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Riester oder BAV? Oder sogar beides?

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Was ist besser: #Riester oder #BAV?
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Viele Angestellte stehen irgendwann vor der Grundsatzfrage: wie soll ich für mein Alter vorsorgen? Sozusagen als „Standardlösung“ werden da oft die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersvorsorge (BAV) als Antwort angeboten. Steuerlich werden beide ähnlich behandelt: sie sind heute zu 100 Prozent absetzbar, müssen im Alter zu 100 Prozent besteuert werden. Beide Formen müssen unabhängig von der Geldanlage mindestens die Auszahlung der Beiträge garantieren. Wir haben für Dich gecheckt: Was ist die bessere Lösung? Wofür sollst Du Dich entscheiden?

 

1. Sozialabgaben bei Riester und BAV

Steuerlich mögen beide Modelle ähnlich sein, in Hinsicht auf die Sozialabgabenpflicht sind sie grundverschieden.

Riester: Weil die Beiträge zum Riester schon aus „verbeitragtem“ Nettoeinkommen kommen, ist die Rente im Alter frei. Das lohnt sich besonders, wenn Du pro Jahr mehr als 74.400 Euro brutto verdienst. Für Einkommen über dieser Höhe musst Du keine Sozialabgaben mehr zahlen. Du könntest also beim Einzahlen sowieso keine Sozialabgaben sparen, kriegst beim Riester aber trotzdem die staatliche Förderung.

BAV: Bei der BAV, die sozialabgabefrei eingezahlt wird, muss die Rente mit Sozialabgaben belegt werden.

Wenn Du weniger als 74.400 Euro netto im Jahr verdienst, gleicht sich der Einzahlungs-Vorteil mit dem Auszahlungs-Nachteil mehr oder weniger aus: Zwar kannst Du heute Deine Sozialbeiträge sparen (ca. 20 Prozent), da Du aber im Alter den Krankenkassenbeitrag alleine zahlen musst (derzeit ca. 15,6 Prozent), ist der Vorteil recht klein. Zudem verlierst Du durch die geringeren Einzahlungen in die gesetzliche Rente Rentenansprüche. Das ist zwar nicht viel, reicht aber, um den Vorteil wieder ganz zunichte zu machen.

Verdienst Du mehr als 74.400 € Jahresbrutto, zahlst Du die BAV aus Gehalt, das ohnehin nicht mehr mit Sozialabgaben belegt ist. Trotzdem wird die Rente im Alter mit Beiträgen zur GKV belegt. Hier ist dann der Riester klar im Vorteil (s. oben).

Solltest Du dagegen schon heute wissen, dass Du mittelfristig in die private Krankenversicherung wechseln willst, bietet die BAV einen zusätzlichen Gewinn. Heute musst Du für die Einzahlungen keine Beiträge zur Gesetzlichen leisten und im Alter fällt die Beitragspflicht durch die PKV ohnehin weg.

Kombination: Daher empfiehlt es sich auch nicht, die beiden Förderungen zu kombinieren und die Riester-Förderung in die BAV einzuzahlen. Mal ganz abgesehen davon, dass man hiermit eine Fördersumme verschenkt, muss man die Erträge der Riester-Förderung dann auch im Alter mit Sozialabgaben belegen.  Im Alter ist das der volle Beitragssatz zur Krankenversicherung von 14,6% + Zusatzbeitrag.

 

2. Zuschüsse durch den Staat

BAV: Hier ist die BAV im Vorteil – wenn der Arbeitgeber mitmacht. Dieser spart ja auch Sozialabgaben, wenn Du in die BAV einzahlst. Gibt er diesen Beitrag oder noch mehr an Dich weiter, lohnt sich die BAV deutlich stärker. Grundsätzlich gilt: immer wenn der Arbeitgeber etwas zusätzlich zahlt, lohnt es sich, es mitzunehmen!

Riester: Beim Riester gibt es dagegen die Zulagenförderung. Wenn Du viele Kinder hast oder planst, dann fährst Du vermutlich besser mit den Zulagen. Je nach Steuersatz ist das spätestens bei drei Kindern der Fall, die in 2008 oder später geboren worden sind.

 

3. Kosten im Vergleich

Ähnliche Situation: Sowohl bei Riester als auch bei der BAV ist es besonders wichtig, auf eine niedrige Kostenbelastung zu achten. Bevor Du abschließt, solltest Du Dir die Kosten genau dokumentieren lassen und Sie mit anderen Lösungen vergleichen.

Riester: Bei Riester gibt es Riesterfondssparpläne, die grundsätzlich eine bessere Kostenstruktur haben als Versicherungen. Am besten sind aber sogenannte Honorartarife, die ganz auf Provisionen verzichten. Riester ist ein Privatvertrag. Den kannst Du individuell abschließen und die Kosten gut steuern.

BAV: Bei der BAV ist es häufig so, dass auf Grund eines Rahmenvertrags die einzelnen Verträge günstiger in den Kosten sind (so etwas wie ein „Mengenrabatt“ vom Vermittler). Das ist aber kein Muss! Ein Nachteil allerdings: Häufig gibt es keine andere Lösung in der BAV, als den bestehenden Rahmenvertrag im Unternehmen. Ist dieser günstig – Glück gehabt. Wenn nicht, ist Riester hier flexibler.

 

4. Flexibilität bei Riester und BAV

BAV: Eine Einmalauszahlung des Guthabens ist möglich. In der Praxis ist diese Option aber eher unwahrscheinlich, da die Steuerbelastung hier sehr schnell sehr hoch wird. Eine Auszahlung als Rente ist hier ratsam. Probleme gibt es aber, wenn z.B. durch Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder Selbständigkeit die Gundlage für die Förderung wegfällt. Hier ist die BAV nicht flexibel.

Riester: Eine komplette Einmalauszahlung ist nicht möglich. Dafür kann das Kapital für das Eigenheim eingesetzt werden. Im konkreten Fall kann das Guthaben entweder als Eigenkapital für eine Immobilienfinanzierung entnommen werden oder mit der Auszahlung wird zum Rentenbeginn ein noch laufendes Darlehen abgelöst. Gerade für das Modell der Verwendung als Eigenkapital eignen sich aber andere Sparmodelle mehr, z.B. ein Banksparplan oder Bausparvertrag. Diese Art der Flexibilität ist also nicht so wichtig.

Der Riester ist jedoch während der Elternzeit im Vorteil. Bei gemeinsamer steuerlicher Veranlagung und bei einem gut verdienenden Partner macht sich die Förderung auch weiterhin bemerkbar.

 

5. Komfort in der Verwaltung

BAV: Ein großer Vorteil bei der BAV ist die Tatsache, dass die Einzahlungen direkt vom Arbeitgeber in die Direktversicherung oder die Pensionskasse eingezahlt werden. Das ist für Dich natürlich sehr komfortabel. Du erhältst die Förderung, ohne selbst viel Papierkram erledigen zu müssen. Das ändert sich aber beim Arbeitgeberwechsel. Die BAV muss auf den neuen Arbeitgeber umgeschrieben werden. Da Du ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge hast, ist das grundsätzlich möglich. Allerdings besteht manchmal nur die Möglichkeit, Deinen bestehenden Vertrag in den Rahmenvertrag Deines neuen Arbeitgebers einzufügen – egal, ob dieser attraktiv ist oder nicht. Das ist einerseits mit Papierkram verbunden, andererseits weißt Du natürlich heute nicht, wie die Konditionen bei Deinen zukünftigen Arbeitgebern aussehen.

Riester: Beim Riester dagegen muss jedes Jahr eine Steuererklärung gemacht werden und auch der Dauerzulagenantrag überprüft werden. Nur so kommst Du auch regelmäßig in den Genuss der Förderung, die dann auch entsprechende zeitverzögert eintritt. Hier musst Du zumindest für eine gewisse Zeit Deinen Vorteil vorfinanzieren. Beim Arbeitgeberwechsel ist der Riester-Vertrag dagegen im Vorteil. Als Privatvertrag läuft dieser einfach so weiter, wie bisher.

 

KLAR+ Fazit:

Eins ist klar: BAV und Riester sind beides gute Lösungen. Im Normalfall stehen sie für Dich an erster und zweiter Stelle bei der staatlich geförderten Altersvorsorge. Wir vergleichen hier also Silber und Gold.

Bei der BAV kommt es immer darauf an, wie sie konkret beim Arbeitgeber ausgestaltet ist. Bietet sie attraktive Konditionen mit niedrigen Kosten und hoher Förderung, ist sie wahrscheinlich die bessere Lösung. Das gilt vor allem dann, wenn Du später in die private Krankenversicherung wechseln willst und wenige Auszeiten oder Arbeitgeberwechsel planst. Mit Riester bist Du flexibler, und Du hast den Vorteil der Zulagen.

Kurz gesagt: Bist Du zu Hause der Hauptverdiener, kommt wahrscheinlich eher die BAV in Frage. Als Zweitverdiener und eventuell Familienmanager/in empfehlen wir Dir eher Riester. Wenn Du mehr als 74.400 Euro brutto im Jahr verdienst, brauchst Du vermutlich ohnehin beide Lösungen, um die Rentenlücke zu schließen.

Detailliert ausrechnen kannst Du die beiden Lösungen mit unserer Software KLAR+. Sie hilft Dir, die für Dich lukrativere Lösung zu finden. Oder hast Du Dich schon entschieden? Schreib uns, wieso Du Dich für das eine oder andere  entschieden hast!

 

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Entgeltumwandlung – wie aus 50 € netto 100 € Beitrag werden

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#Entgeltumwandlung - wie aus 50 € netto 100 € Beitrag werden. #BAV #Altersvorsorge
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Wie funktioniert die Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge? Wie können aus 50 € plötzlich 100 € Beitrag werden? Und wieso wird das sogar noch mehr? Alexander zeigt euch, was da genau passiert.

Transkript: Entgeltumwandlung in der BAV

Hallo zusammen und willkommen zurück zu KLAR+, Private Finanzen. Ganz einfach. Heute zu dem Thema Entgeltumwandlung. Entgeltumwandlung ist ein Thema wo ich in den 12 Jahren Beratungserfahrung festgestellt habe, dass das vielleicht nicht ganz so einfach zu verstehen ist. Deshalb heute noch mal ein Video dazu um euch zu helfen, das Video zu verstehen.
Entgeltumwandlung bedeutet es, wenn ich aus meinem Entgelt als Angestellter, also meinem Lohn, Geld in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen möchte, in eine Direktversicherung oder Pensionskasse. Deswegen haben wir beim Thema Entgeltumwandlung auf jeden Fall einen Arbeitnehmer. Dieser Arbeitnehmer ist in unserem Beispiel mal in Steuerklasse I und verdient ungefähr 3000 € Brutto monatlich.
Davon gehen jetzt Steuer ab. Und zwar Einkommenssteuer, Kirchensteuer, wenn es sie denn gibt und auf jeden Fall den Soli. Und wir haben Sozialabgaben. Das sind in diesem Falle die Gesetzliche Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Die wollen alle Ihr Geld. Und das sind bei der Steuer pro Monat 503 €, und bei den Sozialabgaben jeden Montag 620 €. Wenn man das zusammenrechnet kommt man dann auf das Netto, das sind nach Adam Riese dann 1877 € mtl. So weit, so bekannt, so ist das in jeder Gehaltsabrechnung der Fall.
Was ist jetzt besonderes, wenn jetzt die Betriebliche Altersvorsorge genutzt wird. In der betrieblichen Altersvorsorge, also der Entgeltumwandlung, nehmen wir mal an, der Nutzer hier zahlt 100 € in eine Direktversicherung. Wenn er das tut sinkt das zu versteuernde Bruttoeinkommen, das Einkommen, das mit Sozialabgaben belegt werden muss auf 2900 € mtl. Das hat natürlich auch zur Folge, das weniger Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Das sind dann nur noch 473 € Steuern und nur noch 600 € Sozialabgaben. So das wir hier insgesamt auf ein Netto von 1827 € kommen. Und wenn man das jetzt vergleicht hier 100 € in die Direktversicherung eingezahlt und nur 50 € weniger netto, dann wird klar, dass das Spass machen kann. Das ist hier schon mal ein riesen Hebel. Wenn man jetzt vom Netto aus geht bei 50 € Beitrag denkt man vielleicht, wie kann das sein, von 50 € zu 100 € Beitrag bei nur 20 % Steuern, aber wenn man es anders herum angeht, von den 100 € Bruttobeitrag ins netto, dann gliedert sich das alles auf. Also, aus den 50 € netto werden so 100 € Beitrag.
Aber das ist nur die erste Hälfte, nämlich die Hälfte des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber spielt hier auch eine Rolle. Wir gehen mal davon aus, dass ihr einen netten Arbeitgeber habt, denn der hat ja auch Kosten in Form von Sozialabgaben. Sozialabgaben in Höhe von 19,9% im Monat und d.h. wenn er euch 3000 € monatliches Gehalt zahlt hat er im Grunde kosten in Höhe von 3597 €. Und wenn sich das jetzt reduziert, deswegen weil ihr nur noch 2900 € Gehalt habt, auf Kosten von insgesamt 3577 € dann sind hier noch mal 19,90 € wir runden jetzt mal auf 20 €, die der Arbeitgeber Plus hat. Wir gehen mal wie gesagt davon aus, dass ihr einen netten Arbeitgeber habt denn der wirft das dann zusammen und das macht dann insgeamt 120 € Beitrag für die Direktversicherung bei 50 € Nettoverlust. Das sich das lohnt, dass das Spass macht, ich denke, das ist relativ offensichtlich.
Nichtsdestotrotz, nicht vergessen: die Erträge aus der Direktversicherung und Pensionskasse müssen dann in der Rente vollversteuert werden. Das kommt also noch. Trotzdem lohnt sich das meistens, schon allein deswegen weil man hier in dem Modell Beiträge vom Arbeitgeber bekommt, die man sonst nicht bekommen hätte.
Gut ich hoffe, die Rechnung hat euch noch mal gezeigt, wie das mit der Entgeltumwandlung funktioniert und sie hat euch geholfen. Wenn ja, dann Like und Follow uns auf Facebook oder Twitte oder auf Youtube und helft uns bitte, schreibt uns die Themen, die euch interessieren. Damit wir auch wissen was euch interessiert und wir das nächste Video entsprechend aufsetzen können. In der Zwischenzeit rechnet euch aus, was bei der Entgeltumwandlung mit den verschiedenen Vorsorgeformen für Euch dabei rauskommen würde, mit Hilfe der KLAR+ Software. Dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Kosten von Renten- und Lebensversicherungen

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#Kosten bei #Rentenversicherungen - wie kann ich bei #Riester, #Rürup und Co. viel Geld sparen?
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Welche Kosten gibt es bei (fondsgebundenen) Renten- und Lebensversicherung, also auch bei Riester, Rürup und Co.? Im neuen Format klärt Alexander auf, welche Kosten anfallen und wie man sie zumindest teilweise umgehen kann. Viel Spass beim zuschauen!

Transkript: Kosten von Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Hallo, hier ist wieder Alexander von KLAR+, Private Finanzen Ganz einfach. Heute mit dem Thema, Kosten von Renten- und Lebensversicherungen. Wo kommen die Kosten her? Wie hoch sind sie? Wie beeinflussen sie dein Ergebnis und wie wirst Du sie los? Wie kannst Du, wenn du den Vertrag richtig beeinflusst und abschliesst über 100.000 € sparen bei den richtigen Verträgen. Das alles sage ich Dir – Informationen, die Du normalerweise von Deinem Versicherungsvermittler nicht bekommst.

Lass uns Anfang. Es handelt sich um einen Sparvertrag, da legt jemand Geld an, also gibt es Geldanlagekosten. Die Kosten können an eine Geldanlagegesellschaft weitergereicht werden oder bei der Versicherung verbleiben, je nachdem was für ein Vehikel gewählt wird, sind die Kosten unterschiedlich. Die günstigsten Vehikel sind die ETFs, Exchange Traded Funds, die mit 0,1% Kosten verursachen. Die teuersten Varianten sind wahrscheinlich Vermögensverwaltungen, die in manchen Versicherungen als Voreinstellung als erstes empfohlen werden, und leider ist es so, dass die teuren Vermögensverwaltungen eher ein schlechteres Ergebnis als die ETFs erreichen. Deswegen ist hier eine Stellschraube für die Kosten. Wir rechnen jetzt erst Mal mit 1,5% Kostensatz, dass ist auch das, was ein normaler Aktienfonds eben im Schnitt kostet.

Der zweite Kostenpunkt den wir haben, ist der Kostenpunkt, der auf jeden Fall bei der Versicherung bleibt, nämlich die Mantelkosten. Das sind die Kosten für die Leute die den Versicherungsvertrag berechnet haben aber auch der zweite Teil für die Vertriebler, die ihn Dir vermittelt haben, damit die am Telefon bleiben, wenn Du anrufst. Das sind ungefähr 0,7% die hier jährlich abgezogen werden. Normalerweise ist das aufgeteilt in einen fixen und einen variablen Anteil, wie bleiben jetzt bei dem variablen Anteil, das Ergebnis ist im Endeffekt dasselbe.

Und dann haben wir das noch die Vertriebskosten. Das sind die Kosten, die am meisten diskutiert wurden. Das ist die Provision für den Vermittler und in der Vergangenheit war das sehr viel, dass konnten bis zu 7% der Beitragssumme sein. Das ist jetzt reduziert worden, auch auf Druck vom Gesetzgeber auf einen Satz von 2,5% der Beitragssumme. Beitragssumme, was das ist erkläre ich gleich. Wichtig ist auch, dass diese Kosten am Anfang der Vertragslaufzeit abgezogen werden.

Wie wirkt sich das jetzt konkret aus? Das zeige ich Dir an einem Beispiel, nämlich an einem Vertrag der über 35 Jahre läuft, also ein Altersvorsorgevertrag. Und wir gehen jetzt mal davon aus, dass du da 250 € im Monat investierst. Das Ergebnis ändert sich dann entsprechend. Also, 250 €, 35 Jahre, das ist ein satter Altersvorsorgevertrag, aber das ungefähr die Summe von dem, was viele von uns sparen. Wenn wir jetzt langfristig sparen können wir auch mit vielen Aktien sparen, sollten wir auch mit vielen Aktien sparen, und kommen eben im Schnitt, wenn es normal läuft, ohne Kosten kämen wir auf 8% Performance, also auf 577.000 € Ablaufsumme. Das wäre das, was du rausbekommst, wenn es keine Kosten gäbe.

Nur gibt es die aber, wie wir gerade gesehen haben. Deswegen ziehen wir als erstes die  Geldanlagekosten ab. Wir kommen dann, bei einem Schnitt von 1,5% auf 6,5% und einem Ergebnis von 402.000 €. Das heißt hier gehen schon mal 175.000 € runter. Nächster Schritt, das sind die Mantelkosten, die Verwaltungs- und Bestandskosten der Versicherung, da sind wir dann noch bei 5,8%.  Und das Ergebnis liegt dann bei 341.000 €.  So und der letzte Kostenblock, die Vertriebskosten, da ist es eben so, dass die in den ersten 5 Jahren abgezogen werden. 2,5% der Beitragssumme das sind 250 € Beitrag im Monat, im Jahr sind das 3000 € über 35 Jahre sind das 105.000 € Beitragssumme. Davon 2,5% sind 2625 und die werden auf 5 Jahre verteilt. D.h. in den ersten fünf Jahren werden jedes Jahr über 500 € von Deinen Beiträgen abgezogen. D.h. Du zahlst 12 Monate ein, aber nur das Geld von 10 Monaten kommt an. Und das hat natürlich den Nachteil das die Verträge sich am Anfang nicht gut entwickeln und das hat den Nachteil, dass wenn ich dann hier an diesem Punkt bin, dass es sich dann überhaupt nicht mehr lohnt den Vertrag zu kündigen oder sonst irgendwas zu ändern. Wenn sich dann meine Lebenssituation verändert, wenn ich jetzt dann da aussteige, habe ich ein riesen Verlustgeschäft gemacht. Da ist das Problem an diesen frontgeladenen Vertriebskosten. Wenn die dann erst mal beglichen sind, dann erledigt sich das, und der Vertrag läuft dann im Grunde mit der selben Performance und der Vertrag kommt dann auf eine Gesamtsumme von 324.000 €, so ja, durch die 2,5% der Beitragssumme. 324.000 € also von 577.000 € auf 324.000 € das sind die Auswirkungen der Kosten die da insgesamt abgezogen werden und das ist schon satt, das was an den verschiedenen Quellen eben in der Geldanlage, der Versicherung hängen bleibt.

Gut. Was kannst Du jetzt dagegen machen. Du kannst vor allem, und das geht eben auch bei bestehenden Verträgen, die Geldanlagekosten reduzieren. Hier die 175.000 € in dem Beispiel, die kannst Du eben minimieren in dem Du eben in die kostengünstigeren aber genauso erfolgreichen ETFs umschichtest, so dass Du hier schon mal wesentlich mehr herausbekommst. Wenn Du neue Verträge abschließt kannst Du natürlich darauf achten, dass es keine Vertriebskosten gibt, durch Direktversicherungen,  dass es möglichst Verwaltungskosten, Mantelkosten durch provisionfreie Versicherungen.  Die gibt es mittlerweile alle im Internet und das rate ich Dir ganz klar.

Die Frage ist, wieso solltest Du überhaupt Versicherungen abschliessen, was ist das besondere an Renten- und Lebensversicherungen. Das besondere an Rentenversicherungen ist, dass sie an vielen Stellen steuerlich gefördert werden. Riester-Rente, Basis-Rente, betriebliche Altersvorsorge. Das sind alles Rentenversicherungen die eben steuerlich oder anderweitig geförderte werden, weswegen es sich dann doch lohnt, sie abzuschliessen. Ob das für dich gilt, das kannst Du Dir ausrechnen, mit unserem Rechner, der KLAR+-Rechner, den findest Du auf der klarplus.com-Website. Du kannst Dir auch das Video zur nachgelagerten Besteuerung angucken, was Du hier auf dem Kanal findest, und da wirst Du heraufinden ob diese Form mit der staatlichen Förderung für Dich günstiger ist oder ob Du andere Formen der Geldanlage für Dich wählen solltest.

In der Zwischenzeit „like“ uns auf Facebook, abonniert den Kanal hier und dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

7+1 Vorsätze zum neuen Jahr

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Same procedure as every year: Deine 7 Finanzthemen #2016 - Private #Finanzen
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Traditionell ändern sich mit dem Kalenderjahr auch viele Dinge im Bereich der Finanzen. 2016 passiert da eher wenig Besonderes. Zum Beispiel werden wie jedes Jahr die Beitragsbemessungsgrenzen im Bereich der Sozialversicherung steigen, Besserverdiener werden also wieder stärker zur Kasse gebeten. Auf der Habenseite stehen leichte Anhebungen bei Steuerfreibetrag und Kindergeld um Beträge, die Du wahrscheinlich kaum im Geldbeutel spürst.

All das passiert automatisch. Aber worum musst Du Dich kümmern, wo musst Du aktiv werden? KLAR+ zeigt 8 Themen auf, um die Du Dich kümmern solltest.

 

1. Versicherungen überprüfen

Falls Du es noch nicht getan hast: kündige Deine KFZ-Versicherung in 2015. Denn Dir geht es wahrscheinlich wie den allermeisten Bestandskunden: heimlich, still und leise heben die Versicherer die Beiträge für Dich an. Mit diesen Beiträgen werden Rabatte für Neukunden finanziert. Das Gute daran ist: mit der Beitragserhöhung hast Du ein Sonderkündigungsrecht bis zum 31.12.2015, kannst also immer noch den Versicherer für 2016 wechseln. Wenn Du kündigst oder zumindest damit drohst, räumen Dir viele Versicherer dann auch die Neukundenrabatte ein.

Ein ähnliches Prinzip verfolgen viele Versicherer mittlerweile auch bei den anderen Sachversicherungen, also Privathaftpflicht, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung. Diese Versicherungen haben eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, meistens bis zum Jahresende. Wenn die Beiträge hier nicht erhöht wurden bist Du also zu spät dran. Wenn Du noch wechseln wolltest, und Du hast den Zeitpunkt mal wieder verpasst: mach es jetzt, kündige für 2017. Dann kannst Du es nicht mehr vergessen.

 

2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) prüfen

Mit der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze wird auch der maximale steuer- und sozialabgabenfreie Beitrag zur Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge angehoben. 2015 waren das maximal 242 € im Monat, in 2016 werden es 248 € sein. Du kannst also 6 € mehr steuer- und sozialabgabenfrei sparen, netto merkst Du davon vermutlich gerade mal 3 € weniger im Portmonee. Manche Verträge erhöhen sich automatisch auf den Wert, das kannst Du auf Deiner Gehaltsabrechnung nachvollziehen. Wenn Du eine gute rabattierte bAV hast, solltest Du die Erhöhung mitnehmen.

 

3. Rebalancing

Gute Wertpapierportfolios halten sich in Ihrer Zusammensetzung an gewisse Ziele. Eine bestimmte Assetklasse, z.B. Aktien, sollte einen gewissen Anteil im Portfolio haben. So wird u.a. das Anlagerisiko bestimmt und gesichert. Wenn jetzt übers Jahr eine Anlageklasse im Vergleich zu den anderen Klassen besonders stark im Wert gestiegen ist, verschiebt sich dieses Verhältnis natürlich. Um die Zielstruktur wieder herzustellen, sollten daher regelmäßig Umschichtungen zur Anpassung gemacht werden, dabei spricht man von „Rebalancing“. Dies wird gerne zum Jahreswechsel gemacht, auch wenn man es theoretisch auch an jedem anderen Tag im Jahr machen kann. Solltest Du noch kein Termin für Dein Rebalancing festgelegt haben, mach es jetzt.

 

4. Steuer ID mitteilen

In 2016 zählt Dein Steuerfreibetrag nur noch, wenn er Deiner persönlichen Steuer ID zugeordnet werden kann. Teile Deiner Bank daher möglichst bald Deine Steuer ID mit (die Steuernummer mit den 11 Stellen). Dasselbe gilt für die Bezieher von Kindergeld: auch hier muss in 2016 die Steuernummer angegeben werden.

 

5. Krankenversicherung überprüfen

Der Jahreswechsel ist ein beliebter Zeitpunkt der Versicherer, um auch die Beiträge zur Krankenversicherung anzuheben.

Solltest Du privat versichert sein, lohnt es sich dann einmal mehr, einen Tarifwechsel beim selben Versicherer prüfen zu lassen. Gerade bei schon länger Versicherten kann es sein, dass sich insbesondere der eigene Tarif schlechter als andere Tarife der Gesellschaft entwickelt hat. Tarifinnovationen können dazu beitragen, dass neue Tarife mit einem sehr ähnlichen Leistungspaket sehr viel günstiger sind. Wichtig: bleib bei derselben Versicherung! Bei einem Anbieterwechsel fallen die Beitragsrückstellungen ganz oder in großen Teilen weg, das unbedingt vermeiden.

Auch als gesetzlich Versicherter werden Deine Beiträge in 2016 wahrscheinlich steigen. Experten sagen vorher, dass viele Kassen den individuellen Zusatzbeitrag erhöhen müssen, im Schnitt von 0,9 auf 1,1%. Dieser Mehrbeitrag geht voll zu Lasten der Arbeitnehmer, also Dir. Sollte Deine Kasse den Beitrag in 2016 erhöhen, überprüfe, ob es nicht günstigere Lösungen für Dich gibt.

 

6. Riesterantrag überprüfen

Bei Deinem Riestervertrag gibt es einen Beitrag den Du individuell sparen musst, damit Du die volle Riesterförderung für Deinen Vertrag bekommst, den sogenannten Mindesteigenbeitrag. Dieser Beitrag liegt bei 4% Deines letzten Jahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulage. Wenn Du jetzt weißt, wie viel Du 2015 sozialversicherungspflichtig verdient hast, kannst Du ausrechnen, wie viel Du in 2016 monatlich für die volle Förderung sparen musst. Die Formel lautet:

(Sozialversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen*4% – Zulage)/12

Die Zulagen liegen im Jahr bei 154 € für Dich und 185 € (vor 2008 geb.) bzw. 300 € (ab 2008 geb.) für jedes Kind, für das Du Kindergeld bekommst. Der Maximalbeitrag liegt bei 175 € mtl. Solltest Du mehr sparen ist das auch sehr gut, schließlich kannst Du die Beiträge von der Steuer absetzen. Vergiss nicht, Deinen Zulagenantrag zu ändern, falls sich Dein Familienstatus geändert hat.

 

7. Kosten sparen, z.B. das Rauchen aufgeben

Gut, das ist jetzt keine revolutionäre Idee. Aber viele Änderungen in der Lebensführung haben auch Einfluss auf Deine finanzielle Situation. Überlegen, ob Du wirklich schon genug sparst und worauf Du ggf. einfach verzichten kannst. Wie z.B. das Rauchen Deine finanzielle Unabhängigkeit verhindert zeigt Dir der Finanzwesir in seiner unnachahmlichen Art.

 

7+1. Event planen

Geld soll aber auch glücklich machen. Es ist wie bei jeder Diät: Nur sparen ist nicht lange durchzuhalten. Ab und zu muss man sich auch mal etwas gönnen. Dabei macht Geld ausgeben unterschiedlich glücklich. Die Forschung zeigt: verzichte auf Status und dessen Symbole, investiere in Erlebnisse. Tu etwas für Dich und Dein Lieben, an dass Ihr euch noch lange erinnern könnt und wollt. Das macht Euer Leben reicher.

Also, leg los und finde das Event für 2016, dass Dich ganz bestimmt glücklich macht!

Falls Du glaubst, wir haben noch etwas vergessen, schreib es einfach in die Comments a la „2016 muss ich mich auf jeden Fall um _____________ kümmern.“

In diesem Sinne:

 

Einen guten Rutsch und frohe Festtage wünscht Dir

Das KLAR+ Team

 

 

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