Wie funktioniert Bausparen – und ist das 2016 sinnvoll?

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Wie funktioniert Bausparen – und ist das 2016 sinnvoll?

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Macht #Bausparen 2016 überaupt noch Sinn? #Bausparvertrag
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Ein Bausparvertrag – das war für viele Sparer über Jahrzehnte der Königsweg ins Eigenheim. Doch in den letzten Jahren ist das Modell immer mehr in Verruf geraten und auch die Bausparkassen leiden unter den niedrigen Zinsen. KLAR+ klärt auf: wie funktioniert bausparen und macht das z.Zt noch Sinn?

 

 

Transkript: Der Bausparvertrag einfach erklärt

Hallo zusammen, hier ist wieder Alexander von KLAR+ Private Finanzen. Ganz einfach. Heute mit einem Thema, dass sich in der Beratungspraxis immer wieder als recht komplex herausstellt, das Thema Bausparen. Und auch mit der Frage, lohnt sich Bausparen überhaupt im Jahr 2016? Meine Einschätzung dazu bekommt Ihr am Ende vom Video.

Erste Frage: Wie funktioniert Bausparen? Bausparen gliedert sich grundsätzlich in zwei Phasen. In der erste Phase spart Ihr Geld an, durch normalerweise monatliche Beiträge und einen entsprechenden Zins. Zins liegt so bei 1-2% und die Phase dauert ungefähr 7-8 Jahre. Dann habt Ihr Euer Eigenkapital im Bausparer zusammen und das ist normalerweise die Hälfte der Bausparsumme. Also ungefähr 50% denn die anderen 50% der Bausparsumme, dass ist dann das Darlehen. Das bekommt Ihr auch ausgezahlt und könnt somit mit dem gesamten Betrag Euer Haus, Eure Immobilie, Eure Wohnung, die Ihr euch vorstellt, finanzieren. Diese Darlehen zahlt Ihr dann zurück für 11-12 Jahre, auch das ist ungefähr festgelegt und der Zins von diesem Darlehen der ist immer ungefähr 2% höher als der Guthabenszins, liegt also bei 3-4%.

Soviel zur Systematik des Bausparen. Klar ist auch, darüber, über einen Bausparvertrag eine ganze Immobilienfinanzierung hinzukriegen, dass ist sehr schwierig, da muss man in sehr kurzer Zeit sehr viel ansparen und sehr viel zurückzahlen. Deswegen gibt es meistens noch eine Bank, die beim der Immobilienfinanzierung eine Rolle spielt. Das ist insofern wichtig als das die Charakteristika eines Bausparvertrages dadurch beeinflusst werden. Es gibt sicherlich Bausparverträge die sagen, ok, ich habe nicht 3-4% Darlehenszins, sondern vielleicht nur 1%, d.h. sie senken den Zins. Das bedeutet aber auch, dass dann die Tilgungszeit reduziert wird, oder der Anteil der Darlehenssumme reduziert wird, oder der Guthabenszins reduziert wird, je nachdem. Wenn man einer von den 4-5 Zahlen hier dreht, werden die anderen beeinflusst, das Grundverhältnis dieser Daten ist im Grunde im so wie aufgezeigt.

Wie ist das zu bewerten, macht ein Bausparvertrag Sinn oder nicht? Dazu müssen wir uns erst mal die Vor und Nachteile angucken. Die Nachteile, die ein Bausparvertrag hat, der erste Punkt ist schon mal ganz offensichtlich, das ist der ohnehin sehr niedrige Sparzins von 1-2%. Das ist sicheres sparen, das ist es, das ist positiv. Ein Investmentfonds bringt zwar mehr aber ist natürlich für manchen Anleger zu risikoreich. Sehe ich persönlich ein bisschen anders, nichts destotrotz, die 1-2% muss man mit z.B. einem Tagesgeld vergleichen. Das hörst sich erstmal gut an. Aber anders als beim Tagesgeld sind Kosten verbunden mit diesem Bausparvertrag, nämlich 1-1,6% der Bausparsumme, also auf den gesamten Betrag. Die werden am Anfang direkt vom Bausparvertrag abgezogen, Ihr startet sozusagen mit einem negativen Guthaben und müsst das erstmal auffüllen. So das der Zins, der hier dabei rauskommt, niedriger liegt, so bei 0,5-1%. Im Endeffekt läuft es also drauf hinaus dass der Bausparvertrag im Zins sogar noch unter dem Zins des Tagesgeld bleibt.

Weiterer Nachteil ist die kurze Tilgungszeit von 11-12 Jahre. Das führt dazu, dass die Rückzahlung sehr schnell erfolgen muss und damit die Rückzahlungsrate sehr hoch ist. Das ist dann natürlich schlecht wenn man bei einer Immobilienfinanzierung durch das Darlehen bei der Bank ohnehin schon sehr knapp an Liquidität ist. Deswegen macht ein Bausparvertrag mit schneller Rückzahlung eine Finanzierung sehr anstrengend.

Neben den negativen Seiten gibt es aber auch positive Seiten eines Bausparvertrages. Der erste Punkt hat auch wieder etwas mit der Bank zu tun. Denn ich kann den ganzen Betrag, also sowohl das eigentliche Eigenkapital als auch das Darlehen bei der Bank als Eigenkapital einbringen. Das liegt schlicht und einfach daran, dass die Bausparkasse im Falle einer Zwangsversteigerung der Bank den Vortritt lässt und sagt: „Du nimmst als erstes das Geld, was Du dem Schuldner geliehen hast, und die Bausparkasse hält sich da zurück. Damit ist das Risiko für die Bank nicht höher und Du als Anleger und als Darlehensnehmer bekommst einen besseren Zins bei der Bank. Vorteil eins.

Vorteil zwei ist, das Bauspardarlehen kannst Du relativ schnell wieder zurückzahlen bzw. kannst Du zurückzahlen wenn Du Einmaleinnahmen hast, z.B. einen Bonus bei der Arbeit oder eine Erbschaft, dann kannst Du das Darlehen schneller zurückzahlen als bei einer Bank und bist damit auch entsprechend schneller fertig. Das ist der zweite Vorteil.

Und der dritte Vorteil, das ist eigentlich der wichtigste, das ist der Vorteil, dass der Darlehenszins schon jetzt fixiert wird im Jahr 2016 obwohl Du erst das Bauspardarlehen sagen wird im Jahr 2023/24 antreten wirst. Wir befinden uns im Moment in einer Niedrigzinsphase, d.h. im Moment gibt es sehr zinsgünstige Darlehen. Wir wissen aber nicht, wie das im Jahr 2023/24 der Fall sein wird. Wenn Du Dir heute also diesen niedrigen Zins sicherst und die Zins bis 2023/24 gestiegen sind, dann kann sich der Bausparvertrag gelohnt haben, weil Du ein sehr zinsgünstiges Darlehen bekommst. Ob das so ist weiß ich nicht, ich persönlich halte das für relativ wahrscheinlich das wir bis dahin diese sehr intensive Niedrigzinsphase verlassen müssen. Die Amerikaner haben schon angefangen, die Europäer müssen irgendwann nachziehen. Aber das ist im Grunde die Hauptvoraussetzung dafür, dass sich ein Bausparvertrag lohnt. Insofern, wenn Du für diesen Zeitraum also tatsächlich vorhast Dir eine Eigenheim zuzulegen, dann kann Bausparen tatsächlich Sinn machen, dann wenn die Zinsen steigen.

Ok, ich hoffe das hat Euch als Einschätzung geholfen. Falls ihr noch andere Fragen habt, falls Ihr Fragen dazu habt, schreibt Sie unters Video, sagt uns welche Themen noch für Euch interessant sind. Folgt uns auf Youtube und auf Facebook und ansonsten sehen wir uns beim nächsten Video. Bis dahin.

  • Ul

    Reply

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag. ich bin schon seit längerer Zeit am überlegen, mir einen Bausparer von https://www.versicherung-online.net/bausparen-vergleich-777/ zu nehmen, nur leider habe ich mich nie damit richtig beschäftigt. somit wusste ich auch nicht wirklich, wie das alles genau funktioniert.

    aber hier ist das Alles super beschrieben :)

  • E.G.

    Reply

    Hallo. Erst einmal danke für diesen tollen Beitrag!
    Ich habe nun einen Bausparvertrag bei der BHW mit 100.000. In vielleicht 10 Jahren möchte ich gerne in Haus bauen. Dazu benötige ich vermutlich weit aus mehr als 100.000. Mein Darlehenszins beträgt 1,25%, welches ich sehr gut finde. Nun weis ich natürlich jetzt noch nicht zu welchen Konditionen ich in 10 Jahren einen Kredit bei der Bank bekomme.
    Lohnt sich der Bausparvertrag dennoch? Ihre Meinung wäre mir wichtig.
    mfg E.

  • Jenny

    Reply

    Gerade habe ich das Video angesehen und es sehr verständlich gefunden.
    Ich habe einen Fall der ein bisschen anders liegt ich habe einen Bausparvertrag der 2016 ausgezahlt wird und ich mich nun entscheiden muss ob ich das Darlehn (8%)möchte oder nicht. Brauchen würde ich das Geld zum renovieren. Lohnt sich das in dieser Niedrigzinsphase? Ausserdem kostet mich jeder Monat Überlegungszeit 9 Eur… Sollte ich lieber einen Kredit aufnehmen?

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