Tag Archives: Riester

Home Posts Tagged as “Riester”

Riester oder BAV? Oder sogar beides?

No Comments

155H
Was ist besser: #Riester oder #BAV?
Click To Tweet

Viele Angestellte stehen irgendwann vor der Grundsatzfrage: wie soll ich für mein Alter vorsorgen? Sozusagen als „Standardlösung“ werden da oft die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersvorsorge (BAV) als Antwort angeboten. Steuerlich werden beide ähnlich behandelt: sie sind heute zu 100 Prozent absetzbar, müssen im Alter zu 100 Prozent besteuert werden. Beide Formen müssen unabhängig von der Geldanlage mindestens die Auszahlung der Beiträge garantieren. Wir haben für Dich gecheckt: Was ist die bessere Lösung? Wofür sollst Du Dich entscheiden?

 

1. Sozialabgaben bei Riester und BAV

Steuerlich mögen beide Modelle ähnlich sein, in Hinsicht auf die Sozialabgabenpflicht sind sie grundverschieden.

Riester: Weil die Beiträge zum Riester schon aus „verbeitragtem“ Nettoeinkommen kommen, ist die Rente im Alter frei. Das lohnt sich besonders, wenn Du pro Jahr mehr als 74.400 Euro brutto verdienst. Für Einkommen über dieser Höhe musst Du keine Sozialabgaben mehr zahlen. Du könntest also beim Einzahlen sowieso keine Sozialabgaben sparen, kriegst beim Riester aber trotzdem die staatliche Förderung.

BAV: Bei der BAV, die sozialabgabefrei eingezahlt wird, muss die Rente mit Sozialabgaben belegt werden.

Wenn Du weniger als 74.400 Euro netto im Jahr verdienst, gleicht sich der Einzahlungs-Vorteil mit dem Auszahlungs-Nachteil mehr oder weniger aus: Zwar kannst Du heute Deine Sozialbeiträge sparen (ca. 20 Prozent), da Du aber im Alter den Krankenkassenbeitrag alleine zahlen musst (derzeit ca. 15,6 Prozent), ist der Vorteil recht klein. Zudem verlierst Du durch die geringeren Einzahlungen in die gesetzliche Rente Rentenansprüche. Das ist zwar nicht viel, reicht aber, um den Vorteil wieder ganz zunichte zu machen.

Verdienst Du mehr als 74.400 € Jahresbrutto, zahlst Du die BAV aus Gehalt, das ohnehin nicht mehr mit Sozialabgaben belegt ist. Trotzdem wird die Rente im Alter mit Beiträgen zur GKV belegt. Hier ist dann der Riester klar im Vorteil (s. oben).

Solltest Du dagegen schon heute wissen, dass Du mittelfristig in die private Krankenversicherung wechseln willst, bietet die BAV einen zusätzlichen Gewinn. Heute musst Du für die Einzahlungen keine Beiträge zur Gesetzlichen leisten und im Alter fällt die Beitragspflicht durch die PKV ohnehin weg.

Kombination: Daher empfiehlt es sich auch nicht, die beiden Förderungen zu kombinieren und die Riester-Förderung in die BAV einzuzahlen. Mal ganz abgesehen davon, dass man hiermit eine Fördersumme verschenkt, muss man die Erträge der Riester-Förderung dann auch im Alter mit Sozialabgaben belegen.  Im Alter ist das der volle Beitragssatz zur Krankenversicherung von 14,6% + Zusatzbeitrag.

 

2. Zuschüsse durch den Staat

BAV: Hier ist die BAV im Vorteil – wenn der Arbeitgeber mitmacht. Dieser spart ja auch Sozialabgaben, wenn Du in die BAV einzahlst. Gibt er diesen Beitrag oder noch mehr an Dich weiter, lohnt sich die BAV deutlich stärker. Grundsätzlich gilt: immer wenn der Arbeitgeber etwas zusätzlich zahlt, lohnt es sich, es mitzunehmen!

Riester: Beim Riester gibt es dagegen die Zulagenförderung. Wenn Du viele Kinder hast oder planst, dann fährst Du vermutlich besser mit den Zulagen. Je nach Steuersatz ist das spätestens bei drei Kindern der Fall, die in 2008 oder später geboren worden sind.

 

3. Kosten im Vergleich

Ähnliche Situation: Sowohl bei Riester als auch bei der BAV ist es besonders wichtig, auf eine niedrige Kostenbelastung zu achten. Bevor Du abschließt, solltest Du Dir die Kosten genau dokumentieren lassen und Sie mit anderen Lösungen vergleichen.

Riester: Bei Riester gibt es Riesterfondssparpläne, die grundsätzlich eine bessere Kostenstruktur haben als Versicherungen. Am besten sind aber sogenannte Honorartarife, die ganz auf Provisionen verzichten. Riester ist ein Privatvertrag. Den kannst Du individuell abschließen und die Kosten gut steuern.

BAV: Bei der BAV ist es häufig so, dass auf Grund eines Rahmenvertrags die einzelnen Verträge günstiger in den Kosten sind (so etwas wie ein „Mengenrabatt“ vom Vermittler). Das ist aber kein Muss! Ein Nachteil allerdings: Häufig gibt es keine andere Lösung in der BAV, als den bestehenden Rahmenvertrag im Unternehmen. Ist dieser günstig – Glück gehabt. Wenn nicht, ist Riester hier flexibler.

 

4. Flexibilität bei Riester und BAV

BAV: Eine Einmalauszahlung des Guthabens ist möglich. In der Praxis ist diese Option aber eher unwahrscheinlich, da die Steuerbelastung hier sehr schnell sehr hoch wird. Eine Auszahlung als Rente ist hier ratsam. Probleme gibt es aber, wenn z.B. durch Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder Selbständigkeit die Gundlage für die Förderung wegfällt. Hier ist die BAV nicht flexibel.

Riester: Eine komplette Einmalauszahlung ist nicht möglich. Dafür kann das Kapital für das Eigenheim eingesetzt werden. Im konkreten Fall kann das Guthaben entweder als Eigenkapital für eine Immobilienfinanzierung entnommen werden oder mit der Auszahlung wird zum Rentenbeginn ein noch laufendes Darlehen abgelöst. Gerade für das Modell der Verwendung als Eigenkapital eignen sich aber andere Sparmodelle mehr, z.B. ein Banksparplan oder Bausparvertrag. Diese Art der Flexibilität ist also nicht so wichtig.

Der Riester ist jedoch während der Elternzeit im Vorteil. Bei gemeinsamer steuerlicher Veranlagung und bei einem gut verdienenden Partner macht sich die Förderung auch weiterhin bemerkbar.

 

5. Komfort in der Verwaltung

BAV: Ein großer Vorteil bei der BAV ist die Tatsache, dass die Einzahlungen direkt vom Arbeitgeber in die Direktversicherung oder die Pensionskasse eingezahlt werden. Das ist für Dich natürlich sehr komfortabel. Du erhältst die Förderung, ohne selbst viel Papierkram erledigen zu müssen. Das ändert sich aber beim Arbeitgeberwechsel. Die BAV muss auf den neuen Arbeitgeber umgeschrieben werden. Da Du ein Recht auf betriebliche Altersvorsorge hast, ist das grundsätzlich möglich. Allerdings besteht manchmal nur die Möglichkeit, Deinen bestehenden Vertrag in den Rahmenvertrag Deines neuen Arbeitgebers einzufügen – egal, ob dieser attraktiv ist oder nicht. Das ist einerseits mit Papierkram verbunden, andererseits weißt Du natürlich heute nicht, wie die Konditionen bei Deinen zukünftigen Arbeitgebern aussehen.

Riester: Beim Riester dagegen muss jedes Jahr eine Steuererklärung gemacht werden und auch der Dauerzulagenantrag überprüft werden. Nur so kommst Du auch regelmäßig in den Genuss der Förderung, die dann auch entsprechende zeitverzögert eintritt. Hier musst Du zumindest für eine gewisse Zeit Deinen Vorteil vorfinanzieren. Beim Arbeitgeberwechsel ist der Riester-Vertrag dagegen im Vorteil. Als Privatvertrag läuft dieser einfach so weiter, wie bisher.

 

KLAR+ Fazit:

Eins ist klar: BAV und Riester sind beides gute Lösungen. Im Normalfall stehen sie für Dich an erster und zweiter Stelle bei der staatlich geförderten Altersvorsorge. Wir vergleichen hier also Silber und Gold.

Bei der BAV kommt es immer darauf an, wie sie konkret beim Arbeitgeber ausgestaltet ist. Bietet sie attraktive Konditionen mit niedrigen Kosten und hoher Förderung, ist sie wahrscheinlich die bessere Lösung. Das gilt vor allem dann, wenn Du später in die private Krankenversicherung wechseln willst und wenige Auszeiten oder Arbeitgeberwechsel planst. Mit Riester bist Du flexibler, und Du hast den Vorteil der Zulagen.

Kurz gesagt: Bist Du zu Hause der Hauptverdiener, kommt wahrscheinlich eher die BAV in Frage. Als Zweitverdiener und eventuell Familienmanager/in empfehlen wir Dir eher Riester. Wenn Du mehr als 74.400 Euro brutto im Jahr verdienst, brauchst Du vermutlich ohnehin beide Lösungen, um die Rentenlücke zu schließen.

Detailliert ausrechnen kannst Du die beiden Lösungen mit unserer Software KLAR+. Sie hilft Dir, die für Dich lukrativere Lösung zu finden. Oder hast Du Dich schon entschieden? Schreib uns, wieso Du Dich für das eine oder andere  entschieden hast!

 

Photo courtsey of „photostock“ on freedigitalphotos.net

7+1 Vorsätze zum neuen Jahr

No Comments

ID-100383761
Same procedure as every year: Deine 7 Finanzthemen #2016 - Private #Finanzen
Click To Tweet

Traditionell ändern sich mit dem Kalenderjahr auch viele Dinge im Bereich der Finanzen. 2016 passiert da eher wenig Besonderes. Zum Beispiel werden wie jedes Jahr die Beitragsbemessungsgrenzen im Bereich der Sozialversicherung steigen, Besserverdiener werden also wieder stärker zur Kasse gebeten. Auf der Habenseite stehen leichte Anhebungen bei Steuerfreibetrag und Kindergeld um Beträge, die Du wahrscheinlich kaum im Geldbeutel spürst.

All das passiert automatisch. Aber worum musst Du Dich kümmern, wo musst Du aktiv werden? KLAR+ zeigt 8 Themen auf, um die Du Dich kümmern solltest.

 

1. Versicherungen überprüfen

Falls Du es noch nicht getan hast: kündige Deine KFZ-Versicherung in 2015. Denn Dir geht es wahrscheinlich wie den allermeisten Bestandskunden: heimlich, still und leise heben die Versicherer die Beiträge für Dich an. Mit diesen Beiträgen werden Rabatte für Neukunden finanziert. Das Gute daran ist: mit der Beitragserhöhung hast Du ein Sonderkündigungsrecht bis zum 31.12.2015, kannst also immer noch den Versicherer für 2016 wechseln. Wenn Du kündigst oder zumindest damit drohst, räumen Dir viele Versicherer dann auch die Neukundenrabatte ein.

Ein ähnliches Prinzip verfolgen viele Versicherer mittlerweile auch bei den anderen Sachversicherungen, also Privathaftpflicht, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung. Diese Versicherungen haben eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, meistens bis zum Jahresende. Wenn die Beiträge hier nicht erhöht wurden bist Du also zu spät dran. Wenn Du noch wechseln wolltest, und Du hast den Zeitpunkt mal wieder verpasst: mach es jetzt, kündige für 2017. Dann kannst Du es nicht mehr vergessen.

 

2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV) prüfen

Mit der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze wird auch der maximale steuer- und sozialabgabenfreie Beitrag zur Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge angehoben. 2015 waren das maximal 242 € im Monat, in 2016 werden es 248 € sein. Du kannst also 6 € mehr steuer- und sozialabgabenfrei sparen, netto merkst Du davon vermutlich gerade mal 3 € weniger im Portmonee. Manche Verträge erhöhen sich automatisch auf den Wert, das kannst Du auf Deiner Gehaltsabrechnung nachvollziehen. Wenn Du eine gute rabattierte bAV hast, solltest Du die Erhöhung mitnehmen.

 

3. Rebalancing

Gute Wertpapierportfolios halten sich in Ihrer Zusammensetzung an gewisse Ziele. Eine bestimmte Assetklasse, z.B. Aktien, sollte einen gewissen Anteil im Portfolio haben. So wird u.a. das Anlagerisiko bestimmt und gesichert. Wenn jetzt übers Jahr eine Anlageklasse im Vergleich zu den anderen Klassen besonders stark im Wert gestiegen ist, verschiebt sich dieses Verhältnis natürlich. Um die Zielstruktur wieder herzustellen, sollten daher regelmäßig Umschichtungen zur Anpassung gemacht werden, dabei spricht man von „Rebalancing“. Dies wird gerne zum Jahreswechsel gemacht, auch wenn man es theoretisch auch an jedem anderen Tag im Jahr machen kann. Solltest Du noch kein Termin für Dein Rebalancing festgelegt haben, mach es jetzt.

 

4. Steuer ID mitteilen

In 2016 zählt Dein Steuerfreibetrag nur noch, wenn er Deiner persönlichen Steuer ID zugeordnet werden kann. Teile Deiner Bank daher möglichst bald Deine Steuer ID mit (die Steuernummer mit den 11 Stellen). Dasselbe gilt für die Bezieher von Kindergeld: auch hier muss in 2016 die Steuernummer angegeben werden.

 

5. Krankenversicherung überprüfen

Der Jahreswechsel ist ein beliebter Zeitpunkt der Versicherer, um auch die Beiträge zur Krankenversicherung anzuheben.

Solltest Du privat versichert sein, lohnt es sich dann einmal mehr, einen Tarifwechsel beim selben Versicherer prüfen zu lassen. Gerade bei schon länger Versicherten kann es sein, dass sich insbesondere der eigene Tarif schlechter als andere Tarife der Gesellschaft entwickelt hat. Tarifinnovationen können dazu beitragen, dass neue Tarife mit einem sehr ähnlichen Leistungspaket sehr viel günstiger sind. Wichtig: bleib bei derselben Versicherung! Bei einem Anbieterwechsel fallen die Beitragsrückstellungen ganz oder in großen Teilen weg, das unbedingt vermeiden.

Auch als gesetzlich Versicherter werden Deine Beiträge in 2016 wahrscheinlich steigen. Experten sagen vorher, dass viele Kassen den individuellen Zusatzbeitrag erhöhen müssen, im Schnitt von 0,9 auf 1,1%. Dieser Mehrbeitrag geht voll zu Lasten der Arbeitnehmer, also Dir. Sollte Deine Kasse den Beitrag in 2016 erhöhen, überprüfe, ob es nicht günstigere Lösungen für Dich gibt.

 

6. Riesterantrag überprüfen

Bei Deinem Riestervertrag gibt es einen Beitrag den Du individuell sparen musst, damit Du die volle Riesterförderung für Deinen Vertrag bekommst, den sogenannten Mindesteigenbeitrag. Dieser Beitrag liegt bei 4% Deines letzten Jahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulage. Wenn Du jetzt weißt, wie viel Du 2015 sozialversicherungspflichtig verdient hast, kannst Du ausrechnen, wie viel Du in 2016 monatlich für die volle Förderung sparen musst. Die Formel lautet:

(Sozialversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen*4% – Zulage)/12

Die Zulagen liegen im Jahr bei 154 € für Dich und 185 € (vor 2008 geb.) bzw. 300 € (ab 2008 geb.) für jedes Kind, für das Du Kindergeld bekommst. Der Maximalbeitrag liegt bei 175 € mtl. Solltest Du mehr sparen ist das auch sehr gut, schließlich kannst Du die Beiträge von der Steuer absetzen. Vergiss nicht, Deinen Zulagenantrag zu ändern, falls sich Dein Familienstatus geändert hat.

 

7. Kosten sparen, z.B. das Rauchen aufgeben

Gut, das ist jetzt keine revolutionäre Idee. Aber viele Änderungen in der Lebensführung haben auch Einfluss auf Deine finanzielle Situation. Überlegen, ob Du wirklich schon genug sparst und worauf Du ggf. einfach verzichten kannst. Wie z.B. das Rauchen Deine finanzielle Unabhängigkeit verhindert zeigt Dir der Finanzwesir in seiner unnachahmlichen Art.

 

7+1. Event planen

Geld soll aber auch glücklich machen. Es ist wie bei jeder Diät: Nur sparen ist nicht lange durchzuhalten. Ab und zu muss man sich auch mal etwas gönnen. Dabei macht Geld ausgeben unterschiedlich glücklich. Die Forschung zeigt: verzichte auf Status und dessen Symbole, investiere in Erlebnisse. Tu etwas für Dich und Dein Lieben, an dass Ihr euch noch lange erinnern könnt und wollt. Das macht Euer Leben reicher.

Also, leg los und finde das Event für 2016, dass Dich ganz bestimmt glücklich macht!

Falls Du glaubst, wir haben noch etwas vergessen, schreib es einfach in die Comments a la „2016 muss ich mich auf jeden Fall um _____________ kümmern.“

In diesem Sinne:

 

Einen guten Rutsch und frohe Festtage wünscht Dir

Das KLAR+ Team

 

 

Photo courtsey of noppasinw on freedigitalphotos.com

Die Wahrheit über die Riester-Lüge

3 Comments

ID-100347357
Die #Riester Lüge: in Wahrheit ein Problem der #Versicherung
Click To Tweet

„Riester lohnt sich nicht.“ Immer wieder hört man Stimmen, die diese Position mit Vehemenz und einer gewissen Selbstverständlichkeit vertreten, „das weiß man ja“. Einige sprechen sogar von „Fiasko“ oder „Volksverarsche“. Dabei bringen diese selbsternannten Experten in der Regel die folgenden Gründe vor, die sich bei näherer Betrachtung als kurzsichtig oder nicht haltbar erweisen.

 

1. Die Riester-Rente wird auf die Grundsicherung angerechnet

Die Riester-Rente zählt in der Tat – wie alle anderen Spar- und Ertragsformen auch! – zum bei der Grundsicherung im Alter anrechenbaren Einkommen. Grundsicherung kann es wie die Sozialhilfe nun mal nur für diejenigen geben, die sonst keine andere Möglichkeit des Überlebens hätten. Aber daher auf Sparen fürs Alter zu verzichten, bedeutet diesen Zustand bewusst anzustreben und herbeizuführen. Das ist zynisch und schlicht asozial.
Dieses Argument zieht insbesondere nur dann, wenn die Höhe der gesammelten Einkommen des Sparers nicht für den Sprung über die Mindestabsicherung reichen würde. Das mag mit dem sinkenden Rentenniveau schwieriger werden. Tatsächlich ist es aber auch heute bei unserer momentan „reichen“ Rentnergeneration schon so, dass 23% der Westdeutschen Männer und 60% der Frauen allein mit Ihrer DRV-Altersrente ein angenommenes Grundrentenniveau von 600 € laut Mikrozensus 2011 nicht erreichen würden. Trotzdem geht es den Rentnern gut: Denn nur 64% der ausgeschütteten Renteneinkommen stammen aus der Deutschen Rentenversicherung – und das ganz ohne Riester. Man kann also auch für die Zukunft davon ausgehen, dass die allermeisten Rentner weiterhin aus verschiedenen Quellen mehr als die Grundsicherung bekommen werden und sich der Riester für sie lohnt.

2. Die Riester-Rente hat zu hohe Kosten

Oft wird geschrieben, Riester-Renten hätten sehr hohe Kosten. Absolut richtig.
Allerdings sind sie damit beileibe nicht die einzigen. Tatsächlich sind andere, nicht geförderte Rentenversicherungstarife sogar häufig noch teurer. Als die ersten Riestertarife Anfang des Jahrtausends auf den Markt kamen, waren diese sogar günstiger kalkuliert als „normale“, klassische Rentenversicherungen.
Mittlerweile greift dieses Argument ohnehin zu kurz bzw. noch weniger, denn es gibt wesentlich günstigere Möglichkeiten. Da wären einmal die sogenannten Nettotarife, die auf Vertriebsprovision verzichten und die Verwaltungskosten stark gesenkt haben. Diese Tarife werden von Honorarberatern vermittelt (z.B. www.vorsorgekampagne.de). Viele Tarife bieten zudem ETFs als günstige Anlagealternative zu gemanagten Fonds an, so dass auch die Anlagekosten reduziert werden können.
Oder man verwendet gleich einen Fondssparplan anstellen einer Rentenversicherung, da sind die Vertriebsprovisionen von vornherein nicht so ungünstig. Die starke Kritik und Fixierung auf die Riester- Rente lässt häufig in den Hintergrund treten, dass es schon immer günstigere Formen für die Geldanlage im Riester-Mantel gab.

3. Die Riester-Rente erwirtschaftet keine Zinsen

Auch hier ist das Problem vordergründig nicht von der Hand zu weisen: die Riester-Rente bringt keine Zinsen mehr. Allerdings muss man aufpassen, was man vergleicht.
Für viele Vergleiche wird der Garantiezins als Grundlage herangezogen mit dem Argument, dass das ja die einzig garantierte Ablaufleistung wäre. Dieser ist in den letzten Jahren von 4% um die Jahrtausendwende auf 1,25% in 2015 gesunken. Natürlich nehmen sich die Zinsen da sehr mager aus, auf Grund der aktuellen Niedrigzinsphase können die Zinsen aber gar nicht hoch sein. Die Kosten eine Vertrag spielen dann im Vergleich eine besonders große Rolle. Allerdings gibt es auch hier eine Alternative im Riesteruniversum, die besser ist: wer die garantierten Zinsen maximieren will, sollte mit einem Riesterbanksparplan rechnen. Denn hier sind nicht nur die garantierten Zinsen höher, auch die Kosten eines Banksparplans sind niedriger als bei einer Versicherung.
Wir empfehlen aber eher, in Sparformen zu investieren, die viel mit Aktien arbeiten. Nur so lässt sich ein wirklich zufriedenstellender Zins erwirtschaften und langfristig ist auch das Risiko eines Verlustes minimiert. Hier lässt sich aber kein einfacher Zins annehmen, der Ertrag hängt vom individuellen Aktieninvestment ab. Daher werden diese Sparformen wie fondsgebundene Riesterrente oder Riesterfondssparplan häufig gar nicht erst zu Analysen und Vergleichen herangezogen. Mit einer durchschnittlichen Fonds- oder ETF-Performance kommt der Riesterfondssparplan aber zu sehr guten Anlageergebnissen.

4. Die Versicherten müssten viel zu alt werden, damit sich die Rentenversicherung lohnt.

Auch hier geht es also eher um die Versicherung. Tatsächlich werden die Menschen aller Voraussicht nach viel älter als wir uns das heute vorstellen. Ein Fakt, der uns eigentlich freuen müsste.
Nehmen wir ein Beispiel: 2011 lag die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer bei 81 Jahren. Trotzdem wird ein heute 30jähriger als Rentner viel älter werden. Denn erstens steigt die Lebenserwartung jedes Jahr, laut Statistischem Bundesamt hat ein 30jähriger heute eine durchschnittliche Lebenserwartung von voraussichtlich 85 Jahren. Zweitens steigt die Erwartung bis zum Rentenantritt mit ca. 60 Jahren noch mal um 2-3 Jahre. Schließlich kann er zwischen 30 und 60 nicht mehr versterben.
Dies ist natürlich nur der Durchschnitt, viel Versicherte leben wesentlich länger. Wir reden aber von einer Versicherung, bei der eine Umverteilung in der Versichertengemeinschaft automatisch mit einberechnet ist. Die Personen, die früh versterben, müssen die Langlebigen mit finanzieren. Allerdings schließen fast alle Versicherten ein Rentengarantiezeit oder Guthabenrückerstattung ab, d.h. selbst im Fall eines frühen Todes geht das Geld an Angehörige und nicht an die anderen Versicherten. Jeder einzelne Sparer nimmt sich also möglichst lange aus der Versichertengemeinschaft aus. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass Versicherer ohnehin immer sehr konservativ rechnen (müssen) und bei Überschüssen die kalkulierten Renten auch noch angehoben werden, wird klar, woher Lebenserwartungen von weit über 90 in der Altersberechnung herkommen. Trotz der Höhe sind diese Zahlen vertretbar und mathematisch realistisch.
Zudem gibt es für die Riesterförderung Verwendungsmöglichkeiten, bei der die Lebenserwartung keine Rolle spielt, wie z.B. die Finanzierung eines Eigenheims oder bei der möglichen Teilauszahlung. Bei neueren Verträgen kann auch relativ günstig der Anbieter gewechselt werden: kurz vor Rentenantritt kann der Sparer sich noch mal genau den Anbieter aussuchen, der die beste Rente fürs Geld bietet.

 

KLAR+ Fazit: Die meisten Probleme, die mit dem Thema Riester in Verbindung gebracht werden, sind nicht der Förderung, sondern der Investitionsform der klassischen Rentenversicherung anzulasten. Diese dominieren leider die Diskussion. Durch die berechtigte Kritik an der klassischen Riester-Rente rücken die Vorteile anderer Riester-Sparformen in den Hintergrund. Richtig angewendet lohnt sich die Riester-Förderung für die allermeisten Sparer aber auf jeden Fall.

Altersvorsorge für Selbständige

2 Comments

ID-100295841
Das Reserve Konto ist für #Selbständige der Königsweg in der #Altersvorsorge
Click To Tweet

Private Altersvorsorge ist für viel Selbständige noch wichtiger als für Angestellte und Beamten, denn im allgemeinen haben Selbständige ja keine verpflichtende Absicherung. Allerdings muss hier unterschieden werden, denn das gilt bei weitem nicht für alle Berufe. Folgende Berufe müssen z.B. auch als Selbständige in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen:

  • Handwerker
  • Lehrkräfte und Erzieher
  • Pflegepersonen und Hebammen
  • Seelotsen und Küstenfischer
  • Künstler, Publizisten, Journalisten und Autoren
  • Selbständige mit einem Auftraggeber

Selbständige Mitglieder dieser Beruf müssen den vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen – und zwar allein (Ausnahme: Künstlersozialkasse). Ohne die Arbeitgeberbeteiligung kommt der volle Beitrag von derzeit 18,7% des Einkommens auf den Versicherten zu. Die Belastung ist also im Vergleich doppelt so hoch. Bei der Rendite auf die Einzahlungen kann die Deutsche Rentenversicherung gerade bei jüngeren Einzahlern daher nicht mit den Lösungen aus der Privatwirtschaft mithalten. Viele Zwangsversicherte fühlen sich daher in der Deutschen Rentenversicherung regelrecht gefangen.

Besser ist die Situation für die Kammerberufe. Deren Mitglieder dürfen anstatt in die Deutsche Rentenversicherung in ein eigenes Versorgungswerk einzahlen – zumindest noch. Dies betrifft z.B. Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten und Psychotherapeuten. Insgesamt gibt es 89 Versorgungswerke in Deutschland. In so gut wie allen ist die Rente höher als eine vergleichbare Rente aus der Deutschen Rentenversicherung.

 

Flexibilität und Spardisziplin

Für alle Selbständigen gilt: Auf Grund der schwankenden Einkommen ist Flexibilität in der Einzahlung umso wichtiger. Etwas, dass die Pflichtversicherungen nicht darstellen wollen oder können. Hier muss ein regelmäßiger Beitrag gezahlt werden, der auf Werten aus der Vergangenheit beruht. Dies kann bei stark schwankenden Einnahmen zu einer echten Belastung werden.

Die privaten Lösungen sind da viel flexibler. Wir empfehlen grundsätzlich, nur niedrige regelmäßige Sparraten abzuschließen und den größten Anteil der Altersvorsorge auf Basis von unregelmäßigen Zuzahlungen aufzubauen. Denn im Fall von allen Versicherungslösungen gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen jährlichen Zuzahlungen und einem jährlichen Beitrag.

  • Beim jährlichen Beitrag werden die Kosten für die gesamte Vertragslaufzeit direkt am Anfang von den ersten Beiträgen abgezogen (sog. Zillmerung). Die Kosten des Vertrages werden also als erstes gezahlt. Sollten dann während der Laufzeit der Vertrag reduziert werden, z.B. durch abgesenkte Beiträge, bleiben die gezahlten Gelder beim Versicherer. Der Versicherte hat also mehr Kosten als nötig gezahlt.
  • Bei jährlichen Zuzahlungen werden nur Kosten für die tatsächlich erfolgte Zuzahlung erhoben. So musst Du Kosten auch wirklich nur für die eingezahlten Beiträge bezahlen. Achte darauf, dass die Versicherungsgesellschaft für Zuzahlungen keinen Bearbeitungsgebühren nimmt.

 

Der Königsweg: das Reservekonto

Wie kann ich jetzt gewährleisten, dass ich trotz flexibler Einzahlung genug Spardisziplin aufbringe, um so viel wie möglich zu sparen? Wir empfehlen einen Trick: die Anlage eines zusätzlichen Kontos, dass speziell für die Rücklage und die Altersvorsorge vorgesehen ist. Grundsätzlich sollten Selbständige ja ohnehin 30% Ihres Einkommens direkt für die Steuer weglegen, am besten auf ein separates Tagesgeldkonto. Wir empfehlen, zusätzlich noch mal 20% auf ein weiteres Konto für die Altersvorsorge zu überweisen. Das Geld wird also direkt abgezweigt und steht nicht mehr so einfach für den Konsum zu Verfügung. Dort liegt es erst mal als „eiserne Reserve“.  Sollte es finanziell mal knapp werden, kann das Geld jederzeit wieder zurück überwiesen werden, um Deine Liquidität zu gewährleisten. Sobald der Kontostand dann einen Betrag erreicht hat, der weit höher als Dein definiertes Sicherheitspolster ist, wird der Überschuss dann in die Altersvorsorge überwiesen. Wir empfehlen das ca. 3-5 fache eines Monatsnettos. Alles darüber hinaus wird langfristig weggelegt. Das kann entweder automatisch passieren („Überschusssparen“) oder du musst regelmäßig selber nach den Beträgen gucken. Das Schöne an diesem System ist, dass immer als erstes Deine Reserve aufgefüllt wird. Du sparst erst langfristig, wenn Du kurzfristig genug Mittel dafür hast.

 

Optionen

Von den staatlich besonders geförderten Varianten fällt die betriebliche Altersvorsorge naturgemäß für die meisten Selbständigen weg. Diese lukrative Option besteht lediglich bei Geschäftsführern einer Kapitalgesellschaft. „Riestern“ kommt nur für in der Deutschen Rentenversicherung  versicherte Personen in Frage. Neben den Möglichkeiten für den allgemeinen Vermögensaufbau wie Aktiendepot, Immobilie oder Festgeld kommen im Grunde nur zwei Vorsorgeformen für alle Selbständigen in Frage: die Basis-Rente und die private Rentenversicherung.

1. Basis- oder Rürup-Rente

Bei der Basis-Rente dürfen die eingezahlten Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Stattdessen muss die ausgezahlte Rente versteuert („nachgelagerte Besteuerung“) werden. Den Anspruch auf die Förderung hat jeder Bürger, Selbständige profitieren aber besonders: Da viele von Ihnen keine Beiträge in die DRV zahlen, können diese die Höchstbeiträge voll ausschöpfen. Gerade bei Einmalanlagen und hohen Zuzahlungen macht das Sinn, denn der Höchstbetrag von 22.766 € (Stand 2016) lässt da durchaus etwas zu. Zum Jahreswechsel kann man also in kurzer Zeit über 44.000 € steuerbegünstigt für die Rente anlegen.

Zudem sind die Bestände in der Basis-Rente vor dem Zugriff von außen geschützt. Auch im Falle von privater Insolvenz oder Sozialhilfebezug wird das hier geparkte Guthaben nicht angefasst. Nicht, bevor man es selber ab dem 62. Lebensjahr entnehmen kann.

  • Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden? Ja. Sparer können maximal 22.766 € (Stand 2016) jährlich in eine Basis-Rente einzahlen. Diese Summe wird um die in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlten Beiträge reduziert. Im Jahr 2016 können 82% dieses Betrags von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Prozentsatz steigt regelmäßig bis zum Jahr 2025, wo dann 100% möglich sein werden.
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Während der Ansparphase sind Gewinne steuerfrei.
  • Wie werden die Auszahlungen besteuert? Aktuell mit 72% des persönlichen Steuersatzes. Auch dieser Wert steigt jährlich und wird 2040 volle 100% des persönlichen Steuersatzes erreichen. Entscheidend für die Besteuerung ist das Jahr des Auszahlungsbeginns. Das Guthaben muss lebenslang verrentet werden.
  • Kann der Vertrag frei übertragen/vererbt werden? Das Guthaben des Vertrags ist an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbbar.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Nein. Dafür ist das Guthaben im Fall von Privatinsolvenz oder Hartz IV vor Gläubigern geschützt.

 

2. Private Rente

Bei der privaten Rente wird nur ein Anteil der Rente im Alter mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, bei dem normalen Renteneintritt mit 67 sind das 17% der Rente. Für Selbständige, die erst mal Ihre eigene Altersvorsorge aufbauen müssen, ist die Steuerbelastung für die aufzubauende Grundrente im Schnitt erst mal recht niedrig. Die Steuerreduzierung im Alter wird für Selbständige mit geringen Alterseinkünften also eher wenig bringen. Außerdem müssen die Beiträge wie gewohnt aus dem Netto gezahlt werden. Ggf. ergibt sich steuerlich hier also sogar ein Minusgeschäft. Zudem sind die Guthaben vor einem Zugriff von außen nicht viel besser geschützt als alle anderen Vermögensgegenstände auch.

  • Wer darf sparen? Alle
  • Können die Einzahlungen von der Steuer abgesetzt werden? Nein
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Sind in dieser Versicherung steuerfrei
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Nur zum so genannten Ertragsanteil. Wer die Rente mit 67 Jahren beginnt, muss 17% davon versteuern. Wer sich Einmalbeträge auszahlen lässt, muss diese zur Hälfte versteuern. Es gilt jeweils der persönliche Steuersatz.
  • Kann der Vertrag frei vererbt/übertragen werden? Ja
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Ja, beides. Achtung: Das bedeutet, dass der Vertrag im Fall von Hartz IV eventuell aufgelöst oder verkauft werden muss.

 

3. Für alle DRV-Zwangsversicherten: Riester

Wer in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt ist auch „riesterfähig“. Die Förderung lockt mit direkten staatlichen Zuschüssen („Zulagen“) für Einzahler und deren Kindern. Auch dürfen die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden und werden erst in der Rente besteuert. Auf Grund der im Alter zu erwartenden niedrigen Renten kann sich das lohnen. Neben der Riester-Rentenversicherung gibt es auch geförderte Fondssparpläne, Banksparpläne und – fürs Eigenheim – Darlehen. Mehr dazu hier. Generell gilt: je jünger der Einzahlende, desto mehr lohnt sich ein Riesterfondssparplan mit Anlage in kostengünstigen ETFs.

  • Sind die Einzahlungen steuerfrei? Ja, bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr pro berechtigtem Sparer.
  • Sind die Anlagegewinne steuerpflichtig? Nein, dafür wird die Auszahlung besteuert. Zudem muss das Geld so angelegt werden, dass mindestens die eingezahlten Beiträge garantiert wieder ausgezahlt werden können.
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Die Rente wird voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. 30 Prozent des Guthabens lassen sich als Einmalauszahlung auszahlen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, laufende Darlehen auf ein Eigenheim mit der Auszahlung zu Rentenbeginn abzulösen.
  • Kann der Vertrag frei übertragen werden? Nur an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Eingeschränkt. Wer das Geld vor Rentenbeginn entnimmt und nicht in ein Eigenheim investiert, muss die erhaltene Förderung zurückzahlen. Als Alternative kann gegen Gebühr das Guthaben in einen anderen Riester-Vertrag übertragen werden. Im Falle von Hartz IV oder einer Privatinsolvenz ist das Guthaben vor Gläubigern geschützt.

KLAR+ Fazit: Selbständige haben es bei der Altersvorsorge besonders schwer. Die Rente muss alleine ohne Hilfe eines Arbeitgebers angespart werden, es gibt nur wenige Fördermöglichkeiten und dann ist das Risiko einer Insolvenz auch noch besonders hoch. Die Basis-Rente bietet zumindest Förderung und Schutz vor Zugriff nach Insolvenz, kein Wunder, dass sie oft als einzige Form der Vorsorge für Selbständige angesehen wird. Für in der DRV zwangsversicherte gibt es immerhin noch die Option der Riesterförderung, die noch ein bisschen stärker als die Basis-Rente gefördert wird.

 

Image courtsey of stockimages on freedigitalphotos.net

Finanzen für Azubis und Studenten

No Comments

ID-100341000
Immer eins nach dem anderen: Die Top 6 Punkte für #Studenten und #Azubis bei den Privaten #Finanzen
Click To Tweet

Dieser Blogpost richtet sich direkt an Azubis und Studenten: Was sollen sie mit Ihren ersten Überschüssen am Monatsende anfangen? KLAR+ erklärt die Reihenfolge, an die sie sich bei der Finanzplanung halten sollten. Wir halten uns dabei an die Empfehlungen der DIN (Deutsche Gesellschaft für Normung).

1. Grundabsicherung

Bei Versicherungen heißt es häufig, man solle vorsichtig sein, sich nicht überversichern. Trotzdem gibt es einige wenige Absicherungen die so wichtig sind, dass Du möglichst früh und noch vor dem Sparen mit Ihnen anfangen musst. Sie bilden die Basis für Deine individuellen Ziele. Wenn Du näheres zu den hier aufgeführten Versicherungen wissen willst, z.B. welche Kriterien die Bedingungen erfüllen sollten und was Sie so ca. kosten dürfen, schau in unsere Software.

1.1. Privathaftpflicht

Haftpflichtschäden sind schnell passiert: eine unbedachte Bewegung, und schon kannst Du jemanden anderes einen großen Schaden zugefügt haben. Besonders schlimm sind dabei Fälle, bei denen Personen dauerhaft Schäden davontragen.
Als Auszubildender oder Student bist Du häufig über die Privathaftpflicht Deiner Eltern gegen diese Schäden mit versichert. Voraussetzung dafür ist, dass Deine Eltern einen Familientarif in Ihrer Privathaftpflicht haben. Dann bist Du solange versichert, wie Du bei Deinen Eltern wohnst und Dich noch in der ersten Ausbildung befindest bzw. nicht älter als 25 bist. „Erste Ausbildung“ kann auch ein Studium nach einer Ausbildung bedeuten, z.B. ein BWL-Studium nach einer Lehre zum Bankkaufmann. Dann zählt auch das BWL-Studium zur ersten Ausbildung. Wenn Du allerdings das Berufsbild wechselt, also z.B. Architektur nach dem Bankkaufmann studierst, befindest Du Dich schon in der zweiten Ausbildung und bist damit nicht versichert. Spätestens mit Deinem ersten Master musst Du hier was tun und als erstes eine Privathaftpflichtversicherung abschließen.

1.2. Krankenversicherung

Als Auszubildender bist Du pflichtversichert, auch als Student hast Du Dich schon für eine Krankenversicherung entschieden. Das passt erst mal, der Bedarf ist gedeckt.

1.3. Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die letzte unbedingt notwendige Versicherung. Sie sichert das ab, in was Du gerade unheimlich viel investierst: Deine Arbeitskraft. Du investierst gerade in Deine Ausbildung um später damit ein gutes Einkommen zu erzielen. Das sind über die nächsten 40 Jahre insgesamt schnell zwischen 2 – 8 Mio. € Geldwert! Falls Du irgendwann nicht mehr arbeiten kannst und nicht dagegen abgesichert bist, ist Deine finanzielle Situation komplett im Eimer. Daher empfehlen alle Experten – „sogar“ die Verbraucherschützer – unbedingt einen Abschluss einer BU.
Leider musst Du dazu gesund sein. Denn bei Abschluss wird Dein Gesundheitszustand abgefragt. Wenn dann schon Kleinigkeiten vorgefallen und Du deswegen beim Arzt warst – z.B. nicht näher definierte Rückenschmerzen oder Prüfungsangst – ist das für die Versicherung ganz schnell ein Riesenthema – sie vermutet z.B. ein aufziehenden Bandscheibenvorfall oder eine psychische Instabilität. Damit bist Du raus und kannst Dich nicht mehr (komplett) versichern.
Daher solltest Du Dich heute versichern, solange Du jung und gesund bist. Wenn Du die Versicherung erst mal hast, sind neue Krankheiten egal. Die Versicherung muss bis zum Ende Deiner Lebensarbeitszeit, also bis 65 o. 67 abgeschlossen. Versichert wird Dein angestrebter Beruf bzw. Deine Ausbildung und Dein derzeitiges Einkommen. Das ist zwar für den Moment eigentlich zu viel, aber Du schließt die Versicherung ja ab, um einen Fuß in der Tür, also die Gesundheitsprüfung hinter Dir, zu haben. Später kannst Du dann die Rente mittels Dynamiken und Erhöhungen zu objektiven Ereignissen (z.B. Heirat, Kinder usw.) an Dein wachsendes Einkommen anpassen. Diese Option musst Du Dir möglichst früh sichern.

2. Sparen

Erst wenn Du die Absicherung erledigt hast, macht Sparen wirklich Sinn. Erst wenn die kurzfristigen Gefahren abgedeckt sind, kannst Du langfristig planen. Das gilt auch für die verschiedenen Themen der Geldanlage.

2.1. Dispo/Konsumkredite zurückzahlen

Dispo- oder Konsumkredite haben immer hohe Zinsen die auch noch garantiert von Dir zurückgefordert werden. Diese Kombination aus „Sicherheit“ und Zins bekommst Du in der Geldanlage – noch dazu nach Steuern – einfach nicht hin. Zahle daher die Kredite als Erstes zurück. So schnell wie möglich.

2.2. Liquiditätsreserve aufbauen*

Für den Anfang ist ein Nettogehalt als Notreserve in Ordnung. Diese dient dazu, dass Du nicht direkt wieder ins Minus rutscht, wenn etwas Unerwartetes passiert, z.B. Dein Auto kaputt geht. Wenn Du ein eher vorsichtiger Typ bist, kannst Du die Reserve auch erhöhen, mehr als 3 Nettogehälter sollten es aber meistens nicht sein. Es sei denn, Du weißt schon, dass da etwas Bestimmtes in den nächsten 1-2 Jahren auf Dich zu kommt: das kann z.B. Dein Auszug von zu Hause sein, ein Auslandsaufenthalt, die Bafög-Rückzahlung usw. Die dadurch zu erwartenden Beträge rechnest Du einfach auf Dein „Wunschpolster“ drauf.

2.3. andere Ziele, Altersvorsorge

Erst jetzt lohnt es sich, längerfristig zu sparen. Dabei ist erst mal egal, für welchen Zweck das ist. Wichtig ist, dass Du eine langfristige Investitionsform nutzen kannst mit einem Anlagehorizont von über 10 Jahren. Aktien sollten auf jeden Fall dabei sein, nur dann bekommst Du die notwendige Rendite hin. Wenn Du schon etwas für die Altersvorsorge tun willst, nimm die jährlichen Förderungen mit. Die gehen Dir sonst verloren. Achte aber darauf, flexibel zu bleiben. Du weißt nicht, wann Du nach der Ausbildung einen Job bekommst oder ob Du Dich noch mal beruflich neu orientierst. Daher sollten die Beiträge nicht zu hoch sein bzw. solltest Du Versicherungslösungen wegen der Kostenstruktur vorerst meiden.
Wenn Du planst, Angestellter zu bleiben und keinen Kammerberuf (Arzt, Anwalt, Architekt etc.) anstrebst, kannst Du z.B. schon mal die Riesterförderung durch einen Riesterfondssparplan mitnehmen. Du hast ein niedriges Einkommen und damit einen niedrigen Mindestbeitrag, da ist die Grundzulage 154 € im Jahr wahrscheinlich schon mal ein ordentlicher Zuschuss. Durch Deinen frühen Start kann der Zineszinseffekt hier gut wirken.
Für andere Sachen zu sparen wie z.B. ein Eigenheim oder so ist aber auch ok. Hauptsache, Du gewöhnst Dich schon mal ans Sparen. Denn wenn Du Dich erst mal ein gewisses Ausgabenniveau im Lebensstandard erreicht hat, ist es wahnsinnig schwer, das wieder zu senken. Welche Sparform für Dich und Dein Ziel am besten ist, rechnet Dir auch unsere KLAR+ Software aus.

KLAR+ Fazit: Mit diesen 6 Schritten bist Du auf jeden Fall erst mal gut aufgestellt. Fang oben an und setzte die Sachen um solange wie Dein Geld reicht. So kannst Du es schaffen, schon heute eine gute Grundlage für den Rest Deines finanziellen Lebens zu legen.

 

*Aus dem Prinzip „erst kurzfristig absichern um dann langfristig zu sparen“ weichen wir hier in der Reihenfolge von der DIN Spec ab.

Photo courtsey of nenetus on freedigitalphotos.net

DEN RICHTIGEN RIESTER HABEN

No Comments

ID-100362422
Riesterempfehlung: Je jünger, desto Fondssparplan.
Click To Tweet

Als meine Mutter vor kurzem die Idee hatte, in den letzten paar Jahren vor ihrer Rente noch „zu riestern“, habe ich sie mit einer klaren Empfehlung zur Bank geschickt: Schließe keine Rentenversicherung ab, sondern lieber einen Banksparplan. Da bekommst Du noch ein paar Jahre lang die Riester-Förderung, und Deine Bank behält so gut wie keine Gebühren ein. Bei der Bank, so erzählte sie später, hätte sie trotzdem fast einen Riester-Bausparvertrag unterschrieben. Ein Produkt, das für ihre Lebenssituation absolut unpassend gewesen wäre – für die Bank aber deutlich lukrativer.

So geht es in Deutschland vielen Sparern: Sie wollen fürs Alter vorsorgen und dabei die staatlichen Riester-Vergünstigungen mitnehmen. Aber um wirklich das Meiste aus der Förderung herauszuholen, reicht es nicht, irgendeinen Riester-Vertrag zu unterschreiben. Damit nicht die Bank, sondern wirklich Du am meisten von den staatlichen Zuschüssen profitierst, solltest Du zumindest diese vier Riester-Arten grundsätzlich unterscheiden können.

1. Die Riester-Rentenversicherung

Wie diese Infografik des Arbeitsministeriums uns zeigt, ist die Riester-Versicherung das mit Abstand beliebteste Produkt bei Riester-Sparern. Oder doch bei den Beratern? Zumindest wir bei KLAR+ kennen eigentlich kaum eine Situation, in der wir nicht eine andere Riester-Variante empfehlen würden. Zwar garantiert diese Riester-Art eine Mindest-Rendite, diese ist allerdings sehr klein und wird zusätzlich noch durch überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten geschmälert. Hinzu kommt, dass die Verträge in der Regel gezillmert sind (Link). Dadurch fallen die Kosten schon sehr früh während der Vertragslaufzeit an, was einen späteren Wechsel in eine andere Vorsorgeart vergleichsweise teuer macht.

2. Der Riester-Fondssparplan

Hier wird Dein Geld regelmäßig in Investmentfonds angelegt. Der Vorteil ist, dass Deine Aktienquote im Vergleich zur klassischen Rente höher ist und damit die Chance auf eine höhere Rendite. Eine Beitragsgarantie gibt es auch hier. Achte darauf, keinen gezillmerten Vertrag auszuwählen. Noch mehr Gebühren sparen kannst Du, wenn Du in ETFs anlegst. Was das heißt, haben wir in diesem Blogpost schon erklärt.

Fondssparpläne lohnen sich vor allem dann, wenn Dein Riester-Vertrag noch fünf Jahre oder länger läuft. Bei kürzeren Laufzeiten ist es eventuell sinnvoller, eine Alternative mit geringerem Aktienanteil zu wählen.

3. Der Riester-Banksparplan

Eigentlich die simpelste Riester-Form, trotzdem ist sie die am wenigsten populäre. Unter dem Strich wird Dein Geld einfach wie ganz normales Festgeld angelegt, also auf einem Konto mit einem festen Zins. Gegen den Banksparplan spricht, dass der Festzins meist sehr niedrig ist. Dafür spricht aber, dass er so gut wie keine Gebühren kostet. Besonders, wer sehr kurzfristig anlegen möchte, ist hier also gar nicht so schlecht bedient. Wer kurz vor der Rente steht und noch keinen Riester-Vertrag hat, kann zum Beispiel einen Banksparplan abschließen und nur so viel dort einzahlen, dass er gerade so die maximale Riester-Förderung erhält. Dann sammelst Du zwar keine große Rendite ein, kannst aber die staatlichen Zuschüsse fast ohne weitere Gebühren mitnehmen.

4. Der Wohn-Riester

Zunächst: Eigentlich gibt es nicht nur eine einzige Art des Wohn-Riester, sondern verschiedene varianten. Die üblichsten sind, dass Dein Bausparvertrag oder die Rückzahlung deines Immobilienkredits gefördert werden. Eigentlich eine gute Idee. Trotzdem ist der Wohn-Riester unserer Meinung nach weniger sexy, als viele ihn finden. Das hat mehrere Gründe:

– Du kannst die geförderte Immobilie nicht vermieten

– Die steuerfreie Förderung muss während der Rente versteuert werden. Der Wohn-Riester erhöht also Deine Steuerlast, wenn Du mal in Rente gehst. Dafür musst Du vorsorgen, was viele Sparer gerne mal vergessen oder vor sich herschieben.

– Sowohl ein Riester-Bausparvertrag als auch ein Riester-Darlehen laufen meistens nicht bis zur Rente. Du musst also anschließend noch einmal einen komplett neuen (Spar-)Vertrag abschließen, wenn Du weiter von der staatlichen Förderung profitieren möchtest.

– Speziell bei Riester-Darlehen ist die Konkurrenz am Markt nicht so hoch, die Zinsen also meistens etwas höher – was schlecht ist für den Kunden.

Das KLAR+ Fazit: Vor allem für junge Kunden lohnt sich fast immer ein Fondssparplan ohne Versicherungen am meisten. Noch besser ist es, wenn dort auch ETFs bespart werden können. Der Wohn-Riester ist zwar eigentlich eine gute Sache, zwingt jedoch dazu, sich nach dessen Ablauf noch einmal neu umzuschauen. Außerdem ist es oft schwieriger, ein Riester-Darlehen zu gleich guten Konditionen zu bekommen wie ein  normales.

 

 

Photo courtsey of stockimage on freedigitalphotos.net

FONDSBASIERTE RIESTER-VERSICHERUNGEN: MIT EINEM ANRUF TAUSENDE EURO SPAREN

No Comments

Mit einem Artikel auf Spiegel Online hat der Verbraucherjournalist Hermann-Josef Tenhagen für einigen Wirbel gesorgt. Während Portale wie Boerse.ARD und Versicherungsbote ihm nun vorwerfen, dort ein Riester-Startup zu sehr gelobt zu haben, wollen wir bei Klar+ den konstruktiven Weg wählen und uns um den wohl absolut unstrittigen Teil von Tenhagens Artikel kümmern – und darum, wie Riester-Sparer ihn vielleicht nutzen können.

In der Klar+ Beispielrechnung kannst Du mit der Umstellung auf ETFs mehr als 12.000 Euro sparen.

In der Klar+ Beispielrechnung kannst Du mit der Umstellung auf ETFs mehr als 12.000 Euro sparen.

Denn was er völlig zu Recht kritisiert, sind die hohen Gebühren, die in fast jeder Form des Riester-Vertrags stecken. Am meisten in der Kritik stehen dabei die so genannten Fondsgebundenen Rentenversicherungen. Denn die kassieren doppelt: Einmal bezahlst Du eine jährliche Gebühr für den so genannten „Versicherungsmantel“, also für das Produkt selbst. Dazu kommen aber noch weitere Gebühren, und zwar die Verwaltungsgebühren für die einzelnen Fonds, in die diese Versicherung wiederum investiert. Bei Aktienfonds sind diese Verwaltungsgebühren besonders hoch, in der Regel rund 1,5 Prozent der dort angelegten Summe pro Jahr.

Dabei geht es viel billiger, mit so genannten ETFs. Die Abkürzung steht für „Exchange Traded Fund“, was frei übersetzt „börsengehandelter Fonds“ bedeutet. ETFs haben keinen Fondsmanager sondern folgen einfach einem Index, zum Beispiel dem DAX. Dafür kosten sie nur einen Bruchteil der Verwaltungsgebühren. Und Langzeitstudien haben gezeigt, dass sowieso nur ein Bruchteil der Fondsmanager auf lange Sicht besser abschneiden, als ihr Vergleichsindex. Du als Anleger kannst also eine Menge Gebühren sparen, wenn Du statt in den „Deutschland-Aktienfonds“ Deiner Bank einfach in einen DAX-ETF investierst.

Alte Verträge umschichten

Was das alles mit Riester zu tun hat? Viele alte Verträge für Fondsgebundene Riester-Versicherungen wurden vor vielen Jahren abgeschlossen, ohne die Möglichkeit, das dort angelegte Geld in ETFs zu stecken. Bei vielen neuen Versicherungsverträgen gibt es diese Möglichkeit jedoch. Und deshalb fangen die Gesellschaften nun langsam an, auch für die Altverträge eine Umschichtung zu ermöglichen. Und hier kommst Du ins Spiel. Ein kurzer Anruf beim Riester-Anbieter und der einfache Satz: „Kann ich den Fonds-Anteil meiner Versicherung auch in ETFs umschichten“ können Dir viele tausend Euro sparen.

Wie viel genau es sein kann, haben wir mal beispielhaft ausgerechnet. Mal angenommen, Du hast einen Vertrag, in dem inzwischen bereits 20.000 Euro angespart sind, und in den Du jedes Jahr weitere 2.100 Euro einzahlst. Von all diesem Geld werden 30 Prozent in Aktien angelegt. Wenn ab 2016 der Aktienanteil des Riester-Vertrags jedes Jahr nur noch 0,3 Prozent statt 1,5 Prozent gebühren kostet, sind die Ersparnisse gewaltig. In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass der Vertrag noch bis Ende 2040 läuft. Wenn das Aktien-Portfolio in dieser Zeit eine durchschnittliche Rendite von 6,9 Prozent abwirft, beträgt die Ersparnis stolze 12.547 Euro. Und selbst bei einer durchschnittlichen Rendite von 4,9 Prozent ist die Ersparnis immer noch 8.433 Euro.

Ein Grund für diese hohen Zahlen ist der Zinseszins-Effekt. Du sparst nicht nur jedes Jahr Gebühren, Du kannst das gesparte Geld auch noch zusätzlich anlegen. Im Laufe der Jahre vermehrt es sich immer weiter und der gesparte Betrag wächst auch durch die Zinsen, die er erwirtschaftet.

Ob die Umschichtung so funktioniert und wie viel Ersparnis die Anlage in ETFs wirklich bringt, hängt von Deinem Versicherungsvertrag ab und davon, wann er geschlossen wurde. Grundsätzlich können solche Veränderungen nur mit Verträgen gemacht werden, die 2005 oder später abgeschlossen wurden. Wenn Du jedoch eine Fondsgebundene Riester-Versicherung besitzt, die nicht in ETFs investiert, solltest Du vielleicht zum Hörer greifen. Der Kurze Anruf kann Dir auf lange Sicht viel Geld bringen.