die ganz auf Provisionen verzichten. Riester ist ein Privatvertrag. Den kannst Du individuell abschließen und die Kosten gut steuern.

BAV: Bei der BAV ist es häufig so, dass auf Grund eines Rahmenvertrags die einzelnen Verträge günstiger in den Kosten sind (so etwas wie ein „Mengenrabatt“ vom Vermittler). Das ist aber kein Muss! Ein Nachteil allerdings: Häufig gibt es keine andere Lösung in der BAV, als den bestehenden Rahmenvertrag im Unternehmen. Ist dieser günstig – Glück gehabt. Wenn nicht, ist Riester hier flexibler.

 

4. Flexibilität bei Riester und BAV

BAV: Eine Einmalauszahlung des Guthabens ist möglich. In der Praxis ist diese Option aber eher unwahrscheinlich, da die Steuerbelastung hier sehr schnell sehr hoch wird. Eine Auszahlung als Rente ist hier ratsam. Probleme gibt es aber, wenn z.B. durch Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder Selbständigkeit die Gundlage für die Förderung wegfällt. Hier ist die BAV nicht flexibel.

Riester: Eine komplette Einmalauszahlung ist nicht möglich. Dafür kann das Kapital für das Eigenheim eingesetzt werden. Im konkreten Fall kann das Guthaben entweder als Eigenkapital für eine Immobilienfinanzierung entnommen werden oder mit der Auszahlung wird zum Rentenbeginn ein noch laufendes Darlehen abgelöst. Gerade für das Modell der Verwendung als Eigenkapital eignen sich aber andere Sparmodelle mehr, z.B. ein Banksparplan oder Bausparvertrag. Diese Art der Flexibilität ist also nicht so wichtig.

Der Riester ist jedoch während der Elternzeit im Vorteil. Bei gemeinsamer steuerlicher Veranlagung und bei einem gut verdienenden Partner macht sich die Förderung auch weiterhin bemerkbar.

 

5. Komfort in der Verwaltung

BAV: Ein großer Vorteil bei der BAV ist die Tatsache, dass die Einzahlungen direkt vom Arbeitgeber in die Direktversicherung oder die Pensionskasse eingezahlt werden. Das ist für Dich natürlich sehr komfortabel. Du erhältst die Förderung, ohne selbst viel Papierkram erledigen zu müssen. Das ändert sich aber beim Arbeitgeberwechsel. Die BAV muss auf den neuen Arbeitgeber umgeschrieben werden. Da Du ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge hast, ist das grundsätzlich möglich. Allerdings besteht manchmal nur die Möglichkeit, Deinen bestehenden Vertrag in den Rahmenvertrag Deines neuen Arbeitgebers einzufügen – egal, ob dieser attraktiv ist oder nicht. Das ist einerseits mit Papierkram verbunden, andererseits weißt Du natürlich heute nicht, wie die Konditionen bei Deinen zukünftigen Arbeitgebern aussehen.

Riester: Beim Riester dagegen muss jedes Jahr eine Steuererklärung gemacht werden und auch der Dauerzulagenantrag überprüft werden. Nur so kommst Du auch regelmäßig in den Genuss der Förderung, die dann auch entsprechende zeitverzögert eintritt. Hier musst Du zumindest für eine gewisse Zeit Deinen Vorteil vorfinanzieren. Beim Arbeitgeberwechsel ist der Riester-Vertrag dagegen im Vorteil. Als Privatvertrag läuft dieser einfach so weiter, wie bisher.

 

KLAR+ Fazit:

Eins ist klar: BAV und Riester sind beides gute Lösungen. Im Normalfall stehen sie für Dich an erster und zweiter Stelle bei der staatlich geförderten Altersvorsorge. Wir vergleichen hier also Silber und Gold.

Bei der BAV kommt es immer darauf an, wie sie konkret beim Arbeitgeber ausgestaltet ist. Bietet sie attraktive Konditionen mit niedrigen Kosten und hoher Förderung, ist sie wahrscheinlich die bessere Lösung. Das gilt vor allem dann, wenn Du später in die private Krankenversicherung wechseln willst und wenige Auszeiten oder Arbeitgeberwechsel planst. Mit Riester bist Du flexibler, und Du hast den Vorteil der Zulagen.

Kurz gesagt: Bist Du zu Hause der Hauptverdiener, kommt wahrscheinlich eher die BAV in Frage. Als Zweitverdiener und eventuell Familienmanager/in empfehlen wir Dir eher Riester. Wenn Du mehr als 74.400 Euro brutto im Jahr verdienst, brauchst Du vermutlich ohnehin beide Lösungen, um die Rentenlücke zu schließen.

Detailliert ausrechnen kannst Du die beiden Lösungen mit unserer Software KLAR+. Sie hilft Dir, die für Dich lukrativere Lösung zu finden. Oder hast Du Dich schon entschieden? Schreib uns, wieso Du Dich für das eine oder andere  entschieden hast!

 

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