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Entgeltumwandlung – wie aus 50 € netto 100 € Beitrag werden

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#Entgeltumwandlung - wie aus 50 € netto 100 € Beitrag werden. #BAV #Altersvorsorge
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Wie funktioniert die Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge? Wie können aus 50 € plötzlich 100 € Beitrag werden? Und wieso wird das sogar noch mehr? Alexander zeigt euch, was da genau passiert.

Transkript: Entgeltumwandlung in der BAV

Hallo zusammen und willkommen zurück zu KLAR+, Private Finanzen. Ganz einfach. Heute zu dem Thema Entgeltumwandlung. Entgeltumwandlung ist ein Thema wo ich in den 12 Jahren Beratungserfahrung festgestellt habe, dass das vielleicht nicht ganz so einfach zu verstehen ist. Deshalb heute noch mal ein Video dazu um euch zu helfen, das Video zu verstehen.
Entgeltumwandlung bedeutet es, wenn ich aus meinem Entgelt als Angestellter, also meinem Lohn, Geld in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen möchte, in eine Direktversicherung oder Pensionskasse. Deswegen haben wir beim Thema Entgeltumwandlung auf jeden Fall einen Arbeitnehmer. Dieser Arbeitnehmer ist in unserem Beispiel mal in Steuerklasse I und verdient ungefähr 3000 € Brutto monatlich.
Davon gehen jetzt Steuer ab. Und zwar Einkommenssteuer, Kirchensteuer, wenn es sie denn gibt und auf jeden Fall den Soli. Und wir haben Sozialabgaben. Das sind in diesem Falle die Gesetzliche Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Die wollen alle Ihr Geld. Und das sind bei der Steuer pro Monat 503 €, und bei den Sozialabgaben jeden Montag 620 €. Wenn man das zusammenrechnet kommt man dann auf das Netto, das sind nach Adam Riese dann 1877 € mtl. So weit, so bekannt, so ist das in jeder Gehaltsabrechnung der Fall.
Was ist jetzt besonderes, wenn jetzt die Betriebliche Altersvorsorge genutzt wird. In der betrieblichen Altersvorsorge, also der Entgeltumwandlung, nehmen wir mal an, der Nutzer hier zahlt 100 € in eine Direktversicherung. Wenn er das tut sinkt das zu versteuernde Bruttoeinkommen, das Einkommen, das mit Sozialabgaben belegt werden muss auf 2900 € mtl. Das hat natürlich auch zur Folge, das weniger Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Das sind dann nur noch 473 € Steuern und nur noch 600 € Sozialabgaben. So das wir hier insgesamt auf ein Netto von 1827 € kommen. Und wenn man das jetzt vergleicht hier 100 € in die Direktversicherung eingezahlt und nur 50 € weniger netto, dann wird klar, dass das Spass machen kann. Das ist hier schon mal ein riesen Hebel. Wenn man jetzt vom Netto aus geht bei 50 € Beitrag denkt man vielleicht, wie kann das sein, von 50 € zu 100 € Beitrag bei nur 20 % Steuern, aber wenn man es anders herum angeht, von den 100 € Bruttobeitrag ins netto, dann gliedert sich das alles auf. Also, aus den 50 € netto werden so 100 € Beitrag.
Aber das ist nur die erste Hälfte, nämlich die Hälfte des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber spielt hier auch eine Rolle. Wir gehen mal davon aus, dass ihr einen netten Arbeitgeber habt, denn der hat ja auch Kosten in Form von Sozialabgaben. Sozialabgaben in Höhe von 19,9% im Monat und d.h. wenn er euch 3000 € monatliches Gehalt zahlt hat er im Grunde kosten in Höhe von 3597 €. Und wenn sich das jetzt reduziert, deswegen weil ihr nur noch 2900 € Gehalt habt, auf Kosten von insgesamt 3577 € dann sind hier noch mal 19,90 € wir runden jetzt mal auf 20 €, die der Arbeitgeber Plus hat. Wir gehen mal wie gesagt davon aus, dass ihr einen netten Arbeitgeber habt denn der wirft das dann zusammen und das macht dann insgeamt 120 € Beitrag für die Direktversicherung bei 50 € Nettoverlust. Das sich das lohnt, dass das Spass macht, ich denke, das ist relativ offensichtlich.
Nichtsdestotrotz, nicht vergessen: die Erträge aus der Direktversicherung und Pensionskasse müssen dann in der Rente vollversteuert werden. Das kommt also noch. Trotzdem lohnt sich das meistens, schon allein deswegen weil man hier in dem Modell Beiträge vom Arbeitgeber bekommt, die man sonst nicht bekommen hätte.
Gut ich hoffe, die Rechnung hat euch noch mal gezeigt, wie das mit der Entgeltumwandlung funktioniert und sie hat euch geholfen. Wenn ja, dann Like und Follow uns auf Facebook oder Twitte oder auf Youtube und helft uns bitte, schreibt uns die Themen, die euch interessieren. Damit wir auch wissen was euch interessiert und wir das nächste Video entsprechend aufsetzen können. In der Zwischenzeit rechnet euch aus, was bei der Entgeltumwandlung mit den verschiedenen Vorsorgeformen für Euch dabei rauskommen würde, mit Hilfe der KLAR+ Software. Dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Nachgelagerte Besteuerung – Steuern in der Altersvorsorge

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Wie hilft die nachgelagerte Besteuerung bei der #Altersvorsorge? #Abgeltungsteuer
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Wie funktioniert eigentlich die nachgelagerte Besteuerung? Und welche anderen Steuervorteile gibt es in der staatlich geförderten Altersvorsorge? Das folgende Video erklärt es am Beispiel eines „Eckrentners“.

Transkript:

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von Klar+ Private Finanzen Ganz einfach. Heute will ich euch nach 12 Jahren Beratungserfahrung ein Thema näher bringen das ganz wichtig ist zu dem Verständnis der ganzen Altersvorsorgethematik, nämlich wie fördert denn der Staat die Altersvorsorgeprodukte? Das macht er über Steuern, insbesondere die nachgelagerte Besteuerung und die will ich euch heute näher erklären, damit ihr das auch optimal für eure persönliche Altersvorsoge ausnutzen könnt.

Um das zu verstehen, müssen wir wissen das Altersvorsorgeverträge im Grund in drei Phasen aufgebaut sind: erstens gibt es die Phase der Einzahlung, in der ich Beiträge in den Vertrag spare, diese Beiträge verzinsen sich dann, es kommen zweitens die Erträge, das überschneidet sich natürlich, und genauso überschneidet sich die Phase der Erträge mit der drittens Auszahlung, wo das Guthaben wieder an mich ausgezahlt wird. Das Grundprinzip der nachgelagerten Besteuerung ist schlicht und einfach, dass ich die Einzahlungen, die ich tätige, steuerlich befreit tätigen kann. Ich kann sie also steuerlich absetzen, dafür muss ich die Auszahlung dann versteuern; die Steuerlast wird also von hier nach hier verschoben.

Jetzt stellt sich dann die Frage, wo ist denn der Vorteil? Worin liegt denn da die Förderung? Und das hat etwas damit zu tun, dass in Deutschland das Grundprinzip gilt das jemand der mehr verdient, mehr Steuern zahlen muss als jemand der weniger verdient. Dadurch, dass wir in der Einzahlphase ein höheres Gehalt haben werden, werden wir mehr Steuern zahlen, als in der Auszahlphase, wo wir nur die Rente bekommen.

Das können wir uns ganz einfach an einem Beispiel angucken. Nehmen wir mal jemanden, der 35.000 € im Jahr verdient. Wieso 35.000 €? 35.000 € ist das Durchschnittseinkommen ungefähr in Deutschland im Jahr 2014 und von diesen 35.000 € nehmen wir jetzt mal an, dass diese Person Altersvorsorge betreiben möchte und sie zahlt jetzt 1000 € im Jahr in einen geförderten Vertrag ein. Diese 1000 € muss die Person nicht mehr versteuern, das ist ja steuerbefreit. Sie hat wahrscheinlich schon über Ihr Gehalt Steuern gezahlt, d.h. sie hat zu viel Steuern gezahlt und kriegt vom Staat über die Steuererklärung 33% zurück. 33% plus kommen hier bei raus. Wenn es also 1000 € Beitrag waren, kann man also sagen, kriegt er über die Steuererklärung wieder 330 € raus. Das ist schon mal eine ganz gute Rendite. Und diese 1000 € werden dann ins Alter verschoben, über die Phase der Erträge hinweg wird damit eine Rente aufgebaut. Unsere Person mit dem durchschnittlichen Einkommen bekommt dann auch eine durchschnittliche Rente, das ist der sogenannte „Eckrentner“ den es in der Deutschten Rentenversicherung gibt. Ein Eckrentner bekommt im Jahr 13.848 € Rente raus. Wenn ich da die 1000 € angelegt habe und eine zusätzliche Rente von 3000 € rauskommen, da muss ich dann jetzt Steuern drauf zahlen, als Eckrentner, und diese Steuern liegen dann ungefähr bei 21% die mir hier abgezogen werden. Man sieht: weniger Einkommen, deswegen weniger Steuerlast. Und man sieht durch diese Steuerverschiebung einen Vorteil von 12%. Das ist der Vorteil der nachgelagerten Besteuerung, hier illustriert an einem Eckrentner.

Die Altersvorsorge hat aber noch einen zweiten Vorteil, und zwar hat das was mit der Phase der Erträge zu tun. Normalerweise ist das ja so, das von den Erträgen, wenn ich jetzt mal davon ausgehen, dass ich nach Kosten ungefähr 6% erwirtschaften kann, dass dann der Staat kommt und sagt – jaa, von Deinen Erträgen wollen wir aber die Abgeltungssteuer haben. Das sind dann 25% sogar eigentlich plus Kirche plus Soli, die vernachlässigen wir jetzt mal, weil wir auch den Sparerfreibetrag vernachlässigen, in der Altersvorsorge rechnen wir mit so großen Summen, dass der hier keine Rolle spielt – aber minus 25% bedeutet, das hier im Grunde nur noch 4,5% bei rauskommen. Das gilt bei allen normalen Sparverträgen, bei Aktienfonds, bei Banksparplänen, beim Tagesgeld. Bei allem was mit der Altersvorsorge zu tun hat, da gilt das nicht. Da fallen diese -25% weg, ich bleibe also weiter bei meinen 6%, habe also weiter hier – andersherum gerechnet, ist jetzt mathematisch nicht ganz richtig – ein Plus von 25% in den Erträgen.  Diese beiden Sachen zusammen, das ist die steuerliche Förderung, die ich erhalte, wenn ich eine vom Staat ausgesuchte Form wie z.B. Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge wähle.

Ob sich das jetzt mehr lohnt als die Kosten die damit verbunden sind, die wir in dem anderen Video-Blog besprochen haben – das ist individuell verschieden weil sich diese Steuersituation individuell ja sehr unterscheidet. Berechnen kann das unsere Software, die findest du unter diesem Link hier unter www.klarplus.com.  Probier es aus, was für Dich günstiger ist. In der Zwischenzeit: schreib uns Deine Themen, sag uns was Dich interessiert, auf welche Themen wir hier im Rahmen dieses Formats eingehen sollen; Like und Follow us auf Facebook und auf YouTube und ja, bis zum nächsten Mal.

Kosten von Renten- und Lebensversicherungen

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#Kosten bei #Rentenversicherungen - wie kann ich bei #Riester, #Rürup und Co. viel Geld sparen?
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Welche Kosten gibt es bei (fondsgebundenen) Renten- und Lebensversicherung, also auch bei Riester, Rürup und Co.? Im neuen Format klärt Alexander auf, welche Kosten anfallen und wie man sie zumindest teilweise umgehen kann. Viel Spass beim zuschauen!

Transkript: Kosten von Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Hallo, hier ist wieder Alexander von KLAR+, Private Finanzen Ganz einfach. Heute mit dem Thema, Kosten von Renten- und Lebensversicherungen. Wo kommen die Kosten her? Wie hoch sind sie? Wie beeinflussen sie dein Ergebnis und wie wirst Du sie los? Wie kannst Du, wenn du den Vertrag richtig beeinflusst und abschliesst über 100.000 € sparen bei den richtigen Verträgen. Das alles sage ich Dir – Informationen, die Du normalerweise von Deinem Versicherungsvermittler nicht bekommst.

Lass uns Anfang. Es handelt sich um einen Sparvertrag, da legt jemand Geld an, also gibt es Geldanlagekosten. Die Kosten können an eine Geldanlagegesellschaft weitergereicht werden oder bei der Versicherung verbleiben, je nachdem was für ein Vehikel gewählt wird, sind die Kosten unterschiedlich. Die günstigsten Vehikel sind die ETFs, Exchange Traded Funds, die mit 0,1% Kosten verursachen. Die teuersten Varianten sind wahrscheinlich Vermögensverwaltungen, die in manchen Versicherungen als Voreinstellung als erstes empfohlen werden, und leider ist es so, dass die teuren Vermögensverwaltungen eher ein schlechteres Ergebnis als die ETFs erreichen. Deswegen ist hier eine Stellschraube für die Kosten. Wir rechnen jetzt erst Mal mit 1,5% Kostensatz, dass ist auch das, was ein normaler Aktienfonds eben im Schnitt kostet.

Der zweite Kostenpunkt den wir haben, ist der Kostenpunkt, der auf jeden Fall bei der Versicherung bleibt, nämlich die Mantelkosten. Das sind die Kosten für die Leute die den Versicherungsvertrag berechnet haben aber auch der zweite Teil für die Vertriebler, die ihn Dir vermittelt haben, damit die am Telefon bleiben, wenn Du anrufst. Das sind ungefähr 0,7% die hier jährlich abgezogen werden. Normalerweise ist das aufgeteilt in einen fixen und einen variablen Anteil, wie bleiben jetzt bei dem variablen Anteil, das Ergebnis ist im Endeffekt dasselbe.

Und dann haben wir das noch die Vertriebskosten. Das sind die Kosten, die am meisten diskutiert wurden. Das ist die Provision für den Vermittler und in der Vergangenheit war das sehr viel, dass konnten bis zu 7% der Beitragssumme sein. Das ist jetzt reduziert worden, auch auf Druck vom Gesetzgeber auf einen Satz von 2,5% der Beitragssumme. Beitragssumme, was das ist erkläre ich gleich. Wichtig ist auch, dass diese Kosten am Anfang der Vertragslaufzeit abgezogen werden.

Wie wirkt sich das jetzt konkret aus? Das zeige ich Dir an einem Beispiel, nämlich an einem Vertrag der über 35 Jahre läuft, also ein Altersvorsorgevertrag. Und wir gehen jetzt mal davon aus, dass du da 250 € im Monat investierst. Das Ergebnis ändert sich dann entsprechend. Also, 250 €, 35 Jahre, das ist ein satter Altersvorsorgevertrag, aber das ungefähr die Summe von dem, was viele von uns sparen. Wenn wir jetzt langfristig sparen können wir auch mit vielen Aktien sparen, sollten wir auch mit vielen Aktien sparen, und kommen eben im Schnitt, wenn es normal läuft, ohne Kosten kämen wir auf 8% Performance, also auf 577.000 € Ablaufsumme. Das wäre das, was du rausbekommst, wenn es keine Kosten gäbe.

Nur gibt es die aber, wie wir gerade gesehen haben. Deswegen ziehen wir als erstes die  Geldanlagekosten ab. Wir kommen dann, bei einem Schnitt von 1,5% auf 6,5% und einem Ergebnis von 402.000 €. Das heißt hier gehen schon mal 175.000 € runter. Nächster Schritt, das sind die Mantelkosten, die Verwaltungs- und Bestandskosten der Versicherung, da sind wir dann noch bei 5,8%.  Und das Ergebnis liegt dann bei 341.000 €.  So und der letzte Kostenblock, die Vertriebskosten, da ist es eben so, dass die in den ersten 5 Jahren abgezogen werden. 2,5% der Beitragssumme das sind 250 € Beitrag im Monat, im Jahr sind das 3000 € über 35 Jahre sind das 105.000 € Beitragssumme. Davon 2,5% sind 2625 und die werden auf 5 Jahre verteilt. D.h. in den ersten fünf Jahren werden jedes Jahr über 500 € von Deinen Beiträgen abgezogen. D.h. Du zahlst 12 Monate ein, aber nur das Geld von 10 Monaten kommt an. Und das hat natürlich den Nachteil das die Verträge sich am Anfang nicht gut entwickeln und das hat den Nachteil, dass wenn ich dann hier an diesem Punkt bin, dass es sich dann überhaupt nicht mehr lohnt den Vertrag zu kündigen oder sonst irgendwas zu ändern. Wenn sich dann meine Lebenssituation verändert, wenn ich jetzt dann da aussteige, habe ich ein riesen Verlustgeschäft gemacht. Da ist das Problem an diesen frontgeladenen Vertriebskosten. Wenn die dann erst mal beglichen sind, dann erledigt sich das, und der Vertrag läuft dann im Grunde mit der selben Performance und der Vertrag kommt dann auf eine Gesamtsumme von 324.000 €, so ja, durch die 2,5% der Beitragssumme. 324.000 € also von 577.000 € auf 324.000 € das sind die Auswirkungen der Kosten die da insgesamt abgezogen werden und das ist schon satt, das was an den verschiedenen Quellen eben in der Geldanlage, der Versicherung hängen bleibt.

Gut. Was kannst Du jetzt dagegen machen. Du kannst vor allem, und das geht eben auch bei bestehenden Verträgen, die Geldanlagekosten reduzieren. Hier die 175.000 € in dem Beispiel, die kannst Du eben minimieren in dem Du eben in die kostengünstigeren aber genauso erfolgreichen ETFs umschichtest, so dass Du hier schon mal wesentlich mehr herausbekommst. Wenn Du neue Verträge abschließt kannst Du natürlich darauf achten, dass es keine Vertriebskosten gibt, durch Direktversicherungen,  dass es möglichst Verwaltungskosten, Mantelkosten durch provisionfreie Versicherungen.  Die gibt es mittlerweile alle im Internet und das rate ich Dir ganz klar.

Die Frage ist, wieso solltest Du überhaupt Versicherungen abschliessen, was ist das besondere an Renten- und Lebensversicherungen. Das besondere an Rentenversicherungen ist, dass sie an vielen Stellen steuerlich gefördert werden. Riester-Rente, Basis-Rente, betriebliche Altersvorsorge. Das sind alles Rentenversicherungen die eben steuerlich oder anderweitig geförderte werden, weswegen es sich dann doch lohnt, sie abzuschliessen. Ob das für dich gilt, das kannst Du Dir ausrechnen, mit unserem Rechner, der KLAR+-Rechner, den findest Du auf der klarplus.com-Website. Du kannst Dir auch das Video zur nachgelagerten Besteuerung angucken, was Du hier auf dem Kanal findest, und da wirst Du heraufinden ob diese Form mit der staatlichen Förderung für Dich günstiger ist oder ob Du andere Formen der Geldanlage für Dich wählen solltest.

In der Zwischenzeit „like“ uns auf Facebook, abonniert den Kanal hier und dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Altersvorsorge für Selbständige

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Das Reserve Konto ist für #Selbständige der Königsweg in der #Altersvorsorge
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Private Altersvorsorge ist für viel Selbständige noch wichtiger als für Angestellte und Beamten, denn im allgemeinen haben Selbständige ja keine verpflichtende Absicherung. Allerdings muss hier unterschieden werden, denn das gilt bei weitem nicht für alle Berufe. Folgende Berufe müssen z.B. auch als Selbständige in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen:

  • Handwerker
  • Lehrkräfte und Erzieher
  • Pflegepersonen und Hebammen
  • Seelotsen und Küstenfischer
  • Künstler, Publizisten, Journalisten und Autoren
  • Selbständige mit einem Auftraggeber

Selbständige Mitglieder dieser Beruf müssen den vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen – und zwar allein (Ausnahme: Künstlersozialkasse). Ohne die Arbeitgeberbeteiligung kommt der volle Beitrag von derzeit 18,7% des Einkommens auf den Versicherten zu. Die Belastung ist also im Vergleich doppelt so hoch. Bei der Rendite auf die Einzahlungen kann die Deutsche Rentenversicherung gerade bei jüngeren Einzahlern daher nicht mit den Lösungen aus der Privatwirtschaft mithalten. Viele Zwangsversicherte fühlen sich daher in der Deutschen Rentenversicherung regelrecht gefangen.

Besser ist die Situation für die Kammerberufe. Deren Mitglieder dürfen anstatt in die Deutsche Rentenversicherung in ein eigenes Versorgungswerk einzahlen – zumindest noch. Dies betrifft z.B. Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten und Psychotherapeuten. Insgesamt gibt es 89 Versorgungswerke in Deutschland. In so gut wie allen ist die Rente höher als eine vergleichbare Rente aus der Deutschen Rentenversicherung.

 

Flexibilität und Spardisziplin

Für alle Selbständigen gilt: Auf Grund der schwankenden Einkommen ist Flexibilität in der Einzahlung umso wichtiger. Etwas, dass die Pflichtversicherungen nicht darstellen wollen oder können. Hier muss ein regelmäßiger Beitrag gezahlt werden, der auf Werten aus der Vergangenheit beruht. Dies kann bei stark schwankenden Einnahmen zu einer echten Belastung werden.

Die privaten Lösungen sind da viel flexibler. Wir empfehlen grundsätzlich, nur niedrige regelmäßige Sparraten abzuschließen und den größten Anteil der Altersvorsorge auf Basis von unregelmäßigen Zuzahlungen aufzubauen. Denn im Fall von allen Versicherungslösungen gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen jährlichen Zuzahlungen und einem jährlichen Beitrag.

  • Beim jährlichen Beitrag werden die Kosten für die gesamte Vertragslaufzeit direkt am Anfang von den ersten Beiträgen abgezogen (sog. Zillmerung). Die Kosten des Vertrages werden also als erstes gezahlt. Sollten dann während der Laufzeit der Vertrag reduziert werden, z.B. durch abgesenkte Beiträge, bleiben die gezahlten Gelder beim Versicherer. Der Versicherte hat also mehr Kosten als nötig gezahlt.
  • Bei jährlichen Zuzahlungen werden nur Kosten für die tatsächlich erfolgte Zuzahlung erhoben. So musst Du Kosten auch wirklich nur für die eingezahlten Beiträge bezahlen. Achte darauf, dass die Versicherungsgesellschaft für Zuzahlungen keinen Bearbeitungsgebühren nimmt.

 

Der Königsweg: das Reservekonto

Wie kann ich jetzt gewährleisten, dass ich trotz flexibler Einzahlung genug Spardisziplin aufbringe, um so viel wie möglich zu sparen? Wir empfehlen einen Trick: die Anlage eines zusätzlichen Kontos, dass speziell für die Rücklage und die Altersvorsorge vorgesehen ist. Grundsätzlich sollten Selbständige ja ohnehin 30% Ihres Einkommens direkt für die Steuer weglegen, am besten auf ein separates Tagesgeldkonto. Wir empfehlen, zusätzlich noch mal 20% auf ein weiteres Konto für die Altersvorsorge zu überweisen. Das Geld wird also direkt abgezweigt und steht nicht mehr so einfach für den Konsum zu Verfügung. Dort liegt es erst mal als „eiserne Reserve“.  Sollte es finanziell mal knapp werden, kann das Geld jederzeit wieder zurück überwiesen werden, um Deine Liquidität zu gewährleisten. Sobald der Kontostand dann einen Betrag erreicht hat, der weit höher als Dein definiertes Sicherheitspolster ist, wird der Überschuss dann in die Altersvorsorge überwiesen. Wir empfehlen das ca. 3-5 fache eines Monatsnettos. Alles darüber hinaus wird langfristig weggelegt. Das kann entweder automatisch passieren („Überschusssparen“) oder du musst regelmäßig selber nach den Beträgen gucken. Das Schöne an diesem System ist, dass immer als erstes Deine Reserve aufgefüllt wird. Du sparst erst langfristig, wenn Du kurzfristig genug Mittel dafür hast.

 

Optionen

Von den staatlich besonders geförderten Varianten fällt die betriebliche Altersvorsorge naturgemäß für die meisten Selbständigen weg. Diese lukrative Option besteht lediglich bei Geschäftsführern einer Kapitalgesellschaft. „Riestern“ kommt nur für in der Deutschen Rentenversicherung  versicherte Personen in Frage. Neben den Möglichkeiten für den allgemeinen Vermögensaufbau wie Aktiendepot, Immobilie oder Festgeld kommen im Grunde nur zwei Vorsorgeformen für alle Selbständigen in Frage: die Basis-Rente und die private Rentenversicherung.

1. Basis- oder Rürup-Rente

Bei der Basis-Rente dürfen die eingezahlten Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Stattdessen muss die ausgezahlte Rente versteuert („nachgelagerte Besteuerung“) werden. Den Anspruch auf die Förderung hat jeder Bürger, Selbständige profitieren aber besonders: Da viele von Ihnen keine Beiträge in die DRV zahlen, können diese die Höchstbeiträge voll ausschöpfen. Gerade bei Einmalanlagen und hohen Zuzahlungen macht das Sinn, denn der Höchstbetrag von 22.766 € (Stand 2016) lässt da durchaus etwas zu. Zum Jahreswechsel kann man also in kurzer Zeit über 44.000 € steuerbegünstigt für die Rente anlegen.

Zudem sind die Bestände in der Basis-Rente vor dem Zugriff von außen geschützt. Auch im Falle von privater Insolvenz oder Sozialhilfebezug wird das hier geparkte Guthaben nicht angefasst. Nicht, bevor man es selber ab dem 62. Lebensjahr entnehmen kann.

  • Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden? Ja. Sparer können maximal 22.766 € (Stand 2016) jährlich in eine Basis-Rente einzahlen. Diese Summe wird um die in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlten Beiträge reduziert. Im Jahr 2016 können 82% dieses Betrags von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Prozentsatz steigt regelmäßig bis zum Jahr 2025, wo dann 100% möglich sein werden.
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Während der Ansparphase sind Gewinne steuerfrei.
  • Wie werden die Auszahlungen besteuert? Aktuell mit 72% des persönlichen Steuersatzes. Auch dieser Wert steigt jährlich und wird 2040 volle 100% des persönlichen Steuersatzes erreichen. Entscheidend für die Besteuerung ist das Jahr des Auszahlungsbeginns. Das Guthaben muss lebenslang verrentet werden.
  • Kann der Vertrag frei übertragen/vererbt werden? Das Guthaben des Vertrags ist an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbbar.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Nein. Dafür ist das Guthaben im Fall von Privatinsolvenz oder Hartz IV vor Gläubigern geschützt.

 

2. Private Rente

Bei der privaten Rente wird nur ein Anteil der Rente im Alter mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, bei dem normalen Renteneintritt mit 67 sind das 17% der Rente. Für Selbständige, die erst mal Ihre eigene Altersvorsorge aufbauen müssen, ist die Steuerbelastung für die aufzubauende Grundrente im Schnitt erst mal recht niedrig. Die Steuerreduzierung im Alter wird für Selbständige mit geringen Alterseinkünften also eher wenig bringen. Außerdem müssen die Beiträge wie gewohnt aus dem Netto gezahlt werden. Ggf. ergibt sich steuerlich hier also sogar ein Minusgeschäft. Zudem sind die Guthaben vor einem Zugriff von außen nicht viel besser geschützt als alle anderen Vermögensgegenstände auch.

  • Wer darf sparen? Alle
  • Können die Einzahlungen von der Steuer abgesetzt werden? Nein
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Sind in dieser Versicherung steuerfrei
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Nur zum so genannten Ertragsanteil. Wer die Rente mit 67 Jahren beginnt, muss 17% davon versteuern. Wer sich Einmalbeträge auszahlen lässt, muss diese zur Hälfte versteuern. Es gilt jeweils der persönliche Steuersatz.
  • Kann der Vertrag frei vererbt/übertragen werden? Ja
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Ja, beides. Achtung: Das bedeutet, dass der Vertrag im Fall von Hartz IV eventuell aufgelöst oder verkauft werden muss.

 

3. Für alle DRV-Zwangsversicherten: Riester

Wer in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt ist auch „riesterfähig“. Die Förderung lockt mit direkten staatlichen Zuschüssen („Zulagen“) für Einzahler und deren Kindern. Auch dürfen die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden und werden erst in der Rente besteuert. Auf Grund der im Alter zu erwartenden niedrigen Renten kann sich das lohnen. Neben der Riester-Rentenversicherung gibt es auch geförderte Fondssparpläne, Banksparpläne und – fürs Eigenheim – Darlehen. Mehr dazu hier. Generell gilt: je jünger der Einzahlende, desto mehr lohnt sich ein Riesterfondssparplan mit Anlage in kostengünstigen ETFs.

  • Sind die Einzahlungen steuerfrei? Ja, bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr pro berechtigtem Sparer.
  • Sind die Anlagegewinne steuerpflichtig? Nein, dafür wird die Auszahlung besteuert. Zudem muss das Geld so angelegt werden, dass mindestens die eingezahlten Beiträge garantiert wieder ausgezahlt werden können.
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Die Rente wird voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. 30 Prozent des Guthabens lassen sich als Einmalauszahlung auszahlen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, laufende Darlehen auf ein Eigenheim mit der Auszahlung zu Rentenbeginn abzulösen.
  • Kann der Vertrag frei übertragen werden? Nur an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Eingeschränkt. Wer das Geld vor Rentenbeginn entnimmt und nicht in ein Eigenheim investiert, muss die erhaltene Förderung zurückzahlen. Als Alternative kann gegen Gebühr das Guthaben in einen anderen Riester-Vertrag übertragen werden. Im Falle von Hartz IV oder einer Privatinsolvenz ist das Guthaben vor Gläubigern geschützt.

KLAR+ Fazit: Selbständige haben es bei der Altersvorsorge besonders schwer. Die Rente muss alleine ohne Hilfe eines Arbeitgebers angespart werden, es gibt nur wenige Fördermöglichkeiten und dann ist das Risiko einer Insolvenz auch noch besonders hoch. Die Basis-Rente bietet zumindest Förderung und Schutz vor Zugriff nach Insolvenz, kein Wunder, dass sie oft als einzige Form der Vorsorge für Selbständige angesehen wird. Für in der DRV zwangsversicherte gibt es immerhin noch die Option der Riesterförderung, die noch ein bisschen stärker als die Basis-Rente gefördert wird.

 

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Finanzen für Azubis und Studenten

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Immer eins nach dem anderen: Die Top 6 Punkte für #Studenten und #Azubis bei den Privaten #Finanzen
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Dieser Blogpost richtet sich direkt an Azubis und Studenten: Was sollen sie mit Ihren ersten Überschüssen am Monatsende anfangen? KLAR+ erklärt die Reihenfolge, an die sie sich bei der Finanzplanung halten sollten. Wir halten uns dabei an die Empfehlungen der DIN (Deutsche Gesellschaft für Normung).

1. Grundabsicherung

Bei Versicherungen heißt es häufig, man solle vorsichtig sein, sich nicht überversichern. Trotzdem gibt es einige wenige Absicherungen die so wichtig sind, dass Du möglichst früh und noch vor dem Sparen mit Ihnen anfangen musst. Sie bilden die Basis für Deine individuellen Ziele. Wenn Du näheres zu den hier aufgeführten Versicherungen wissen willst, z.B. welche Kriterien die Bedingungen erfüllen sollten und was Sie so ca. kosten dürfen, schau in unsere Software.

1.1. Privathaftpflicht

Haftpflichtschäden sind schnell passiert: eine unbedachte Bewegung, und schon kannst Du jemanden anderes einen großen Schaden zugefügt haben. Besonders schlimm sind dabei Fälle, bei denen Personen dauerhaft Schäden davontragen.
Als Auszubildender oder Student bist Du häufig über die Privathaftpflicht Deiner Eltern gegen diese Schäden mit versichert. Voraussetzung dafür ist, dass Deine Eltern einen Familientarif in Ihrer Privathaftpflicht haben. Dann bist Du solange versichert, wie Du bei Deinen Eltern wohnst und Dich noch in der ersten Ausbildung befindest bzw. nicht älter als 25 bist. „Erste Ausbildung“ kann auch ein Studium nach einer Ausbildung bedeuten, z.B. ein BWL-Studium nach einer Lehre zum Bankkaufmann. Dann zählt auch das BWL-Studium zur ersten Ausbildung. Wenn Du allerdings das Berufsbild wechselt, also z.B. Architektur nach dem Bankkaufmann studierst, befindest Du Dich schon in der zweiten Ausbildung und bist damit nicht versichert. Spätestens mit Deinem ersten Master musst Du hier was tun und als erstes eine Privathaftpflichtversicherung abschließen.

1.2. Krankenversicherung

Als Auszubildender bist Du pflichtversichert, auch als Student hast Du Dich schon für eine Krankenversicherung entschieden. Das passt erst mal, der Bedarf ist gedeckt.

1.3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die letzte unbedingt notwendige Versicherung. Sie sichert das ab, in was Du gerade unheimlich viel investierst: Deine Arbeitskraft. Du investierst gerade in Deine Ausbildung um später damit ein gutes Einkommen zu erzielen. Das sind über die nächsten 40 Jahre insgesamt schnell zwischen 2 – 8 Mio. € Geldwert! Falls Du irgendwann nicht mehr arbeiten kannst und nicht dagegen abgesichert bist, ist Deine finanzielle Situation komplett im Eimer. Daher empfehlen alle Experten – „sogar“ die Verbraucherschützer – unbedingt einen Abschluss einer BU.
Leider musst Du dazu gesund sein. Denn bei Abschluss wird Dein Gesundheitszustand abgefragt. Wenn dann schon Kleinigkeiten vorgefallen und Du deswegen beim Arzt warst – z.B. nicht näher definierte Rückenschmerzen oder Prüfungsangst – ist das für die Versicherung ganz schnell ein Riesenthema – sie vermutet z.B. ein aufziehenden Bandscheibenvorfall oder eine psychische Instabilität. Damit bist Du raus und kannst Dich nicht mehr (komplett) versichern.
Daher solltest Du Dich heute versichern, solange Du jung und gesund bist. Wenn Du die Versicherung erst mal hast, sind neue Krankheiten egal. Die Versicherung muss bis zum Ende Deiner Lebensarbeitszeit, also bis 65 o. 67 abgeschlossen. Versichert wird Dein angestrebter Beruf bzw. Deine Ausbildung und Dein derzeitiges Einkommen. Das ist zwar für den Moment eigentlich zu viel, aber Du schließt die Versicherung ja ab, um einen Fuß in der Tür, also die Gesundheitsprüfung hinter Dir, zu haben. Später kannst Du dann die Rente mittels Dynamiken und Erhöhungen zu objektiven Ereignissen (z.B. Heirat, Kinder usw.) an Dein wachsendes Einkommen anpassen. Diese Option musst Du Dir möglichst früh sichern.

2. Sparen

Erst wenn Du die Absicherung erledigt hast, macht Sparen wirklich Sinn. Erst wenn die kurzfristigen Gefahren abgedeckt sind, kannst Du langfristig planen. Das gilt auch für die verschiedenen Themen der Geldanlage.

2.1. Dispo/Konsumkredite zurückzahlen

Dispo- oder Konsumkredite haben immer hohe Zinsen die auch noch garantiert von Dir zurückgefordert werden. Diese Kombination aus „Sicherheit“ und Zins bekommst Du in der Geldanlage – noch dazu nach Steuern – einfach nicht hin. Zahle daher die Kredite als Erstes zurück. So schnell wie möglich.

2.2. Liquiditätsreserve aufbauen*

Für den Anfang ist ein Nettogehalt als Notreserve in Ordnung. Diese dient dazu, dass Du nicht direkt wieder ins Minus rutscht, wenn etwas Unerwartetes passiert, z.B. Dein Auto kaputt geht. Wenn Du ein eher vorsichtiger Typ bist, kannst Du die Reserve auch erhöhen, mehr als 3 Nettogehälter sollten es aber meistens nicht sein. Es sei denn, Du weißt schon, dass da etwas Bestimmtes in den nächsten 1-2 Jahren auf Dich zu kommt: das kann z.B. Dein Auszug von zu Hause sein, ein Auslandsaufenthalt, die Bafög-Rückzahlung usw. Die dadurch zu erwartenden Beträge rechnest Du einfach auf Dein „Wunschpolster“ drauf.

2.3. andere Ziele, Altersvorsorge

Erst jetzt lohnt es sich, längerfristig zu sparen. Dabei ist erst mal egal, für welchen Zweck das ist. Wichtig ist, dass Du eine langfristige Investitionsform nutzen kannst mit einem Anlagehorizont von über 10 Jahren. Aktien sollten auf jeden Fall dabei sein, nur dann bekommst Du die notwendige Rendite hin. Wenn Du schon etwas für die Altersvorsorge tun willst, nimm die jährlichen Förderungen mit. Die gehen Dir sonst verloren. Achte aber darauf, flexibel zu bleiben. Du weißt nicht, wann Du nach der Ausbildung einen Job bekommst oder ob Du Dich noch mal beruflich neu orientierst. Daher sollten die Beiträge nicht zu hoch sein bzw. solltest Du Versicherungslösungen wegen der Kostenstruktur vorerst meiden.
Wenn Du planst, Angestellter zu bleiben und keinen Kammerberuf (Arzt, Anwalt, Architekt etc.) anstrebst, kannst Du z.B. schon mal die Riesterförderung durch einen Riesterfondssparplan mitnehmen. Du hast ein niedriges Einkommen und damit einen niedrigen Mindestbeitrag, da ist die Grundzulage 154 € im Jahr wahrscheinlich schon mal ein ordentlicher Zuschuss. Durch Deinen frühen Start kann der Zineszinseffekt hier gut wirken.
Für andere Sachen zu sparen wie z.B. ein Eigenheim oder so ist aber auch ok. Hauptsache, Du gewöhnst Dich schon mal ans Sparen. Denn wenn Du Dich erst mal ein gewisses Ausgabenniveau im Lebensstandard erreicht hat, ist es wahnsinnig schwer, das wieder zu senken. Welche Sparform für Dich und Dein Ziel am besten ist, rechnet Dir auch unsere KLAR+ Software aus.

KLAR+ Fazit: Mit diesen 6 Schritten bist Du auf jeden Fall erst mal gut aufgestellt. Fang oben an und setzte die Sachen um solange wie Dein Geld reicht. So kannst Du es schaffen, schon heute eine gute Grundlage für den Rest Deines finanziellen Lebens zu legen.

 

*Aus dem Prinzip „erst kurzfristig absichern um dann langfristig zu sparen“ weichen wir hier in der Reihenfolge von der DIN Spec ab.

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Vier Gründe, warum Du vielleicht doch keine Immobilie kaufen solltest

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Die eigene Wohnung oder das eigene Haus als Geldanlage boomt. Die Zinsen sind niedrig und das Barvermögen der Deutschen hoch. Das Resultat: Die Zahl der Baugenehmigungen steigt stetig und laut einer aktuellen Studie halten 78 Prozent der Deutschen die Immobilie für die am meisten geeignete Form der Altersvorsorge (Seite 10). Gleichzeitig ist die Zahl der deutschen Aktienbesitzer im Jahr 2014 um eine halbe Million gesunken.

Knapp vier Fünftel der Deutschen kann also nicht irren? Nunja. Sieht man sich die Statistik an, ist zumindest klar, dass wir hierzulande die Gefahr von Aktien deutlich überschätzen und die von Immobilien deutlich unterschätzen. Hier sind ein paar Gründe, warum.

1. Abschlusskosten fressen das Eigenkapital

Wir regen uns darüber auf, wenn ein Aktienfonds fünf Prozent unseres Geldes als Ausgabeaufschlag nimmt. Aber bei einer Immobilie zahlen wir alleine schon zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Makler- und Notarkosten, die schnell so hoch werden, dass das gesamte Eigenkapital aufgebraucht ist, bevor der erste Stein des eigenen Hauses bezahlt ist. So gut wie alle unabhängigen Experten raten inzwischen, vor allem wegen der hohen Kosten auf teure Aktienfonds zu verzichten und stattdessen lieber in günstigere ETFs zu investieren. In der Immobilienwelt gibt es eine solche Alternative mit viel niedrigeren Gebühren nicht.

2. Alles auf eine Karte

Dafür ist eine Immobilie aber doch viel stabiler im Wert als ein Aktien-Depot? Oft ja, aber sicher ist das lange nicht. Auch wenn die durchschnittlichen Immobilienpreise oft sehr stabil erscheinen, einzelne Wohnungen und Häuser schwanken durchaus stärker im Wert. Nur weiß keiner, wie groß diese Schwankungen sind, bis man tatsächlich versucht, einen Käufer zu finden. Es kommt gar nicht so selten vor, dass eine Immobilie dann plötzlich doch keinen Käufer zum gewünschten Preis findet und keiner mehr so genau nachvollziehen kann, warum eigentlich. Wer dann ein Aktien-Depot hat, der hat meistens dutzende oder sogar hunderte verschiedene Werte dort liegen und kann einzelne fallende Kurse verkraften. Bei der Immobilie ist das ganze Geld in einem Objekt gebunden und damit auf Gedeih und Verderb an dessen Wertentwicklung gekoppelt.

3. Drei Prozent Verlust sind in Wirklichkeit 30 Prozent Verlust

Dazu kommt: Wer in Aktien investiert, legt in der Regel nicht mehr Geld an, als er auch tatsächlich hat. Und sollte das auch auf keinen Fall tun. Bei der Immobilie läuft das anders. Ein Beispiel: Anstatt 30.000 Euro zu nehmen und in ein Depot zu stecken, nimmt jemand einfach noch einen Kredit über 270.000 Euro auf und kauft ein Haus für 300.000 Euro. Selbst, wenn es keine Nebenkosten gäbe und der volle Betrag wirklich ins Haus fließen würde, wäre das noch ein Riskantes Geschäft. Denn fällt der Hauspreis um nur drei Prozent, dann entspricht das mal eben 9000 Euro. Das Eigenkapital, das nach Abbezahlen des Kredits noch übrig wäre, hat sich auf 21.000 Euro oder um 30 Prozent reduziert. Beim Aktiendepot würde selbst ein Wertverfall von 20 Prozent nur einem Verlust von 6000 Euro entsprechen – weil für das Depot das eigene Vermögen nicht künstlich durch einen Kredit verlängert werden würde.

4. Grundstücke werden mehr wert, nicht Häuser

Als unsere Eltern und Großeltern ihre Häuser gekauft haben, war bauen nicht besonders teuer. Sie haben vielleicht ein Fünftel oder ein Viertel ihres Geldes in das eigentliche Haus gesteckt und den Rest ins Grundstück. Und das war gut so. Denn während das Haus immer mal wieder renoviert werden musste und die Einrichtung nach und nach vergilbte, gewann das Grundstück völlig unabhängig von seiner Bebauung so gut wie jedes Jahr an Wert. Unsere Großeltern haben also aus Investorensicht vieles richtig gemacht: Einen Großteil des Geldes in steigende Werte stecken und nur einen kleinen Teil in die Geld fressende Immobilie selbst.

Heute hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Immer größere Häuser auf immer kleineren Grundstücken sorgen dafür, dass inzwischen in der Regel 75 bis 80 Prozent des Kaufpreises für die Immobilie und nur der kleine Rest für das Grundstück gezahlt werden. Selbst, wenn das Grundstück weiter an Wert gewinnt, ist die Immobilie selbst ein großer Kostenblock. Bei diesem Verhältnis funktioniert auch die alte Faustregel nicht mehr, dass man ein Prozent des Kaufpreises pro Jahr sparen sollte, um Instandhaltungen zu bezahlen. Inzwischen reden wir eher vom Doppelten bis Dreifachen dieses Preises.

Das KLAR+ Fazit: Das eigene Haus oder die eigene Wohnung sind immer noch eine gute Sache. Vor allem disziplinieren sie beim Sparen, denn ein Aktiendepot ist deutlich schneller aufgelöst als ein Haus verkauft. Trotzdem ist vielen aber das Risiko gar nicht bewusst, dass sie mit dieser Investition eingehen.

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DEN RICHTIGEN RIESTER HABEN

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Riesterempfehlung: Je jünger, desto Fondssparplan.
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Als meine Mutter vor kurzem die Idee hatte, in den letzten paar Jahren vor ihrer Rente noch „zu riestern“, habe ich sie mit einer klaren Empfehlung zur Bank geschickt: Schließe keine Rentenversicherung ab, sondern lieber einen Banksparplan. Da bekommst Du noch ein paar Jahre lang die Riester-Förderung, und Deine Bank behält so gut wie keine Gebühren ein. Bei der Bank, so erzählte sie später, hätte sie trotzdem fast einen Riester-Bausparvertrag unterschrieben. Ein Produkt, das für ihre Lebenssituation absolut unpassend gewesen wäre – für die Bank aber deutlich lukrativer.

So geht es in Deutschland vielen Sparern: Sie wollen fürs Alter vorsorgen und dabei die staatlichen Riester-Vergünstigungen mitnehmen. Aber um wirklich das Meiste aus der Förderung herauszuholen, reicht es nicht, irgendeinen Riester-Vertrag zu unterschreiben. Damit nicht die Bank, sondern wirklich Du am meisten von den staatlichen Zuschüssen profitierst, solltest Du zumindest diese vier Riester-Arten grundsätzlich unterscheiden können.

1. Die Riester-Rentenversicherung

Wie diese Infografik des Arbeitsministeriums uns zeigt, ist die Riester-Versicherung das mit Abstand beliebteste Produkt bei Riester-Sparern. Oder doch bei den Beratern? Zumindest wir bei KLAR+ kennen eigentlich kaum eine Situation, in der wir nicht eine andere Riester-Variante empfehlen würden. Zwar garantiert diese Riester-Art eine Mindest-Rendite, diese ist allerdings sehr klein und wird zusätzlich noch durch überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten geschmälert. Hinzu kommt, dass die Verträge in der Regel gezillmert sind (Link). Dadurch fallen die Kosten schon sehr früh während der Vertragslaufzeit an, was einen späteren Wechsel in eine andere Vorsorgeart vergleichsweise teuer macht.

2. Der Riester-Fondssparplan

Hier wird Dein Geld regelmäßig in Investmentfonds angelegt. Der Vorteil ist, dass Deine Aktienquote im Vergleich zur klassischen Rente höher ist und damit die Chance auf eine höhere Rendite. Eine Beitragsgarantie gibt es auch hier. Achte darauf, keinen gezillmerten Vertrag auszuwählen. Noch mehr Gebühren sparen kannst Du, wenn Du in ETFs anlegst. Was das heißt, haben wir in diesem Blogpost schon erklärt.

Fondssparpläne lohnen sich vor allem dann, wenn Dein Riester-Vertrag noch fünf Jahre oder länger läuft. Bei kürzeren Laufzeiten ist es eventuell sinnvoller, eine Alternative mit geringerem Aktienanteil zu wählen.

3. Der Riester-Banksparplan

Eigentlich die simpelste Riester-Form, trotzdem ist sie die am wenigsten populäre. Unter dem Strich wird Dein Geld einfach wie ganz normales Festgeld angelegt, also auf einem Konto mit einem festen Zins. Gegen den Banksparplan spricht, dass der Festzins meist sehr niedrig ist. Dafür spricht aber, dass er so gut wie keine Gebühren kostet. Besonders, wer sehr kurzfristig anlegen möchte, ist hier also gar nicht so schlecht bedient. Wer kurz vor der Rente steht und noch keinen Riester-Vertrag hat, kann zum Beispiel einen Banksparplan abschließen und nur so viel dort einzahlen, dass er gerade so die maximale Riester-Förderung erhält. Dann sammelst Du zwar keine große Rendite ein, kannst aber die staatlichen Zuschüsse fast ohne weitere Gebühren mitnehmen.

4. Der Wohn-Riester

Zunächst: Eigentlich gibt es nicht nur eine einzige Art des Wohn-Riester, sondern verschiedene varianten. Die üblichsten sind, dass Dein Bausparvertrag oder die Rückzahlung deines Immobilienkredits gefördert werden. Eigentlich eine gute Idee. Trotzdem ist der Wohn-Riester unserer Meinung nach weniger sexy, als viele ihn finden. Das hat mehrere Gründe:

– Du kannst die geförderte Immobilie nicht vermieten

– Die steuerfreie Förderung muss während der Rente versteuert werden. Der Wohn-Riester erhöht also Deine Steuerlast, wenn Du mal in Rente gehst. Dafür musst Du vorsorgen, was viele Sparer gerne mal vergessen oder vor sich herschieben.

– Sowohl ein Riester-Bausparvertrag als auch ein Riester-Darlehen laufen meistens nicht bis zur Rente. Du musst also anschließend noch einmal einen komplett neuen (Spar-)Vertrag abschließen, wenn Du weiter von der staatlichen Förderung profitieren möchtest.

– Speziell bei Riester-Darlehen ist die Konkurrenz am Markt nicht so hoch, die Zinsen also meistens etwas höher – was schlecht ist für den Kunden.

Das KLAR+ Fazit: Vor allem für junge Kunden lohnt sich fast immer ein Fondssparplan ohne Versicherungen am meisten. Noch besser ist es, wenn dort auch ETFs bespart werden können. Der Wohn-Riester ist zwar eigentlich eine gute Sache, zwingt jedoch dazu, sich nach dessen Ablauf noch einmal neu umzuschauen. Außerdem ist es oft schwieriger, ein Riester-Darlehen zu gleich guten Konditionen zu bekommen wie ein  normales.

 

 

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10 HINWEISE DARAUF, DASS DEIN FINANZBERATER DICH ABZOCKEN KÖNNTE

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Wir bei KLAR+ sind ja nicht grundsätzlich gegen Anlageberater. Aber wir finden schon, dass das in Deutschland immer noch gebräuchliche Provisionssystem zu falschen Anreizen führt. Je nachdem, was ein Finanzmakler Dir verkauft, verdient er mehr oder weniger Geld. Natürlich macht das nicht jeden Makler zu einem schlechten Berater. Aber verführerisch ist es schon.

Um in Gesprächen mit einem Makler besser gerüstet zu sein, haben wir in diesem Blogpost mal ein paar typische Situationen aufgeschrieben, die darauf hindeuten, dass vielleicht gerade jemand auf eine höhere Provision schielt. Wir sagen nicht, dass das immer so ist. Aufpassen solltest Du aber, wenn Dein Finanzberater Dir einen der folgenden Vorschläge macht:

1. Wegen der Steuervorteile möglichst viel Geld in Fondsbasierte Versicherungen anlegen und möglichst wenig direkt in Fonds

Ja, es ist richtig, dass in vielen Fällen staatlich geförderte Versicherungen einen Steuervorteil bringen. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, wenn Dein Berater nur die Versicherung und sonst nichts anderes empfiehlt. KLAR+ empfiehlt in der Regel, nicht mehr als die Hälfte der Fonds-Vorsorge im Versicherungsmantel zu besparen und auch nur dann, wenn es wirklich eine Versicherung mit Steuervorteilen ist. Der Rest ist oft in flexibleren Fonds besser aufgehoben. Eine interessante Rand-Info zu diesem Thema: Dein Berater verdient mit einer Versicherung in der Regel mehr Geld pro investiertem Euro, als mit einem Fondssparplan.

2. Hohe regelmäßige Beiträge in die Vorsorge-Versicherung einzahlen anstatt einen kleinen Beitrag festzuschreiben und regelmäßig Zuzahlungen zu leisten

Feste Beiträge in Vorsorge-Versicherungen kosten meist mehr Gebühren und bringen meist höhere Provisionen, als Zuzahlungen außerhalb der regulären Sparrate. Es ist also meistens günstiger, eine niedrige feste Rate zu wählen und regelmäßig zuzuzahlen. Dagegen solltest Du Dich nur entscheiden, falls es Dir schwer fällt, die nötige Spardisziplin für die regelmäßigen Zuzahlungen aufzubringen.

3. In einen gezillmerten Fondssparplan investieren

Was Zillmerung heißt, erklären wir in unserer Knowledge Base. Unter dem Strich ist ein gezillmerter Vertrag meist besser für den Berater, während Du als Kunde höchstens gleich gut, eventuell sogar schlechter da stehst, als bei einem nicht gezillmerten Vertrag. Wie Du eine Zillmerung erkennst, erklären wir ebenfalls in der Knowledge Base.

4. In einen Fonds investieren und nicht in einen ETF

Für Makler bringt es mehr Geld, wenn ihre Kunden in einen Fonds mit einem Manager investieren als in einen passiven Fonds ohne Manager (auch „ETF – Exchange Traded Funds“). Während bei einem aktiven Fonds der Manager auswählt, welche Aktien oder Anleihen im Portfolio liegen, baut ein ETF einfach einen Index nach, zum Beispiel den DAX. Renditemäßig schneiden ETFs historisch und auf lange Sicht immer im oberen Drittel ab – und das zu einem Bruchteil der Kosten, die ein aktiv gemanagter Fonds verlangt.

5. Das Anlagerisiko erhöhen, obwohl Du nicht danach gefragt hast

Aktienfonds bringen höhere Provisionen als Rentenfonds, Tagesgeld bringt überhaupt keine Provisionen. Wenn Dein Berater also vorschlägt, vom Tagesgeld in einen Rentenfonds zu wechseln oder vom Rentenfonds in einen Aktienfonds, dann tut er das meistens mit dem Hinweis, dass zwar das Risiko erhöht würde, aber auch die Renditechancen. Das stimmt. Gleichzeitig wird aber auch die Provision für den Berater erhöht.

6. Aktien in Deinem Portfolio gegen entsprechende Zertifikate zu tauschen

Inzwischen kommt das nicht mehr so häufig vor, es soll aber immer noch Berater geben, die lieber ein Bayer-Zertifikat als eine Bayer-Aktie im Portfolio ihrer Kunden sehen. Insbesondere dann, wenn das Zertifikat von der Bank des Beraters ausgegeben wird, ist aber Vorsicht angesagt. Zwar ist es richtig, dass Zertifikate gegen gewisse Risiken absichern können, gleichzeitig bringen sie aber auch der ausgebenden Bank viel Geld – und zwar das des Kunden.

7. In der privaten Krankenversicherung den Anbieter wechseln

Jeder neue Abschluss einer privaten Krankenversicherung bringt dem Vermittler sehr viel Geld. Je nach Versicherung können das bis zu neun Monatsbeiträge sein. Für Dich als Kunde bedeutet es aber, dass Du eine neue Gesundheitsprüfung machen musst, in eine höhere Altersklasse eingestuft wirst und wahrscheinlich sogar Deine Rückstellungen verlierst. Das lohnt sich nur in den seltensten Fällen. Selbst, wenn die neue Krankenversicherung momentan günstiger ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Verlust der Rückstellungen rächt und Du langfristig drauf zahlst.

8. In einer langfristigen Versicherungsanlage den Anbieter zu wechseln

Langfristige Versicherungen zur Altersvorsorge sind fast immer so aufgebaut, dass Du die Gebühren für die gesamte Laufzeit schon sehr früh bezahlst. Eine bereits länger laufende Versicherung zu wechseln bedeutet also, dass Du noch einmal ganz von vorne mit dem Gebühren zahlen anfängst, die bereits abbezahlten Gebühren aus der alten Versicherung aber nicht zurückbekommst. Auch das lohnt sich nur sehr selten. Ausnahmen sind die Riester-Rente und die Berufliche Altersvorsorge (BAV). Bei der Riester-Rente kann das gesparte Guthaben gegen eine Bearbeitungsgebühr in einen neuen Vertrag überführt werden. Allerdings solltest Du hier vorher genau in den Vertrag schauen, ob trotzdem erneute Abschlussprovisionen anfallen. In der BAV gibt es bei einem Arbeitnehmerwechsel keine erneuten Provisionen.

9. Versicherungen für etwas abschließen, das keine existenzielle Gefahr bedeutet

Versicherer beschäftigen sehr gute und sehr teure Mathematiker. Die rechnen bei jedem Angebot aus, ob es sich für die Versicherung lohnt. Das gilt auch für Dinge wie zum Beispiel eine Sterbegeld-, Handy- oder Brillen-Versicherung. Als Faustregel gilt: Wenn Du theoretisch auch durch einfaches Sparen genug Geld zusammen bekommst, um selbst für diese Dinge zu bezahlen, dann wirst Du mit der Versicherung sehr wahrscheinlich nicht besser fahren. Deshalb empfehlen wir solche Versicherungen bei KLAR+ nicht.

10. Dich mit einem Haufen Produktratings davon überzeugen, dass eine bestimmte Versicherung die beste ist

Ja, Produktratings sind ein Anhaltspunkt für die Qualität eines Finanzprodukts. Aber nur dann, wenn Du sie selbst recherchierst. Kein Berater, der Dich von der Qualität eines Angebots überzeugen möchte, wird die negativen Ratings erwähnen. Zum Glück gibt es inzwischen das Internet – und Angebote wie das von KLAR+ und seinen Partnern.

 

 

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GELDANLAGE ALTERSVORSORGE: WEGE ZUR GARANTIE

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Dein Geld ist nicht weg, es ist nur woanders. Die meisten von uns freuen sich, wenn sie sich endlich mal um die Altersvorsorge gekümmert haben und wollen sich nicht auch noch damit herumschlagen, wo genau das angelegte Geld eigentlich landet, nachdem es vom Konto verschwunden ist. Dabei ist das so kompliziert gar nicht. Und es beeindruckt so ziemlich jeden Berater, wenn man davon ein wenig versteht. Wir haben uns mal die Mühe gemacht, die Anlagestrategien der Versicherer vom Versicherungssprech in halbwegs verständliches Deutsch zu übersetzen.

  • Klassik

Ja, so heißt wirklich eine Anlagestrategie. Das ist das, was die meisten Versicherer die meiste Zeit gemacht haben. Wenn eine Versicherung „klassisch“ anlegt, dann garantiert sie Dir, also dem Anleger, 60 Prozent der Rendite einer Bundesanleihe auf den Sparanteil Deines Beitrags. Das sind derzeit gerade mal 1,25 Prozent und wird weiter abgesenkt. Nicht gerade sexy. Trotzdem ist das „klassische“ Anlagemodell immer noch Kern jeder Lebens- und Rentenversicherung, der für die Absicherung einer Mindest-Rendite sorgt. Für die hohe Sicherheit sorgt ein recht kleiner Aktien-Anteil von maximal 30 Prozent (in der Realität meistens eher 10 Prozent), für ein kleines bisschen Rest-Rendite versuchen die Versicherer zunehmend mit eher neumodischen Anlageformen wie zum Beispiel Infrastrukturfonds zu sorgen.

  • Höchststandsgarantiefonds

Klingt gut, drosselt aber die mögliche Rendite gewaltig: In einem Höchststandgarantiefonds wird regelmäßig (meist einmal pro Monat) der aktuelle Stand des Fonds eingefroren. Das heißt, dass der Wert des Fonds danach zwar noch steigen kann, aber nie wieder sinken. Klingt gut, wie gesagt, wird aber teuer erkauft. Denn ein solcher Fonds setzt sich aus einem Aktien- und einem Renten-Anteil zusammen.

Der Renten-Anteil verspricht einen Stabilen Zinssatz, sagen wir mal 2 Prozent. Der Aktien-Anteil schwankt. Um durch negative Schwankungen nicht unter den Höchststand zu fallen, legt der Fondsmanager an jedem Höchststand so viel Geld in Renten an, dass am Ende inklusive Verzinsung auf jeden Fall wieder der Höchststand erreicht ist. Bei 2 Prozent Verzinsung und 10 Jahren Restlaufzeit sind das schon 82 Prozent. Das heißt, dass weniger als ein Fünftel des Geldes in Aktien angelegt ist und tatsächlich weitere Gewinne erwirtschaften kann. Mit kürzerer Laufzeit oder sinkenden Zinsen sinkt der Aktienanteil weiter. Auch mit steigendem Garantiestand sinkt der Aktienanteil. Die Sicherheit wird mit einem Verzicht auf Rendite erkauft.

  • Statischer Hybrid

Sorgt für einen etwas höheren Aktienanteil, hat aber eventuell Probleme gegen Ende der Laufzeit. Hybrid heißt, dass hier wieder zwischen Staatsanleihen (sicher) und Aktien (höheres Risiko) gemischt wird. Schon am Anfang der Laufzeit wird festgelegt, wie viel Geld in sichere Anlagen gehen muss, damit am Ende die Versicherung den gesetzlichen Mindestbetrag auszahlen kann. Alles andere geht in Aktien.

Das Nette dabei: Jeder Überschuss kann wieder in Aktien investiert werden. Wenn also das Aktien-Portfolio gut läuft oder das Staatsanleihen-Portfolio doch mehr als den minimal kalkulierten Gewinn abwirft, erhöht sich der Aktienanteil und damit die Chance auf eine höhere Rendite. Der Nachteil: Gegen Ende der Laufzeit ist dieses Modell überdurchschnittlich riskant. Denn dann ist der Aktienanteil am höchsten. Genau dann sollte er aber eigentlich langsam zurückgefahren werden, um die Gefahr kurzzeitiger Kursrücksetzer zu verringern.

  • Dynamischer Hybrid

Ist eine Mischung aus 2 und 3. Also eine Mischung aus einer sicheren Staatsanleihen-Anlage mit einer Aktien-Anlage. Jedoch nicht irgendwelche Aktien, sondern ein Fonds, der einen Mindeststand garantiert. Das funktioniert ähnlich wie bei Punkt 2 mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Fonds nur einen Teil der Anlagesumme garantiert, meistens sind das etwa 80 Prozent. Dadurch kann er die Aktienquote höher halten. Die eventuell fehlenden 20 Prozent sichert die Versicherung selbst durch das Staatsanleihen-Portfolio ab.

Lange Rede, kurzer Sinn: Durch diese Kombination ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass unter dem Strich eine größere Aktienquote in der Versicherung steckt. Das bedeutet bessere Renditechancen, aber natürlich auch ein höheres Schwankungsrisiko. Unter den garantierten Auszahlungswert der Versicherung kann aber auch dieses Modell niemals fallen.

  • i-CPPI

Nur der Vollständigkeit halber zum schnell wieder vergessen hier die vollständig ausgeschriebene Abkürzung: individual – constant proportion portfolio insurance. Heißt unter dem Strich nicht viel anderes als das, was unter Punkt 4 beschrieben ist. Allerdings werden Höchststände und Portfolio-Zusammensetzung hier nicht monatlich, sondern täglich überprüft. Das funktioniert, weil die Versicherer hier nicht nur Aktien und Anleihen, sondern zusätzlich jede Menge Finanz-Hokuspokus verwenden (Derivate, Optionen etc). Theoretisch ist das besser, weil durch die kürzeren Zyklen mehr Risiko eingegangen werden kann, ohne die Garantie zu verlieren. Praktisch kostet das aber auch eine Menge Verwaltungskosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen, bevor Gewinne an den Versicherten fließen.

Das KLAR+-Fazit: Die Systeme sind immer komplizierter geworden, und mit komplizierten Systemen steigen auch die Kosten. Entwickelt sich der Aktienmarkt während der Laufzeit eher mau, ist der Aufwand zu teuer, und die komplizierten Anlagemodelle versauen das Ergebnis. Trotz dieses steigenden Risikos unterstützt KLAR+ die neuen Anlagemodelle, da sie sich in den meisten Fällen auszahlen werden und ein hoher Aktienanteil in der langfristigen Altersvorsorge einfach Pflicht ist.

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