Unabhängiger Finanzberater – was heißt das überhaupt?

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Unabhängiger Finanzberater – was heißt das überhaupt?

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Unabhängiger #Finanzberater – was heißt das überhaupt?
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Unser Epilog zur Serie „Finde den perfekten Finanzberater“

Während wir hier unsere Reihe „in 11 Schritten zum perfekten Finanzberater“ veröffentlicht haben, sind wir häufiger darauf angesprochen worden, warum das Wort „unabhängig“ nicht in unserer Liste aufgetaucht ist. Das liegt daran, dass dieses Wort alles und nichts bedeuten kann. Wer sich unabhängiger Finanzberater nennt, muss deswegen noch lange nicht gut sein. Ein kleiner Exkurs: Was bedeutet Unabhängigkeit?

1. Unabhängigkeit zwischen Unternehmen

Das ist wahrscheinlich am leichtesten zu überprüfen. Wenn ein Unternehmen einem anderen gehört, dann ist davon auszugehen, dass es von dort auch beeinflusst wird. Das ist zum Beispiel beim Finanzvertrieb AWD passiert, der von der „Swiss Life“ übernommen wurde. Schon kurze Zeit später wurde aus „der unabhängige Finanzoptimierer“ die „Swiss Life Select“.

Schwieriger ist die Beurteilung von Minderheitsbeteiligungen. Was passiert, wenn ein einzelner Aktionär zum Beispiel 10 Prozent eines Finanzdienstleisters besitzt? Es besteht zumindest die Gefahr, dass der Rat der dort angestellten Makler beeinflusst sein könnte. Deshalb müssen diese Finanzberater noch im Erstgespräch auch schriftlich darauf hinweisen, wenn es entsprechende Aktionäre ihres Arbeitgebers gibt.

 

2. Unabhängigkeit vom Arbeitgeber

Wer als Finanzberater bei einem größeren Unternehmen angestellt ist – oder als freier Vertriebler für es arbeitet – kann auf zwei Arten abhängig sein.

Die einfachste Art ist das Verhältnis zwischen Angestelltem und Chef. Wenn das Unternehmen zum Beispiel gerade „Bausparwochen“ ausruft, müssen die Angestellten vornehmlich Bausparverträge verkaufen, und ihr Chef wird das überprüfen. Das gilt oft auch für Selbständige Makler und Vertreter: erwirtschaften diese nicht den vorgegebenen Umsatz, kann der Auftraggeber die Zusammenarbeit einstellen. Das gilt umso mehr, wenn auch das Unternehmen in den Berater investiert, z.B. in die Infrastruktur, in seine Ausbildung oder ähnliches. Auch hier ist der Finanzberater nur dann unabhängig in seiner Entscheidung, wenn er die Vorgaben vom Auftraggeber schon erfüllt hat.

Die zweite Art der Abhängigkeit ist die von Informationen. Denn auch Dein Finanzberater kann nicht alle Informationen, die er braucht, selbst recherchieren. Sein Auftrag- oder Arbeitgeber könnte also auch auf diese Weise Einfluss nehmen: Wünscht der Arbeitgeber z.B., dass ein gewisses Produkt stärker verkauft wird, kann er in den entsprechenden Schulungen die Vorzüge des Produkts in den Vordergrund stellen, obwohl sie vielleicht auch bei der Konkurrenz vorhanden sind. Im Endeffekt ist der Kunde hier also von den Angaben des Arbeit- oder Auftraggebers abhängig.

 

3. Unabhängigkeit von einem Anbieter

Eine weitere Abhängigkeit kann entstehen, wenn der Vermittler gar keine andere Wahl hat, als ein bestimmtes Produkt in der Sparte zu verkaufen. Wenn er z.B. nur die Rentenversicherung eines einzelnen Anbieters im Portfolio hat, wird er diese verkaufen müssen. Von Unabhängigkeit kann also keine Rede sein.

Wenn der Berater aber über einen breite Marktauswahl verfügt, gibt es trotzdem noch einen Haken. Denn es ist wahrscheinlich, dass er unterschiedlich viel Provision verdient, abhängig vom Anbieter, dessen Produkt er verkauft. Das nutzen einzelne Produktanbieter oft aus, indem sie ihre Produkte durch höhere Provisionen in den Markt zu drücken versuchen. Auch hier wird die Unabhängigkeit des Beraters eingeschränkt.

 

KLAR+ Fazit: Wann ist ein Finanzberater unabhängig?

Es gibt keinen garantieren Weg, die Unabhängigkeit des eigenen Finanzberaters zweifelsfrei festzustellen. Es gibt aber eine zweitbeste Lösung, die zumindest falsche finanzielle Anreize unwahrscheinlicher macht: Du bezahlst Deinen Berater selbst, anstatt das den Anbietern zu überlassen, die Dir ihre Produkte verkaufen wollen. Das nennt sich dann „Honorarberatung“.

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