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Kosten von Renten- und Lebensversicherungen

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#Kosten bei #Rentenversicherungen - wie kann ich bei #Riester, #Rürup und Co. viel Geld sparen?
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Welche Kosten gibt es bei (fondsgebundenen) Renten- und Lebensversicherung, also auch bei Riester, Rürup und Co.? Im neuen Format klärt Alexander auf, welche Kosten anfallen und wie man sie zumindest teilweise umgehen kann. Viel Spass beim zuschauen!

Transkript: Kosten von Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Hallo, hier ist wieder Alexander von KLAR+, Private Finanzen Ganz einfach. Heute mit dem Thema, Kosten von Renten- und Lebensversicherungen. Wo kommen die Kosten her? Wie hoch sind sie? Wie beeinflussen sie dein Ergebnis und wie wirst Du sie los? Wie kannst Du, wenn du den Vertrag richtig beeinflusst und abschliesst über 100.000 € sparen bei den richtigen Verträgen. Das alles sage ich Dir – Informationen, die Du normalerweise von Deinem Versicherungsvermittler nicht bekommst.

Lass uns Anfang. Es handelt sich um einen Sparvertrag, da legt jemand Geld an, also gibt es Geldanlagekosten. Die Kosten können an eine Geldanlagegesellschaft weitergereicht werden oder bei der Versicherung verbleiben, je nachdem was für ein Vehikel gewählt wird, sind die Kosten unterschiedlich. Die günstigsten Vehikel sind die ETFs, Exchange Traded Funds, die mit 0,1% Kosten verursachen. Die teuersten Varianten sind wahrscheinlich Vermögensverwaltungen, die in manchen Versicherungen als Voreinstellung als erstes empfohlen werden, und leider ist es so, dass die teuren Vermögensverwaltungen eher ein schlechteres Ergebnis als die ETFs erreichen. Deswegen ist hier eine Stellschraube für die Kosten. Wir rechnen jetzt erst Mal mit 1,5% Kostensatz, dass ist auch das, was ein normaler Aktienfonds eben im Schnitt kostet.

Der zweite Kostenpunkt den wir haben, ist der Kostenpunkt, der auf jeden Fall bei der Versicherung bleibt, nämlich die Mantelkosten. Das sind die Kosten für die Leute die den Versicherungsvertrag berechnet haben aber auch der zweite Teil für die Vertriebler, die ihn Dir vermittelt haben, damit die am Telefon bleiben, wenn Du anrufst. Das sind ungefähr 0,7% die hier jährlich abgezogen werden. Normalerweise ist das aufgeteilt in einen fixen und einen variablen Anteil, wie bleiben jetzt bei dem variablen Anteil, das Ergebnis ist im Endeffekt dasselbe.

Und dann haben wir das noch die Vertriebskosten. Das sind die Kosten, die am meisten diskutiert wurden. Das ist die Provision für den Vermittler und in der Vergangenheit war das sehr viel, dass konnten bis zu 7% der Beitragssumme sein. Das ist jetzt reduziert worden, auch auf Druck vom Gesetzgeber auf einen Satz von 2,5% der Beitragssumme. Beitragssumme, was das ist erkläre ich gleich. Wichtig ist auch, dass diese Kosten am Anfang der Vertragslaufzeit abgezogen werden.

Wie wirkt sich das jetzt konkret aus? Das zeige ich Dir an einem Beispiel, nämlich an einem Vertrag der über 35 Jahre läuft, also ein Altersvorsorgevertrag. Und wir gehen jetzt mal davon aus, dass du da 250 € im Monat investierst. Das Ergebnis ändert sich dann entsprechend. Also, 250 €, 35 Jahre, das ist ein satter Altersvorsorgevertrag, aber das ungefähr die Summe von dem, was viele von uns sparen. Wenn wir jetzt langfristig sparen können wir auch mit vielen Aktien sparen, sollten wir auch mit vielen Aktien sparen, und kommen eben im Schnitt, wenn es normal läuft, ohne Kosten kämen wir auf 8% Performance, also auf 577.000 € Ablaufsumme. Das wäre das, was du rausbekommst, wenn es keine Kosten gäbe.

Nur gibt es die aber, wie wir gerade gesehen haben. Deswegen ziehen wir als erstes die  Geldanlagekosten ab. Wir kommen dann, bei einem Schnitt von 1,5% auf 6,5% und einem Ergebnis von 402.000 €. Das heißt hier gehen schon mal 175.000 € runter. Nächster Schritt, das sind die Mantelkosten, die Verwaltungs- und Bestandskosten der Versicherung, da sind wir dann noch bei 5,8%.  Und das Ergebnis liegt dann bei 341.000 €.  So und der letzte Kostenblock, die Vertriebskosten, da ist es eben so, dass die in den ersten 5 Jahren abgezogen werden. 2,5% der Beitragssumme das sind 250 € Beitrag im Monat, im Jahr sind das 3000 € über 35 Jahre sind das 105.000 € Beitragssumme. Davon 2,5% sind 2625 und die werden auf 5 Jahre verteilt. D.h. in den ersten fünf Jahren werden jedes Jahr über 500 € von Deinen Beiträgen abgezogen. D.h. Du zahlst 12 Monate ein, aber nur das Geld von 10 Monaten kommt an. Und das hat natürlich den Nachteil das die Verträge sich am Anfang nicht gut entwickeln und das hat den Nachteil, dass wenn ich dann hier an diesem Punkt bin, dass es sich dann überhaupt nicht mehr lohnt den Vertrag zu kündigen oder sonst irgendwas zu ändern. Wenn sich dann meine Lebenssituation verändert, wenn ich jetzt dann da aussteige, habe ich ein riesen Verlustgeschäft gemacht. Da ist das Problem an diesen frontgeladenen Vertriebskosten. Wenn die dann erst mal beglichen sind, dann erledigt sich das, und der Vertrag läuft dann im Grunde mit der selben Performance und der Vertrag kommt dann auf eine Gesamtsumme von 324.000 €, so ja, durch die 2,5% der Beitragssumme. 324.000 € also von 577.000 € auf 324.000 € das sind die Auswirkungen der Kosten die da insgesamt abgezogen werden und das ist schon satt, das was an den verschiedenen Quellen eben in der Geldanlage, der Versicherung hängen bleibt.

Gut. Was kannst Du jetzt dagegen machen. Du kannst vor allem, und das geht eben auch bei bestehenden Verträgen, die Geldanlagekosten reduzieren. Hier die 175.000 € in dem Beispiel, die kannst Du eben minimieren in dem Du eben in die kostengünstigeren aber genauso erfolgreichen ETFs umschichtest, so dass Du hier schon mal wesentlich mehr herausbekommst. Wenn Du neue Verträge abschließt kannst Du natürlich darauf achten, dass es keine Vertriebskosten gibt, durch Direktversicherungen,  dass es möglichst Verwaltungskosten, Mantelkosten durch provisionfreie Versicherungen.  Die gibt es mittlerweile alle im Internet und das rate ich Dir ganz klar.

Die Frage ist, wieso solltest Du überhaupt Versicherungen abschliessen, was ist das besondere an Renten- und Lebensversicherungen. Das besondere an Rentenversicherungen ist, dass sie an vielen Stellen steuerlich gefördert werden. Riester-Rente, Basis-Rente, betriebliche Altersvorsorge. Das sind alles Rentenversicherungen die eben steuerlich oder anderweitig geförderte werden, weswegen es sich dann doch lohnt, sie abzuschliessen. Ob das für dich gilt, das kannst Du Dir ausrechnen, mit unserem Rechner, der KLAR+-Rechner, den findest Du auf der klarplus.com-Website. Du kannst Dir auch das Video zur nachgelagerten Besteuerung angucken, was Du hier auf dem Kanal findest, und da wirst Du heraufinden ob diese Form mit der staatlichen Förderung für Dich günstiger ist oder ob Du andere Formen der Geldanlage für Dich wählen solltest.

In der Zwischenzeit „like“ uns auf Facebook, abonniert den Kanal hier und dann sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

Rürup Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung – eine sinnvolle Kombination?

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#Rürup Rente + #BU bringt finanzielle Vorteile. Aber brauche ich eine #Rürup-Rente?
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Wenn Du Dich schon einmal zum Thema Berufsunfähigkeit hast beraten lassen, hast Du ihn wahrscheinlich schon einmal gehört: Den Vorschlag, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit einer Rürup Rente zu kombinieren. Das soll vor allem Ersparnisse bei der Steuer bringen. Aber sind es diese Ersparnisse wert, sich für fast sein gesamtes Erwerbsleben auf eine Vertragskombination festzuschreiben? KLAR+ geht der Sache auf den Grund.

 

1. Das System – wie funktioniert die Koppelung?

Die Beiträge zu einer Rürup- oder Basis-Rente kann grundsätzlich jeder Steuerzahler in Deutschland von der Steuer absetzen. Dasselbe gilt für Beiträge zu Zusatzversicherungen. Die Grundidee besteht also darin, die BU nicht alleine, sondern im selben Vertrag wie die Basis-Rente abzuschließen. Dann können die Beiträge zur BU auch steuerlich abgesetzt werden. Einfacher gesagt: Eigentlich möchtest Du nur eine günstige BU, für einen Steuervorteil kaufst Du aber noch eine Rürup-Rente mit ein.

 

2. Nachteile

Allerdings musst Du damit auch andere Nachteile akzeptieren:

Die Rürup- oder Basis-Rente kann eine gute Altersvorsorge sein. Andere Varianten wie Riester-Fondssparplan oder eine Direktversicherung als Betriebliche Altersvorsorge sind aber meistens lukrativer und flexibler. Schöpfst Du diese Möglichkeiten schon jetzt aus oder willst das in Zukunft zusätzlich tun? Dann überprüfe zum Beispiel mit Hilfe von KLAR+, ob diese Varianten nicht günstiger für Dich wären.

Zudem musst Du die Basis-Rente auch bezahlen. Da der Beitrag hier mindestens so hoch sein muss wie zur BU-Versicherung selbst, ist es auch nicht mit einem Mindestbeitrag getan. Deine Liquiditätsbelastung ist also erst mal – vor Steuern – ca. doppelt so hoch.

Das ist gerade für die Hauptadressaten der Basis-Rente, die Selbständigen, besonders schwierig. Regelmäßige Zahlungsverpflichtungen sind  bei einem stark schwankenden Einkommen besonders unangenehm. Aber auch für Angestellte ist die doppelte Liquiditätsbelastung in Notsituationen kritisch. Als Arbeitsloser willst Du zumindest vorrübergehend möglichst wenig monatliche Belastung haben.

Deine BU solltest Du trotzdem nicht kündigen, da mit einem Neustart ein höherer Beitrag und vor allem eine erneute Gesundheitsprüfung mit ungewissem Ausgang verbundene wäre. Zwar bieten hier viele Versicherer einen Wechsel in eine eigenständige BU ohne Gesundheitsprüfung an, der Beitrag müsste trotzdem neu kalkuliert werden und wäre je nach Alter teilweise massiv teurer. Es muss Dir also möglich sein, auch während einer langen Phase mit niedrigem Einkommen Deine Basis-Rente und BU beide weiter zu bezahlen.

Die BU-Rente wird anders besteuert. Ein BU ohne Rürup wird nur teilweise besteuert, zudem sinkt die Besteuerung mit zunehmendem Alter. In Verbindung mit der Rürup-Rente wird dagegen ein großer Anteil der BU-Rente versteuert, der mit zunehmendem Alter auch nur steigt. Die meisten Berufsunfähigkeitsfälle ereignen sich aber natürlich erst später im Berufsleben, daher ist diese Steuerregelung eher schlecht für Dich.

 

3. Vorteile

Demgegenüber steht wie schon erwähnt der Steuervorteil. Der ist natürlich für jeden unterschiedlich. Nehmen wir ein Beispiel: eine junger Mann startet mit 24 seinen ersten Job, verdient 45.000  Euro pro Jahr brutto und möchte dementsprechend im Falle der BU ca. 1750 Euro pro Monat netto Absicherung haben. Würde er mit 55 Jahren berufsunfähig, wäre zwar eine Rente aus einer BU ohne zusätzlichen Rürup-Vertrag praktisch steuerfrei.  Im Fall BU mit Rürup müsste die Auszahlung hingegen versteuert werden. Das bedeutet, dass der Versicherte fast 2000 Euro im Monat absichern müsste, damit er netto 1750 Euro bekommt.

Trotzdem: In diesem Beispiel ist der Beitrag für die BU nach Steuern im Schnitt über die Laufzeit immer noch günstiger, als bei einer allein stehenden Versicherung. Und zwar um rund 20 Euro pro Monat – bei einem Versicherungspreis von rund 60 Euro pro Monat ist das ein gewaltiger Unterschied.

Wenn Du es genauer wissen will, kannst Du die verschiedenen Varianten für Dich selber auch mit dem angehängten Rechner ausprobieren. Einige Daten beruhen auf Rundungen bzw. auf Durchschnittsbildung, daher sind die Angaben ohne Gewähr. Eine Steuerberatung kann der Rechner also nicht ersetzen. Trotzdem: auf Basis der zu Grunde liegenden realistischen Annahmen ergibt sich ein wesentlicher und stabiler Kostenvorteil für praktisch alle Szenarien.

 

KLAR+ Fazit:

Auch wenn die BU-Rente anders besteuert wird: Die Variante „Basis-Rente + BU“ bringt wesentliche und stabile finanzielle Vorteile. Je höher das Einkommen, desto stärker, aber grundsätzlich für jeden. Die Frage muss für Dich daher eher lauten: Was bringt mir die Basis-Rente für Nachteile und will ich diese akzeptieren?

  • Je höher der Bedarf nach einer Basis-Rente, desto eher ist diese Kombination zu empfehlen. Besonders für Menschen mit höherem Absicherungsbedarf wie Selbständige und Angestellte mit Einkommen jenseits der Beitragsbemessungsgrenze zur DRV ist die Basis-Rente und damit die Kombination interessant.
  • Je besser die Ausbildung, umso geringer ist das Risiko von längerer Arbeitslosigkeit und damit verbundenen Liquiditätsengpässen. Beruflich flexiblen Menschen und Akademikern kann die Kombination auch aus dieser Hinsicht empfohlen werden.

Hast Du schon eine BU abgeschlossen und Dich für eine Variante entschieden? Welche Möglichkeit ist für Dich attraktiver?

BU – mit oder ohne Rürup

 

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Altersvorsorge für Selbständige

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Das Reserve Konto ist für #Selbständige der Königsweg in der #Altersvorsorge
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Private Altersvorsorge ist für viel Selbständige noch wichtiger als für Angestellte und Beamten, denn im allgemeinen haben Selbständige ja keine verpflichtende Absicherung. Allerdings muss hier unterschieden werden, denn das gilt bei weitem nicht für alle Berufe. Folgende Berufe müssen z.B. auch als Selbständige in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen:

  • Handwerker
  • Lehrkräfte und Erzieher
  • Pflegepersonen und Hebammen
  • Seelotsen und Küstenfischer
  • Künstler, Publizisten, Journalisten und Autoren
  • Selbständige mit einem Auftraggeber

Selbständige Mitglieder dieser Beruf müssen den vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen – und zwar allein (Ausnahme: Künstlersozialkasse). Ohne die Arbeitgeberbeteiligung kommt der volle Beitrag von derzeit 18,7% des Einkommens auf den Versicherten zu. Die Belastung ist also im Vergleich doppelt so hoch. Bei der Rendite auf die Einzahlungen kann die Deutsche Rentenversicherung gerade bei jüngeren Einzahlern daher nicht mit den Lösungen aus der Privatwirtschaft mithalten. Viele Zwangsversicherte fühlen sich daher in der Deutschen Rentenversicherung regelrecht gefangen.

Besser ist die Situation für die Kammerberufe. Deren Mitglieder dürfen anstatt in die Deutsche Rentenversicherung in ein eigenes Versorgungswerk einzahlen – zumindest noch. Dies betrifft z.B. Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten und Psychotherapeuten. Insgesamt gibt es 89 Versorgungswerke in Deutschland. In so gut wie allen ist die Rente höher als eine vergleichbare Rente aus der Deutschen Rentenversicherung.

 

Flexibilität und Spardisziplin

Für alle Selbständigen gilt: Auf Grund der schwankenden Einkommen ist Flexibilität in der Einzahlung umso wichtiger. Etwas, dass die Pflichtversicherungen nicht darstellen wollen oder können. Hier muss ein regelmäßiger Beitrag gezahlt werden, der auf Werten aus der Vergangenheit beruht. Dies kann bei stark schwankenden Einnahmen zu einer echten Belastung werden.

Die privaten Lösungen sind da viel flexibler. Wir empfehlen grundsätzlich, nur niedrige regelmäßige Sparraten abzuschließen und den größten Anteil der Altersvorsorge auf Basis von unregelmäßigen Zuzahlungen aufzubauen. Denn im Fall von allen Versicherungslösungen gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen jährlichen Zuzahlungen und einem jährlichen Beitrag.

  • Beim jährlichen Beitrag werden die Kosten für die gesamte Vertragslaufzeit direkt am Anfang von den ersten Beiträgen abgezogen (sog. Zillmerung). Die Kosten des Vertrages werden also als erstes gezahlt. Sollten dann während der Laufzeit der Vertrag reduziert werden, z.B. durch abgesenkte Beiträge, bleiben die gezahlten Gelder beim Versicherer. Der Versicherte hat also mehr Kosten als nötig gezahlt.
  • Bei jährlichen Zuzahlungen werden nur Kosten für die tatsächlich erfolgte Zuzahlung erhoben. So musst Du Kosten auch wirklich nur für die eingezahlten Beiträge bezahlen. Achte darauf, dass die Versicherungsgesellschaft für Zuzahlungen keinen Bearbeitungsgebühren nimmt.

 

Der Königsweg: das Reservekonto

Wie kann ich jetzt gewährleisten, dass ich trotz flexibler Einzahlung genug Spardisziplin aufbringe, um so viel wie möglich zu sparen? Wir empfehlen einen Trick: die Anlage eines zusätzlichen Kontos, dass speziell für die Rücklage und die Altersvorsorge vorgesehen ist. Grundsätzlich sollten Selbständige ja ohnehin 30% Ihres Einkommens direkt für die Steuer weglegen, am besten auf ein separates Tagesgeldkonto. Wir empfehlen, zusätzlich noch mal 20% auf ein weiteres Konto für die Altersvorsorge zu überweisen. Das Geld wird also direkt abgezweigt und steht nicht mehr so einfach für den Konsum zu Verfügung. Dort liegt es erst mal als „eiserne Reserve“.  Sollte es finanziell mal knapp werden, kann das Geld jederzeit wieder zurück überwiesen werden, um Deine Liquidität zu gewährleisten. Sobald der Kontostand dann einen Betrag erreicht hat, der weit höher als Dein definiertes Sicherheitspolster ist, wird der Überschuss dann in die Altersvorsorge überwiesen. Wir empfehlen das ca. 3-5 fache eines Monatsnettos. Alles darüber hinaus wird langfristig weggelegt. Das kann entweder automatisch passieren („Überschusssparen“) oder du musst regelmäßig selber nach den Beträgen gucken. Das Schöne an diesem System ist, dass immer als erstes Deine Reserve aufgefüllt wird. Du sparst erst langfristig, wenn Du kurzfristig genug Mittel dafür hast.

 

Optionen

Von den staatlich besonders geförderten Varianten fällt die betriebliche Altersvorsorge naturgemäß für die meisten Selbständigen weg. Diese lukrative Option besteht lediglich bei Geschäftsführern einer Kapitalgesellschaft. „Riestern“ kommt nur für in der Deutschen Rentenversicherung  versicherte Personen in Frage. Neben den Möglichkeiten für den allgemeinen Vermögensaufbau wie Aktiendepot, Immobilie oder Festgeld kommen im Grunde nur zwei Vorsorgeformen für alle Selbständigen in Frage: die Basis-Rente und die private Rentenversicherung.

1. Basis- oder Rürup-Rente

Bei der Basis-Rente dürfen die eingezahlten Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Stattdessen muss die ausgezahlte Rente versteuert („nachgelagerte Besteuerung“) werden. Den Anspruch auf die Förderung hat jeder Bürger, Selbständige profitieren aber besonders: Da viele von Ihnen keine Beiträge in die DRV zahlen, können diese die Höchstbeiträge voll ausschöpfen. Gerade bei Einmalanlagen und hohen Zuzahlungen macht das Sinn, denn der Höchstbetrag von 22.766 € (Stand 2016) lässt da durchaus etwas zu. Zum Jahreswechsel kann man also in kurzer Zeit über 44.000 € steuerbegünstigt für die Rente anlegen.

Zudem sind die Bestände in der Basis-Rente vor dem Zugriff von außen geschützt. Auch im Falle von privater Insolvenz oder Sozialhilfebezug wird das hier geparkte Guthaben nicht angefasst. Nicht, bevor man es selber ab dem 62. Lebensjahr entnehmen kann.

  • Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden? Ja. Sparer können maximal 22.766 € (Stand 2016) jährlich in eine Basis-Rente einzahlen. Diese Summe wird um die in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlten Beiträge reduziert. Im Jahr 2016 können 82% dieses Betrags von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Prozentsatz steigt regelmäßig bis zum Jahr 2025, wo dann 100% möglich sein werden.
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Während der Ansparphase sind Gewinne steuerfrei.
  • Wie werden die Auszahlungen besteuert? Aktuell mit 72% des persönlichen Steuersatzes. Auch dieser Wert steigt jährlich und wird 2040 volle 100% des persönlichen Steuersatzes erreichen. Entscheidend für die Besteuerung ist das Jahr des Auszahlungsbeginns. Das Guthaben muss lebenslang verrentet werden.
  • Kann der Vertrag frei übertragen/vererbt werden? Das Guthaben des Vertrags ist an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder vererbbar.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Nein. Dafür ist das Guthaben im Fall von Privatinsolvenz oder Hartz IV vor Gläubigern geschützt.

 

2. Private Rente

Bei der privaten Rente wird nur ein Anteil der Rente im Alter mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, bei dem normalen Renteneintritt mit 67 sind das 17% der Rente. Für Selbständige, die erst mal Ihre eigene Altersvorsorge aufbauen müssen, ist die Steuerbelastung für die aufzubauende Grundrente im Schnitt erst mal recht niedrig. Die Steuerreduzierung im Alter wird für Selbständige mit geringen Alterseinkünften also eher wenig bringen. Außerdem müssen die Beiträge wie gewohnt aus dem Netto gezahlt werden. Ggf. ergibt sich steuerlich hier also sogar ein Minusgeschäft. Zudem sind die Guthaben vor einem Zugriff von außen nicht viel besser geschützt als alle anderen Vermögensgegenstände auch.

  • Wer darf sparen? Alle
  • Können die Einzahlungen von der Steuer abgesetzt werden? Nein
  • Wie werden Anlagegewinne versteuert? Sind in dieser Versicherung steuerfrei
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Nur zum so genannten Ertragsanteil. Wer die Rente mit 67 Jahren beginnt, muss 17% davon versteuern. Wer sich Einmalbeträge auszahlen lässt, muss diese zur Hälfte versteuern. Es gilt jeweils der persönliche Steuersatz.
  • Kann der Vertrag frei vererbt/übertragen werden? Ja
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Ja, beides. Achtung: Das bedeutet, dass der Vertrag im Fall von Hartz IV eventuell aufgelöst oder verkauft werden muss.

 

3. Für alle DRV-Zwangsversicherten: Riester

Wer in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt ist auch „riesterfähig“. Die Förderung lockt mit direkten staatlichen Zuschüssen („Zulagen“) für Einzahler und deren Kindern. Auch dürfen die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden und werden erst in der Rente besteuert. Auf Grund der im Alter zu erwartenden niedrigen Renten kann sich das lohnen. Neben der Riester-Rentenversicherung gibt es auch geförderte Fondssparpläne, Banksparpläne und – fürs Eigenheim – Darlehen. Mehr dazu hier. Generell gilt: je jünger der Einzahlende, desto mehr lohnt sich ein Riesterfondssparplan mit Anlage in kostengünstigen ETFs.

  • Sind die Einzahlungen steuerfrei? Ja, bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr pro berechtigtem Sparer.
  • Sind die Anlagegewinne steuerpflichtig? Nein, dafür wird die Auszahlung besteuert. Zudem muss das Geld so angelegt werden, dass mindestens die eingezahlten Beiträge garantiert wieder ausgezahlt werden können.
  • Wie werden die Auszahlungen versteuert? Die Rente wird voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. 30 Prozent des Guthabens lassen sich als Einmalauszahlung auszahlen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, laufende Darlehen auf ein Eigenheim mit der Auszahlung zu Rentenbeginn abzulösen.
  • Kann der Vertrag frei übertragen werden? Nur an Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder.
  • Kann der Vertrag verkauft oder beliehen werden? Eingeschränkt. Wer das Geld vor Rentenbeginn entnimmt und nicht in ein Eigenheim investiert, muss die erhaltene Förderung zurückzahlen. Als Alternative kann gegen Gebühr das Guthaben in einen anderen Riester-Vertrag übertragen werden. Im Falle von Hartz IV oder einer Privatinsolvenz ist das Guthaben vor Gläubigern geschützt.

KLAR+ Fazit: Selbständige haben es bei der Altersvorsorge besonders schwer. Die Rente muss alleine ohne Hilfe eines Arbeitgebers angespart werden, es gibt nur wenige Fördermöglichkeiten und dann ist das Risiko einer Insolvenz auch noch besonders hoch. Die Basis-Rente bietet zumindest Förderung und Schutz vor Zugriff nach Insolvenz, kein Wunder, dass sie oft als einzige Form der Vorsorge für Selbständige angesehen wird. Für in der DRV zwangsversicherte gibt es immerhin noch die Option der Riesterförderung, die noch ein bisschen stärker als die Basis-Rente gefördert wird.

 

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