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Günstig in Fonds anlegen? – Meine Erfahrung mit moneymeets

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Günstig in Fonds anlegen - klappt das mit @moneymeets?
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Im Allgemeinen schaffen Fonds es nicht, Ihre Managementkosten wieder einzuspielen. Wenn man sich in der Privatanlagerszene so umguckt scheint das „Common Knowledge“ zu sein. Jemand der in Fonds investiert wird da geradezu belächelt. Hip ist, wer selbst aktiv ist. Zahlreiche Studien sagen ja auch genau das aus: die meisten Fonds bleiben hinter der Wertentwicklung von Marktindizes zurück. Aber woran liegt das? Sind die Vorhersagen der Fondsmanager so schlecht? Oder sind Fonds einfach so teuer?

Interessierte und gut informierte Privatanleger diskutieren selbst viel über die verschiedensten Einzelwerte. Wie sehen die Fundamentaldaten von diesem Unternehmen aus? Welche Entwicklung hat jene Aktie genommen? Was sagt die technische Chartanalyse? usw. Alles mit dem Ziel, die Werte zu identifizieren, die sich in naher Zukunft am besten entwickeln werden. Klassisches Stock-Picking eben. Und damit eigentlich genau das, was auch ein Fondsmanager machen sollte. Wenn das für einen Privatanleger Sinn macht, dann müsste das doch eigentlich auch für einen Fondsmanager gelten. Bei allen Vorurteilen: dass die Fondsmanager schlechtere Entscheidungen treffen als Privatmenschen scheint mir eher abwegig. Blöder sind die bestimmt nicht.

 

Stock Picking vs. kostengünstiges Management

Wenn Stock-Picking Sinn macht, bleibt nur das Kostenproblem als Erklärung für die schlechtere Wertentwicklung. Bei geringen Kosten scheint sich ein aktives Management also zu lohnen. Stellt sich die Frage: Wieso gibt es so was nicht? Oder anders: ab welchem „Preis“ lohnt sich Management denn? Was passiert, wenn ich Teile der Managementkosten zurück bekomme? Bei Versicherungen und Banken passiert das ja häufig. Da werden „Mengenrabatte“, die das Fondsmanagement gewährt, vom Vermittler heimlich einbehalten und nicht an die Kunden weitergegeben. Was passiert, wenn diese Rabatte jetzt an mich weiterfließen? Lohnt sich ein aktives Management dann für mich? Genau dieser Frage will ich nachgehen.

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Denn mittlerweile gibt es Anbieter, die genau das ermöglichen. In Deutschland ist das vor allem die Plattform von moneymeets. moneymeets ist ein Fintech-Start Up. Also eine Firma, die versucht, mit Hilfe von Software bessere Finanzdienstleistungen anzubieten, als es derzeit herkömmliche Banken und Versicherungen tun. Dabei ist moneymeets Vorteil eben unter anderem, dass sie die internen Fondsprovisionen, die normalerweise von der Fondsgesellschaft an die Banken ausgeschüttete werden, zu Teilen an ihre aktiven Nutzer weitergeben. Ergänzend dazu bietet moneymeets auch die Erstattung von Versicherungsprovisionen an, auch hier kann ich Geld sparen. Und alle Finanzdaten in einem Programm als Übersicht zu haben – auch das hat seinen eigenen Reiz.

Heißt also für mich: Geld anlegen und dabei Geld sparen. Anstatt einer oft halbseidenen Beratung bietet moneymeets die Einsicht in und die Orientierung an den veröffentlichten Portfolios der anderen Anleger. Die haben auch alle selbst echtes Geld investiert. Es ist doch was anderes, ob ich schlau daher rede oder mein eigenes Hab und Gut investieren muss. Um für diese Transparenz den Anreiz zu schaffen, gibt es die höchste Rückerstattung dann, wenn ich mir in meine Karten gucken lasse. Sprich: ich bekomme Geld und biete Transparenz. Da bin ich erst mal dabei. Konkurrenz belebt das Geschäft. Im schlimmsten Fall beschäftige ich mich nur mehr mit meinen Anlageentscheidungen.

Unabhängig von den Versicherungen, lohnt sich das für mich im ersten Wurf? Mit meinem Portfolio von gut 20.000 € bin ich jetzt kein großer Fondsanleger. Einen Sparplan habe ich auch nicht, von der kompletten Rückerstattung der Ausgabeaufschläge kann ich aber trotzdem profitieren. Der persönliche Vorteilsrechner auf der Homepage hilft mir weiter. Ich gebe die 4 WKNs meines Portfolios ein und der Rechner zeigt mir sofort die maximale Rückerstattung. Insgesamt immerhin über 100 €, ein knappes halbes Prozent der laufenden Kosten bekomme ich zurück. Da bin ich schon wegen geringeren Gebühren gewechselt.

Ok, also ran ans Werk. Machen wir das moneymeets Experiment. Wie schlagen sich Fonds mit Rückerstattung im Vergleich zu einfachen ETFs? Um das rauszufinden, schichte ich mein Portfolio um und werde es neu strukturieren. Ich berichte regelmäßig von meinen Erfahrungen, mit den Fonds und mit der Plattform.

 

moneymeets – Set up

Wie bekomme ich jetzt mein Geld von meiner Bank zu moneymeets? Streng genommen gar nicht, die Fonds bleiben bei der Depotbank, ich schalte mein Depot aber für moneymeets frei. Derzeit klappt das bei  8 Depotbanken. Mit z.B. Comdirect und DAB sind die meisten Schwergewichte im Online Banking vertreten. Ich habe ja noch ein Depot für meinen Sohn bei der DAB. Da eröffne ich einfach ein neues Depot und übertrage die Anteile dann da hin. moneymeets gebe ich im nächsten Schritt dann Datenzugriff auf das Depot. Gesagt, getan  – und gleich viel zu umständlich gedacht. Denn das kann ich alles in einem Schwung erledigen. Wenn ich ein neues Depot eröffnen will, kann ich das direkt über die moneymeets Homepage. Je nach meiner Auswahl und meinen Bedürfnissen werden alle notwendigen Unterlagen in einem Dokument erstellt. Die muss ich dann unterschreiben und postalisch an das Start Up schicken. Das nervt zwar ein bisschen  – aber es geht doch erheblich einfacher, als ich vorher dachte. Zumal ich die Identifikationsbestätigung über IDNow online machen kann. Ich muss also noch nicht mal mehr zum Schalter, ein einfacher Briefkasten reicht aus, um die Sache in Gang zu bringen.

In meinem Fall muss ich das gerade neu eröffnete Depot bei der DAB Bank gleich wieder schließen und mache mir und anderen doppelte Arbeit. Selber schuld.

 

moneymeets – Die Webseite

Die eigentliche Profilanlage verläuft ohne Probleme. Wie bei Facebook fange ich erst mal klein an – keine Informationen über mich, möglichst wenig privates. Das kann ich ja immer noch ändern.

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Die Homepage ist sehr nüchtern gestaltet. Neben den technischen Punkten im Hauptmenü (Profil, Depot/Versicherung einbinden, Bankinformationen einbinden) gibt es vor allem drei Bereiche: Meine Übersicht, Meine Ziele, Lösungen finden.

Meine Übersicht fährt alle meine eigenen Finanzdaten zusammen. Sie dient als Startseite und Cockpit meiner Aktivitäten. Aus Sicht des Fondsanlegers ist hier besonders die Premium Auswertung stark. Auf Basis der veröffentlichten Daten meiner Fonds bekomme ich eine Übersicht, wie sich denn das gesamte Portfolio zusammensetzt. Hier kann ich nicht nur nach Assetklassen differenzieren wie bei anderen Anbietern, es geht noch wesentlich detaillierter: ich kann nach Branche, Währung und Ländern differenzieren, die Top-Holdings werden ebenfalls kumuliert angezeigt. So bekomme ich wesentlich schneller einen Überblick über die Diversifizierung meines Fondsportfolios.

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Die Sektion „Meine Ziele“ bietet die Möglichkeit, jedes Depot einem oder mehreren Zielen zuzuordnen. Die hilft, die Übersicht über die eigenen Finanzaktivitäten zu behalten und lädt dazu ein, das jeweilige Portfolio auch bezüglich Zeitraum und Zweck der Anlage zu optimieren. Denn nur Sparstrategien lassen sich bei moneymeets veröffentlichen. Depots lassen sich so nur in Verbindung mit einem Ziel beurteilen. Aus Sicht einer guten Finanzplanung ist das sicherlich der richtige Ansatz. Mehr Möglichkeiten der zielbezogenen Auswertung hätte ich mir aber schon gewünscht, z.B. in wie weit die Zielerreichung schon fortgeschritten ist und so weiter. Hier besteht auf jeden Fall noch Entwicklungspotential. Ich lege mein Ziel als „Finanzielle Freiheit“ für in 20 Jahren an.

Unter „Lösungen finden“  verbergen sich auf dem „Marktplatz“ alle veröffentlichten Sparverträge, bisher ausschließlich Wertpapierdepots. Derzeit sind es über 100 Stück. Wie immer in einer Community sind sie unterschiedlich elaboriert. Neben dem Aufbau stellt der jeweilige Verwalter des Portfolios auch die Strategie und sein Investmentphilosophie vor. Ich kann nachvollziehen, mit wie viel Geld er selber investiert ist und wie viele Menschen ihm schon das Vertrauen geschenkt haben bzw. seiner Entwicklung folgen. Die Depots lassen sich nach allen möglichen Kriterien filtern: neben Ziel und Produktart natürlich auch nach Rendite, Risiko und User-Bewertung. Im Untermenü „Gruppen“ kann passend dazu mit der Community über verschiedenste Anlagethemen diskutiert werden. Auch einzelne Fonds werden von der Community bewertet. Da will ich mit und trage mein Portfolio ein.

 

Mein Portfolio

Wie lege ich mein Geld jetzt konkret an? Diversifikation ist King. Daher nehme ich neben Aktien auch mit Unternehmensanleihen und Aktien von Goldminen zwei Positionen zu 10% ins Portfolio, die im Falle einer Wirtschaftskrise stabil bleiben bzw. steigen sollten.  Außerdem versuche ich die 80% möglichst breit zu streuen: 40% weltweit, 20% investiere ich in Europa, 20% gezielt in Emerging Markets. Dabei teile ich jede Region in zwei Anlagestrategien auf: zur Hälfte setze ich auf Stil, der Dividenden- und Wachstumswerte mischt. Ich nenne diese Kategorie „Blend“. Die andere Hälfte investiere ich in Mid/Small Caps, also kleinere Unternehmen. Neben dem grundsätzlich größeren Wachstumspotential spricht auch die Annahme dafür, dass gerade im unübersichtlicheren Mid/Small Cap Bereich Fondsmanager eine bessere Chance haben, eine Outperformance zu erzielen. Hier stehen wesentlich mehr Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung  als in den Hauptindizes und Märkten, daher ist die Suche nach den versteckten „Perlen“ am Aktienmarkt vermutlich aussichtsreicher.

Mit dieser Grundstruktur mache ich mich mit folgenden Überlegungen auf die Fondssuche:

  • Ausgabeaufschläge sind auf Grund der kompletten Rückerstattung kein Thema mehr, trotzdem machen die TER-Kosten natürlich weiter einen Unterschied.
  • Als langfristiger Anleger investiere ich in thesaurierende Fonds.
  • Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, investiere ich vor allem in Fonds, die in Euro geführt werden.
  • Meine Fonds müssen schon mindestens 5 Jahre bestehen. Gerade in dieser Zeit werden die meistens Fonds wegen Erfolglosigkeit geschlossen. Die, die überleben haben also schon einen gewissen Track Record.
  • Aus diesem Pool filtere ich mittels Morningstar Rating nur die erfolgreichsten aus (4 Sterne und mehr) und wähle aus diesen Fonds aus.

In den einzelnen Teilbereichen entscheide ich mich für folgende Fonds:

Aktien Weltweit (40%)

Blend (20%): FRANKFURTER AKTIENFONDS FÜR STIFTUNGEN (WKN A0M8HD)

Die Dividendenorientierung und die Konzentration auf Nebenwerte stimmen mit meinen Grundüberlegungen überein. Mich überzeugt die niedrige Vergütung (1,2% TER) – mit Rückerstattung bin ich dann bei Kosten von 0,99%/J – und die sehr geringe Volatilität. Der Fonds setzt zwar so stark auf deutsche Werte, dass er fast ein Deutschlandfonds ist (mehr als 50% der Anlagewerte). Da ich aber keinen expliziten Deutschland-Anteil in meinem Portfolio habe, kann ich das akzeptieren.

Mid/Small Cap (20%): KEPLER SMALL CAP AKTIENFONDS (R) (T) (WKN 784560)

Der Aktienfonds ist fast der einzige, der meinem Kriterienkatalog entspricht. Daher fällt die Auswahl leicht. Einziger Nachteil sind die vergleichsweise hohen Kosten von 2% TER im letzten Geschäftsjahr. Davon bleiben mir bei voller Aktivitätsprämie bei moneymeets 1,68% Kosten.

Aktien Europa (20%)

Blend (10%): HENDERSON HORIZON FUND – EUROLAND FUND A2 (WKN 989226)

Die Volatilität ist bei diesem Fonds für das „Blend“ Segment eigentlich recht hoch. Von den 1,9% TER kommen immerhin 0,4% wieder an mich zurück. Mit 1,5% ist der Fonds also netto der teuerste „Blend“ Fonds in meinem Portfolio. In der Vergangenheit hat er seine guten Ergebnisse aber immer wieder bestätigen können. Zudem ist es schlicht der einzige Fonds, den mir die DAB bei meinen Kriterien vorschlägt.

Mid/Small Cap (10%): THREADNEEDLE EUROPEAN SMALLER COMPANIES FUND 1 EUR ACC (WKN 987665)

Nach wie vor einer der Fonds, die regelmäßig Ihren Index schlagen. Ein Klassiker in seiner Peer-Group, der genau meiner Anlageausrichtung entspricht. Die TER von 1,68% kann ich über moneymeets um 0,4% reduzieren.

Aktien Emerging Markets (20%)

Viele Emerging Markets Fonds haben auch einen geografischen Schwerpunkt, wie z.B. Asien oder BRIC. Schon aus Bequemlichkeit wähle ich hier Fonds, die die gesamte Bandbreite der EMs abdecken.

Blend (10%): BL EMERGING MARKETS B (WKN A0MWCY)

Der BL Fonds hat aus meiner Sicht eine Volatilität, die auch einem Fonds für Industrieländer gut stehen würde. Dies erreicht er durch eine Beimischung anderer Anlageklassen aus den Zielländern. Trotzdem hat er relativ geringe Kosten. Von den 1,33% TER bekomme ich über moneymeets 0,27% zurück.

Mid/Small Cap (10%): JPM EMERGING MARKETS SMALL CAP FUND A (ACC) – EUR, (WKN A0M0KB)

Der JPMorgan Fonds hat als klassischer EM-Fonds dagegen Phasen, in denen er schon mal kräftig Verlust macht. Die Gewinne waren aber auch dementsprechend. Die Kosten von 1,9% werden immerhin auf 1,5% reduziert.

Abteilung Sicherheit (20%)

Unternehmensanleihen (10%): RAIFFEISEN-EURO-CORPORATES (R) (VA) (WKN 113597)

Da mit Staatsanleihen im Moment keine Rendite zu machen ist, investiere ich im Rentenbereich in Unternehmensanleihen im Investment Grade (BBB- und besser). Der Raiffeisen Fonds macht das schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Anders als andere Fonds in seiner Kategorie mischt er dabei keine Aktien bei. Die Kosten von 0,8% werden über moneymeets noch mal um 0,19% gesenkt.

Goldminen-Aktien (10%): BLACKROCK GLOBAL FUNDS – WORLD GOLD A2 EUR, (WKN A0BMAL)

Goldminen-Aktien sind Aktien, deswegen würden viele dieses Segment nicht unbedingt in die sichere Kategorie einordnen. Tatsächlich ist der Fonds der mit der höchsten Volatilität in meinem Portfolio. Trotzdem: der Kurs der Aktien lebt von den Erwartungen im Goldpreis. Der hat eine negative Korrelation zu den regionalen Aktienindizes. Steigt der Goldpreis, steigt der Preis der Goldminen-Aktien. Allerdings meistens noch stärker als der Goldpreis an sich, die Marktschwankungen verstärken sich noch. Im Idealfall können Goldminenaktien also so wie Absicherungszertifikate für mein Portfolio wirken.

Mit meinen Kriterien in diesem Segment gibt es tatsächlich wenige Alternativen. Der BlackRock Fonds ist so etwas wie der Marktführer in dem speziellen Segment. Entsprechend kann er auch über 2,06% TER nehmen, die sich über moneymeets um 0,51% reduzieren.

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Gesamtkostenbetrachtung Portfolio

Im gewichteten Mittel des Portfolios gehen also 1,284% Kosten von meinen Anlageergebnissen runter. Im Vergleich dazu würde ein ETF Portfolio mit ETFs auf den dazugehörigen Indizes ca. 0,32% im Schnitt kosten. Sollten es die Fonds vor Kosten also schaffen, ihren Index um 1% zu schlagen, bin ich fein raus!


Portfolio anlegen und veröffentlichen

moneymeets ist vor allem eine Read-Only-Anwendung: d.h. ich kann hier gar keine Änderung meiner Portfolios vornehmen. Alle Transaktionen werden weiter über mein Depot bzw. die Depotbank geführt. Damit ist der Aspekt der Sicherheit weitestgehend geklärt. Auch über die Usability kann ich hier nichts schreiben. Die hängt weiterhin von der ausgewählten Depotbank ab. Bei der DAB-Bank ist es z.B. so, dass mein Depot in der Kooperation mit moneymeets als B2B Depot geführt wird. Hier kann ich jetzt kein Musterdepot mit einem ETF-Portfolio zum Vergleich anlegen. Das muss ich über meinen Privatkundenaccount machen, was ein bisschen nervig ist.

moneymeets bekommt die Daten zu Auswertung eingeliefert. Das passiert mit ca. ein bis zwei Tagen Verzögerung. Meine aktuellen Deals kann ich noch nicht sehen, für eine gute Übersicht und systematische Auswertungen ist das aber nicht so wichtig.

Um auch die volle Rückerstattung zu erhalten, muss ich meine Strategie im Marktplatz veröffentlichen. Der Ablauf ist intuitiv. Je mehr Follower ist sammle und je mehr Leute nach meinen Prinzipien anlegen, desto besser. Zur Besprechung des Portfolios wird deswegen auch automatisch eine Forum-Gruppe für Leader und Follower eingerichtet.

Gesagt, getan. Jetzt muss es nur noch laufen.

 

Fazit

Mein Portfolio ist sinnvoll zusammengestellt, die einzelnen Fonds auch unter dem Kostenaspekt ausgewählt, die entsprechenden Rückerstattungen eingerichtet. Mein Teil ist also gemacht, jetzt müssen die einzelnen Fondsmanager zeigen, dass sie mit Ihrem Stock-Picking richtig liegen und mir damit Mehrwert bringen. Die Voraussetzungen waren noch nie so gut.

moneymeets ist in diesem Zusammenhang ein guter Enabler. Als „Read-Only“ Plattform ist eigentlich die Depotbank für die Usability des Anlageprozesses entscheidend. Sobald der Account und das Portfolio angelegt sind, bietet moneymeets neben den profunden Kostenvorteilen zusätzlich hervorragende Möglichkeiten der Auswertung.

Cost Average Effekt – wieso 80% der Anleger die Börse falsch bewerten

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Auf Grund des #CostAverage Effekts bewerten viele #Anleger die #Börse falsch
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Der Cost-Average-Effekt wird kontrovers diskutiert. Manche finden ihn positiv, manche halten ihn für überflüssig. Wir sagen Dir, warum er positiv ist – und viele Anleger auf Grund des Effekts das Geschehen an der Börse neu bewerten müssen.

Transkript: Cost Average Effekt – Schlüssel zum entspannten Anlegen

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von KLAR+, Private Finanzen. Ganz einfach. Heute mit einem neuen Video zum Thema Cost Average Effekt. Der Cost Average Effekt wird gerade viel diskutiert, gerade hier auf YouTube, es gibt viele Videos dazu. Ich kann die Diskussion nicht nachvollziehen, ich kann Dir auch genau erklären, warum der Effekt positiv ist. Und ich werde dir auch genau erzählen, warum 80% der Anleger auf Grund des Cost Average Effektes das Geschehen an der Börse falsch bewerten.

In der Theorie, was bedeutet der Cost-Average-Effekt überhaupt? Auf deutsch heisst er Durchschnittskosteneffekt und das beschreibt es eigentlich schon ganz gut. Denn das Problem ist ja wenn ich Geld zu investieren habe: Welchen Zeitpunkt im Markettiming erwische ich? Ich habe hier den klassischen Aktienverlauf. Wenn ich hier investiere, dann habe ich erstmal kurz Spass und dann geht es schwer bergab und genau das möchte ich ja vermeiden. Auf der anderen Seite, wenn ich hier den Zeitpunkt erwische, geht es erstmal steil bergauf und das wäre das, was ich mir wünsche. Ich weiß aber nie genau, ob ich jetzt  hier oder hier im Kursverlauf bin. Da sagt der Cost-Average-Effekt einfach, ganz egal, nimm das Vermögen, teile es auf und investiere es systematisch nach gewissen Zeiträumen, hier jetzt z.B. mal monatlich. Du nimmst das Geld jetzt einfach und fängst hier an zu investieren, und dann hier… und so weiter. Dadurch, dass Du die Investition des Vermögens auf verschiedene Zeitpunkte aufteilst, erreichst Du eine Durchschnittsbildung, deswegen Durchschnittskosteneffekt. Ich sag mal, in dem Beispiel wäre das ungefähr hier. Das ist der Durchschnittswert des Einkaufspreises der Anteile, für den Preis habe ich sie dann eingekauft. Das ist nicht der beste Zeitpunkt, das ist aber auch nicht der schlechteste Zeitpunkt. Das ist eben das wichtige, ich vermeide, das ich zu teuer einkaufe und kann deswegen beruhigter investieren mit diesem System. Deswegen Risikodiversifikation und deswegen ist der Cost-Average-Efekt positiv, genau das selbe machen wir bei der Asset Allocation auch um eine möglichst stabile Wertentwicklung hinzubekommen und deswegen weiß ich nicht, was am Cost-Average-Effekt zu diskutieren sein soll, bzw. warum er schlecht sein soll.

Die Diskussion ist aus meiner Sicht ohnehin akademisch, denn es ist ja nun mal leider so, dass viele von uns ohnehin kein Vermögen haben, dass sie auf einen Schlag investieren können. Sondern wir sparen uns das Geld ja zusammen, wir müssen ja am Ende des Monats in einen Fondsparplan z.B. investieren um uns dann Schritt für Schritt das Vermögen aufzubauen. Wenn das der Fall ist, dann ist es ja üblicherweise so, dass wir uns freuen, wenn wir so ein Investment hinbekommen. Etwas, das bei hundert startet und dann nach einem Jahr bei 125 steht, nach zwei Jahren bei 166 und nach drei Jahren bei 200. Wenn wir das hinkriegen, bin ich mir ziemlich sicher, das wir da stolz drauf sind und unseren Freunden auch gerne erzählen, dass wir ein Investment getätigt haben, was in drei Jahren eine Wertsteigerung von 100% gekriegt hat.

Jetzt müssen wir aber daran denken, wir haben ja eigentliche einen Fondssparplan mit – ich sage jetzt mal als Beispiel – mit einem Investment von 1000 € regelmäßig. Und bei einem Fondssparplan ist es so, dass ich sage, ich will das gar nicht, ich will so eine Wertentwicklung haben, die ist mir viel lieber. Die geht nach kurzer Zeit runter auf 50 und dann später wieder hoch.

Wieso will ich das/ist das so? Ganz einfach, dass kann man nachrechnen. Und zwar geht es um die Anzahl der Anteil, die ich jetzt für 1000 € bekomme. Bei 1000 € bekomme ich bei einem Preis von 100 10 Anteile, nach einem Jahr bei 125 sind es noch acht, nach zwei Jahren noch 6 und nach drei Jahren bekomme ich 5 Anteile. Insgesamt habe ich dann also nach drei Jahren ein Portfolio mit 29 Anteilen mit dem Wert von 200, das bedeutet ich kommen auf einen Wert von 5800 € im Portfolio. Das ist nicht schlecht.

Aber wenn ich mir jetzt angucke, was der andere Kursverlauf gemacht hat. Da habe ich am Anfang auch 10 bekommen, nach einem Jahr bin ich bei 50, da bekomme ich 20 Anteile, nach zwei Jahren noch mal 20. Nach drei Jahren, auch wenn es nur wieder auf den Ausgangswert zurückgeht und ich 10 Anteile bekomme, habe ich doch insgesamt 60 Anteile zusammen, bei einem Preis von 100 sind das 6000 €, also 200 mehr als im obigen Kursverlauf.

Das zeigt uns das durch den Cost Average Effekt die Bewertung dessen, was in einer frühen Sparphase an der Börse passiert, etwas anderes ist. Das müssen wir neu überdenken. Klar, hinten ist es immer wichtig, das die Kurse steigen, da wollen wir, das die Kurse steigen. Aber in der Phase am Anfang, da wo wir noch vornehmlich Anteile einkaufen, da ist es gar nicht gut, wenn die Kurse steigen. Da wollen wir, dass die Kurse fallen. Ich behaupte, dass 80% der Anleger in dieser Einkaufsphase sind, die gerade langfristig Kapital aufbauen. Für die Altersvorsorge, für eine eigenes Hause, worauf man halt so spart. Das ist ja meistens langfristig, deswegen befinden wir uns die meiste Zeit in der Phase des Einkaufs. Und deswegen sollen wir uns auch die meiste Zei t darüber freuen, wenn es crasht, wenn die Kurse fallen, wenn wir günstig einkaufen können. Dadurch das wir einen Fondssparplan haben, sollten wir uns über fallende Kurse freuen. Ich hoffe, das ist eine gute Erkenntnis für Dich, das macht Dich ein bisschen entspannter wenn Du das nächste Mal auf die Kurse guckst und es eigentlich gut ist, wenn die Kurse runter gehen. Ich hoffe, diese Neubewertung hat Dir geholfen, ich hoffe wie gesagt, damit bist Du etwas entspannter. Wenn es Dir gefallen hat, schreib es unter das Video, follow uns auf Facebook, abonnier den Kanal und dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Diversifikation – Anlagen richtig streuen

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#Diversifikation - #Vermögen richtig streuen
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Wie erreiche ich möglichst hohe Rendite bei niedrigem Risiko? Durch schlaue Diversifikation. Aber welche Anlagen passen gut zu einander? Welche Anlageklassen eignen sich dafür, um sie einem Aktienportfolio beizumischen? Alexander zeigt im Video, wie die Korrelation der Anlageklassen aussehen kann und was für Dich günstig ist.

 

Transkript: Korrelation – Mit welchen Anlageklassen diversifiziere ich richtig

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von KLAR+ Private Finanzen Ganz einfach mit einem Video Blog zum Thema Diversifikation. Also ein sehr grundsätzliches, sehr wichtiges Thema für jedes Anlageportfolio. Ich möchte Euch heute zeigen wie es funktioniert, und vor allem, wie man es richtig macht. Welche Assetklassen gut zum diversifizieren geeignet sind.
In der Theorie, was bedeutet Diversifikation: Ganze einfach. Ich habe einen Wert, der hat diese Kurven in der langfristigen Wertentwicklung. Wenn ich jetzt mein ganzes Vermögen in diesen Wert investiere schwankt das Vermögen also auch mit dieser Wertentwicklung. Ich diversifiziere jetzt und füge einen zweiten Wert hinzu. Einen Wert, der immer dann hoch geht wenn der schwarze Wert fällt, so dass ich im Endeffekt in der Durchschnittsbildung meines Vermögens eine wesentlich stabilere Wertentwicklung hinbekomme. Das ist diversifitiertes Vermögen. Das bedeutet das ich durch Diversifikation eine konstantere Wertentwicklung hinbekomme und das nachzuweisen, dass es funktioniert, dafür hat der Herr Markowitz den Nobelpreis bekommen, da muss also was dran sein.
Das wichtige an der Diversifikation ist, dass ich es so hinbekomme, dass ich eine gute Korrelation zwischen den beiden Werten habe. Was bedeutet das? Das bedeutet das, wenn ich zwei Werte habe, die sich gleich entwickeln, wenn sich blau hier genauso entwickelt wie schwarz, dann habe ich nichts davon, dann kann ich so viel Durchschnitt bilden wie ich will, das Portfolio wird nicht stabiler. Deswegen ist es wichtig, sich um die Frage der Korrelation zu kümmern bzw. – und das ist das was man in diesem Zusammenhang macht – zu gucken, wie denn in der Vergangenheit die verschiedenen Anlagen sich denn zu einander verhalten haben, in der Annahme, dass es auch in Zukunft so passiert. Muss nicht so sein, aber das ist die beste Annahme die wir haben.
Dann schauen wir uns eine Skala. Wir gehen von Aktien aus und sagen auf dieser Seite der Skala habe ich alle Werte die gleich laufen wie meine Ausgangsaktien und hier habe ich alle Werte die unabhängig davon sind, wo ich keine echt Korrelation erkennen kann. Und das ist ja das was wir wollen, dass eben nicht alle Wert gleichzeitig in dieselbe Richtung laufen, sondern dass sie sich unabhängig, wenn nicht sogar gegenläufig verhalten.
Fangen wir an mit dem Thema Aktien, als Beispiel die VW Aktie. Ein Konkurrent von VW ist BMW. Die sind sich sehr ähnlich, die haben die selben Absatzmärkte, die haben das selbe Produkt, die werden von Volkswirtschaftlichen Schwankungen ähnlich betroffen sein. Aber, wie man im letzten halben Jahr gesehen hat, macht es natürlich trotzdem Sinn zu diversifizieren, deswegen weil die Konkurrenz eben nicht die selben Fehlentscheidungen trifft oder in diesem Falle Betrugsversuche durchführt.
Nächster Schritt der Diversifizierung wäre an dieser Stelle z.B. in andere Branchen zu gehen, also nicht nur Automobil, sondern etwas stabileres, wie Versorger oder Handel, ich kann in andere Märkte investieren. VW ist weltweit unterwegs, aber es gibt sicherlich Märkte wo VW nicht so stark vertreten ist, Afrika z.B., das ist VW meines Wissens nach nicht so stark vertreten. Oder ich kann hingehen und kann mir kleine Unternehmen aussuchen, denn auch die Unternehmensgröße macht ja für die Wachstumschancen eines Unternehmen einen Unterschied, je kleiner das Unternehmen ist, umso tendenziell mehr setzt es auf Wachstum denn auf Dividenden in der langfristigen Wertentwicklung. Zum Thema Diversifikation macht das alles einen Unterschied.
Die Korrelation nimmt sprunghaft weiter ab, wenn ich in andere Anlageklassen gehe, wenn ich also nicht nur im Bereich Equity, Aktien bleibe sondern wenn ich wechsele und ich arbeite z.B. mit festverzinslichen Wertpapieren, Renten oder auch Schuldverschreibungen. Da gibt es eine ganz andere Wertentwicklung. Leider nicht so gegenläufig, wie das in der Vergangenheit mal war, aber doch wesentlich unabhängiger als bei anderen Aktien. Das selbe gilt für Rohstoffe. Bei Rohstoffen kommt die Wertentwicklung aus dem Kaufpreis der Rohstoffe und der steht eben nur sehr mittelbar im Verhältnis zu Aktien. Und da wo ich überhaupt kein Verhältnis mehr habe, oder ganz wenig Verhältnis, überhaupt keins ist übertrieben, das sind z.B. Sachwerte wie Immobilien, oder ich sag einfach mal Kunst. Also Sachwert die so am Kapitalmarkt gar nicht gehandelt werden. Hier haben wir ein ganz anderes Problem, deswegen setze ich gleich eine Klammer drum, ich habe hier gar keine Expertise, du wahrscheinlich auch nicht, ob Du die jetzt kaufen kannst oder nicht – das birgt jetzt ein ganz anderes Risiko, vom Thema Diversifikation her ist das auf jeden Fall sehr interessant.
Etwas sehr ähnliches gilt für den letzten Wert, ein Wert von dem viele Menschen glauben, dass er nicht nur unabhängig von Aktien ist, sondern sogar gegenläufig. Also wo sich der Wert immer dann positiv entwickelt, wenn der Wert bei Aktien fällt und zwar ist das das Thema Gold. Gold in der Vergangenheit als Krisenwährung immer sehr beliebt, 2008 z.B. die Aktienmärkte stark gefallen, Gold im Wert ganz stark gestiegen. Ob das in der Zukunft wieder so ist, weiß ich nicht, deswegen mach ich jetzt mal ein Fragezeichen dran. Jetzt Anfang des Jahres war es so. Grundsätzlich gilt, Gold ist eine zusätzliche Assetklasse, etwas was unabhängig ist von Deiner Hauptassetklasse Aktien. Deswegen nimm es mit rein, diversifiziere, streue. Genauso in den Bereich wie in den Bereich Rohstoffe oder festverzinsliche Wertpapiere, Wenn Du eine Immobilie hast, ist auch nicht schlecht. Je weiter du streust, desto stabiler wird Dein Vermögen. Insofern – Diversifikation ist wichtig, schau Dir Korrelationen an wenn Du sie kriegen kannst. Schau Dir an was besser streut, was eine breitere Unabhängigkeit garantiert. Nimm das mit in dein Portfolio, damit wirst du langfristig stabilere Rendite machen.
Ich hoffe, das Video hat Dir geholfen, es hat Dir gefallen. Wenn ja, sag es uns unter diesem Video, follow uns auf Youtube oder Facebook, stell uns Fragen, wenn etwas unklar geblieben ist, und ansonsten sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Die richtige Geldanlage für Kinder

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#Kapitalversicherungen: auch für Kinder ein #Renditesparmodell
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Für meinen Freund Peter begann die schlimmste Zeit seiner Jugend, als er reich wurde. Wir waren im selben Jahrgang auf dem Gymnasium, und wir waren beide nie besonders gute Schüler. Aber irgendwie sind wir immer durchgekommen. Bis er 18 wurde und auf einmal fast 50.000 Euro bekam. Das Erbe seines früh verstorbenen Vaters, auf das er nun endlich zugreifen durfte.

Am Anfang fand ich es noch irgendwie cool, als Peter plötzlich Autos, Partys und die dazugehörigen Drogen zu seinen neuen Hobbys machte. Denn wir hatten ja auch etwas davon, wenn wir plötzlich mit ihm Champagner tranken und er uns mit stolzen 18 Jahren die Unterschiede zwischen Veuve Cliquot und Dom Perignon erklären konnte.

Ich möchte hier keine Details erzählen. Nur so viel: Das Geld hielt nicht ewig. Und dass ihn die Schule plötzlich noch weniger interessierte, war auch nicht gerade hilfreich.

Ich habe also aus erster Hand erlebt, was passieren kann, wenn man als junger Mensch plötzlich Zugang zu so viel Geld hat. Inzwischen habe ich selber drei Kinder. Und das, was Peter erlebt hast, ist nun so gar nicht die Art von Lebenserfahrung, die ich meinem Nachwuchs mitgeben will. Die Erfahrung sitzt so tief, dass ich meinen Vater erst einmal gestoppt habe, als er meinen Söhnen gleich zu ihrer Geburt ein wenig Geld schenken wollte.

Auf der anderen Seite: Natürlich werden meine Kinder das Geld später gut brauchen können. Führerschein, Studium, eigene vier Wände, Altersvorsorge – alles Themen, die Geld kosten und die unweigerlich auf sie zukommen. Vorenthalten will ich Ihnen das nicht. Ich habe für das Thema meine eigene Lösung gefunden. Und mir für diesen Blog noch ein paar mehr Gedanken dazu gemacht.

Geld richtig anlegen – Kurz- und langfristig

Was sinnvoll ist, hängt wie immer bei einer Anlage auch vom Ziel ab. Möchte ich Geld für ein wichtiges Lebensziel des Kindes sparen oder soll es etwas sein, wo das Kind auch schon in jungen Jahren dran darf?

Kurzfristig – der Honigtopf

Wenn es um einen Honigtopf geht, wo der Nachwuchs auch ab und zu mal seinen Finger reinstecken darf, ist die Frage einfach: das gute alte Sparbuch ist durch nichts zu ersetzen. Nicht, weil es so tolle Zinsen gibt. Wegen des pädagogischen Effekts.

Mit dem Sparschwein zur Bank, das Sparbuch vorlegen, sehen wie der Drucker eine neue Zahl, ein neues Guthaben verbucht, das Sparbuch zu Hause in die Schublade legen und wissen, wie viel Geld man auf der Bank hat – das ist echtes Lernen, wie man mit Geld umgeht. Da kann man stolz auf das Angesparte sein, kann selber entscheiden, für welche Spielerei man das Geld wieder ausgibt. Und wenn sie zwei Wochen später wieder unbenutzt in der Ecke liegt – sei‘s drum. Geld ist weg, Lektion (hoffentlich) fürs Leben gelernt.

Bei diesem Gefühl, Geld als echtes Buch zu haben, kann kein Onlineangebot und keine ständig schwankende Geldanlage mithalten. Aus meiner Sicht der einzige Grund, warum es heute noch Sparbücher gibt und warum man hier auch einen extra Sparvertrag machen sollte. Oma, Opa, Onkel und Tanten können dann auch besser entscheiden, ob sie potentielle Konsumausgaben wie Playstation oder Mofa finanzieren wollen oder es etwas „fürs Leben“ sein soll.

Langfristig – dann bitte richtig

Wenn es aber um eine langfristige Geldanlage und echte materielle Unterstützung für das spätere Leben geht, ein Ziel wie Studium oder Eigenheim, dann wird die Sache komplizierter. Zumindest bedeutet es, das die Anlage über viele Jahre laufen wird, in der Regel 15 Jahre oder mehr. Selbst ein Jahr im Ausland oder ähnliche teure aber sinnvolle Ausgaben stehen vorher normalerweise nicht an.

Durch den langfristigen Anlagehorizont kommt damit nur eine Anlageklasse wirklich in Frage: Aktien. Gleichzeitig bietet ein Depot auch die Möglichkeit, Zusatzbeträge wie nach Taufe oder Konfirmation gleich mit anzulegen. Tagesgeld, Banksparplan oder Bausparverträge sind im Allgemeinen zu unflexibel oder schlicht zu wenig ertragreich. Ein Aktiendepot oder Fondsparplan bietet sich also als Erstes für die langfristige Anlage an.

Aktienfonds oder ETF?

Wer zum Bankberater geht, der wird in der Regel einen oder mehrere Aktienfonds angeboten bekommen, wenn er nach einer langfristigen Geldanlage in Aktien fragt. Das ist grundsätzlich auch sinnvoll. Dennoch gibt es ein Aber, und das lautet ETF oder „Exchange Traded Fund“ – ebenfalls ein Fonds, der allerdings in den Verwaltungskosten viel günstiger ist und sich deshalb auf lange Sicht eigentlich immer deutlich mehr lohnt, als ein klassischer Aktienfonds.

Grundsätzlich ist der Ansatz eines Aktienfonds gut. Anstatt in eine oder wenige statische Aktien zu investieren, legt der Fonds in eine breite Mischung an. Das reduziert das Risiko, wenn es mal einer oder wenigen einzelnen Aktien nicht so gut geht. Die Auswahl, welche Aktien genommen werden und wann und wie sie umgeschichtet werden, trifft ein Fondsmanager. Das nennt sich dann aktiv gemanagter Fonds.

Allerdings lässt der Fonds sich das auch was kosten. Im Durchschnitt 1,5 bis 2 Prozent des angelegten Geldes – jedes Jahr. Deshalb lohnt sich die günstigere Alternative ETF. Hier verfolgt der Fonds ganz einfach einen Index, zum Beispiel den DAX. Das heißt dann passiv gemanagter Fonds. Im Blick auf die Vergangenheit liegt man damit immer im oberen Drittel aller Fonds, ob aktiv oder passiv gemanagt. Gleichzeitig zahlt man aber weniger als 0,5 Prozent Gebühren pro Jahr. Insbesondere bei längeren Laufzeiten läppert sich das ganz schön.

Geld auf die Kinder übertragen? – Was weg ist, ist weg

Nach der Entscheidung, wo man anlegt, folgt auch gleich die nächste: Wem gehört das Geld?

Die Frage ist berechtigt: Wieso sollte man überhaupt das Geld auf die Kinder übertragen? Man kann doch einfach warten, bis sie alt genug sind. Man legt selber ein eigenes Konto oder Depot an und spart die Beiträge dort. Dann kann man immer noch entscheiden, wie und wann man das Vermögen überträgt.

Es gibt dabei allerdings einen gravierenden Nachteil, und zwar die Steuer. Wer Zinsen erzielt, darf davon pro Jahr nur gut 800 Euro steuerfrei behalten (das doppelte bei Ehepaaren). Viele Eltern brauchen diesen Sparerfreibetrag schon für ihre eigene Vorsorge. Zusätzliche Erträge werden also mit der Abgeltungssteuer belegt. Die summiert sich inklusive Soli und Kirchensteuer zu rund 28,5 Prozent der Erträge. Wer 4 Prozent Rendite erzielt, dem bleiben also weniger als 3 Prozent pro Jahr. Auch das läppert sich auf Dauer.

Steuerlich besser ist es also, den Freibetrag der Kinder zu nutzen und diesen von vornherein das Geld zu übertragen. Dieser Steuervorteil ist dann aber an einen Zweck gebunden: das Geld muss tatsächlich für das Kinder ausgegeben werden, auch wenn man es schon vor dem 18. Lebensjahr verwendet. Tricksen gilt dabei nicht: Erst Geld übertragen, Steuer sparen und dann im letzten Moment das Geld wieder zurück übertragen, das funktioniert nicht. Dann bekommt man Ärger mit dem Finanzamt oder sogar dem Familiengericht. Ganz wie man bei uns in Köln sagt: Wat fott is, is fott.

Versicherungen sind ein Renditesparmodell

Zum Steuern sparen bieten sich auch Lebens- und Rentenversicherungen an, gerade auf fondsgebundener Basis. Die Argumente sind auch einleuchtend: man kann schon heute mit Aktien für die Kinder sparen, die Versicherung läuft aber auf die Eltern. Trotzdem müssen die Erträge noch nicht versteuert werden, da sie erst einmal im Versicherungsmantel verbleiben. Zu einem beliebigen Zeitpunkt kann man die Versicherung dann auf die versicherte Person, das Kind, überschreiben. Also erst, wenn man sich auch wirklich sicher ist, dass es das Geld nicht für irgendeinen Mist auf den Kopf haut. Die Steuer fällt erst dann an, wenn das Kind das Geld dem Vertrag entnimmt. Bei einem wahrscheinlich niedrigen Einkommen in jungen Jahren ergeben sich so Steuervorteile.

Auf Basis meiner persönlichen Story habe ich daher Zeit meines Beraterlebens werdenden Eltern immer eine Lebens- oder Rentenversicherung ans Herz gelegt, am besten fondsgebunden („Als monatlichen Beitrag schlage ich das Kindergeld vor. Das Geld bekommen Sie ja zusätzlich und das soll ja schließlich auch für die Kinder sein, nicht wahr?“).  Und so weit war das in der Theorie auch in Ordnung.

Nur: Als guter Berater macht man ja auch immer selber das, was man seinen Kunden empfiehlt. 2004 habe ich also einen sogenannten Kindervorsorgeplan für meine älteste Tochter abgeschlossen, im Grunde eine fondsgebundene Lebensversicherung mit neuem Namen (bei anderen Versicherungen haben die Pläne wenigstens niedliche Namen wie Pumuckl, Biene Maja oder Einstein Junior). Meine Tochter macht demnächst Abitur – und im Vertrag ist noch nicht mal das drin, was ich über die letzten 12 Jahre eingezahlt habe. Super Deal! Da hab ich mir neben den Steuern auch gleich die Rendite gespart. Da hätte ich das Geld lieber auf meinen Namen in einem ETF-Portfolio angelegt.

Risikoversicherungen

Versicherungen können aber auch anderes, nämlich ganz klassisch absichern. Das ist vielen Eltern sehr wichtig. Wer mal ein zerbrechliches Neugeborenes auf dem Arm gehabt hat, weiß warum. Insbesondere Unfallversicherungen erfreuen sich bei Eltern großer Beliebtheit, „denn wie schnell ist da was passiert!“ Passieren tut allerdings auch bei einer Unfallversicherung etwas. Lediglich die finanziellen Folgen können abgemildert werden. Ist da eine Einmalzahlung wie bei vielen Unfallversicherungen üblich der richtige Weg? Eine Einmalzahlung hilft vielleicht, das Haus um zu bauen, wenn man als Erwachsener im Rollstuhl sitzt. Bei Kindern steht aber eher die regelmäßige, ggf. lebenslange Pflege im Vordergrund. Daher empfehlen Verbraucherschützer vor allem Invaliditätsrenten viel eher als Unfallversicherungen.

Im Falle eines Falles ist ohnehin eine gute gesundheitliche Versorgung das wichtigste. Daher bietet sich wenn eine Zusatzabsicherung in der Krankenversicherung an. Ambulante Zusatzversorgung klingt verlockend, wer möchte denn schon beim Kinderarzt lange warten. Da hat der PKV- Status natürlich Vorteile. Richtig wichtig ist allerdings vor allem die Behandlung im Krankenhaus. Ich würde mir nie verzeihen, wenn ich die notwendige, aber teure Operation für meine Kinder nicht bezahlen kann. Egal wie wahrscheinlich das ist. Da nimmt sich ein bisschen Zeit im Wartezimmer vom Kinderarzt als eher nebensächlich aus.

Zusatzabsicherungen wie Ausbildungsversicherungen und Elternpflegerente hören sich toll an. Dann ist das Wohl der Kinder nicht mehr vom Gesundheitszustand der Eltern abhängig. Aus meiner Sicht ist das aber quatsch. Erstens sind diese Versicherungen extrem teuer, an diesen kleinen Zusatzversicherungen verdienen die Versicherer am meisten. Meine Absicherung sollte außerdem ohnehin so gut sein, dass ich auch meinen Kindern eine Zukunft ermöglichen kann, wenn ich selbst berufsunfähig bin.

Denn das ist allerdings unbedingt notwendig: die eigene Absicherung an die neue Lebenssituation anzupassen. Die Todesfallsumme der Risikolebensversicherung muss erhöht bzw. erstmals abgeschlossen werden. Für Familien mit Kindern wird die Absicherung von zwei bis drei Jahresnettoeinkommen empfohlen, zusätzlich zu anderen Absicherungsfaktoren wie finanziell abhängiger Partner und offene Darlehen. Auch Haftungsschäden sollten mit eingeschlossen werden. Die Privathaftpflichtversicherung sollte auf jeden Fall eine Klausel mit einschließen, die auch Kinder unter 7 Jahren, die eigentlich nicht deliktfähig sind, mit einschließt. Schließlich will man ja nicht unbedingt jeden Schaden einfach abweisen, wenn z.B. das Kind das neue Auto den Nachbarn mit Kieselsteinen wäscht. Sonst zieht das Kind irgendwann zum Studium aus und man kann mit seinem Nachbarn immer noch nicht wieder friedlich reden.

Fazit: Meine Lösung

So sieht dann auch meine ganz persönliche Lösung für meine Kinder aus. Die Risikolebensversicherung habe ich angepasst, Absicherung in der Haftung ist durch die Privathaftpflicht  gegeben und in der Krankenversicherung hat sich die gute stationäre Absicherung des Sohnes beim Beinbruch schon bezahlt gemacht.

Für die Geldanlage scheint es keine einfache Komplettlösung zu geben. Wenn man das Geld ohne dritte Person wie Familiengericht oder Treuhänder übertragen möchte (so viel ist es dann vielleicht doch nicht), gibt es im Grunde keine „steuersichere Option“. Ein gemeinsames Konto von Eltern und Kindern ist der erste Schritt: hier können beide Parteien dann nur gemeinsam auf das Konto zugreifen. Ein separater Vertrag kann dann den Betrag der Schenkung regeln. Somit kann ich zumindest sicher sein, dass nichts ohne meine Zustimmung passiert – allerdings ist nicht sicher, dass das Finanzamt dieses Modell auch akzeptiert. Das wird individuell entschieden. Es ist mir aber definitiv lieber, wenn von dem Geld Steuern gezahlt werden als Drogen.

Kursindex oder Performanceindex – Vorsicht, Falle!

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#Kursindex oder #Performanceindex - Vorsicht, Falle!
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Wo liegt der Unterschied zwischen einem Kursindex und einem Peformanceindex? Welcher Index interessiert mich als Privatanleger? Und wieso muss ich genau aufpassen, dass mich Fondsanbieter hier nicht über den Tisch ziehen? KLAR+ klärt auf.

 

Transkript: Aktienindizes im Vergleich

Hallo Zusammen, hier ist wieder Alexander von KLAR + Private Finanzen Ganz Einfach. Heute mit einem neuen Video Blog zum Thema Aktienindex bzw. genauer gesagt zu der Frage: Was ist ein Kursindex und was ist ein Performanceindex und wieso lädt dieser Unterschied zwischen diesen beiden Indizes zum Betrug am Anleger geradezu ein?

Was ist ein Index? Ein Index ist eine Zusammenstellung von Einzelwerten die nach einer gewissen Gewichtung und einem gewissen Prinzip zusammengebaut werden. Dieser Index soll dann die Volkswirtschaft oder die Börse die dahinter liegt repräsentieren, z.B. der DAX, der aus den 30 größten deutschen Einzelwerten besteht und dementsprechend soll der DAX die Entwicklung am Deutschen Aktienmarkt repräsentieren. Bloß was für ein Index ist das jetzt?

Wir kennen das ja, diese Grafik, die dann immer in den Nachrichten angezeigt werden, die Kurven, die dann im Hintergrund auftauchen. Da gibt es eben zwei verschiedene Arten, diese Kurve zu berechnen. Die eine Berechnungsart ist die Berechnung des Kursindex wo nur die Entwicklung der Kurse berücksichtigt wird. D.h. die Kursentwicklung der Einzelwert, die Kombination daraus, das ist dann die Abbildung des Kursindexes. Das ist ein beliebtes Prinzip. Z.B. der Eurostoxx50 also die 50 wichtigsten Europäischen Unternehmen als auch der Dow Jones Industrial Average die werden nach diesem Kursprinzip berechnet. Für mich als Anleger hinkt der Vergleich so ein bisschen, weil hier ja eins vergessen wird, nämlich die Dividenden. Als Anleger brauch ich ja eigentlich einen Vergleich mit dem Kurs + Dividenden. Und diese Kombination das ist dann tatsächlich ein Performance Index. Und so wird der DAX aufgebaut. Deswegen, weil zum Kurs Dividenden immer dazu kommen ist der Performance Index entsprechend besser in der Wertentwicklung als der Kursindex. Das ist der Unterschied in der Berechnung eines Performance im Vergleich zu einem Kursindex und der Unterschied in der Berechnung z.B. des DAXes im Vergleich zum Eurostoxx.

Wieso lädt das Thema jetzt wie gesagt zum Betrug ein. Nehmen wir mal das Beispiel einer Anlageberatung und wir nehmen an, da kommt jemand zu Dir nach Haus und sagt, ich rate Dir, auf europäische Aktien zu setzen, setze auf Werte die im Eurostoxx sind und ich habe da einen ganz tollen Fonds für Dich. Dieser Fonds hat es geschafft, in der Vergangenheit immer über dem Eurostoxx zu liegen, guck Dir mal die Wertentwicklung an, ist das nicht Klasse, ein ganz toller Fonds, die schaffen es immer, den Eurostoxx 50 outzuperformen. Könnte man jetzt erstmal meinen sieht ja toll aus. Aber nachdem Du jetzt ja weisst, der Eurostoxx50 ist ein Kursindex und nachdem Du ja weisst, als Anleger interessiert mich die Performance, müsstest Du jetzt nach dem Performanceindex suchen. Und Du wirst sehen, der Performanceindex inkl. Dividenden liegt natürlich höher. Und der Fonds von dem hier Dein Anlageberater spricht der bekommt ja auch Dividenden, und deswegen ist der Vergleich des Fonds mit der Kursentwicklung hier eigentlich nicht richtig, sondern der Fond muss mit dem Performanceindex verglichen werden. Hier zeigt sich dann plötzlich, der Fonds schafft es eben doch nicht, seinen eigene Index outzuperformen, es ist eben vielleicht doch eine bessere Variante, hier einen ETF auf europäische Aktien zu nehmen. Wenn man das bewusst macht, also einen Kursindex bewusst als Vergleich zum Fonds hinzuzieht bezeichne ich das als Betrug. Achte sehr genau drauf, was hier miteinander verglichen wird, ob eben Äpfel mit Birnen verglichen werden, der Kursindex mit der Performance eines Fonds.

Ich hoffe, das hat Dir geholfen, falls Du weiter Fragen zum Thema hast oder andere Fragen die dich interessieren. Schreib Sie unter das Video. In der Zwischenzeit, like und Follow us auf Youtube oder Facebook, und wir sehen uns beim nächsten Video. Bis dahin.

10 HINWEISE DARAUF, DASS DEIN FINANZBERATER DICH ABZOCKEN KÖNNTE

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Wir bei KLAR+ sind ja nicht grundsätzlich gegen Anlageberater. Aber wir finden schon, dass das in Deutschland immer noch gebräuchliche Provisionssystem zu falschen Anreizen führt. Je nachdem, was ein Finanzmakler Dir verkauft, verdient er mehr oder weniger Geld. Natürlich macht das nicht jeden Makler zu einem schlechten Berater. Aber verführerisch ist es schon.

Um in Gesprächen mit einem Makler besser gerüstet zu sein, haben wir in diesem Blogpost mal ein paar typische Situationen aufgeschrieben, die darauf hindeuten, dass vielleicht gerade jemand auf eine höhere Provision schielt. Wir sagen nicht, dass das immer so ist. Aufpassen solltest Du aber, wenn Dein Finanzberater Dir einen der folgenden Vorschläge macht:

1. Wegen der Steuervorteile möglichst viel Geld in Fondsbasierte Versicherungen anlegen und möglichst wenig direkt in Fonds

Ja, es ist richtig, dass in vielen Fällen staatlich geförderte Versicherungen einen Steuervorteil bringen. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, wenn Dein Berater nur die Versicherung und sonst nichts anderes empfiehlt. KLAR+ empfiehlt in der Regel, nicht mehr als die Hälfte der Fonds-Vorsorge im Versicherungsmantel zu besparen und auch nur dann, wenn es wirklich eine Versicherung mit Steuervorteilen ist. Der Rest ist oft in flexibleren Fonds besser aufgehoben. Eine interessante Rand-Info zu diesem Thema: Dein Berater verdient mit einer Versicherung in der Regel mehr Geld pro investiertem Euro, als mit einem Fondssparplan.

2. Hohe regelmäßige Beiträge in die Vorsorge-Versicherung einzahlen anstatt einen kleinen Beitrag festzuschreiben und regelmäßig Zuzahlungen zu leisten

Feste Beiträge in Vorsorge-Versicherungen kosten meist mehr Gebühren und bringen meist höhere Provisionen, als Zuzahlungen außerhalb der regulären Sparrate. Es ist also meistens günstiger, eine niedrige feste Rate zu wählen und regelmäßig zuzuzahlen. Dagegen solltest Du Dich nur entscheiden, falls es Dir schwer fällt, die nötige Spardisziplin für die regelmäßigen Zuzahlungen aufzubringen.

3. In einen gezillmerten Fondssparplan investieren

Was Zillmerung heißt, erklären wir in unserer Knowledge Base. Unter dem Strich ist ein gezillmerter Vertrag meist besser für den Berater, während Du als Kunde höchstens gleich gut, eventuell sogar schlechter da stehst, als bei einem nicht gezillmerten Vertrag. Wie Du eine Zillmerung erkennst, erklären wir ebenfalls in der Knowledge Base.

4. In einen Fonds investieren und nicht in einen ETF

Für Makler bringt es mehr Geld, wenn ihre Kunden in einen Fonds mit einem Manager investieren als in einen passiven Fonds ohne Manager (auch „ETF – Exchange Traded Funds“). Während bei einem aktiven Fonds der Manager auswählt, welche Aktien oder Anleihen im Portfolio liegen, baut ein ETF einfach einen Index nach, zum Beispiel den DAX. Renditemäßig schneiden ETFs historisch und auf lange Sicht immer im oberen Drittel ab – und das zu einem Bruchteil der Kosten, die ein aktiv gemanagter Fonds verlangt.

5. Das Anlagerisiko erhöhen, obwohl Du nicht danach gefragt hast

Aktienfonds bringen höhere Provisionen als Rentenfonds, Tagesgeld bringt überhaupt keine Provisionen. Wenn Dein Berater also vorschlägt, vom Tagesgeld in einen Rentenfonds zu wechseln oder vom Rentenfonds in einen Aktienfonds, dann tut er das meistens mit dem Hinweis, dass zwar das Risiko erhöht würde, aber auch die Renditechancen. Das stimmt. Gleichzeitig wird aber auch die Provision für den Berater erhöht.

6. Aktien in Deinem Portfolio gegen entsprechende Zertifikate zu tauschen

Inzwischen kommt das nicht mehr so häufig vor, es soll aber immer noch Berater geben, die lieber ein Bayer-Zertifikat als eine Bayer-Aktie im Portfolio ihrer Kunden sehen. Insbesondere dann, wenn das Zertifikat von der Bank des Beraters ausgegeben wird, ist aber Vorsicht angesagt. Zwar ist es richtig, dass Zertifikate gegen gewisse Risiken absichern können, gleichzeitig bringen sie aber auch der ausgebenden Bank viel Geld – und zwar das des Kunden.

7. In der privaten Krankenversicherung den Anbieter wechseln

Jeder neue Abschluss einer privaten Krankenversicherung bringt dem Vermittler sehr viel Geld. Je nach Versicherung können das bis zu neun Monatsbeiträge sein. Für Dich als Kunde bedeutet es aber, dass Du eine neue Gesundheitsprüfung machen musst, in eine höhere Altersklasse eingestuft wirst und wahrscheinlich sogar Deine Rückstellungen verlierst. Das lohnt sich nur in den seltensten Fällen. Selbst, wenn die neue Krankenversicherung momentan günstiger ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Verlust der Rückstellungen rächt und Du langfristig drauf zahlst.

8. In einer langfristigen Versicherungsanlage den Anbieter zu wechseln

Langfristige Versicherungen zur Altersvorsorge sind fast immer so aufgebaut, dass Du die Gebühren für die gesamte Laufzeit schon sehr früh bezahlst. Eine bereits länger laufende Versicherung zu wechseln bedeutet also, dass Du noch einmal ganz von vorne mit dem Gebühren zahlen anfängst, die bereits abbezahlten Gebühren aus der alten Versicherung aber nicht zurückbekommst. Auch das lohnt sich nur sehr selten. Ausnahmen sind die Riester-Rente und die Berufliche Altersvorsorge (BAV). Bei der Riester-Rente kann das gesparte Guthaben gegen eine Bearbeitungsgebühr in einen neuen Vertrag überführt werden. Allerdings solltest Du hier vorher genau in den Vertrag schauen, ob trotzdem erneute Abschlussprovisionen anfallen. In der BAV gibt es bei einem Arbeitnehmerwechsel keine erneuten Provisionen.

9. Versicherungen für etwas abschließen, das keine existenzielle Gefahr bedeutet

Versicherer beschäftigen sehr gute und sehr teure Mathematiker. Die rechnen bei jedem Angebot aus, ob es sich für die Versicherung lohnt. Das gilt auch für Dinge wie zum Beispiel eine Sterbegeld-, Handy- oder Brillen-Versicherung. Als Faustregel gilt: Wenn Du theoretisch auch durch einfaches Sparen genug Geld zusammen bekommst, um selbst für diese Dinge zu bezahlen, dann wirst Du mit der Versicherung sehr wahrscheinlich nicht besser fahren. Deshalb empfehlen wir solche Versicherungen bei KLAR+ nicht.

10. Dich mit einem Haufen Produktratings davon überzeugen, dass eine bestimmte Versicherung die beste ist

Ja, Produktratings sind ein Anhaltspunkt für die Qualität eines Finanzprodukts. Aber nur dann, wenn Du sie selbst recherchierst. Kein Berater, der Dich von der Qualität eines Angebots überzeugen möchte, wird die negativen Ratings erwähnen. Zum Glück gibt es inzwischen das Internet – und Angebote wie das von KLAR+ und seinen Partnern.

 

 

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GELDANLAGE ALTERSVORSORGE: WEGE ZUR GARANTIE

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Dein Geld ist nicht weg, es ist nur woanders. Die meisten von uns freuen sich, wenn sie sich endlich mal um die Altersvorsorge gekümmert haben und wollen sich nicht auch noch damit herumschlagen, wo genau das angelegte Geld eigentlich landet, nachdem es vom Konto verschwunden ist. Dabei ist das so kompliziert gar nicht. Und es beeindruckt so ziemlich jeden Berater, wenn man davon ein wenig versteht. Wir haben uns mal die Mühe gemacht, die Anlagestrategien der Versicherer vom Versicherungssprech in halbwegs verständliches Deutsch zu übersetzen.

  • Klassik

Ja, so heißt wirklich eine Anlagestrategie. Das ist das, was die meisten Versicherer die meiste Zeit gemacht haben. Wenn eine Versicherung „klassisch“ anlegt, dann garantiert sie Dir, also dem Anleger, 60 Prozent der Rendite einer Bundesanleihe auf den Sparanteil Deines Beitrags. Das sind derzeit gerade mal 1,25 Prozent und wird weiter abgesenkt. Nicht gerade sexy. Trotzdem ist das „klassische“ Anlagemodell immer noch Kern jeder Lebens- und Rentenversicherung, der für die Absicherung einer Mindest-Rendite sorgt. Für die hohe Sicherheit sorgt ein recht kleiner Aktien-Anteil von maximal 30 Prozent (in der Realität meistens eher 10 Prozent), für ein kleines bisschen Rest-Rendite versuchen die Versicherer zunehmend mit eher neumodischen Anlageformen wie zum Beispiel Infrastrukturfonds zu sorgen.

  • Höchststandsgarantiefonds

Klingt gut, drosselt aber die mögliche Rendite gewaltig: In einem Höchststandgarantiefonds wird regelmäßig (meist einmal pro Monat) der aktuelle Stand des Fonds eingefroren. Das heißt, dass der Wert des Fonds danach zwar noch steigen kann, aber nie wieder sinken. Klingt gut, wie gesagt, wird aber teuer erkauft. Denn ein solcher Fonds setzt sich aus einem Aktien- und einem Renten-Anteil zusammen.

Der Renten-Anteil verspricht einen Stabilen Zinssatz, sagen wir mal 2 Prozent. Der Aktien-Anteil schwankt. Um durch negative Schwankungen nicht unter den Höchststand zu fallen, legt der Fondsmanager an jedem Höchststand so viel Geld in Renten an, dass am Ende inklusive Verzinsung auf jeden Fall wieder der Höchststand erreicht ist. Bei 2 Prozent Verzinsung und 10 Jahren Restlaufzeit sind das schon 82 Prozent. Das heißt, dass weniger als ein Fünftel des Geldes in Aktien angelegt ist und tatsächlich weitere Gewinne erwirtschaften kann. Mit kürzerer Laufzeit oder sinkenden Zinsen sinkt der Aktienanteil weiter. Auch mit steigendem Garantiestand sinkt der Aktienanteil. Die Sicherheit wird mit einem Verzicht auf Rendite erkauft.

  • Statischer Hybrid

Sorgt für einen etwas höheren Aktienanteil, hat aber eventuell Probleme gegen Ende der Laufzeit. Hybrid heißt, dass hier wieder zwischen Staatsanleihen (sicher) und Aktien (höheres Risiko) gemischt wird. Schon am Anfang der Laufzeit wird festgelegt, wie viel Geld in sichere Anlagen gehen muss, damit am Ende die Versicherung den gesetzlichen Mindestbetrag auszahlen kann. Alles andere geht in Aktien.

Das Nette dabei: Jeder Überschuss kann wieder in Aktien investiert werden. Wenn also das Aktien-Portfolio gut läuft oder das Staatsanleihen-Portfolio doch mehr als den minimal kalkulierten Gewinn abwirft, erhöht sich der Aktienanteil und damit die Chance auf eine höhere Rendite. Der Nachteil: Gegen Ende der Laufzeit ist dieses Modell überdurchschnittlich riskant. Denn dann ist der Aktienanteil am höchsten. Genau dann sollte er aber eigentlich langsam zurückgefahren werden, um die Gefahr kurzzeitiger Kursrücksetzer zu verringern.

  • Dynamischer Hybrid

Ist eine Mischung aus 2 und 3. Also eine Mischung aus einer sicheren Staatsanleihen-Anlage mit einer Aktien-Anlage. Jedoch nicht irgendwelche Aktien, sondern ein Fonds, der einen Mindeststand garantiert. Das funktioniert ähnlich wie bei Punkt 2 mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Fonds nur einen Teil der Anlagesumme garantiert, meistens sind das etwa 80 Prozent. Dadurch kann er die Aktienquote höher halten. Die eventuell fehlenden 20 Prozent sichert die Versicherung selbst durch das Staatsanleihen-Portfolio ab.

Lange Rede, kurzer Sinn: Durch diese Kombination ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass unter dem Strich eine größere Aktienquote in der Versicherung steckt. Das bedeutet bessere Renditechancen, aber natürlich auch ein höheres Schwankungsrisiko. Unter den garantierten Auszahlungswert der Versicherung kann aber auch dieses Modell niemals fallen.

  • i-CPPI

Nur der Vollständigkeit halber zum schnell wieder vergessen hier die vollständig ausgeschriebene Abkürzung: individual – constant proportion portfolio insurance. Heißt unter dem Strich nicht viel anderes als das, was unter Punkt 4 beschrieben ist. Allerdings werden Höchststände und Portfolio-Zusammensetzung hier nicht monatlich, sondern täglich überprüft. Das funktioniert, weil die Versicherer hier nicht nur Aktien und Anleihen, sondern zusätzlich jede Menge Finanz-Hokuspokus verwenden (Derivate, Optionen etc). Theoretisch ist das besser, weil durch die kürzeren Zyklen mehr Risiko eingegangen werden kann, ohne die Garantie zu verlieren. Praktisch kostet das aber auch eine Menge Verwaltungskosten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen, bevor Gewinne an den Versicherten fließen.

Das KLAR+-Fazit: Die Systeme sind immer komplizierter geworden, und mit komplizierten Systemen steigen auch die Kosten. Entwickelt sich der Aktienmarkt während der Laufzeit eher mau, ist der Aufwand zu teuer, und die komplizierten Anlagemodelle versauen das Ergebnis. Trotz dieses steigenden Risikos unterstützt KLAR+ die neuen Anlagemodelle, da sie sich in den meisten Fällen auszahlen werden und ein hoher Aktienanteil in der langfristigen Altersvorsorge einfach Pflicht ist.

Garantierter Rentenfaktor – Garantiert nicht so wichtig

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individuell

Bei der Suche nach der richtigen Altersvorsorge setzen immer noch sehr viele Deutsche auf Kapital- oder Rentenversicherungen. Fast 3,5 Millionen neue Verträge schlossen sie laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2014 ab. Als wichtiger Faktor bei der Entscheidung für den richtigen Vertrag gilt dabei der so genannte Rentenfaktor. In Wahrheit ist dieser Faktor jedoch höchstens ein Anhaltspunkt – und kann sogar irreführend sein, wenn er falsch verstanden wird.

Der Rentenfaktor ist zunächst mal nichts anderes als die Umrechnung eines fixen Geldbetrags in eine monatliche Rentenzahlung. Üblich ist die Umrechnung von 10.000 Euro zum Beginn des Rentenalters in einen festen Betrag, der dann bis ans Lebensende ausgezahlt wird, unabhängig vom Todeszeitpunkt. Aktuell liegt der in Deutschland zwischen 27 und 31 Euro monatliche Rente, je nach Anbieter. Es gibt jedoch auch Ausreißer nach oben und nach unten.

Aber warum schon beim Abschluss des Vertrags festlegen, in welchen monatlichen Betrag das angesparte Geld einmal umgewandelt werden soll? Besonders dann, wenn noch gar nicht fest steht, wie viel Geld am Ende Überhaupt zusammenkommt? Die Versicherungen sagen, das sei transparenter so. Schließlich müsste ja auch die steigende Lebenserwartung in die Police eingerechnet werden, und dabei gebe der Rentenfaktor Planungssicherheit.

Dabei gibt es jedoch gleich mehrere große „Aber“:

  1. Rentenfaktor-Garantie? In den Rentenfaktor ist ohnehin schon eine steigende Lebenserwartung eingerechnet, die erst einmal erreicht werden muss. Viele Versicherungsbedingungen enthalten außerdem Klauseln, die den Rentenfaktor bei Rententantritt anpassen können. Und zwar ironischerweise dann, wenn sich die Lebenserwartung zum Nachteil der Versicherung ändert. Hier gilt es, vorsichtig zu sein.
  2. Was, wenn man beim Renteneintritt schwer krank ist? Dann wäre es vielleicht besser, sich das Geld auf einmal auszahlen zu lassen – und der Rentenfaktor ist plötzlich wertlos. Die vermeintliche Planungssicherheit hat dann nur Geld gekostet.
  3. Viel wichtiger als ein „guter“ Rentenfaktor ist, dass überhaupt viel Geld zusammen kommt, das dann in eine Rente umgerechnet werden kann. Auf lange Sicht ist deswegen viel wichtiger, dass der Anlageerfolg der Versicherung gut ist – und ihre Gebühren niedrig.

Das Fazit von Klar+: Der Rentenfaktor wird erst wichtig, wenn das Rentenalter wirklich nahe ist. Beim Abschluss des Vertrags ist er nur eine Zahl von vielen und kein besonders guter Anhaltspunkt für die Qualität einer Versicherung.

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