Tag Archives: Geldanlage der Versicherungen

Home Posts Tagged as “Geldanlage der Versicherungen”

GELDANLAGE ALTERSVORSORGE: WEGE ZUR GARANTIE

No Comments

ID-100297316

Dein Geld ist nicht weg, es ist nur woanders. Die meisten von uns freuen sich, wenn sie sich endlich mal um die Altersvorsorge gekümmert haben und wollen sich nicht auch noch damit herumschlagen, wo genau das angelegte Geld eigentlich landet, nachdem es vom Konto verschwunden ist. Dabei ist das so kompliziert gar nicht. Und es beeindruckt so ziemlich jeden Berater, wenn man davon ein wenig versteht. Wir haben uns mal die Mühe gemacht, die Anlagestrategien der Versicherer vom Versicherungssprech in halbwegs verständliches Deutsch zu übersetzen.

  • Klassik

Ja, so heißt wirklich eine Anlagestrategie. Das ist das, was die meisten Versicherer die meiste Zeit gemacht haben. Wenn eine Versicherung „klassisch“ anlegt, dann garantiert sie Dir, also dem Anleger, 60 Prozent der Rendite einer Bundesanleihe auf den Sparanteil Deines Beitrags. Das sind derzeit gerade mal 1,25 Prozent und wird weiter abgesenkt. Nicht gerade sexy. Trotzdem ist das „klassische“ Anlagemodell immer noch Kern jeder Lebens- und Rentenversicherung, der für die Absicherung einer Mindest-Rendite sorgt. Für die hohe Sicherheit sorgt ein recht kleiner Aktien-Anteil von maximal 30 Prozent (in der Realität meistens eher 10 Prozent), für ein kleines bisschen Rest-Rendite versuchen die Versicherer zunehmend mit eher neumodischen Anlageformen wie zum Beispiel Infrastrukturfonds zu sorgen.

  • Höchststandsgarantiefonds

Klingt gut, drosselt aber die mögliche Rendite gewaltig: In einem Höchststandgarantiefonds wird regelmäßig (meist einmal pro Monat) der aktuelle Stand des Fonds eingefroren. Das heißt, dass der Wert des Fonds danach zwar noch steigen kann, aber nie wieder sinken. Klingt gut, wie gesagt, wird aber teuer erkauft. Denn ein solcher Fonds setzt sich aus einem Aktien- und einem Renten-Anteil zusammen.

Der Renten-Anteil verspricht einen Stabilen Zinssatz, sagen wir mal 2 Prozent. Der Aktien-Anteil schwankt. Um durch negative Schwankungen nicht unter den Höchststand zu fallen, legt der Fondsmanager an jedem Höchststand so viel Geld in Renten an, dass am Ende inklusive Verzinsung auf jeden Fall wieder der Höchststand erreicht ist. Bei 2 Prozent Verzinsung und 10 Jahren Restlaufzeit sind das schon 82 Prozent. Das heißt, dass weniger als ein Fünftel des Geldes in Aktien angelegt ist und tatsächlich weitere Gewinne erwirtschaften kann. Mit kürzerer Laufzeit oder sinkenden Zinsen sinkt der Aktienanteil weiter. Auch mit steigendem Garantiestand sinkt der Aktienanteil. Die Sicherheit wird mit einem Verzicht auf Rendite erkauft.

  • Statischer Hybrid

Sorgt für einen etwas höheren Aktienanteil, hat aber eventuell Probleme gegen Ende der Laufzeit. Hybrid heißt, dass hier wieder zwischen Staatsanleihen (sicher) und Aktien (höheres Risiko) gemischt wird. Schon am Anfang der Laufzeit wird festgelegt, wie viel Geld in sichere Anlagen gehen muss, damit am Ende die Versicherung den gesetzlichen Mindestbetrag auszahlen kann. Alles andere geht in Aktien.

Das Nette dabei: Jeder Überschuss kann wieder in Aktien investiert werden. Wenn also das Aktien-Portfolio gut läuft oder das Staatsanleihen-Portfolio doch mehr als den minimal kalkulierten Gewinn abwirft, erhöht sich der Aktienanteil und damit die Chance auf eine höhere Rendite. Der Nachteil: Gegen Ende der Laufzeit ist dieses Modell überdurchschnittlich riskant. Denn dann ist der Aktienanteil am höchsten. Genau dann sollte er aber eigentlich langsam zurückgefahren werden, um die Gefahr kurzzeitiger Kursrücksetzer zu verringern.

  • Dynamischer Hybrid

Ist eine Mischung aus 2 und 3. Also eine Mischung aus einer sicheren Staatsanleihen-Anlage mit einer Aktien-Anlage. Jedoch nicht irgendwelche Aktien, sondern ein Fonds, der einen Mindeststand garantiert. Das funktioniert ähnlich wie bei Punkt 2 mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Fonds nur einen Teil der Anlagesumme garantiert, meistens sind das etwa 80 Prozent. Dadurch kann er die Aktienquote höher halten. Die eventuell fehlenden 20 Prozent sichert die Versicherung selbst durch das Staatsanleihen-Portfolio ab.

Lange Rede, kurzer Sinn: Durch diese Kombination ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass unter dem Strich eine größere Aktienquote in der Versicherung steckt. Das bedeutet bessere Renditechancen, aber natürlich auch ein höheres Schwankungsrisiko. Unter den garantierten Auszahlungswert der Versicherung kann aber auch dieses Modell niemals fallen.

  • i-CPPI

Nur der Vollständigkeit halber zum schnell wieder vergessen hier die vollständig ausgeschriebene Abkürzung: individual – constant proportion portfolio insurance. Heißt unter dem Strich nicht viel anderes als das, was unter Punkt 4 beschrieben ist. Allerdings werden Höchststände und Portfolio-Zusammensetzung hier nicht monatlich, sondern täglich überprüft. Das funktioniert, weil die Versicherer hier nicht nur Aktien und Anleihen, sondern zusätzlich jede Menge Finanz-Hokuspokus verwenden (Derivate, Optionen etc). Theoretisch ist das besser, weil durch die kürzeren Zyklen mehr Risiko eingegangen werden kann, ohne die Garantie zu verlieren. Praktisch kostet das aber auch eine Menge Verwaltungskosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen, bevor Gewinne an den Versicherten fließen.

Das KLAR+-Fazit: Die Systeme sind immer komplizierter geworden, und mit komplizierten Systemen steigen auch die Kosten. Entwickelt sich der Aktienmarkt während der Laufzeit eher mau, ist der Aufwand zu teuer, und die komplizierten Anlagemodelle versauen das Ergebnis. Trotz dieses steigenden Risikos unterstützt KLAR+ die neuen Anlagemodelle, da sie sich in den meisten Fällen auszahlen werden und ein hoher Aktienanteil in der langfristigen Altersvorsorge einfach Pflicht ist.

Garantierter Rentenfaktor – Garantiert nicht so wichtig

2 Comments

individuell

Bei der Suche nach der richtigen Altersvorsorge setzen immer noch sehr viele Deutsche auf Kapital- oder Rentenversicherungen. Fast 3,5 Millionen neue Verträge schlossen sie laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2014 ab. Als wichtiger Faktor bei der Entscheidung für den richtigen Vertrag gilt dabei der so genannte Rentenfaktor. In Wahrheit ist dieser Faktor jedoch höchstens ein Anhaltspunkt – und kann sogar irreführend sein, wenn er falsch verstanden wird.

Der Rentenfaktor ist zunächst mal nichts anderes als die Umrechnung eines fixen Geldbetrags in eine monatliche Rentenzahlung. Üblich ist die Umrechnung von 10.000 Euro zum Beginn des Rentenalters in einen festen Betrag, der dann bis ans Lebensende ausgezahlt wird, unabhängig vom Todeszeitpunkt. Aktuell liegt der in Deutschland zwischen 27 und 31 Euro monatliche Rente, je nach Anbieter. Es gibt jedoch auch Ausreißer nach oben und nach unten.

Aber warum schon beim Abschluss des Vertrags festlegen, in welchen monatlichen Betrag das angesparte Geld einmal umgewandelt werden soll? Besonders dann, wenn noch gar nicht fest steht, wie viel Geld am Ende Überhaupt zusammenkommt? Die Versicherungen sagen, das sei transparenter so. Schließlich müsste ja auch die steigende Lebenserwartung in die Police eingerechnet werden, und dabei gebe der Rentenfaktor Planungssicherheit.

Dabei gibt es jedoch gleich mehrere große „Aber“:

  1. Rentenfaktor-Garantie? In den Rentenfaktor ist ohnehin schon eine steigende Lebenserwartung eingerechnet, die erst einmal erreicht werden muss. Viele Versicherungsbedingungen enthalten außerdem Klauseln, die den Rentenfaktor bei Rententantritt anpassen können. Und zwar ironischerweise dann, wenn sich die Lebenserwartung zum Nachteil der Versicherung ändert. Hier gilt es, vorsichtig zu sein.
  2. Was, wenn man beim Renteneintritt schwer krank ist? Dann wäre es vielleicht besser, sich das Geld auf einmal auszahlen zu lassen – und der Rentenfaktor ist plötzlich wertlos. Die vermeintliche Planungssicherheit hat dann nur Geld gekostet.
  3. Viel wichtiger als ein „guter“ Rentenfaktor ist, dass überhaupt viel Geld zusammen kommt, das dann in eine Rente umgerechnet werden kann. Auf lange Sicht ist deswegen viel wichtiger, dass der Anlageerfolg der Versicherung gut ist – und ihre Gebühren niedrig.

Das Fazit von Klar+: Der Rentenfaktor wird erst wichtig, wenn das Rentenalter wirklich nahe ist. Beim Abschluss des Vertrags ist er nur eine Zahl von vielen und kein besonders guter Anhaltspunkt für die Qualität einer Versicherung.