WAS “QUANTITATIVE EASING” FÜR SPARER BEDEUTET

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WAS “QUANTITATIVE EASING” FÜR SPARER BEDEUTET

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Im März geht es los. Dann startet die Europäische Zentralbank (EZB) das größte Kaufprogramm für Euro-Staatsanleihen in der Geschichte des Kontinents. Für einfache Geldanlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten bedeutet das den endgültigen Todesstoß.

Das Wortungetüm “Quantitative Easing” (QE) steht für eine Aktion der Zentralbanken, die früher als absolut letzter Stohhalm der Geldpolitik, bei einigen Geldpolitikern und Ökonomen gar als Tabu galt. Inzwischen ist die EZB eine der letzten Zentralbanken, die zu diesem Mittel greift.

Vereinfacht gesagt kontrolliert die EZB, wie viele Euros im Umlauf sind, indem sie die durchschnittlichen Zinsen erhöht oder senkt, die es in der Eurozone für Geldanlagen gibt bzw. die für Kredite bezahlt werden. Bei niedrigen Zinsen ist der Anreiz hoch, Kredite aufzunehmen und niedrig, Geld anzulegen – die Geldmenge vermehrt sich, Produkte werden teurer.

Theorie und Praxis

So weit die Theorie. In der Praxis sind die Zinsen schon jetzt extrem niedrig, trotzdem lag die jährliche Teuerungsrate in Deutschland im Dezember bei gerade einmal 0,2 Prozent. Das Ziel der Währungshüter ist eigentlich eine Zahl unter, aber in der Nähe von 2,0 Prozent – also eine etwa zehnmal so hohe Rate.

Weil sie die Zinsen kaum noch senken kann, greift die Europäische Zentralbank jetzt zu QE. Das bedeutet, dass sie ab März jeden Monat für 60 Milliarden Euro Staatsanleihen kauft. Bis Ende September 2016 will sie so mehr als 1,1 Billionen Euro für europäische Staatsanleihen ausgeben.

Der Effekt, so hoffen die EZB-Verantwortlichen: Die Zinsen auf Staatsanleihen sinken noch weiter, das verfügbare Bargeld steigt, die Inflation ebenso. Ob das aktuelle Programm dazu ausreicht, wirdkontrovers diskutiert.

Fest steht aber: Wenn die Zinsen noch weiter sinken und gleichzeitig die Inflation wieder steigt, ist das gute alte Sparbuch endgültig zur Geldvernichtungs-Maschine geworden. Schon heute liegen die durchschnittlichen Zinsen für solche Produkte unter einem Prozent. Wenn sie weiter sinken und gleichzeitig die durchschnittliche Teuerungsrte wieder auf mehr als ein Prozent steigt, kann sich ja jeder selbst ausrechnen, wie viel vom eigenen Geld nach Abzug der Inflation übrig bleibt – nämlich weniger als vorher. Höchste Zeit, über Alternativen nachzudenken.

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