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Garantierter Rentenfaktor – Garantiert nicht so wichtig

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Bei der Suche nach der richtigen Altersvorsorge setzen immer noch sehr viele Deutsche auf Kapital- oder Rentenversicherungen. Fast 3,5 Millionen neue Verträge schlossen sie laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2014 ab. Als wichtiger Faktor bei der Entscheidung für den richtigen Vertrag gilt dabei der so genannte Rentenfaktor. In Wahrheit ist dieser Faktor jedoch höchstens ein Anhaltspunkt – und kann sogar irreführend sein, wenn er falsch verstanden wird.

Der Rentenfaktor ist zunächst mal nichts anderes als die Umrechnung eines fixen Geldbetrags in eine monatliche Rentenzahlung. Üblich ist die Umrechnung von 10.000 Euro zum Beginn des Rentenalters in einen festen Betrag, der dann bis ans Lebensende ausgezahlt wird, unabhängig vom Todeszeitpunkt. Aktuell liegt der in Deutschland zwischen 27 und 31 Euro monatliche Rente, je nach Anbieter. Es gibt jedoch auch Ausreißer nach oben und nach unten.

Aber warum schon beim Abschluss des Vertrags festlegen, in welchen monatlichen Betrag das angesparte Geld einmal umgewandelt werden soll? Besonders dann, wenn noch gar nicht fest steht, wie viel Geld am Ende Überhaupt zusammenkommt? Die Versicherungen sagen, das sei transparenter so. Schließlich müsste ja auch die steigende Lebenserwartung in die Police eingerechnet werden, und dabei gebe der Rentenfaktor Planungssicherheit.

Dabei gibt es jedoch gleich mehrere große „Aber“:

  1. Rentenfaktor-Garantie? In den Rentenfaktor ist ohnehin schon eine steigende Lebenserwartung eingerechnet, die erst einmal erreicht werden muss. Viele Versicherungsbedingungen enthalten außerdem Klauseln, die den Rentenfaktor bei Rententantritt anpassen können. Und zwar ironischerweise dann, wenn sich die Lebenserwartung zum Nachteil der Versicherung ändert. Hier gilt es, vorsichtig zu sein.
  2. Was, wenn man beim Renteneintritt schwer krank ist? Dann wäre es vielleicht besser, sich das Geld auf einmal auszahlen zu lassen – und der Rentenfaktor ist plötzlich wertlos. Die vermeintliche Planungssicherheit hat dann nur Geld gekostet.
  3. Viel wichtiger als ein „guter“ Rentenfaktor ist, dass überhaupt viel Geld zusammen kommt, das dann in eine Rente umgerechnet werden kann. Auf lange Sicht ist deswegen viel wichtiger, dass der Anlageerfolg der Versicherung gut ist – und ihre Gebühren niedrig.

Das Fazit von Klar+: Der Rentenfaktor wird erst wichtig, wenn das Rentenalter wirklich nahe ist. Beim Abschluss des Vertrags ist er nur eine Zahl von vielen und kein besonders guter Anhaltspunkt für die Qualität einer Versicherung.